Einzelbild herunterladen
 
  

desselben niederlegt. Die Truppen des Corps sind bestimmt, in die Provinzen vertheilt zu werden.

Schleswig -Holsteinische Angelegenheiten.

Schleswig-Holstein, 16. Mai. Gestern ver­breitete sich in Schleswig von Norden her die Nachricht, daß fetzt die Inseln Alsen und Arroe von den Dänen geräumt würden, daß daS auf die preußischen Schiffe ge- legte Embargo aufgehoben, und daß daS deutsche Heer auS Jütland zurückgehen werde. Nach Eintritt dieses Zustandes würde über den Frieden verhandelt - werden. — In HaderSleben, Apenrade und Schleswig werden große Magazine angelegt, llebrigens ist gestern sehr schweres Geschütz hier ohne Verzug nach Fridericia durch­gegangen. Die Insel Alsen hat man nicht genommen. Ihre Erwerbung würde viel Blut kosten und der Nutzen würde nicht sehr groß sein. Könnte das dänische Heer auf der Insel vernichtet werden, so würde der kühne Wrangel und Halkett nicht zögern; allein in dem Augen­blick, wo die deutschen Truppen die Landung erzwungen hätten, würden die Dänen ihre Schiffe besteigen.

Die schleswig-holsteinsche Regierung hat heute Rends­burg verlassen und ihren Sitz wieder in Schleswig in ihren alten Räumlichkeiten und bei ihren Archiven auf» geschlagen, deren Mangel hier ihren Arbeiten oft störend in den Weg trat.

Aus einem Privatbriefe, datirt Veile, den 13. d. erfahren wir, daß schleswig-Holsteinische Truppen am Morgen des 14. d. auSrücken sollten, um den Dänen, die eine Landung zwischen Veile unb. HorsenS gemacht hatten, entgegen zu gehen.

Der Abendzug von Rendsburg bringt die Nachricht, daß General Halkett sein Hauptquartier von Ulderup nach Apenrade verlegt hatte. Die Lauenburger Jäger sind heute in Schleswig eingetroffen. In Kolving war, wie es heißt, durch Unvorsichtigkeit, eine Feuersbrunst auSgebrochen.

Hamburg, den 18. Mai. Ein Adjutant des General Ha'kett, welcher heute auS dem Hauptquartier mit Depeschen nach Hannover ging, versicherte, daß der Friede mit Dänemark so gut wie geschloffen sei. Der letzte Kanonenschuß sei gefallen.

— Der dänische General von Hedmann hat die preußischen Vorschläge hinsichtlich der Auslieferung der Gefangenen abgelehnt und dagegen auch die Bedingung

»rrnement bat hoffentlich schon in Rom Verhandlungen darüber eingeleitet. So wie die polnische Revolution von Gregor XVI. dem Kaiser von Rußland zu Gefal­len gemißbilligt worden, so wird gewiß Pius den Um­trieben des polnischen Erzbischofs entgegentreten, da die preußische Regierung das Land freizugeben beab­sichtigt und dessen Glauben nicht im mindesten verletzt. Residire Przyluski jetzt bei der berühmten Adalbertus- Kirche in Gnesen und erhalte er Zucht und Ordnung unter den leider nur za sehr von Jesuitismus und Intoleranz besessenen Polen. Hamb. Cor.

"Berlin, 18. Mai. (.Beruhign ng der Ge­müther, — die Volksredner, Adresse an den Minister, — das Gardecorps.) Die den Zeit­punkt der Rückkehr des Prinzen von Preußen betreffende Bekanntmachung des Staats-Ministeriums hat vorgestern, wie sich erwarten ließ, einen recht günstigen Eindruck ge­macht. Die Ruhe der Hauptstadt ist durchaus nicht gestört worden, und die von einer Volksversammlung pomphaft angekündigte große Kundgebung, gleich zweien früher beabsichtigten ähnlichen Kundgebungen, von kei­nen Folgen gewesen. Abends 7 Uhr fand unter den Zelten bestelltermaßen eine Volksversammlung statt, wobei es ein Redner selbst aussprach, daß die Ver­sammlung sich blamirt habe. Man wird sich erinnern daß früher gegen Einberufung des weiland vereinigten Landtags, dann gegen das indirekte Wahlsystem und nun gegen die Rückberufung des Prinzen von Preußen Demonstrationen gemacht wurden. Wie damals, so bat auch jetzt die Sache der gesetzlichen Freiheit die Oberhand behalten.

