Einzelbild herunterladen
 

Pheten. Die Entfernung gibt seinen Thaten gegen ein entnervtes Geschlecht einen zauberhaften Nimbus; man übertreibt ihren Glanz, aber sie erinnern an die Poesie der Kreuzzüge. Was er in ihnen sucht, es ist vor­nehmlich der Lärm des Ruhmes und die Nachahmung Alexanders des Großen. Bei dem ersten Unfälle vor St. Jean d'Acre gibt er denn auch alle Eroberung auf, alle asiatischen Träume, und überläßt seine Armee, ohne Rekrurirung und ohne Spielraum, einer sicheren Kapitulation. Er wirft sich in ein leichtes Fahrzeug und kehrt dahin zurück, wo die Wirklichkeit ist; er kommt dein Gerüchte von seinen Unfällen zuvor; er überrumpelt die Popularität. Er beobachtet die Repu­blik; er sieht, daß sie die Stunde der anarchischen Ge­fahren überstanden hat, daß ihre öffentlichen Gewalten sich regeln, daß ihre von seinen Nebenbuhlern befeh­ligten Heere siegen, daß diese so theuer erkaufte demo­kratische Regierung, wenn man sie schone, ein unbesieg­bares Hinderniß für die Besitzergreifung eines Solda­ten werden müsse. Er kouspirirt mit bewaffneter Hand gegen diese Regierung, die ihm ihre Vertheidigung an- vertrant hat; er verbindet die Schlauheit mit der Ge­walt; er besticht seine Waffenbrüder; er täuscht die Direktoren; er verletzt die Vertreterschaften; er zerreißt die Gesetze mit Bajonette»; er bemächtigt sich des Va­terlandes. Frankreich war ein Volk: nun ist es nur noch ein Mensch, und dieser Mensch ist er!

Dies anti-nationale Verbrechen, einmal begangen, mußte durch die Meinung saicktionirt werden. Es gibt zwei Meinungen: eine republikanische und progressive, welche auf dem Strome der Wahrheit die Welt vor­wärts trägt; eine gegenrevolutionäre und retogradc, welche die menschlichen Institutionen und Ideen auf der Gegenströmung der Knechtschaft, der Vorurtheile und der Laster der Vergangenheit rückwärts führt. Er mißt nicht die Wahrheit, sondern die Stärke. Er sieht, daß die Wahrheit mit der Freiheit ist, die Stärke aber mit der Gegenrevolution. Und er stürzt sich in diese hinein, damit sie ihn auf einen Thron hebe. Er beu­tet die Schlaffheiten aus, er erkauft die Käuflichkeiten, er schüchtert die Feigheiten ein, er begünstigt die Aposta­sien des Tages, er kittet aus Ehrfucht, aus Rang­stufen, aus Autorität die illiberalste aller Regierungen, die militärische Regierung zusammen.

(Schluß folgt.)

Deutschland.

Wieshaden, 5. August. Die Nichtigkeitsbe­schwerde sowohl von Seiten de^ Staatsbehörde als des Angeklagten gegen das Verweisungsurtheil des Crimi- nalsenats des hiesigen Hof- und Appellationsgerichts, welches den Anton Rompel 2r. von Oberursel, in Untersuchnngssachen gegen denselben, wegen Fälschung und Unterdrückung von Wahlzettelnvor die nächsten Assisen verweist, ist am 1. in der öffentlichen Sitzung des Caffationshofs gehoben und dem Criminalsenat des Hof- und Appellationsgerichts zu Dillenburg aufgege­ben worden, in der Sache ein neues Erkenntniß zu erlasse».

* Wiesbaden, 6. August. DerSchwb. Merk." gibt eine ganze Beilage mit Berichten aus Schwabe» über die Ueberschwemmungen, aus denen hervorgeht, daß die diesmalige Wassersnoth der vom Jahre 1817 und 1824 nicht nachsteht. In Tübingen war die ka­tholische Kirche 2 Fuß hoch mit Wasser gefüllt, wäh­rend dieselbe 1824 und 1845 von Wasser frei blieb. In Nürtingen stand am 1. August Abends der Neckar 14 Fuß über dem gewöhnlichen Stande und das ganze Thal war seiner Breite nach von Neckarhausen bis Oberensingen überschwemmt. Der Schaden ist unermeßlich.

