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tinents loszubrechen, die Karte Europas zu zerreiße», den Krieg zu erklären und das demokratische Prinzip überall hinzuschleudern, ohne zu wissen, ob es auf einem Boden falle, der dazu vorbereitet, daß es dort keimen könne, oder ob cs auf einen ungeeigneten Boden falle, damit es dort in Blut erstickt werde, oder vielmehr allen Völkern den republikanochen frieden und die Französische Brüderlichkeit zu erklären, Ach- tunq vor den Gouvernements, vor den Gehetzen, den Charakteren, den Sitten, dem Willen, der Territorien der Nationen kund zu geben, das Princip der Unab- Hänaiakeit und der Demokratie sehr hoch, allein mit Freundeshand über die Welt zu halten und den Völkern zu sagen, ohne den Ereignissen Gewalt anzuthun und ohne sie zu drängen:
„Wir bewaffnen nicht die neue Idee mit Feuer und Schwert, wir bewaffnen sie nur mit ihrem eigenen Glanze. Wir zwingen Niemanden voreilige, oder mit seiner Natur unverträgliche Formen oder Nachahmungen auf. Allein wenn die Freiheit irgend eines Theiles Europas sich an der unsrigen entzündet, wenn geknechtete Nationalitäten, wenn mit Füßen getretene Rechte, wenn rechtmäßige und unterdrückte Unabhängigkeiten sich erheben, sich von selbst constituiren, in die demokratische Völkersamilie eintreten, und uns um die Ver- tbtlbigung der Rechte, um die Uebereinstimmung der Institutionen anrufen — so steht Frankreich da! Das republikanische Frankreich ist nicht nur das Vaterland, co ist der Soldat des demokratischen Prinzips in der Zukunft. Diese letztere Politik, Bürger, glaubte das prov. Gouvernement annehmen zu müssen, bis daß die in Ihnen zusammenfließende Nation ihr eigenes Geschick in die Hand nehme."
Was sind nun in 72 Tagen die Resultate dieser Politik bewaffneter Diplomatie auf dem Kontinente gewesen? Sie kennen dieselben und Europa siebt sie mit Staunen geschehen, das weniger Besorgniß als Bewunderung verräth. Schon in seinem Patriotismus durch den Italienischen und demokratischen Geist Pius IX. bewegt. geräth Italien allmälig in Erschütterung,
vollends aber bei dem Rückstoß des Bolkssieges in Paris. Wegen allen Französischen Ehrgeizes, den wir laut und offen desavouirt, beruhigt, erfaßt es mit Leidenschaft unsere Prinzipien und überläßt sich mit Vertrauen der Zukunft von Unabhängigkeit und Freiheit, wobei das Französische Prinzip sein Verbündeter sein wird. Sizilien erhebt sich gegen Neapels Herrschaft. Zunächst fordert es seine Verfassung zurück. Erzürnt ob der Weigerung, erobert es seinen Boden und seine Citadellen wieder. Die spät kommenden Konzessionen beruhigen es nicht mehr; es trennt sich vollkommen, es ruft sein Parlament zusammen, es erklärt sich allein zum Herrn seines Geschicks, es rächt sich an iei- ner langen Unterjochung unter das Haus Bourbon, indem es erklärt, daß die Prinzen des Hauses Neapel für immer von den Eventualitäten des conftilutionellen Thrones ausgeschlossen bleiben werden. Zu Neapel selbst scheint dre vom Könige am Tage vor der Französischen Republik ausgerufene Constitution schon einen Tag später illusorisch. Die Monarchie, von Volköde- monstrationen bedrängt, steigt von Conzession zu Conzession herab, so daß sie mit dem demokratischen Kö- nigthume von 1791 gleich geworden. Pius IX., welcher die Rolle eines Italienischen Patrioten angenvm- inen, behält nur noch die Herrschaft des Pontifex und macht aus Rom das Föderatorium einer wahrhaften Republik, als deren gekröntes Haupt er sich schon heute weniger darftellt, denn als erster Bürger. Er gebraucht die Kraft der Bewegung, die ihn sortreißt, statt seine eigene Kraft dadurch zu verzehren, ihr Widerstand zu leisten; diese Bewegung wird beschleunigter. ToSkana folgt diesem Beispiele. (Fortsetzung folgt.)
