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phcles! — Die Kammer hat auf den Antrag Soi­rons eine Proklamation an den See-Kreis erlassen. Ein Verhaftsbefehl gegen Hecker und Struve war un- nöthig, da gegen Beide solche Handlungen vorliegen, welche eine Gcfangennehmung jederzeit rechtfertigen und gesetzlich gebieten.

Mannheim, 1!)» April. Nach der heutigen „Mannheimer Abendzeitung" steht Hecker mit 3500(?) Mann in Lenzkirch; eine starke Nachhut befehligt Lientenant Sichel. Struve commandirt 2000(?) Mann. Zwei Schwadronen württembergische Uhlanen mußten sich vor den Freischaaren zurückziehen (?!?). (Daß die Mannheimer Abendzeitung wahrscheinlich ein 0 oder zwei zuviel anhängte, muß man ihn zu gut halten. Anm. d. Ned. d. N.

Karlsruhe, 18. April. Auszug aus dem Pro­tokoll der 63. öffentlichen Sitzung der badischen zwei­ten Kammer am 17. April 1848. „Die Kammer be­schließt auf den Grund des Vortrags des Präsidenten des Ministeriums des Innern über die neuesten auf- rührischen Bewegungen im Seekreise einstimmig zu Protokoll zu erklären, und ihren Beschluß ungesäumt durch die Presse zu veröffentlichen. Mit tiefem Schmerz hat die Kammer vernommen, daß eine irregeführte An­zahl unserer Mitbürger im Seekreise und in einem Theile des Oberrheinkreises die von ihnen erstrebte Freiheit aus dem Wege des Aufruhrs zu gewinnen sucht. Sie hält sich für verpflichtet, alle badischen Bürger von der Theilnahme an diesem verbrecherischen Unternehmen abzumahnen und sie aufzufordern, demsel­ben, so viel sie vermögen Widerstand zu leisten. Sie müssen bei einiger Ueberlegung es einsehen, daß durch jenes Unternehnen alle Errungenschaften der gegen­wärtigen großen Bewegung in unserm Vaterlande wie­der auf das Spiel gesetzt, der Reaction die Thore ge- geöffnet und dem Auslande gegenüber unser gestimmtes deutsches Vaterland, geschwächt und in sich selbst zer­rissen, preisgegeben wird. Jeder wirkliche Vaterlands- freunD hat jetzt die große Pflicht, den Beschlüssen der in wenigen Wochen zusammenkommenden deutschen Na­tionalversammlung sich zu unterwerfen und seine eigene Wünsche und Ansichten zum Opfer zu bringen, um nicht durch innere Zwietracht das Vaterland in namen­loses Unglück zu stürzen. Diejenigen unserer Mitbür­ger aber, welche in trauriger Verblendung die Fahne des Aufruhrs aufgepflanzt haben, mögen erkennen, welche tiefe Wunde sie ihrem Vaterlande zu schlagen im Begriff stehen und von ihrem Vorhaben ablassen. Der ganze Ernst des Gesetzes wird Diejenigen treffen, welche mit frevelhafter Hand gewaltsam ihre Pläne in das Leben führen wollen. Die Regierung wird in der kräftigen Handhabung der Gesetze eine unwidersteh­liche Macht bewähren, weil sie, wie wir ausdrücklich

stützt wird und auf die Zustimmung und Mitwirkung aller wohlgesinnten Bürger rechnen darf.

Für die Richtigkeit des Auszuges:

Der Präsident der zweiten Kammer. Mittermaier.

Der erste Secretär: Blankenhorn-Krafft."

Vom Vsdensee, 13. April. „Kein Bürgerkrieg!" Dieß war der Ruf, in welchem sich gestern fast die ge- sammte Bürgerschaft vereinigte. Dreimal ergriff Hecker das Wort und dreimal scheiterte er an dem entschei­denden Volkswillen. Heute Morgen hat er nur an der Spitze von etwa 40 Mann, welche mit Musketen bewaffnet sind, in Begleitung von Willich, Doll und Siegel unter Tvommelschlag den Marsch gegen Karls­ruhe angetreten. Von Reichenau und Waldshut her wird weiterer Zuzug erwartet. Nach Stockach ist auf heute Mittag eine große Volksversammlung berufen, wo alles bewaffnet erscheinen und dann die Lawine sich weiter wälzen soll. (Karlsr. Z.)