Gestern früh um 4 Uhr, als die außerordentliche Besatzung des Schlosses abziehen wollte, wurde dort ein Trustp verhaftet, worunter einige sogar bewaffnet einzudringen versucht hatten. Die gerichtliche Unter­suchung wird auch hier den Schleier lüften und die nichtswürdigen Umtriebe an den Tag legen, wodurch seile, erkaufte Subfekte sich zu allerlei Freveln hin­geben.

An der Börse circulirt eine Adresse, um dem Mi­nisterium für seine in den letzten Tagen bewiesene Festigkeit die Anerkennung zu bezeugen.

Das Gardecorps wird nicht in der Weise, wie es bisher bestanden, fortbestehen. Seit Mitte März be­reits hat der Prinz von Preußen das Commando

gestellt, die gebornen Schleswiger unter den dänischen Gefangenen könnten „selbstfolglich" nicht Gegenstand der Auslieferung werden. Die Unterhandlungen sind darauf abgebrochen worden. Man kann aus jenem Verlangen schließen, daß Dänemark noch immer in seinen Jncor- porationö-Träumen befangen ist.

Instand. Belgien.

Brüssel, 19. Mai. Die Repräsentanten-Kammer hat in ihrer gestrigen Sitzung den Gesetzentwurf über die Warrants oder Güter-Beleihung mit 73 gegen 3 Stimmen angenommen. — Es geht das Gerücht, daß der Finanzminister Veydt abtreten werde.

Neueste Nachrichten.

< Wiesbaden, den 22. Mai.

In unserer Nachbarstadt Mainz sind gestern Abend wchst bedauerliche Ercesse zwischen Bürgern und preu­ßischen Soldaten vorgefallen. Wie wir von dorther vmmenden Reisen vernehmen, hatten preußische Sol­daten mit Säbeln eine Bürgerwache in Besitz nehmen wollen, worauf Jene scharf geschossen. Es sollen 5—7 Soldaten geblieben sein. Die Stadt ist darauf momen­tan in Belagerungszustand erklärt worden, alle Com- inunication war gehemmt, so daß der letzte gestrige Bahnzug von Castel einen Aufenthalt von 3 Stunden hatte. Heute Morgen ist kein Zug von hier abgegan­gen, noch hier angekommen, doch ist um 3 Uhr wieder ein Zug nach Castel abgegangen, und um 5 Uhr geht der erste Zug von hier nach Frankfurt. Die Bürger­wache soll in Mainz entwaffnet sein. Näheres über die dortigen Vorgänge werden wir morgen bringen.

Sechlerbüchfe für die deutsche Flotte bei Wilhelm Friedrich am Friedrichsplatz.

Bis zum 21. Mai eingegangen . . . . fl. 55. 36 kr.

Am 22. Mai sind eingegangen:

Frau v. Rettberg 3 Personen 18 fr., Geheime Rath Koch 3 sprrf. 18 fr.; Schölèr, Musikus 2 Pers. 12 fr.; Fam. Pagen» lecher 10 Personen 1 fL; Fam. Herborn 7 Pers. 42 fr.; Jacob Bertram 10 Pers. 1 fl. Zusammen fl. 59. 6 fr.

Druckfehler-Berichtigung.

In Nr. 67 unserer Zeitung muß es heißen in unserem Leitartikel: 1. Sp. Z. 32 Commissionen; 1. Sp. Z. 46 Ver­sammlungen; 2. Sp. Z. 11 jeder Stamm statt Name.

Täglicher Anzeiger für Ankündigungen aller Art.

