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sich müssen fallen. Das deutsche Eisenbahnnetz muß von Einem Punkte aus geleitet und die gegenseitigen Hänseleien und Plackereien der einzelnen Staaten unterdrückt werden. Man kann es nicht Allen recht machen. Das große Gemein­interesse kann auch hier nur allein gelten. Wir müssen eine deutsche Flotte haben. Wollen wir im euro­päischen Völkerverbande endlich die Stellung einnehmen, die uns gebührt, so müssen wir zur See wie zu Lande gerüstet dastehen. Die Brüder in Schleswig und Holstein sind tüch­tige Seeleute. Die Oft' und Nordsee bespült deutsche Küsten. Am niederländischen Strande weht deutsche Luft und deut­scher Geist. Darum wollt nur und bald wird die deutsche Flagge ihr Achtung gebietendes Banner entfalten.

(W. v. Humboldt über Verfassungen.) Wilhelm von Humboldt, „weit entfernt von der weichlichen, egoistischen, mit einem elenden F l i ck w e r k sich begnügenden Poli­tik ----", war von jeher überzeugt gewesen, „daß nur durch freie Institutionen ein Volk gehoben und gestärkt werden könne". Ein Schreiben, das er an einen berühmten Advokaten Westphalens richtete, theilen wir (nach der Elberf. Ztg.) im Auszuge mit. Er sagt darin: daß neue Ver­fassungen, wo sie dauerhaft und beglückend sein sollen, so viel als möglich müssen auf einen historischen Grund gebaut werden, daß man bei ihnen von gut geordneten Gemeindeverfafsungen auszugehen hat, um aus festen und lebendigen Elementen ein organisches Ganzes zusammen­zufügen, und daß der wesentliche Nutzen landständischer Ein­

richtungen in der Erweckung und Erhaltung eines wahrhaft staatsbürgerlichen Sinnes in der Nation gesucht werden muß, in der Gewöhnung der Bür­ger, an dem gemeinen Wesen einen von isolirender Selbst­sucht abziehenden Antheil zu nehmen, zu dem Wohle desselben von einem durch die Verfassung selbst bestimmten Standpunkt ans mitzuwirken und sich auf diesen mit Vermeidung alles vagen und zwecklos aufs Allgemeine gerichteten Strebens zu beschränken. Humboldt stimmte ganz mit dem Freiherrn von Stein, dem herrlichen Titanen Prometheus, zusammen, der bei aller Achtung des Geschichtlichen ebenfalls keine Re­stauration des „Iunkerthums" wollte.

Corrcspondcnzcn und Mittheilungen für unsere Zeitung müssen wir uns unter dem Namen der Verfasser erbitten. Anonym eingehende Aufsätze können keine Aufnahme in unsere Spalten erwarten, wenn sie verstoßen gegen jene streng rechtlichen Grundsätze, gegen die Principien, welche jede gesinnungstüchtige Redaction dermalen unter einer freien Presse leiten müssen. Der redliche Charakter des deutschen Mannes stellt sich seinem Gegner offen entgegen. Ein Gleiches muß die Re­daction erwarten, wo ein Angriff, welcher Art er auch sei, auf Personen oder Behörden geschieht, und solche Artikel müssen mit dem Namen des Verfassers vertreten werden, damit der Angegriffene sich auf derselben Arena gegen seinen Gegner vertheidigen oder rechtfertigen kann.

Wir glauben damit als uncensirtes Blatt den thatsächlichen Beweis liefern zu können, daß zur Herstellung der Würde und Ehrenhaftigkeit der Presse die Censur nie erforderlich gewesen ist. Einer Mißdeutung der oben ausgesprochenen Grundsätze wird die Haltung unseres Blattes von vorne herein verbeugen.

Wiesbaden, 12. März 1848.

Die Redaction der Nassauischen Leitung.

Täglicher Anzeiger für Ankündigungen aller Art.

rs- Die gespaltene Zeile wird mit 3 Kreuzer berechnet und gebeten, die Anzeigen an die Expedition, Friedrichsplatz, von Auswärts franco, zu adressiren. -------i—

Geschäfts-Eröffnung.

(1) Allen meinen seitherigen Geschäftsfreunden, meinen hiesigen Mitbürgern und Freunden, sowie allen Bewohnern unseres Nas­sauischen Vaterlandes mache ich die freundliche Anzeige, daß ich meine seit 14 Jahren in Siegen bestandene Nuchhandlung und Vuchdruckerei von Siegen nach Wiesbaden verlegt habe und in den Nassauischen Unterthanen- und Staatsbürger-Verband zurückgetreten bin.

Mit dem 8. März wurde mein Geschäft: BNHHa«dlN«g, BNH^NNÄerei

nebst

Papier- und Schreibmaterialienhm-lmg

eröffnet, mit dem heutigen Tage aber beginnt unter freier Presse die täglich erscheinende Nassauische Zeitung

nebst einem Beiblatt:

Bürgerblatt für Unterhaltung und Literatur

in meinem Verlage unter meiner verantwortlichen Redaction. — Seit meinem 25jährigen Wirken als Buchhändler, Verleger und Buchdrucker Vielen bekannt, gebe ich die Versicherung, daß ich mit der gewohnten Thätigkeit und Ordnung alle mir zu Theil wer­dende Aufträge, welche in meine verschiedene Geschäftszweige einschlagen, auf das pünktlichste und reellste ausführen werde. Wiesbaden, 12. März 1848. WühetlN Friedrich,

Buchhändler und Buchdrucker am Friedrichsplatz.

(2) In der Wilh. Friedrichschen Buchdruckerei und Papier­handlung am Friedrichsplatz in Wiesbaden sind zu haben und werden auf Verlangen prompt, -billig und in bester Ausstattung geliefert: alle Arten von Drucksachen und Formulare für Behörden, Rechnungen, Nota's, Wechselformulare, Briefe und Frachtbriefe, Adreß- und Visitenkarten, sowie alle Arten von Drucksachen für Geschäftsleute und Privaten. Alle Sorten von Schreib-, Post- und Zeichnenpapieren, sowie alle sonstigen Schreibmaterialien, alö: Schreibfedern, Stahlfedern, Bleistifte, Siegellack, Oblaten, sind in großer Auswahl und bester Qualität vorräthig, sowie auch alle Sorten von Zeichnen-Apparaten, Reißzeugen, Tuschen und Farben.

Für Setzer!

Zwei bis drei tüchtige Setzer können sofort dauernde Be­schäftigung finden in der Wilhelm Feiedeichsschen Buch­druckerei in Wiesbaden. (3)

Ein gewandter Laufbursche von 15—16 Jahren wird gesucht.

Die Expedition sagt wo? (4)

Druck und Verlag von Wilhelm Friedrich. — Verantwortlicher Redacteur : W. Friedrich.

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