unter der Aeußerung: „daß du -es weißt," das war ich!" zu Boden. Beck erhob sich wieder, ging zum Hofthor hinaus und seiner Wohnung zu. Neubecker, von den noch Anwesenden in einem aufgeregten Zustande zurückgehalten, rannte, als er von den Anderen sich überlassen wurde, dem Beck nach, schrie, wo der Hund sei, und warf ihn, als er denselben ereilte, nochmals unter neuen Mißhandlungen zu Boden. Beck, der sich so gut wehrte, als er konnte, kam wieder auf die Beine; Neubecker ließ jedoch auf einmal unter dem Ausrufe: „ich bin in den Leib gesto- chen!" den Beck fahren, sank um, und wurde alsdann von den Herbe leitenden nach Haute und zu Bette gebracht, starb jedoch schon nach 9 Stunden an der erhaltenen Bauchwunde. Durch die Zeugenaussagen geht hervor, daß Beck bei Begehung der That nicht betrunken, allein durch die erlittenen Mißhandlungen in einen Zustand von Wuth und Aufregung versetzt war, woruach sich die Anklage auf Art. 257, pof. 1 des Strafgesetzbuches gründet.
28icsbaderi, 18. Nov. sFr. IrZ Der katholische Pfarrer Koch vvn Osterspai, ist von seiner kirchlichen und Staatsverwaltungsbehörde des Dienstes entlassen worden, wohl der beste Beleg, daß Ihr Corre- spondcnt damals guc unterrichtet war.
= Wiesbaden , 21. November. Gestern ^Nittag brach im Gasthofe „zur Krone" zu Biebrich im Hintergebäude Feuer aus. Hiesiges Militär wurde durch den Telegraphen regnirirt, doch wurde daS Feuer bald gelöscht. — Gestern Abend nach 8 Uhr brannte im Reihelgäßchen an der Webergasse das Dach des Hauses ab, welches der Wittwe Beck gehört.
* Wiesbaden , 20. November. Es ist immerhin beMerkenSwerlh für die übrigen deutschen Staaten, daß selbst die Be-liner Krcuzzeilung jetzt gegen die Eingriffe der Bundesversammlung in die VerfassungSangelegen- heiten auftritt, indem sie äußert: „Es könnte der Bun- deSvèrfammlung eines Tages auch beikommen, die preußische Verfassung von Frankfurt aus zu revi- diren , eine Konsequenz, gegen die wir uns als gute Preußen auf das entschiedenste verwahren."
X Aus dem obern Rheingau, 15 Nov. Wenn man die ungeheure Vergeudung an Menschen und Kapital bedenkt, welche Deutschland alljährig begeht, ohne daß für uns irgend ein Nutzen erzielt wird, wenn man sieht, wie unsre Brüder, Tausende und übermal Tausende unserer Brüder, die Heimath verlassen, um ihr für immer den Rücken zu kehren und auf ewig uns fremd zu werden; wenn man erwägt, wie bisher von Seiten der meisten unserer Regierungen so rein gar nichts geschah, um diesen scheidenden Landsleuten den schwierigen Pfad, den sie oft als letzte Zuflucht gezwungen betreten, auch nur einigermaßen zu ebnen: dann kann der ehrliche Vaterlandsfreunk sich eines Gefühls der Wehmlith und Trauer nicht erwehren. Unter allen Ländern aber handelt keines so stiefmütterlich, wie das deutsche. Der Engländer, der Ire, der Schotte findet doch wenigstens in der neuen Welt Behörden, die fich seiner annehme«, die ihn gegen Unbilden sicher stellen, die ihn, sobald die Noth es erfordert, wenn auch nicht mit That, doch mindestens mit Nath an die Hand gehen, und der Auswanderer, sei er auch noch so arm, fühlt sich doch überall als Glied einer Nation, mit welcher er im Zusammenhänge bleibt. Ebenso findet der Franzose in seinen Kolonien seine Muttersprache und Stammqcnossen, er wird vom Mutterlande auch in der Ferne als ein nützlicher Staatsbürger betrachtet und als solcher behandelt. Der Portugiese selbst und der Spanier hat ein bestimmtes Ziel für seine Auswanderungen in Südamerika, auf den Philippinen, auf Tisor in Goa, oder in Brasilien, wo er seine Muttersprache herrschend findet; der Schwede und der Däne selcht besitzt seine kleinen Eilande in Westindien ; die Holländer, entlaufene Vasallen des deutschen Reichs- körpers, gebieten über reiche Inseln im mviicheu Ozean und haben Stützpunkte für ihren Handel in Westindien. Nur Deutschland, welches von drei Meeren bespült wird, dessen Handelsmarine nach der englischen und norvamerikanischen an Zahl der Schiffe und an Bedeutung überhanpt die dritte auf Erden ist, unser Deutschland, das tm Herzen Europas liegt, von 40
Auf dem Kirchhof zu Rendsburg.