* Wiesbaden, 6. August. Fortwährend bringen die neuesten Blätter weitere Ueberschwemmungsberichte. Die bemerkenswerthesten sind:

W o r m s, 4. August. Das Durchbrechen eines Dam­mes überschwemmte einen Theil unserer Felder. Der Verlust trifft meistens Leute aus dem Mittelbürger, stände, weswegen er um so mehr zu beklagen. Die Frucht, die vorgestern getrocknet auf Haufen, schwimmt jetzt auf dein Wasser. Seit heute Morgen ist das Wasser im Fallen.

In Mainz hatte am 4. Nachmittags der Rhein noch 15Schuh Pegelhöhe.

bestimmt, daß England mit seinen Kolonien die Hälfte des ganzen Raums zur Disposition haben solle, und die dichte Besetzung desselben ist nicht lediglich als ein Beweis reicherer Produktion, sondern auch als eine Folge der geringen Entfernungen und der bequemeren Kommunikationsmittel anzusehen. Wollen wir also eine richtige Vorstellung von dem Umfange der fran­zösischen Industrie erhalten, so müssen wir sie mit den nichtenglischen Ländern vergleichen. Die Masse des französischen Volkes hat in der Politik die aggressiven Tendenzen aufgegeben und keine Lust mehr, sein Blut und sein Gold dafür wegzugeben, daß ein paar Pro­vinzen mehr von französischen Präfekten regiert und einige Dutzend beförderungslustige Offiziere avancirt werden. Nur in der großen Tugend- und Ordnungs­partei, vorzugsweise in den Anhängern des Königthums, spuken noch Gelüste nach der Nheiugräiize, nach Sa­voyen und nach einigen versuchsweisen Seeschlachten mit den Engländern. Auch dieTimes" hat sich kürz­lich zu dem Geständniß bequemen müssen, daß die französischen Royalisten nicht nur das eigne Volk, son-

Ma nn Heim, 5. August. (Manich. I.) Gestern Nachmittag kam mit dem dritten Bahnzug die Nach­richt hierher, daß der Oberrhein wieder im Wachsen begriffen sei, und den an seinen Ufern gelegenen Or­ten, namentlich bei Rastatt, Gefahr drohe; alles in Rastatt entbehrliche Militär sei zum Dämmen und wei­terer Hilfe eilig entsendet worden. Es trat nun auch wirklich noch gestern Abend der Rhein hier ins Wach­sen und stieg bis heute Morgen 6 Uhr um 3", somit 9' 9" über Mittel; die Wellen sind spiegelglatt, doch merkt man mehr Zug als gestern. Der Neckar stieg ebenfalls um 2'.

Der Schaden an den Festungswerken und der Aus­rüstung in Rastatt ist bedeutender, als es Anfangs de» Anschein hatte. Nur allein an Pulver sind- gegen 800 Ceiituer unbrauchbar geworden und daraus ein Schaden von etwa 30,000 fl. erwachsen. Und da auch der gemauerte Wall beim Eintritt der Murg in die Festung zusaulmengestürzl, der Graben am Ottersdorfer Thor verschüttet ist und im Fort C. mehrere durch den Strom unterwühlte Befcstigungswerkc sich gesenkt ha­ben, so dürfte eine Veranschlagung des Gesammtscha- dens auf 100,000 Gulden nicht zu hoch gegriffen sein. Doch ist dies immer noch von geringerer Bedeutung gegen die Verwüstungen, die aus dem Oo st Hale ge­meldet werden', 'wo auch der Verlust von Menschen­leben zu beklagen ist. Uederdieß sieht man die Bade­gäste, und dieß ist ein erheblicher Verlust für Baven und Lichtenthal, unter dein Eindruck des ersten Schrek- keiis nach allen Seiten aus einander stiegen.

Augsburg, 4. August. Auch in hiesiger Gegend hat die Eisenbahn Noth^gelitten, auf der Münchener Seite war sie an drei Stellen, in der Nähe der Lech­brücke und zwischen Stierhof und Mehring von den Fluthen durchbrochen, und nach Donauwörth zu bei Westendorf stand die Bahn auf 4000 Fuß Länge 2 bis 3 Fuß tief unter Wasser. Doch ist Dank den schnell getroffenen Anstalten der Verkehr nicht un­terbrochen.

Aus dem Elsaß, 1. August. Die in den letzten Tagen stattgefundenen Gewitter haben in einigen Thei­len des Elsasses schaden angerichtet. Dec anhaltende Regen beeinträchtigt die Erndte außerordentlich und schon fühlen wir leider die Folgen deffelben, denn überall steigen die Getraivepreise. In einigen Bezirken sind Ueberfchwemmungen zu beklagen. Die Kinzig ist bereits aus den Ufern getreten und hat Brücken mit sich fortgerissen.