Türkei.
Konstantinopel, vom 29. April. DaS Gefühl daß von Rußland bald entscheidende Schläge aus- gehen würden, verbreitete sich durch das ganze osmanische Reich. Welche Rolle werden Oesterreich und Ungarn dabei übernehmen? Von der Lösung dieser
Frage hängt es ab, ob die Donau für das westliche Europa ein gesperrter Strom oder der große Verkehrscanal mit dem Orient sein wird. Die Bedeutung Oesterreichs in dieser Beziehung wird durch seinen Besitz von Triest und den adriatischen Seegestaden vermehrt. Wer eine deutsche Seemacht und deutschen Seeverkehr will, darf dieß nicht vergessen, denn nicht bloß Dänemark gegenüber brauchen wir eine Flotte.
Sechserlnichse für die deutsche Flotte
bei Wilhelm Friedrich am Friedrichsplatz.
Bis zum 15. Mai eingegangen . ... fl. 17. 18 kr.
Am 16, Mai sind eingcgangen:
Bon Fräulein Zimmermann 6 kr. Bon G. K. für 5 Personen 30 kr. Mit dem Motto:
Wenn Deutschland je was nöthig that, So ist's jetzt eine Flotte, Nicht mehr allein hilft Plan und Rath, Uns hilft nur die entschloss'ne That Bom allgemeinen Spotte!
Drum eine deutsche Flotte baut, Auf, rasch an's Werk! — und dann vertraut Dem starken deutschen Gotte!
Von Herrn Präsidenten Lex 5 Personen 30 kr. Von Herrn
Rechnungs-Cammerrath Ler 3 Personen 18 kr.
Zusammen fl. 18. 42 kr.
Börsenberichte.
Frankfurt, 14. Mai. Bei stillem Handel fand größten- theils in allen Fonds in heutiger Effectensocietät keine wesentliche Coursveränderung statt. 3pCt. inländische Spanische blieben wegen ihrer Besserung zu Madrid höher im Conrse, 17'/s Geld.
Paris, 12. Mai. Stand der Rente: 5pCt. 70. 75; 3pCt. 47. —; Neapol. 70. 50; Bankactien 1390; Versailles (r. U.) 118. 75, it. u.) 102. 50; ParisOrleans 525.
Amsterdam, 12. Mai. (4 Uhr). Integrale 41"/,,; 3pCt. holl. 47%; 4pCt. holländ. 627,; 3'/,pCt. Synd. —; Handelm. -; Ard. ä 510 Pf. St. 9’/,; span, inländ. 3pCt. R. 17%,; Port. 3pCt. R. —; Port. 4pCt. R. 15'/.; russ. 4pCt. 63%; öftere. 5pCt. Met. —; österr. 2'/,pCt. Metall. 26*/,.
es
Täglicher Anzeiger für Ankündigungen aller Art.
Taunus- jtfML Eisenbahn.
Vom 16. Mai bis 30. September d. J. finden die Fahrten auf der Taunus- Eisenbahn folgendermaßen statt:
Hbfahrtftrmden.
von
Frankfurt
von Castel (Mainz)
von
Wiesbaden
vor
Biebrich
1 nach
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nach nach 1 nach
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nach nach
nach
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Lastet
Diedrich Wiesdad.
Franks. Diedrich IWicsbab.
Diedrich
Lastet Franks.
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Nachm. Nachm.
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8% 9% 9%
8
8 8
8
8 9%
Außer vorstehenden Fahrten finden noch folgende Ertrafahrten statt:
Täglich: Von Castel (Mainz) nach Biebrich und Wi „ Biebrich nach Wiesbaden . . . . . .
. . um 2 Uhr Nachmittags.
- > „ 2 „ „
An Sonn- und Festtagen:
Von Frankfurt nach Höchst. . 1% Uhr Nachmitt.