An der Eider ist Deutschlands Ehre verpfändet:
Da liegen begraben die Helden,
Die deutsche Fürsten zur Hülfe gesendet, Wie Leichensteine uns melden!
Da liegen die todten Deutschen vergessen! — Und Dänemark triumphiret indessen!
Es ist kein leereè Pöbelgeschrei! — Auch sagen's nicht blos „Demokraten!" Nein, es rufen die Besten von jeder Parthei, Daß Schleswig-Holstein verrathen!
Daß die jetzt schmieden die dänischen Ketten, Die Schleswig-Holstein wollten erretten!
Einst starben auf deutscher Fürsten Gebot
Diel Tausend der tapfersten Krieger
Für Schleswig-Holstein den Heldentod, Das Schlachtfeld begrub sie als Sieger! Und Schleswig-Holsteins Erkenntlichkeit Hat den todten Deutschen ein Denkmal geweiht.
Dies Denkmal ist jetzt in Feindes Hand! — Und mahnet ernst zu fragen:
Millionen thätigen, verständigen, erfinderischen, ausdauernden Menschen bewoh^wird, das unter seinen Staaten zwei Großmächte zahlt und mehr als eine Million streitbarer, waffengeübter Männer ins Feld zu stellen vermag: — es nennt keine Geviertmeile Erde jenseits der Meere sein, es besitzt nirgends eine ihm gehörende Provinz, wohin es ven Ueberschuß seiner Bevölkerung schickt, und von wo aus dieselbe mit dem Mutterlande in mannichfaltiger Weise zurückwirken könnte, während sie zugleich Anstöße und Einflüsse von der alten Heimath ans empfinge. Unsere Staaten haben sich seither nie um die Regulirung der Auswanderung bekümmert: denn der Auswanderer zahlt nichts mehr, mithin ist ec fremd, und hinauSgestoßen in die ferne Welt. Einzelne Regierungen, die es â besten meinten, erließen seit neuerer3Ut Gesetze, welche dH Auswanderer doch weiügstritS warnen, um nicht in seelenverkäuferische Hande zu gerathen, aber dieses ist beinahe auch AlleS. Wenn in neuester Zeit daher die öffentliche Aufmerksamkeit mehr auf diesen Gegenstand hingelenkt wurde, so gebührt das Verdienst besonders der Presse, welche sich der verlassenen Auswanderer annahm, indem sic die Nachlässigkeit der Behörden durch wohlgemeinte Rathschläge und strenge Warnungen weniger nachtheilig zu machen suchte. ' Und so setzen auch wir, gestützt auf Ihre rege und warme Theilnahme und in Verbindung mit unsern Freunden, das große Unternehmen fort, um den so zahlreich auswandernden Rheingauer Lantsleuteu mit Rath an die Hand zu gehen, um ihnen zu zeigen, so viel als möglich, wohin sie in der neuen Welt ihre Schritte richten, und mit wem sie sich in Verbindung setzen sollen, um so vor trügerischen, seelenverkäuferischen Mäcklern und Agenten sicher zu sein. Daß dies noth thut in unserm schwer dar- mkderlitgenden Gaue, wo täglich mehrere Stimmen zum Scheiden laut werden, wo oft der Familienvater den letzten Thaler aus der Tasche zahlt, um nur dem vorstehenden Elende zu entrinnen, ist eine unbestreit^» Thatsache. Wir wagen zu behaupten, gegen so manSi iruge Meinung, baß die Auswanderung keine Kran»! Heit, sondern daß sie eine Nothwendigkeit, ein Glück-H nennen ist, und werden deshalb über jedes was zur Förderung unserer Aus^nderung ersM^Mch scheint, unparteiisch zu Werke gWi. Vor Alle^vber denen, die noch in diesem Jahre, vielleicht in einigen Wochen, nach der neuen Welt übersiedeln wollen, geben wir mit unserm freundlichen, wohlgemeinten Rathe zi^ bedenken: wohl auszuachten, damit sie nicht in bi^l Hände der im Gaue sich herumtreibenden fremden Ageâ! teil und Mäkler gerathen. Beispielsweise lassen hier deshalb einzelne sich ereigneten Daten folgen: Es ist bekannt, daß mehrere Leute aus dem oberen, so wie unteren Rheingau, welche mit einem fremden Agenten contrahirt hatten, später jedoch trotz einseitiger Warnungen des Herzogl. Raff. Kreisamts zu Rüdesheim ihre Verträge für nicht bindend hielten und mit einem zweiten fremden Agenten von Neuem contrahirtett, vom Ersteren bei den Justizbehörden belangt, theilweise schon zur Zahlung der Vertragösummen verurtheilt worden sind, und daß dieser erste Agent sogar bewirkte, baß diesen ohnehin so bedrängten Leuten auf das letzte Geld, was sie so nöthig zur Reise hatten, gerichtlicher Arrest gelegt wurde. Selbstsüchtige Rath- geber, welche bei ihrer