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nachrückenden Bataillone begrüßten, der Eoelsmn der preußischen Aerzte, die im heftigsten Feuer dänische Verwundete aus dem Gefechte trugen und ohne .Unterschied von Freund und Feind eine gleiche Zahl von Preußen und von Dänen in den Lazarethen pflegen, — das alles versöhnt einigermaßen mit dem gräulichen Bilde des Krieges. — Die Schlacht war blutig, doch haben wir nach Verhältniß sehr viel mehr Verwundete als Todte. Von Kaiser Franz sind drei, von Alexander ein Offizier blessirt nach Rendsburg gebracht; der Verlust des 20. Regiments wurde mir zu 100 Mann angegeben. Der Verlust der Dänen muß indeß viel bedeutender fein, übcra.l lagen ihre Todten. An Gefangenen sind hier bis jetzt 61 eingebracht, andere werden noch zurück sein. — Man spricht von 800 Gefangenen, von einer nicht geringen Anzahl, die in die Schlei getrieben und ertrunken, von vielen gebliebenen, verwundeten oder gefangenen Offizieren, da diese zum Theil von ihren Leuten verdrängt worden. — In Gottorf, welches von den Dänen erst am Abend geräumt, sollen die Kanonen zurückgeblieben sein, aber vernagelt.
Ausgezeichnet soll sich namentlich auch der Generalmajor von Bonin Haven, den man den Operanons- plan zuschreibt.
An demselben Tage (den 23. April) operrrte auch Unser rechter Flügel (lauter schleswig-Holsteinische Truppen), bestehend aus 900 Mann Linie und 1100 Mann Freischaaren, unter Prinz Friedrich. Sie brachen auf aus der Gegend von Wittensee, und zogen an Eckernförde vorüber, ohne beunruhigt zu werden. Dieses verdankten sie den dortigen Bauern, welche, angestiftet besonders von einem Viehhändler aus Husby, den in Osterby organisirenden Dänen der Eckernförder Besatzung sorgfältig den Durchzug der Truppen verheimlichten und versicherten, daß die Preußen jedenfalls das Osterfest in Rendsburg feiern würden. So zogen die Unsrigen ungehindert über Osterby und Kosel (wo die zum Centrum abberufenen Bracklower sie verließen) auf die Schlei zu. Sie versuchten den Uebergang auf zwei Punkten, bei Missunde, wo das Zastrow'sche Corps Reguläre mit 4 Kanonen überging, und weiter rechts bei Stubbe, wo die Freischaaren die Schlei überschritten. Diese scheinen wenig Widerstand gefunden zu haben: sie traten durch die Fürsorge der wackern Schiffer aus Tappeln und Arnis bei Stubbe eine solche Anzahl von Sole an, daß um 5 U. M. 70, um 11 U. M. (den :3. Ap.il) 700 Mann auf einmal übersetzten. Dem Zastrorvschen Corps standen feindliche Truppen mit 2 Kanonen entgegen; diese wurden aber, die eine durch den ersten Schuß, die andere später demontirt, und gegen 12 Uhr hinderten nur noch die hinter den Schanzen feuernden dänischen Plänkerer den Uebergang, den später der Major v. Zastrow (vielleicht mit Hülfe der bei Stubbe übergegangenen und die Schlei hinauf- rückenden Freischaaren) forrirt haben wird.' Die Zerstörung der Fähre scheint den Dänen nicht gelungen
zu sein. Durch die Formung der Schleilinie ist die linke Flanke der Dänen bedroht, in welcher sie überdies die immer schlagfertigen anglcr Bauern haben werden. Gegen die rechte Flanke steht die Brigade des Generals v. Bonin in der Rückzugslinie; außerdem sah ich hinter Kropp, etwa auf dem halben Wege zwischen Rendsburg und Schleswig, einen starken Zug fast in grader Linie westwärts ziehen, besonders Cavallerie (preußische Kürassire und schleswig-Holsteinische Dragoner), , der vermuthlich den Dänen sehr zur ungelegenen Zeit in der rechten Flanke erscheinen wird. Ob es gelingen wird, dem Feinde den Rückzug nach Flensbung abzu- schneiden und ihn in Angeln zu erdrücken, werden wir Valo erfahren.
Zuverlässige Briefe aus Schleswig melden uns, daß heute Morgen früh unsere Avantgarde schon eine Stunde hinter Schleswig stand.
