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Mailänder Bulletin vom 3. April Morgens: die österreichischen Garnisonen von Padua und Vicenza concenriren sich in dem 40,000 Mann starken Heer, welches bei Lonato eine Schlacht liefern zu wollen scheint. (Lonato, Peschiera, Verona bilden alle den Schlüssel des Gardasees von der Lombardei aus, der Gardasee selbst wiederum den Schlüssel zu Südtyrol: daher die Wichtigkeit der dortigen Stellung). Das piemontesische Hauptquartier hat heute in Cremona übernachtet. Die Brigade Trotti traf gestern in Pon tevico ein; die Hauptmasse der piemontesischcn Trup­pen unter Karl Albert richtete sich nach Pizzighettone, Soresima und Cremona. Bei Gavando soll die Vor­hut der freiwilligen Lombarden mit den Oesterreichern handgemein geworden seyn. Vom 3. April Abends: die Piemontesen sollen eine österreichische Wache bei der Brücke S. Nuroco (bei Brescia) über den Chiese vertrieben haben. Karl Albert war am 2 April Abends in Cremona. Am 3. April rückte, ein starkes Corps Piemontesen nach Castenedolo zum Angriff gegen die dort liegenden Oesterrcichcr. Momara und Arcioni standen bei Gavardv. Sechshundert Brescianer waren in die Thäler Tyrols eingedrungen.

Schweiz.

Senf, 8. April. In Chambery ist die monarchische Ordnung seit der am 3. erlittenen Niederlage der Arbeiter nicht mehr gestört worden.

Äonstanz, 10. April. Soeben, Mittags 11 Uhr, geht die Nachricht ein, daß Struve in Kon­stanz anqekommcn sei. Hecker wird bis heute Abend erwartet. (Seebl.)

Neueste Nachrichten.

Altona, 10. April. In aller Eile melde ich Ihnen, daß gesteru Abend, nach einem lebhaften Ge­fechte, wobei auch die dänischen Schiffe mitgewirkt ha­ben, Flensburg in die Hände der Dänen ge­fallen ist. Einzelne Daten fehlen noch. Eine deut­sche Freischaar, unter Commando des Hauptmanns Michelsen, ist abgeschnitten und nach Westen gedrängt worden. Wenn ihr nicht schleunige und ansehnliche Hülfe zukommt, so ist sie verloren. (Morgen mehr.)

ein in Flottbek belegenes Landhaus zur beliebigen Be­nutzung zur Disposition gestellt.

Italien. _

Die römische Zeitung vom 3i. Marz enthalt eine Ansprache Pius IX. an die .talmuschen Völker. Der Papst macht aufmerksam auf die Stimme Gottes, die in den Begebenheiten der letzten Sonate fich zeige. Hier sei mehr als" MenscheNwerk. Freudig sei dem, welchem die Stimme gegeben ist um die stumme Bered­samkeit der Werke Gottes auszulegen , das Herz be­wegt über manche religiöse und edle Eriche,mmg in Italien der Neuzeit, aber zugleich suhle er Schmerz über die Beleidigungen (offese) die an anderen Orten der Halbinsel den Dienern der Religion widerfahren seien, und die Kraft des päpstlichen Segens fchwächen müßten. Auch das endlich müsse gesagt werden, daß es schwerer sei den Sieg zu benutzen als ihn erringen. Bedenkt daß alle Dauer und alles Glück seine erste Ursache in der Einigkeit hat, daß Gott allein die Be­wohner ein und desselben Hauses einmüthig macht, daß er diesen Preis bloß den Demüthigen, Milden verleiht, denen welche seine Gesetze in der Freiheit seiner Kirche, in der Ordnung seiner Gesellschaft, in der christlichen Liebe (nella caritâ) gegen alle Menschen achten. Er­innert euch, daß allein die Gerechtigkeit aufbaut, daß die Leidenschaften zerstören, und der welcher den Namen: König der Könige führt, sich auch als Bändiger (do- minatore) der Völker bezeichnet.

Mailand, 4. April— Morgens 11 Uhr. Man sagt, 'daß General Radetzky nach Wien berufen sei, um Rechenschaft darüber zu geben, warum er, mit der Constitution für die Lombarden in der Tasche, dieselbe bis heute noch zurückgehalten und die Sache auf eigne Faust so weit getrieben habe, daß das Land für Oester­reich wahrscheinlich jetzt für immer verloren ist. Das Ober-Cvmmondo soll dem Grafen Walmoden, der gegenwärtig in Mantua ist, bestimmt sein.

