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— Ich kann Ihnen die erfreuliche Nachricht mitthei- ken, daß sich hier ein Verein der hiesigen Deutschen ge­bildet hat, um dem Vaterland ein Geschenk mit einem ersten deutschen Kriegsschiff zu machen. Es soll 25,000 Pfund kosten. Der Prinz von Preußen geht mit einer Zeichnung von 1000 Pfund voran. Darf man Gerüchten trauen, so ist die preußische Gesandtschaft überhaupt be­dacht, für den Ankauf von Schiffen erfolgreicher zu wir­ken, als der Bundestag durch seine Gesandten mit leeren Taschen. Es wird Sie freuen, von hier aus zu hören, daß sich der nordamerikanische Gesandte in London, der rühmlichst bekannte Bankroft, mit dem Entwürfe des Reichsgrundgesetzes höchlich einverstanden erklärt und ihn für seinen Präsidenten sogleich ins Englische hat über­setzen lassen. Sagen Sie das dort recht nachdrücklich Ihren Republikanern, über die alle Amerikaner lachen, die so verständig sind, nicht allen Völkern ihre Verfas­sung anpassend, am Wenigsten gar die anerkannteu Feh­ler ihrer Verfassung für olle Völker räthlich zu finden. Ich kann beifügen, daß sich der Herzog von Wellington über das Reichsgericht besonders erbaut geäußert hat. Das sind Stimmen von Staatsbeamten; damit können die siebenzehn Männer, wenigstens in ihrem eigenen Be­wußtsein, viele Verunglimpfungen dämpfen, an denen es bei der Aufregung der Gemüther und dem planlosen Unverstände der meisten deutschen Emporkömmlinge in der Politik nicht fehlen wird.

Italien.

Uom, 2. Mai. Diesen Morgen erscheint ein Er­laß von PiuS IX., in welchem er die Schwierigkeit sei­ner Lage schildert, sich von jeder Theilnahme an dem Krieg wiederholt lossagt, aber für die nach der Lom­bardei gegen feinen Willen vorgedrungenen LandeSkindcr Sorge tragen zn lassen verspricht, über die Drohungen laut klagt, welche die Liberalen auSgestoßen haben und zuletzt selbst mit einer Drohung der ihm belassenen Ge­walt schließt. Einige böse Buben rissen ihn auf der gan­zen Linie deS Corso überall ab. Kurze Zeit darauf ver­öffentlichte der Polizeiminister Galetti einen Aufruf an die Römer, in welchem er sie durch gutgemeinte Vor­stellungen vor dem Eingreifen in seine Rechte abmahnt und zur Ordnung zurückzuführen sucht.

Eben erhalten wir noch Briefe auS Rom vom 3. Mai. Cardinal Antonelli bestand selbst auf seinem Rück­tritt. Man glaubte fortwährend, Graf Mamiani werde an die Spitze des Ministeriums treten. Die Ruhe war weiter nicht gestört worden.

Aus Vberitalrc», 30. April. Die republika­nischen Bestrebungen gewinnen in Oberitalien immer mehr Boden. Hauptheerd derselben ist einerseits Mailand, anderseits Genua. Eine Masse von aufreizenden Flug­

schriften, größtentheilS gegen Karl Albert gerichtet, ist in ganz Piemont verbreitet, und in mehreren Städten ist von mailändisch n Sendlingen sogar der Versuch ge­macht worden, die Republik offen zu proklamiren. So neulich in Alessandria, wo eâ auch darauf abgesehen war, die Besatzung der dortigen Festung für die republikan. Sache zu gewinnen. Die Republik Venedig scheint durch das Vorrücken der östreichischen Truppen in die Klemme gerathen zu sein; wenigstens lauten die Berichte ^von dort mit jedem Tage kläglicher, ohne daß von Seite Karl Alberts etwas Entscheidendes geschehen wäre, um den drohenden Angriff von der Dogenstadt abzuwehrcn.