München, 16. April. Ich bin in den Stand ge­setzt, Ihnen die erfreuliche Mittheilung zu machen, daß unser König den verschiedenen Ministerium die im Jahre

verschiedenen Berichten, die darüber vor unS liegen, 20= bis 24,000 Mann gegenüber. Wie stark die Artillerie ist, weiß man gar nicht; die Dänen besitzen jedoch 24 Batterieen, jede zu 4 Geschützen, also 96 Geschütze. Zu dieser Landmacht nun, welche sich übrigens täglich ver­mehrt, da aus Jütland und den Inseln die Reserven herangezogen werden, kommt die Flotte, bis jetzt etwa 10. Fregatten, Corvctten, Briggs, Schooner und Dampf­boote, nebst einer Anzahl Kanonenboote, welche die Kü­sten beunruhigen, die' Häfen bedrohen und dadurch die Bundes-Armee zwingen, ihre Macht mehrfach zu theilen. Die Dänen sind demnach den deutschen Truppen nicht nur gleich, sondern sogar überlegen, und die Flotte gibt ihnen Vortheile , denen wir nichts entgegensetzen können.

1825 festgesetzten, seit dem letzten Decenium aber viel­fach verrückten größeren Competenzen wieder eingeräumt hat. Es ist diese dienstförderliche und der Landeswohl­fahrt gewiß sehr zuträgliche Maßregel wohl als un­mittelbare Folge von der thatsächlichen Aufnahme der Ministerverantwortlichkeit in die Zahl unserer neuen Staatsgrundsätze zu betrachten und verdient vom ganzen Lande mit Dank ausgenommen zu werden. Vom Staats- ministerium für die auswärtigen Angelegenheiten ist der baierischen Gesandtschaft in Wien vor einigen Tagen der Auftrag geworden, bei der österreichischen Regierung mit allen zuständigen Mitteln dahin zu wirken, daß die Volksvertretung am deutschen Bunde dortselbst nach einem freien und nicht bloß alt-landständischen Wahlmodus zu Stande komme. — Heute Morgens las man hier an allen Straßenecken einen mit „Mehrere Bürger Mün­chens" unterzeichneten Aufruf an die Bewohner von München und an alle Baiern. Derselbe warnt in ein­dringlichen Worten vor jenen Umtrieben, welche auch hier allenthalben den schwankenden Zustand für repu­blikanische Zwecke auszubeuten suchen, weist dabei auf das Beispiel von republikanischer Glückseligkeit hin, das wie bei seiner ersten Revolution so auch jetzt wieder das benachbarte Frankreich uns vor die Augen stellt, und dringt anf festes, inniges Zusammenwirken für die wahre Freiheit, wie sie allein in der constitulionellen Monar­chie, wie solche in diesen Tagen allgemein verstanden wird, zu finden ist.

Svrltll, 16. April. Die Verstärkungen, von Schleö- wig-Holstein werden Morgen früh schon auf den Statio­nen der Hamburger Eisenbahn eintreffen, um sich sofort nach Nendburg zu begeben; von hier geht gleichzeitig mit dem Garde-Schützen-Bataillon auch eine Abtheilung des hier gebildeten und von einem Comitö ausgerüsteten Frcicorpö, etwa 150 Mann , welche meist Studenten, Handwerker rc. in sich schließen und gut bewaffnet sind, ab. Daß Dänemark nicht ohne alle Chancen in Rück­sicht auf die numerische Streitkraft ist, mag folgende Uebersicht der beiderseitigen Streitkräfte zeigen, die au authentischen Mittheilungen beruht. Preußen hat bis jetzt abgesandt: 10 Bataillione Infanterie (die Garde- Regimenter Kaiser Franz und Alexander, das 20. In­fanterie-Regiment und 1 Bataillon des 31. Jnf.-Rgto.); an Cavallerie: das 2. Cürassier-Reg. und 2 Schwadro­nen des 3. Husaren- Rgtö.; an Artillerie: 18 bespannte Geschütze der Garde und der 3. Artillerie--Brigade. Zu­sammen etwa 9000 Mann. Zu diesen kommen die ge­stern von unö aufgezählten Abtheilungen, zusammen 4000 Mann, so daß die ganze preuß. Streitmacht in Schles­wig 14 Bataillone, 8 EöcadronS und 22 Geschütze, zusammen 13,000 Mann betragt. Braunschweig sendet 1 Bataillon und 6 Geschütze (1 Bataillon rückt nach); Hannover: 4 Bataillone, 6 EöcadronS, 16 Geschütze (12 Geschütze rücken nach); Oldenburg: 2 Bataillone; Mecklenburg: 4 EöcadronS. Hierzu kommt die schles­wig-holsteinische Armee (7 Bataillone, 2 Jäger-Ab­theilungen, 2 Dragoner-Regimenter und 4 Batterieen, jede zu 4 Geschützen), mit den FreicorpS ungefähr 8000 Mann, so daß die ganze deutsche Armee in Schles­wig nicht höher als auf 26,000 Mann und 60 Geschütze angenommen werden kann. Vergleicht man damit die dänische Streitmacht, so stehen den Deutschen, nach