(292) Dampfschifffahrt für den Nieder- und Mittel-Rhein.

Düsseldorfer Gesellschaft.

Vom £1. Mai an fahren die Boote

von Biebrich

Täglich um 6 Uhr Morgens

„ „ 8 „ „ (Schnellboot)

nach CÖLX-DÜSSELDORF (im Anschluss an die zwei letzten Züge von CÖIA nach AACHEX und den direkten Zug nach HAMM, MIXDEV HAMBERG; LEIPZIG, DRESDEX und BERLLN , sowie von DÜSSELDORF nach ELBERFELD.

Jeden Montag, Donnerstag und Samstag direkt nach ARNHEIM (Amsterdam) und ROTTERDAM in circa 32 Stunden.

Jeden JSontag und ttonnerstag direkt nach LONDON in 3 Tagen.

Der Omnibus in Verbindung mit den abgehenden und ankommenden Booten fährt um SVa und 7% Uhr Morgens von WIES* BADEN ab.

^C^* Von heute an findet die Abfahrt der Boote zu Thal an der oberen Landungsbrücke, gegenüber der Eisenbahn, statt.

Nähere Auskunft auf der Agentur, Marktplatz, gegenüber dem herzoglichen Palais, und bei Herrn /. W. Käsebier in Wiesbaden.

Biebrich, 22. Mai 1848. , Der Agent

Jo Hembachs

Für Curfremde

(293)

Aus die Nassauische Zeitung

kann man abonmren:

für 14 Tage mit — 24 kr.

für 1 Monat mit — 40 kr.

für 2 Monate mit — fl. 1. 12 kr.

für 3 Monate mit — fl. 1. 45 kr.

bei deren Expedition am Friedrichsplatz.

Berathung über Maßregeln zum Schutze ~ „ /er größeren Gewerbe.

, ~°ßVe9unS des von der am 28. vor. Mon. zu LtMburg stattgehabten Versammlung gefaßten Beschlusses «"de« die Besitzer größerer Gewerbe unseres Landes zu der beschlossenen weneren Versammlung auf Freitage den 26. d. M. Vormittag« io Uhr, im Gasthause zum Adler dahier eingeladen.

Wiesbaden, 20. Mai 1848.

(294) Bergmeister Horstmann.

Bekanntmachung.

Da in den letzten 6 Wochen keine neue ErkrankungS- fälle an der Lungensäule unter dem Rindvieh zu Hohen­roth vorgekommen, so wird hiermit die angeordnete Localsperre aufgehoben und der Handel mit Rindvieh daselbst wieder gestattet.

Herborn, 19. Mai 1848.

Herzoglich Nassauisches Amt.

(295) Rullmann.

D e e r e t.

Die Eröffnung des von dem Wittwer Georg Wilh. Stahl von Salzburg hinterlassenen Testamentes betr.

Nachdem Georg Wilhelm Stahl von Salzburg am 21. vor. Mon. mit Hinterlassung eines bei hiesigem Gerichte hinterlegten Testamentes verstorben ist, so wird den bekannten Präsumtiverben, von denen Jakob Hein­rich Stahl von Salzburg im Jahre 1845 nach Texas übergezogen ist, anmit Termin zur Eröffnung deS Te­stamentes auf

Freitag, den 1. Juli d. J.

Vormittags 9 Uhr unter der Ankündigung vorbezielt, daß daS Testament auch im Falle des Ausbleibens eines oder des anderen Präsumtiverben bei äußerlich fehlerfreiem Befunde den­noch eröffnet und vollzogen werden soll.

Rennerod, 15. Mai 1848.

Herzoglich Nassauisches Amt.

(296) v. c. Hammer.

Aecht engl. Gtchtpapier,

(297) das Blatt zu 12 kr.

Vorräthig in der Expedition dieses Blattes.

Druck und Verlag von Wilhelm Friedrich am Friedrichsplatz. — Redacteur: Karl Braun. — Verantwortlicher Herausgeber: Wilhelm Friedrich,