Bern, 3. August. (O.-P.-A.-Z.) Die Verhee­rungen, welche die durch anhaltende Regengüsse ange- schwoUenen Bergwasser angerichtet habe», sind sehr groß. Das ganze BödeU (Thal von Interlaken) im Ober­land steht unter Wasser; Wohnhäuser, Scheunen und Ställe werden fortgerissen; viele Brücken zwischen Un­tersten und Interlaken stürzten ein, als sich viele Men­schen darauf befanden. Der furchtbare Wasserstrudcl riß sie mit sich fort; mehrere Personen kamen um, andere, namentlich ein muthiger Deutscher, könnten sich durch schwimmen retten. Die Lütschine, Simme, Aar sind übergetreten und reißen alles mit sich fort. Im Hochgebirge haben sich Gletscher losgerissen, und ge­waltige Eisblöcke werden durch Aar und Lütschine fort­gewälzt. Auch die tiefgelegenen Stadttheile Berns ste­hen unter Wasser.

[:] Vom Main, 2. August. Ein reges Leben zeigt sich wieder an dem Badeorte Weilbach durch die aus allen Gegenden allgekommenen Fremden. Dieser Kurort liegt in einer still romantischen Gegend, von wo aus dem Auge der Taunus, Frankfurt, Darmstadt, der Odenwald, die Bergstraße und der Vater Rhein mit seinen Gebirgen ein schönes Panorama darbietet. Die dort sich findende Schwefelquelle ist durch eine von den fachkundigsten Männern anerkannte Schrift zur großen Berühmheit gelangt. Der Verfasser der­selben, Dr. Roth, Arzt an dem Kurorte, gibt mit ge­wissenhafter, jeden Eigennutz verachtender Treue die­jenigen Krankheiten an, die möglicherweise durch diese Heilquelle zu unsren sind. Roth hat sich überdies durch seine gediegenen Kenntnisse, durch sein einfaches liebe­voll bescheidenes Benehmen und durch seinen unermüd­lichen und uneigennützigen Eifer die Liebe und Ach­tung der ganzen Umgegend erworben.

In politischer Beziehung herrscht hier nach manchen krampfhaften Aufregungen eine gemüthliche Ruhe; nur

dern alle Völker hassen und daß mit der Republik Frankreich .besser zu leben sei als mit der Lilienmo­narchie. Im Glaspallast tritt das französische Volk entschieden als ein eroberndes auf. Bei der ursprüng­lichen Vertheilung hatte Frankreich im Erdgeschoß 147 Quadrate und einen Theil der darüber liegenden Gal­lerten angewiesen erhalten. Nach und nach hat die Trikolore aber nach allen Seiten hin das Terrain er­obert, was die Nachbarn wüst gelassen hatten: so auf der Südseite das ganze dritte Schiff hinter Belgien, Oesterreich Rußland, dem Zollverein weg bis sie sich mit dem Sternenbanner begegnet ist. Noch ausge­dehnter sind ihre Eroberungen auf den Gallerten. Eine offizielle Berechnung des gegenwärtig den einzelnen Völkern angehörigen Flächen- und Wandraum'ö gibt es nicht. Nach dem großen kolorirten Grundriß aber, der neuerdings in Transept ausgestellt ist, saun es nur zweifelhaft sein, ob Frankreich etwas mehr oder weni­ger als ein Viertel der ganzen östlichen Hälfte des Ge­bäudes einnimmt.

(Fortsetzung folgt.)

an manchen Orten will das Volk die hohe Bedeut.»,, der geistigen Ausbildung in den Volksschulen nicht erkennen; wiewol gut organisirte Schulen anerkannte - maßen das Volk zu jedem zeitgemäßen Fortschritte am meisten befähigen, so daß das Volk gegen seinen eigene Vortheil handelt, wenn es zur Bildung in den Volks sollen nicht alles in seinen Kräften Liegende auf'

* Aus Frankfurt, 31. Juli, meldet derSchwab Mik." daß es mit dem Bundesschi,tzheere nun dock Ernst zu werden scheiner, doch wolle man sich auf 60,000 Mann beschänken, die in steter Waffenbe- rntfchast gehalten und in Frankfurt uno der Umn>aenh ausgestellt werden solle». 9

Hanau 5. August. (O.P.A.-Ztg.) Heute Mor. gen um 6 Uhr sind die letzten königl. baierischen Truv- pen aus dem Kurfürstenthum Hessen abmarschirt.