Aus der Provinz Preußen, s. April. Die polnischen JnsurrektionSversuche sind in Westpreußen gänzlich gescheitert. Sowohl die Stimmung der polnischen Bauern, die durch Separation des Bodens zu freien Leuten geworden sind und daher keine Lust haben, ihren Edelleuten zurZurückführung früherer Zustande behülflich zu sein, als auch das energische Auftreten der deutschen Bevölkerung hat die beabsichtigte Einverleibung dieser Provinz in daS künftige Polenreich vereitelt. Eine An­zahl vornehmer Polen, die in Volksversammlungen Auf­ruhr predigten, Truppenwerbungen unternahmen, polnische Verwaltung einzuführen suchten, sind in dem letzten Tagen durch einen Delegirten der Regierung zu Marienwerder festgenommen und den Criminalgerichten überliefert worden.

(D. A. Z.)

Ulieu, 9. April. Die czechisch departistischen Ideen, die in Prag grassiren, und die Böhmen vom deutschen Bunde trennen wollen, haben in Mähren keinen An­klang ^gefunden, und die Vereinigung dieses Landes und «Schlesiens mit den Czechen, die man Hervorrufen wollte, ist von den Mähren abgewiesen worden, Mäh­ren hat sich erklärt, sowohl mit Oesterreich als mit dem deutschen Bunde vereint zu bleiben. Tyrol geht auch jetzt wieder mit dem alten glorreichen Patriotis­mus der ganzen Monarchie als Muster voran.

(Allgem. Ztg.)

wUU, 13. April. Die Engländer, und nament­lich Lord Palmerston, haben keinen geringen Antheil an den Aufständen und Schlächtereien, die jetzt in Italien stattfinden. Es scheint indeß, daß auch von dieser^ Seite die Lage der Dinge nicht mehr mit ruhi­ger Schadenfreude betrachtet werde und man die Ge­fahr einzusehen beginnt, die der ganzen Welt droht, und die England selbst nicht unberührt lassen dürfte. Die Engländer haben daher zu Neapel mächtig die Stimme erhoben, als man von dort einen Theil der Armee zur Hülfe für die Lombardei in Bewegung setzte, und haben gegen diesen Angriff Protest eingelegt. Es scheint auch wohl englicher Einfluß thätig gewesen zu sein bei einer von Piemont abgegeben Erklärung, es werde sich zur See jeder Feindseligkeiten enthalten und den Krieg nur zu Land führen. Beide Nachrich­ten^ gibt der amtliche Theil der Wiener Zeitung. ■— Von Venedig wird durch keine direkten Nachrichten die Sage von einer dort stattgehabten Reaction, mit der sich die hiesigen Blätter trugen, bestätigt. — Feld­marschall Radetzky steht fortwährend am Mincio, und die italienische Uebermacht hat noch immer keinen ernst­lichen Angriff auf die nach Mailänder Berichten schon zehnmal aufgeriebenen Ueberreste der österreichischen Armee gewagt. Wir wiederholen: der Hunger kann den Feldmarschall nöthigen sich zurückzuziehen, aber die Spoda ck'ltuliu dürfte bei dieser Bemühung wenig Lor- peeren ernten. llebrrgenS ist es erfreulich für die deutsche Einheit, zu entnehmen, mit welchem sichtbaren Vergnü­gen deutsche Correspondenten in und über Italien in die Lügen und Uebertreibungen der Welschen einstimmen, um die deutschen Landsleute herunter zu setzen! Die Zusammenrufung der Reichsstände soll in kurzer Zeit tattfinden, und jedenfalls viel früher als im Patent bestimmt war. Man macht Chorus die Regierung der Unthäligkeit zK beschuldigen, denkt aber nicht daß sie einen Krieg auf dem Halse hat, und nebstbei die Kleinigkeit eine aus den Angeln gehobene Monarchie von Grund neu zu gestalten! So was machen indeß unsere Politiker in vierundzwanzig Stunden — auf vierundzwanzig Stunden! — Constitutionen liegen dutzendweis vor, man braucht ja nur eine abzuschreiben. Freilich sieht man, daß die Uebereilung mit der man Entschlüsse faßt und Versprechungen ertheilt, überall wie zu Paris nur die Auflösung aller Elemente beför­dert, aber was liegt daran! Ebensowenig denken die Deutschen, die in 6 Stunden mit der Eisenbahn in Frankfurt sein können und für deren Wahlen schon ängst ein Modus vorhanden ist, daß man an die österreichischen Gränzen und von diesen nach Frankfurt