Von Castel (Mainz) n. Wiesbaden 3%
Von Höchst nach Frankfurt .8'/^ Bon Wiesbaden nach Biebrich
Jeden Freitag bis zum 31. August: Von Wiesbaden nach Brebrich
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Abends.
und Castel (Mainz) . . 7% „ Don Biebrich n. Castel (Mainz) 7% „
//
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und Castel (Mainz) . . 3% Uhr Nachmitt.
Von Biebrich n. Castel (Mainz) 3% „ „
Von Castel (Mainz) n. Biebrich
und Wiesbaden . . . 8% „
Von Biebrich nach Wiesbaden 8% „
Abends.
Weiter nothwendig erscheinende Ertrafahrten werden besonders angekündigt.
An Sonn - und Festtagen findet die letzte Abfahrt auf allen Stationen eine halbe Stunde
später statt, demnach:
Von Frankfurt nach Caste) (Mainz), Biebrich und Wiesbaden
Von Castel (Mainz) nach Frankfurt...............
Von Wiesbaden nach Biebrich, Castel (Mainz) und Frankfurt Von Biebrich nach Castel (Mainz) und Frankfurt . ......
Castel (Mainz) nach Biebrich und Wiesbaden.......
Von Biebrich nach Wiesbaden.................
Frankfurt a. M., den 11. Mai 1848.
Der Verwaltungsrath ver Tau ms-Eisenbahn-Gesellschaft.
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9 Uhr AbendS.
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(240)
bei mir eingetroffen: (241)
»st« wohlgetroffene Bildniß des General
Friedrich v. Gagern,
9 ÄtSÄ^ y^ '^, g°fâ bei toten, am 20. April >848. lid, auegeWri in R°yal-FM°fon°â “’ ^"^ ^" und starke», Kupferdruck >r. »or, reff-
Wiesbaden.
Edictalladung.
Nachdem über das Vermögen der Wittwe des Joh. Iacob Steinebach von Hartenfels Maria Catharina geborne G e ck s der ConcurSproceß rechtskräftig erkannt worden ist, werden Alle, welche dingliche oder persönliche Forderungen an derselben z« machen haben, aufgefordert solche
Montag, den 3. Juni d. J.
Morgens 8 Uhr '
vor dem unterzeichneten Amte zu liquidiren, bei Vermeidung des von selbst eintretenden RechtsnachtheilS des Ausschlusses von der vorhandenen Masse.
Selters, am 1. Mai 1848.
Herzoglich Nassauisches Amt.
(243) Wirth.
Lb si 14,000^«
Gegen Unterpfand von Gemeindegütern, bestehend in Waldungen und Ackerland, werden zu leihen gesucht.
Das Nähere im Geschäftsbureau (243) von Carl Leyendecker.
(244) In einer Familie alâ Gehülfin der Hausfrau, oder in dieser Eigenschaft bei einer einzelnen Dame, sucht ein junges Frauenzimmer von sehr guter Familie, welches so ziemlich in allen weiblichen Arbeiten erfahren ist, eine Stelle. Freundliche und humane Behandlung wird großem Salair besonders vorgezogen. Die Exp. der Nass. Ztg. ertheilt nähere Auskunft.
Preis 36
____Wilhelm Friedrich am Friedrichsplatz.
». Wiehl s nenersundene chem. Gichtsocken gegen Gicht, kalte Füße und Frostbeulen.
Die Wirkungen dieser mit einer chemisch präparirten Sohle versehenen, in Norddeutschland, Holland und England berühmten Socken sind außerordentlich; ärztliche und Erfahrungszeugniffe bestätigen die erfolgreiche Anwendung derselben gegen obige Leiden. Sie werden an den bloßen Füßen vorzugsweise bei Nacht getragen und belästigen die Füße nicht im Geringsten, da sie auö den weichsten Stoffen fabrizirt sind.
Preis pro Paar fl. 3.
Zu haben bei der Expedition dieses Blattes. (245)
Ko* frais <le Circassie
(246) von DIMENSON & C° in Paris.
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Preis pro Flacon 54 kr.
Zu bekommen in der Expedition dieses Blattes.
9
Druck und Verlag von Wilhelm Friedrich am Friedrichs»,^ ~ “ ” ' ? . '
- Redacteur : Karl Braun. — Verantwortlicher Herausgeber: Wilhelm Friedrich.