Ne«tdsburg, 25. April. Unmittelbar vor Beginn der Feindseligkeiten ist den Truppen der nachstehende Tagesbefehl vorgelesen: „Soldaten! die Rechte Deutschlands sind von den Dänen verletzt und Ihr seid bestimmt, dieselben aufrecht zu erhalten. Vom deutschen Bunde zu Eurem Overgeneral ernannt, betrachte ich cö als ein hohes Glück und als eine besondere Ehre, berufen zu sein, Euch zu diesem Zwecke in den Kampf führen zu können. Eure bewährten Führer und Eure Tapferkeit sind mir Bürge für den Erfolg. „Vorwärts für Deutschland!" sei fortan unser gemeinsames Losungswort und mit Gott im Herzen wird der Sieg dann unser sein. Es lebe unser gemeinsames Vaterland, es lebe Deutschland, Hoch! — und nun vorwärts!"
Rendsburg, den 22. April 1848.
Der König!, preußische General der Cavallerie.
(gez.) v. Wrangel.
Dänemark.
Kopenhagen, 22. April. Einige 30 größere und kleinere preußsiche Schiffe sind im Sund genommen und aufgebracht worden. Das Embargo war aus andere deutsche Schiffe bisher nicht ausgedehnt.— Aus Helsin- görö Avis ersieht man, daß in der Nacht vom Mittwoch auf den Donnerstag, theils auf der Rhede, theils in der Hornbeckobucht von dem KnegSschooner Delphin neun preußische Schiffe angehalten wurden, von denen mehrere von Stückgütern von England, Bordeaux und Westindien beladen waren. Eine bemerkenSwerthe Benachrichtigung befindet sich in demselben Blatte hinsichtlich schwedischer und norwegischer Schiffe; sie lautet also: „Von dem schwedisch-norwegischen Consulat in Helsingör sind die dasigen SchiffsclarirungShäuser aufgefordert worden, den norwegischen und schwedischen Schiffen adzu- rathess, unter den gegenwärtigen Umständen in irgend einem holsteinischen Hafen anzulaufen."
Wir haben allen Gründ anzunehmen, sagt die Berlin g' sche Zeitung, daß durch den Handelsminister
eine Anfrage an die hiesigen Großhändler - Gesellschaft ergangen, in wie fern eS unter den jetzigen Umständen wünschenöwerth sein möchte, daß Hamburg und Lübeck neutral blieben; der Marineminister dagegen hat wegen Blockade der Elbe keine solche Anfrage gestellt. (Letzteres hatte nämlich das Faedreland behauptet, mit dem Bemerke», diese Blockade würde freilich dem dänischen Handel schaden, aber noch weit mehr dem deutschen, wobei eS Mittel an die Hand giebt, Deutschlands Ausfuhr und Industrie zu sperren. Diesem Blatte scheint jedeâ Mittel recht zu sein, um die beklagenswerthe Erbitterung zwischen beiden Nationen auf die Spitze zu treiben.)
Durch das zurückkehrende Vertrauen zu den Behörden, aü deren Spitze ein volksthümlicher Mann getreten ist, haben sich die Arbeiten des hiesigen Sicher- heits-ComiteS vermindert, so daß eine permanente Sitzung desselben um so weniger mehr nöthig erscheint, als die hiesige Bürgergarde, nach den gemachten Erfahrungen, zur Aufrechthaltung der Ruhe und Ordnung vollkommen hinreicht.
Wir werden daher nur vorläufig Mittwochs und Samstags um 11 Uhr allgemeine Sitzungen halten — und haben außerdem Vorsorge getroffen, daß etwaige eilende, laufende Geschäfte sofort erledigt werden.
Wiesbaden, den 27. April 1348.
Das Siche rheits-Comite.
Briefkasten.
Vom Westerwald, den 24. April. Sie irren entschieden, wenn Sie bei dem Verfasser in Nr. 35 d. Vl. eine reactionäre Tendenz voraussetzen. Ihnen selbst ist derselbe als ein entschiedener Anhänger einer freien Verfassung der evangelischen Kirche persönlich bekannt. Auf Verlangen werden wir Ihnen gerne dessen Namen nennen, wonach Sie Sich überzeugen werden, daß Ihre Voraussetzungen unrichtig find. Seine Beanstandungen waren nicht gegen die Sache, sondern blos gegen die Form gerichtet. Unter diesen Umständen werden Sie die Nichtaufnahme entschuldigen. Anderweitige Zusendungen find stets willkommen.
Herrn E. P. in K---n 27. April. Die geehrte Zusendung kann kerne Aufnahme finden, weil wir ein „mandat imperativ“ dem gewählten Abgeordneten gegenüber für unzulässig halten und auch sonst mit dem Inhalt und der Abfassung des Aufrufs nicht völlig einverstanden sind.
Börsenberichte.