Stellung gegen daS Ausland Achtung gebietend, und ihr Dasein auf einem nicht heimatlichen Boden weniger un­angenehm zu machen. Davon hat die Pforte Nichts ge­than. Seitdem die Sultane nicht mehr im Feldlager, sondern unter den Weibern und Verschnittenen im Se­rail auswachsen, haben Despotismus und fanatische Ver­kehrtheit die herrlichen Länder, welche die früheren staats­klugen und kriegerischen Herrscher zu einem Reiche ver­einigt hatten, entvölkert und verwüstet, Unordnung. Zü­gellosigkeit und Aufruhr, vom Hofe ausgehend, sich über die Provinzen ausgebreitet, die Bedrückungen der Statt­halter haben die Rajah'S, welche den größten Theil der Bevölkerung auömachen, entrüstet, der Stolz der Regie­rung und ihre Ueberschätzung der eignen Kräfte mehrere ihrer Nachbarn zu Feinden, ihre Freunde aber lau und unzuverlässig gemacht. So steht daS Reich, im Innern zerrüttet und schwach nach Außen, nur noch als eine weite Ruine da, welche die mächtigen Nachbarn schon lange hätten zerstören können, wenn die nicht unbegrün­dete Furcht, daß daS gänzliche Zerfallen des morschen Gebäudes einen allgemeinen, weltverwüstenden Krieg zur Erhaltung oder Wiederherstellung des Gleichgewichts her­beiführen würde, sowie die hierauf berechnete politische Tenacität der schwachen Regierung dasselbe bis jetzt nicht kümmerlich auf den Beinen gehalten hätte. (Forts, s.)

Der Fischer.

Aar dem Manschen der van KerckHofen.

Hell scheint die Sonne, die Luft ist lau, Die See ist ruhig und glatt,

Die Fischerkähne treiben fort Auf salz'gem Wogenpfad.

Längst eh' die Sonn' im Ost erglomm,

War Jakob schon am Strand, Sang sich ein fröhlich Morgen! ied, Dann stieß er ab vom Land.

Sein braves Weib, die blieb daheim

Des Hauses Hüterin,

Doch seewärts sah sie lange nach, Wo Jakob fuhr dahin.

Nun ging sie an die Arbeit frisch, An's Werk mit frohem Sinn, Und sang von treuer Lieb' ein Lied So stille vor sich hin.

Und jeweils streichelte sie lieb

Das blonde, kleine Ding, Das sich, mit Fragen hin und her, An ihre Kleider hing.

Und jeweils küßte sie entzückt

Das Kind an ihrer Brust, Das lächelnd süße Nahrung sog In stiller Engelslust.

Und jeweils sprach sie mütterlich

Dem wackern Buben zu — Er schaute nach der See hinaus. Er ließ ihr keine Ruh!

„Wann zieh ich mit dem Vater lieb Zum Fischfang erst hinaus,

Und kehre reich beladen (wm Mit Beute für das Hans?"

Da wurde feucht der Mutter Aug', Sie sah dèn Knaben an: „Bist schon des Vaters Ebenbild — Dereinst ein rechter Mann!"

So schwand der Tag. Die Sonne sank. — Da über den Ocean

Fuhr jählings hin ein scharfer Wind, Verkündend Sturmes Nah'n.

Der Donner rollte dumpf und schwer, Boni Blitz ward hell die Nacht,

Die Bäume krachten rings umher: Wie groß ist Gottes Macht!

Und Jakob ist noch nicht zurück —

Sein Weib eilt nach dem Strand, Dort steht sie weinend: „Großer Gottl Führ' gnädig ihn ans Land!"

Sie steht wohl Stunden, Stunden lang, Bekämpft den tiefen Schmerz , Und Hoffnung, Furcht und Angst und Schreck Durchwogen ihr das Herz.

Da kommen Kähne an den Strand.

Doch wo ist Jakob heut?

Wo bleibt ihr Jakob lieb? — O Gott! Ward er der See zur Beut'?

Doch nein! Sie sieht ihn! In dem Kahn

Des Nachbars kommt er her;

Da liegt er bleich und kalt und steif — Sein Herz — es schlägt nicht mehr!

»lock.