Mailand, 5. April — Morgens 11 Uhr. Die letzten authentischen Nachrichten aus Verona lauten dahin, daß Radetzky dort mit einem Stab so wie mit dem ganzen Zug der Familien der österreichischen An­gestellten, die sich beim Auszug aus Mailand unter seinen Schutz begeben hatten, angekommen ist. Alle schildert man als sehr niedergeschlagen. Ueber das wilde Benehmen der Croaten herrscht hier uur eine Stimme der Entrüstung.

Mailänder Kriegsbericht vom 2. April, Abends: „Auf dem Po sind bei Breöcello sechs mit Korn beladene für die Oesterreicher bestimmte Schiffe weggenommen. Bei Suzzara ist ein Schiff mit Geld genommen. Gestern (am 1. April) habÈsich die österreichischen Truppen nach Desenzano und Peshiera zurückgezogen. Die Oe- perreicher in Mantua werden auf 10,000 Mann geschätzt. Die Oesterreicher conceniriren sich aus dem Venezianischen gleichfalls in Verona, weil ihnen von den italienischen Tirolern der Rückzug abgeschniten ist. (Glaubt man in Mailand an dergleichen?) In Brescia ist am 1. April General Boâ mit seinen Truppen eingezogen. In Chig- uolo trafen 500 Mann von Pavia unter dem Grafen Biscarretti ein." Die Mailänder Zeitung berichtet daß in einem Gefecht bei Monte Chiari 500 Oesterreicher geblieben, 300 verwundet seien, während von den Schwei­zern bloß 40 umkamen; daß 600 Tiroler, welche dort umherzogen, ihren Major tödteten und nach Breöcia flüchteten; daß endlich Radetzky mit der provisorischen Regierung von BreScia habe capituliren wollen, von ihr aber zurückgewiesen sei, weil man mit regelmäßigen Truppen, nicht aber mit Mördern capitulire. Da die Mailänder Sieger blieben, so stände eS ihnen gut an, eS mit der Wahrheit etwas genauer zu nehmen, als offenbar bei diesen Angaben der Fall ist. — Nach der Mailänder Ztg. wurde der Herzog von Parma nun doch verjagt.

An Herrn Diepenbrock, ehemaliger Mitredakteur der „Freien Zeitung" dahier.

Ihren Geburtsort kenne ich nicht; nur so viel weiß ich, daß Sie kein Nassauer sind. Sie haben da­her auch kein Recht, sich gegen die Wünsche der Nas­sauer aufzulehnen, noch weniger aber können sie sich insbesondere vermessen, gegen die vom nassauischen Volke an unseren biedern und gesinnungstüchtigen Her­zog gestellten und von Ihm genehmigten Forderungen eine Opposiion zu bilden, an deren Spitze sie sich do- miliciren wollen. Mit der Gewährung der neun Punkte in der Proclamation vom 5. März hat sich unser Herzog die Liebe und die Treue des nassauischen Gesammtvolkes in einem unauslöschlichen Grade, ja, ich behaupte es, für Sein oder Nichtsein gesichert und es wäre ein Wahn, zumal für Ihre Herkunft, sich hochverräthisch dagegen anstemmen zu wollen.

Sie, wie ich, haben Beide nichts zu verlieren; al­lein bei einem Umschwung, wie sie ihn wohl wünschen und aufsuchen, mag ich — Nichts — gewinnen. Mein Herz, wenn ich auch nebenbei mit ihnen ohne alles Vermögen, schlägt laut zu der Devise:

Für Freiheit, Vaterland und Fürst!

Daraufhin lebe und sterbe ich, nicht aber wie Sie, daß ich mich zu allen Farben in der Welt bekenne.

Der Name, den Sie tragen, sicherte Ihnen bisher eines freundliche Aufnahme dahier, eingedenk Ihres Herrn Bruders, des Fürstbischofs zu Breslau. Als Deutscher haben Sie das Recht, bescheiden ein freies Wort mitzureden; aber nimmer haben Sie ein Recht zu uns, den friedliebenden Bürger gegen die Procla- mation vom 5. März aufzustacheln, sich bündig an eine Spitze zu stellen, die die Treue der Nassauer gegen ihren Fürsten untergraben solle, eine Reaktion herauf- zubeschwörcu, welche die Freiheit auf das Spiel setzt und die das Volk weder verlangt, noch, von Ihnen ausgehend, länger dulden wird.