Rückkehr aus Amerika das Vertrauen der Europamüden zu gewinnen wissen, treiben nur zu oft in Auswandernngsangelegenheiten bas heilloseste Spiel. Sie, die schon einmal durch die Mühle gegangen, machen sich die Unerfahrenheit der Auswanderer zu ihrem Nutzen. Bei unseren scheibenden Brüdern, welche uns kürzlich das letzte Lebewohl griffen, um nach Teras überzusiedeln, ist vor Allem zu bemerken, daß diese über 100 Köpfe starke Gesellschaft über Antwerpen vertragsmäßig erpedut werben sollte, heute jedoch auf den Rath eines Coblenzer Agenten sich in Liverpool befindet, während derselbe Agent auf Seite 11 seines PrvspektuS vom Jahre 1851, welche eine von demselben ausgestellte Uebersicht sämmtliche Aus- wanberuügshäftn enthalt, gerade Antwerpen empfiehlt und vor Liverpool warnt, indem letzteres nur von „Marktschreiern" empfohlen werde. Wir, die wir Gelegenheit hatten, diese „Marktschreier", wie solche nach eigenem Ausdrucke oben bezeichnet find, zu kennen,
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Ist nicht für Deutschland ewige Schänd, Daß Deutsche hier liegen erschlagen, Und auf den Gräbern dänische Rotten Die todten Deutschen schändlich verspotten!
Das wolle Gott, der Allmächtige, nicht, Daß trumphiren die Bösen!
Ihr Fürsten erkenut die heilige Pflicht:
Die verpfändete Ehre zu lösen,
Zieht Schleswig Holstein zur Hülfe herbei, Macht das Denkmal der Todten vom Dänenspott frei!
Karl Schmid -Ferrand. *)
*) Der Dichter, ein Dfsizier, der auch in Schleswig-Holstein war, und sich, wie die meilteu seiner Leidensgefährten, in großer Bedrängniß befindet, ersucht uns um Ausnahme dieses Gedichtes, das Diele gewiß nicht ohne ergriffen zu werden lesen werden, wenn sie auch die Ansicht nicht theilen, daß in der schleswig-holsteinischen Sache, wie sie von den „Edlen" und „Besten" begonnen und geführt wurde, noch etwas zu retten ist. Nur den einzelnen Opfern einer unseligen Politik sollte wenigstens mehr geholfen und manches nachgesehen werden, damit die Wunden des Bölkes nicht immer wieder von Neuem durch das Elend uud die Derzweifiung der Unglücklichen ausgerissen würden.
Müssen staunen, als wir erfuhren, daßkuufere' scheidenden Landslente deinohngeachtet über Liverpool nach Teras befördert würden. — Damit übrigens diese Leute nicht mit Seite 11 des Prospekts betraut würden soll man ihnen nur mangelhafte, Seite 11 nicht ent# haltende Prospekte, behändiget haben. "
* Frankfurt, 20. November. Die „Oberpost, amtszeitllng" erklärt in einer von der russisch-polnischen Grenze datirten, doch wahrscheinlich hier von „glaubwürdigen und unterrichteten Personen" gemachten Kor- relponden; die Gerüchte von einer in Petersburg entdeckten Verschwörnng, wie diezüber dir in Polen vor- gcnvmmenen Kriegsrüstungen für „Lügen".
Hannover, 10. Nov. Der von dem „Hamb. Corr." angeküiidigte, durch die heutige Nummer der „Hann. Ztg." als bereits vollbrachte Thatsache bestätigte dritte (richtigte zweite) Cong re ß der Mitglied der des abgetretenen Ministeriums St live in Bile- feld (Die „Hann. Ztg." sagt: Der Congreß hat am 14. stattgefunden , doch wohnte ihm nur ein Theil des Stllve'schen Ministeriums bei, nicht die politischen Freunde desselben, die nicht eingeladen waren), wird ohne Zweifel viel von sich reden machen. Es treten auch in der That, abgesehen von dem Zeitpunkte, in welchem lnan-âen Congreß berief, Umftanoe genug zusammen, welche das Auge, selbst des Unbefangensten auf jenen Vorgang zu lenken, und eine Reihe von Fragen über Zweck und Ziel desselben anzuregen geeignet sind. Wir glauben nicht zu irren, wenn wir die Auffassung des „Hamb. Corr." in der Hauptsache als richtig annehmen und derselben die Meinung hinzufügen/ daß das günstige Verhältniß, in welchem Stüve zum kronprinz- lichen Hofe sich erhielt, einen demnächstigen vorwiegenden Einfluß desselben auf die nächste Gestaltung der Dinge und die Entscheidung der schwebenden Fragen ' pnit hoher Wahrscheinlichkeit erwarten läßt. — Die fvorniâgen Minister Prott und v. Düring haben
uietjt Theil genommen. dwM* AM'vver, 18. Nov. König Krn^MqH ist^^Me Morgens um 6% Uhr gest0Men.