Uußtand und Polen.

Von btr rulftfdKH Grenze, i Mai. Fast die ganze Armee Rußlands, zum 1. April überall versammelt, zehr jetzt nach Polen und ist, indem wir dies schreiben, zum Theil bereits dort angelangt. Selbst das kaukasi­sche Armeekorps befindet sich nach den neuesten Nachrich­ten auf dem Marsche. Der Kaiser hat Petersburg ver­lassen und ist nach Riga abgereist. Wem fällt dabei nicht Napoleon' S Abreise von Paris im Frühling 1812 ein ! Sie geschah unter gleich friedlichen Versicherungen. Der Moniteur verkündete, daß Napoleon Paris nur ver­lasse, um eine große Revue der 2Ira.ee an der Weichsel vorzunehmen. Wahrscheinlich wird der Zar auch eine große Revue seiner Weichselarmee vornehmen. Aber wie 1812 werden auch 1848 so große Armeen von Hunderte tausenden nicht zusammengezogen werden, um der Welt daS Schaugepränge der Revue zu geben. Die Politik Rußlands, die persönlichen diesfallsigen Ansichten des Kai­sers sind bekannt. Darf Deutschland hoffen, daß Letzterer die ihm gegebene Macht blos zur Schau stellen werde? Es kann dem ruhigen Beobachter nicht entgehen, daß dies nicht zu hoffen steht. Leider ladet Deutschlands politischer Zu­stand selbst zu einer russischen Invasion ein. Oesterieich ohnehin durch den italienischen Krieg, durch seine unga­rischen, böhmischen und mährischen Zustände gelähmt, kann Deutschland wenig helfen. Preußen hat Truppen in Dä­nemark, sendet dermalen ein Corpö nach Franken zur deutschen Centralarme, hat den Rhein gegen die Fran­zosen zu bewachen, die 180 000 M. in jenen Gegenden sammeln, und kann deshalb nicht, wie es doch nöthig wäre, seine Gcsammtmacht Rußlands entgegensetzen. Da­zu die überall in Deutschland verbreiteten Radicalen und Republikaner, welche gegen die siebenten Heere declami- ren und die Fremdlinge zu Einfällen über den Rhein ein­laden. Daâ ist das Thatsächliche einer drohenden russi­schen Invasion gegenüber. Mögen diese Thatsachen alle wahren Freunde deü deutschen Vaterlandes, besonders aber auch die Freunde der Anarchie belehren, daß nur

ein festes Zusammenhalten aller Kräfte Deutschlands das Vaterland vor einer großen Gefahr bewahren könne.

(D. a. Z.)

Griechenland.

Athen, 16. April. Die Ereignisse in Deutschland erregen in Athen das größte Interesse; jede Nachricht, welche uns von dort auf den verschiedenen Wegen zu- kömint, wird zur selben Stunde noch übersetzt und dem Publikum in den Extrabeilagen der Athenischen Tages­presse bekannt gegeben. Warum sollte auch Griechen­land nicht den größten Antheil nehmen an Deutschlands Griechenland ist ja ein Stück von Deutschlands Ehre. Es kann nur rufen: Heil dir Deutschland! Werde einig und sei stark! Deutschland stand Griechenland mehr als jede andere Nation im Befreiungskämpfe bei — es gab ihm später einen König und die ersten Ein- richlungen der Ordnung, die zur Stunde noch in voller Kraft bestehen. Dann aber wandte es sich und über­ließ das kaum gehonte Land dem Leidenschaftlichen Kampfe dreier Mächte, die sich dessen Schutzmächte nannten und, vielleicht ohne Willen, aber der That nach, dessen Verderben waren. Der schmähliche Baiern- haß, der Griechenland in das Licht des Undanks brachte, — das Verschwörungsgetriebe gegen den edlen König — das Volk wußte nichts davon — das Volk war mit seinen freien Institutionen zufrieden, Ordnung lie­bend, fleißig und seinem König vertrauend; aber einige wenige, durch die Vertreter der Schutzmächte aufge­hetzt an Sitten und Gebräuchen dem Lande fremd, durch Eitelkeit und Geldgier getrieben, nahmen das große Wort und sprachen, als wenn sie Griechenland wären! Deutschland sah diesen Unfug, aber es schwieg. Seine Vertreter standen für Griechenland ein, aber sie hatten nichts hinter sich und führten einen vergeblichen Kampf für Deutschlands Ehre und Griechenlands Inter­esse. Nun muß es anders werden. Wird nicht Deutsch­land, das einige Deutschland, endlich den Muth finden, durch seine mächtige Stimme sich als die wahre Schutz­macht Griechenlands geltend zu machen, zu Wahrung seines Einflusses in der Levante? (Allg. Z.)