Ihre Phantasie hat eine ganz andere Richtung, ei­nen ganz andern Zweck. Um beides zu erreichen, haben Sie bereits junge Leute aus hiesigen achtbaren Familien in ihren Schlamm hineingezvgen; dadurch deren Laufbahn unterbrochen und sie einer sehr unge­wissen Zukunft bloßgestellt. Diese Verantwortung ruht auf Ihnen. Für Sie gibt es nur noch ein Mittel, diesen Weg zu verlassen. Sie werden mich verstehen, Herr Diepenbrock, um so mehr, wenn ich sage, daß Ihr sogenanntes republikanisches Bestreben ein Gewerbe ist, das nur in der Meerestiefe von 20,000 Fuß Boden fassen kann. Sie werden mich ferner verstehen, wenn ich Ihnen die Undankbarkeit entgegensetze, daß junge Leute Ihres Clubs, ohne die Unterstützung unseres menschen­freundlichen Herzogs ihre Ausbildung nicht haben er­streben können.

Die republikanische Verfassung haben wir ja, grö­ßer und mächtiger als irgendwo auf dem ganzen Erd­kreis, und laut vereinigen sich mit ihr die Herzen deut­scher Fürsten. An diese aber noch Hand anzulegen! gegen eine solche Handlung wird jeder ehrliche Deutsche sich zu vertheidigen wissen.

Wenn Ihnen diese Lebensfrage nicht unbekannt ist, wenn Ihr Bestreben dahier zum Glück der überwiegend großen Einwohnerzahl Ihnen ein nicht günstiges Prog­nostikon stellte, so versuchen Sie Ihr Glück in einem andern Land, aber nur nicht bei den biedern Deut­schen. Diese werden ihre errungene Freiheit und Wohlthaten fest halten und fester begründen ohne Sie.

Wiesbaden, den 12. April 1848.

P. H. J. Zippelills.

Briefkasten.

Herrn + vom Westerwald. Weitere Zusendungen sind willkommen. „Die Zukunft der evangelischen Kirche Deutschlands. Deutsches Parlament, deut­sche Reichssynode. Westerwald, 9. April 1848. — Zu umfangreich für unser zunächst für politische Stoffe bestimmtes Blatt. Den zweiten Artikel werden Sie abgedruckt finden.

Wien, 8. April. 5pCt. Metall. 58. —; 4pCt. Met. 50; 3pCt. Met. 42; ^pCt. Met. 29; Bankactien 815; 500 fl. Loose 98; 250 ff. Loose 67; Nordbahnactien 67; Gloggnitzer 67; Mailänder 45.

Amsterdam, 9. April. (Effectensocietät, 4% Uhr.) Heute beschränkte sich das Geschäft auf nur einige Stücke Integrale, 4pCt. und Ard. Coup., die ungefähr zu den gestrigen Preisen umgesetzt wurden.

Madrid, 3. April. 3pCt. R. 21'/, a %2, nach der Börse 21 'A G., 213/s P. — 5pCt. 13 Paar, nach der Börse 137» G. — Passive 4% P., nach der Börse 45/s G.

London, 8. April. 3pCt. Stocks 80%, V». — 5vCt. Span. 97.. Neue 3pCt. 17. - 4pCt. Port. 127,. - Z'/^Ct. Holländ. 35.

Frankfurt, 10. April. Ocstcrr. 5pCt. Met. 47 P., 45 G. 27-pCt. Met. 227, P., 217, G.; Preuß. 50 Thlr.-Präm.-Sch. - G.; württemb. 37,p®. Obl. 64 P., 62 G.; 4'MCt. Obl. 747, P., 727, G.; bad. 37,pCt. Oblig. 62 P., 60"®., 35 fl. Loose 19 7,$., 18'/. G.; darmst. 37,pCt. Obl. 64 P., 62 G.; Lott.-Anl. 50 fl. 54 P.; Friedr.-Wilh.-Nordb. 29% P. 29 G.; nass. 37-pCt. Obl. 67 P., 64 G.; frankf. 3%, pCt. Oblig. von 1839 85 P., dito V. 1846 75 P., 73 G.; Taun.-Eisenb.-Act. 248 P., 238 G. Disconto 3 7,.

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