Berlt'r», 18. Nov. Unser
sich äußer IN Vecnehmcn nach in einer seiMWßten Sitzungen wiederholt mit den eingegangenett General- berichten über den Ausfall der Erndte beschäftigt. Es befestigt sich die Ansicht immer mehr, von allen beschränkenden Maßregeln abzustehen und dem Marktverkehr die größtmögliche Freiheit zuzugestehen. — Nach der „N. Pr. Ztg." wäre Aussicht vorhanden, daß die Bundeökommissarien in Holstein ihre Aufgabe bald erfüllt haben, worauf sie dann mit den österreich-preußischen Truppen zugleich Holstein verlassen würden. Die Truppen stehen.bekanntlich noch in Holstein, weil die dänische Regierung sich bisher geweigert hat, in den Herzogthümern die Provinzial siaiide mit de «alten Befugnissen wieder zu berufen. Jetzt scheine die dänische Regierung nahe daran zu sein, ihren deßfallsigen Widerstand auszugeben. J
Berlin, 18. November. Die „St. Petersb. Zta." enthält folgenden „Allerhöchsten Gnadenbrief an den k. preußischen Minister der auswärtigen Angelegenheiten' Baron v. Manteuffel": „In dem Wunsche, Ihne« Unser besonderes Wohlwollen zu bezeichnen für Ihre unausgesetzten Bemühungen, den Frieden in Dent schlank zu erhalten und den gesetzlichen Zustand in Preußen Herzustellen, haben Wir Sie zum Ritter des Ordens des Heiligen Alerander-Newski ernannt. Wir übersenden Ihnen hierbei die Ordens- Znslgnien und verbleiben Ihnen wohlgewogen. Nicolai. et, Petersburg, den 15. Oktober 1851."
Groß-Glogau, 13. Nov. Die Desarmi- rung der Festung schreitet ununterbrochen vor sich. ^ Dresden, 17. November. (D. Allg. Z.) Durch MiiMerial-Verordnung ist nunmehr der Kindergarten der Frau Dr. Herz definitiv geschloffen worden. Die Letztere ^zfigt dies im heutigen „Anzeiger" selbst an, indem sie zugleich bedauert, aus einem Wirkungskreise scheiden zu müssen, in welchem sie bisher nicht nur ihre und ihrer Kinder Eristenzmittel, sondern auch einen reichen Quell des Friedens und des Trostes in schweren Tagen der Prüfung gefunden habe.
Nürnberg, 17. Nov. (Fr. I.) Da die hiesige „freie Gemeinde^" sich als eine religiöse Gesellschaft nicht unter die Forderungen des Vereinsgesetzes stellen will, so wurde den Vorständen bedeutet, daß sie nunmehr gänzlich aufgelöst sei und auch keine der wöchentlichen Versammlungen zu Vorträgen im Beisein eines Polizeibeaiuten mehr stattsinden könnten. Gestern hieß eS, eine Anzahl von 600 Mitgliedern der freien Geineinve beabsichtigte, Nachmittags eine Besprechung im Saale des Gasthauses zum Schwan in der Vorstadt ÄLöhrv zu veranstalten, und sogleich requirirte unsere Polizei zur Erhaltung der Ruhe und Ordnung Militär, das kenn auch in Wöhrd eine Art Haupt- wache machte und Patrouillen aussandte. Dem Wirth selber war bedeutet worden, er müsse seinen Saal bei hoher Geldstrafe geschlossen halten, und ein eigens abgesandter Pollzeiofsiziaiit überzeugte sich von Zeit zu Zeit, ob dem Befehl auch Folge geleistet werde. Begierig ist man nun, ob bei den Neugeborne« der „Frei- gemeindler", die nicht in die Kirche, in der sie geboren wurden, zurücktreten wollen, nicht etwa die Zwangstaufe wird in Anwendung kommen? Bei einigen Ehepaaren, die in die evangelische Kirche zurücktraten,