Sechserdüchse für die deutsche Flotte bei Wilhüm Friedrich am Friedrichsplatz.

Bis zum 13. Mai eingegangen .... fl. 12. 36 fr

Am 14. Mai sind eingegangen:

Von Heinrich Dresler 8 Personen 48 fr. Vom Oberlehrer Amthes 3 Personen 18 fr. Von einer kleinen Gesellschaft bei Gastwirth Maurer 42 kr. Von Herrn Sternberger 3 Per­sonen 18 fr, Von der Familie des Präsidenten Raht Fl. 1. 12 fr. Zusammen fl. 16.

Täglicher Anzeiger für Ankündigungen aller Art.

G r w i - e r u n g.

Aus die in Nr. 44 des Volksfreundes an die Wiesbadener Dienstmädchen gerichtete Schmähadresse.

Der unverschämte Einsender (G.), welcher am 27. April Abends den Langgässer Brunnenposten hatte und welchem, wie wir glauben, die Göttin der Liebe (Venus) schon lange Gewehr und Waffen raubte, zeigt in seiner Meldung handgreifliche Geistesschwächen, und wir Mädchen vom Lande bemitleiden ihn, indem er seine wenige Haabe Kopfgenie an unserem Brunnenberuf vergeudet; besser richtete dieser Sonderling seine Blicke längs der Kirchhosstraße entlang, und bitte die Trümmer der Verwesung ihn bald ins Reich der Todten, d. h. seine auSgemärgelte Hülle aufzunehmen, denn dieser Venusritter ist Lebens und Menschen müde, sonst würden ihn die vielen frohen verschiedenen, doch unschuldigen Drama's unserer Brunnengesellschaft erfreuen, und, wenn sich noch Mark und Lebensgeister bei ihm willig zeigten, in unserer Nähe beglückt fühlen, denn wie oft schon fesselten unsere jugendlichen Reize, unser lustiges Temperament die Curgäste höheren Standes; und ach, du Armer, du Unglücklicher, du Lebensmüder willst unseren Frohsinn mit Nr. 44 schwächen, tritt ab von dieser Lebensbühne, dahin wo kein stürmischer Applaus des Frohsinns enden.

Die verächtliche Berührung des MilitairstandeS, welche auch für dich, Erzengel, und fürs gesammte Va­terland dorthin zogen, welche, ja wir gestehen eS, uns manche Thräne entlockten, sie werden einst zurückkehren, und guter Alter, wir werden sie dann auf dich und auf Nr. 44 des VolksfreundeS aufmerksam machen, und ach, Armer, dann rapple dich zusammen.

Was deiner in Nr. 44 erwähnten Punkte von Gelehrsamkeit predigend anbetrifft, d. h. unser künftiges Verhältniß zu unseren Herrschaften, namentlich der Gestaltung zu unseren Brodherren, darüber mögen die edlen Frauen Wiesbadens noch ein Wörtchen mit dir reden; denn du bist es, der unsere Herren im üblen Sinne deö Wortes, den König David im alten Bunde und den pensionirten König von Baiern im Neuen gleichstellt; harre noch ein wenig der dir gebührenden Vergeltung.