Frankfurt, 27. April. Das Zutrauen und der öffentliche Credit für Staatspapiere zeigt sich wieder in vermehrtem Grad und kehrt immer mehr zurück, eben so herrschte an heutiger Börse wieder viele Kauflust, wodurch sich abermals die Course der Fonds so wie theilweise der Eisenbahnen hoben. 5pCt. Metall. zu 547, gefragt, 27-pCt. ditto von 277, bis zu 28pCt. bezahlt- 4'/-pCt. Württemberger 84pCt. Geld. Von spanischen Papieren 5 pCt. Ard. 8'/. pCt. Geld und 3 pCt. inländische Schuld lebhaft begehrt, 157, PCt. Geld. Von Eisenbahnen Friedr.-Wilh.-Norvbahn 29% PCt. Geld. Berbach 45'/, PCt. und Taunus 242 fl. Hessische 40 Rthlr. und badische 35 fl. Loose minder beliebt und zu niedrigeren Preisen wie gestern offerirt.
Täglicher Anzeiger für Ankündigungen aller Art.
Mit dem 1. Mai tritt in Mainz, durch eine Actien-Gesellschaft gegründet, eine neue Zeitung in'S Leben, welche den Titel:
Rheinische Zeitung
führt und die Jutereffen der constitutionellen Monarchie vertritt. Weit entfernt der Reaction, käme sie woher sie wolle, zur Stütze zu dienen, wird unsere Zeitung die Freiheiten, welche das deutsche Volk errungen, sowie deren weitere Ausbildung, auf das äußerste vertheidigen, und sich die Erzielung der Einheit und Kraft des Gesummt -Vaterlandes zur höchsten Aufgabe machen, dagegen den Bestrebungen jeder anarchischen Partei mit aller Entschiedenheit entgegen treten.
Daö Blatt erscheint täglich, und kostet in Mainz und im ganzen Umfange des Großherzogthums Hessen jährlich st 7, zu welchem Preise auswärts der Portoaufschlag kommt; Insertionen werden mit 4 Kr. pr. Zeile vergütet.
Man abounr'rt bei allen Posterpeditionen. (134)
Mainz, im April 1848. Expedition der Rheinischen Zeitung.
Unter der Presse befindet sich und wird heute Abend von mir ausgegeben:
Der Urwähler-Ausschuß des zweiten Stadtviertels bringt hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß in diesem Viertel die Herren:
Philipp Lugenbühl, I. C. Franken, Reinhard Wolff, Adolph Dambmaun, Louiö Marburg, I. C. Willms
zu Wahlmänner gewählt worden sind.
(137)
(138) Ein Mädchen vom Lande, welches bereits drei Jahre als Köchin gedient hat, sucht eine Stelle alö Köchin oder eine solche für alle häuslichen Arbeiten. Sie kann sogleich eintreten,
Die Expedition gibt nähere Auskunft.
(139) In der Rheinstraße sind 4 bis 5 Zimmer mit oder ohne Möbel zu vermiethen, und können bis zum 1. Mai bezogen werden. Die Expedition sagt bei wem?
(140) Mehrere Gymnasiasten können Kost und Logis haben bei H. Wenz, Conditor.
des deutschen Reichs-Grundgesetzes.
Der hohe», deutschen Bundesversammlung als Gutachten der 17 Männer des öffentlichen Vertrauens überreicht
am 26. April 1848.
Frankfurt a. M., 28. April 1848.
Benj, Krebs.
Exemplare des obigen wichtigen Werkes werden wohl noch heute bei mir eintreffen; Anbestellungen darauf werden nach der Reihenfolge des Eingangs von mir erpedirt.
. Wiesbaden, 29. April 1848. Wilhelm Friedrich,
Buchhändler am Friedrichsplatz.
mir $ erschienen und wird soeben versandt:
Gedicht
(136)
von
Auguste S m b d t.
Inhalt: Vorwort. — Des Mädchens ^Sechen. Geh. 30 kr.
— Der Besuch. — Die ^^urtüfest. — Ein Jahr nach der Hochzeit.
linge. — Walle Gott! — Lest^^n^"' — Die Sparbüchse. — Leidenssegen. — Die Flücht» Wiesbaden, 29. April 1848. * ^Wtaum. — Am Sarge. — Die Großmutter.
......... ■ . ' - Wilhelm Friedrich am Friedrichsplatz.
— Die Bruthenne.
Juhnperlen.
Sicheres Mittel, den Kindern das Zahnen außerordentlich zu erleichtern, erfunden von Dr. Ramtzvis, Arzt und (141) Geburtshelfer zu Paris.
Preis pro Etui mit Gebrauchsanweisung fl.1.45 kr.
Ueber die vortreffliche Wirkung dieser Zahnperlen sind bereits vielfache Zeugnisse eingegangen, die, gerichtlich bestätigt, auf Verlangen zur Ansicht bereit stehen.
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Eactrait de Oircassie
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Zu bekommen in der Expedition dieses Blattes.
Druck und Verlag von Milhelm Friedrich ---------—T -----:---------------------------
ürndnchsplatz. — Redacteur: Karl Braun. — Verantwortlicher Herausgeber: Wilhelm Friedrich.