Auf jenseitiger Vergeltung sollst du anspruchloS bleiben, wenn die von dir genannten Soldaten zurückkehren, dann nimm den Lohn für deine Schikanesen.

Da du nun der Welt abgestanden und dich kein liebevolles nassaner Mädchen mehr ergötzen kann, du ab­genagte Maschine, nimm Lehre an, schließe dich ein in deine stille Kammer, richte deinen Blick nicht mehr nach dem dir gehässigen Brunnen, deine Kost sei Meerrettig, dein Trank sei Efsig, setze dich dann beim Ge­nuß einem Spiegel gegenüber, dann wirst du deines Gleichen Brummbart erblicken; wir wünschen dir wohl zu leben, doch nicht lange mehr, wer kegelt mag aufsetzen.

(229) ' Eingesandt von Nassau'S frohen Volkstöchtern.

Edictalladung.

Nachdem über den Nachlaß des Eberhard Ebbig zu Oberursel, welchen die Erben auSgeschlagen haben, der Concuröproceß erkannt worden ist, so werden nun­mehr alle Diejenigen, welche dingliche oder persönliche Ansprüche an die vorhandene Concursmasse haben, auf­gefordert, solche bei Vermeidung deS von selbst eintre­tenden Ausschlusses von derselben

Donnerstag, den 13. kommenden Mon.

Morgens 9 Uhr dahier anzumelden.

Königstein, 2. Mai 1848.

Herzoglich Nassauisches Amt.

(230) Weber.

(231) Ein Mädchen von auswärts, welches mit guten Zeugnissen versehen ist, sucht eine Stelle zum Nähen und Bügeln, sowie auch zur Hausarbeit.

Die Exped. gibt nähere Auskunft.

Aufforderung au alle Deutsche!

Da nun bk Eröffnung des Parlaments in Frankfurt auf den 18. Mai bestimmt ist, so bringen die Unter­zeichneten einen Gedanken in Anregung, der gewiß auch schon in Vielen lebte. — Nach der Völkerschlacht bei Leipzig brannten auf den deutschen Bergen Feuer, da das Joch der Fremdherrschaft abgeschüttelt war - ein noch größerer Tag naht heran: Die Deutschen feiern die beginnende Einigung ihres Vaterlandes, die erste Bedingung zu dauerhafter, innerer Freiheit. — Auf unserm Kaiserstuhl wird am Vorabend des 18. Mai's m ’ Ä auf Een Höhen, so weit die deutsche Zunge klingt, von der Nordsee bis zum adriatischen aufsteigenden Feuersäulen sollen zeigen, daß das deutsche Volk die mächtige Be- L ^?^ fc sollen seine Begeisterung für denselben darthun; die Flammensäulen sollen

Heidelberg, 12. Mai 1848.

(M< SW«.»™ «.kr« 3.itu«g.n »«kn ^L^^Ä^ . ?«'> Mitt»mâ.

sucht, diese Aufforderung sobald als möglich abzudrucki.il.)

Bei Unterzeichnetem ist erschienen: (232)

Köchin und Küche.

Umfassendes Kochbuch der neuesten Zeit. Gründliche Anweisung in 700 geprüften Kochrecepten, wie man alle Arten von Suppen, Saupen, Gemüsen, Fleisch-, Fisch, und Mehlspeisen, süßen Gerichten, Pasteten, Backwerk und Puddings re. auf die wohlfeilste Art zubereiten kann. Nebst einer Anweisung, größere und kleinere Tafeln mit Geschmack zu verzieren, sowie die Gerichte zu ordnen, durch Zeichnungen erläutert.

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Druck und Verlag von Melhelm Friedrich am Friedrichsplatz. — Redacteur: Karl Braun. — Verantwortlicher Herausgeber: Wilhelm Friedrich.