âassel , 4. Aug. Durch heut erschienene kurfürst­liche Verordnung von gestern ist der Generalmaior Schirmer während der fernen Dauer des Belage, uuqs- zustaudes mit den Funktionen eines Höchstkommandiren- den betraut worden. Bezüglich der Ereignisse der letzten Tage enthält die hiesige Zeitung den nachstehen­den höchst tröstlichen offiziösen Artikel, worin das kur- hesitjche Regiment sich als Musterbild allen Regierun­gen zur Nacheiferung hinstellt:

Die Bundestruppen, die seither zur Aufrechthaltuna der Autorität des Bundes und unserer Staatsregierunâ im Kurstaate verweiltet wurden, verlassen uns und wir erfüllen mit Freuden eine Pflicht der Wabr- heit, wenn wir ihnen das Zeugniß geben, daß ihr Verhalten in und außer dem Dienste in jeder Bezie­hung ein musterhaftes gewesen ist, und daß insbeson­dere die Soldaten aller Waffengattungen, was wir mit Dank anerkennen, bei oft sehr schwierigen Quartier- verhaltiiiffen, eine sie selbst ehrende, schonende (?) Rück­sicht aus die Mittel der Quartiergeber genomnen Hab-» wodurch in so mancher Beziehung die unvermeidliche Last für die Landbevölkerung gemildert wurde. Eine westntliche Erleichterung dieser von dem Lande zu tragenden und durch das Verhalten der Ständeversamm- lung und der Behörden verschuldeten (??) Last wird jedenfalls durch den Rückmarsch der Bundestruppen gewahrt, und wir wünschen und hoffen, daß der An­laß, der solche außerordentliche Maßregeln zur Aufrecht­haltung des Staats und der Monarchie nothwendig machte, nicht wiederkehren möge, denn durch solche noth­wendiges?) Maßregeln können nur die finanziellen Kräfte des slaats geschmälert werden und unvermeidlich leiden durch sie, nicht sowohl die einzelnen Urheber der Stö­rung der Staatsordnung, als vielmehr und zuletzt und allem das ganze Land. Das wird man jetzt über­all (?) eikannt haben, und deshalb sehen wir ohne Besorgniß in die Zukunft um so beruhigter, als wir aus dem Rückmarsch der Bundestruppen den sichern Beweis entnehmen können, daß unsere Staatsrëgiernng duich die von bt ; BundeskomMission veranlaßten An- ordilimgen und namentlich durch die wieder gewährte ausreichende Handhabung der militärischen Macht sich in den stand geätzt sieht, mit eigenen Mitteln den Vlaßnahmc» des Bundes und ihren eigenen die vollste (Mitling zu verschaffen. Die, wie wir vernehmen, bevorstehende Abreise der Herren Bundescommissäre wird an sich in unsern gegenwärtig bestehenden Ver- hälliiissen keine Aenderung hervorbringen, vielmehr zeigen die beiden, auf Veranlassung derselben am 30. Juli ergangenen AuSschreiben des Gesammtmi- »lsterlumS, daß seitens des im Namen des Bundes handelnden Commlsfäre die conseqnente Durchführimg aller seither getroffenen Anordnungen beabsichtigt wird und nöthigeiisallv würde, wenn, was nicht zu erwarten steht, unsere Staatsregierung es an der erforderlichen Energie bei der Ausführung fehlen lassen sollte, eine weitere Wirksamkeit der Bundescoinmissäre, wie wir mit Bestimmtheit aiinehmen können, nicht ausgeschlossen sein. Doch wir sehen mit Zuversicht einer bessern Zukunft entgegen. Die letzten Jahre sind eine war­nende Lehre gewesen, und haben gezeigt, daß durch Concessionen Revolutionen nicht geschlossen, sondern nur genährt werden (!!), sie haben die Regierungen gemahnt, wie sie bestrebt sein müssen, die begrüiideten Anforde­rungen zu befriedigen, dabei aber nicht unterlassen dürfen , mit vollster Entschiedenheit und rücksichtsloser Energie jede Äußerung der Revolution zu unterdrücken, und wir hoffen, daß die Regierungen aus den Ereig­nissen der letzten Jahre etwas gelernt haben."

Braunschweig, 2. Aug. Das Herzogl. Oberhof­marschallamt macht heute öffentlich bekannt, daß dem Seifensieder E. W. T. Graffau hierselbst (Landtags- Abgeordneten und entschiedenen Demokraten) das Prä­dikatHoflieferant", und der hiesigen Buchdruckerei in Firma J. H. Meyer, welche die Freiligrath'schen Ge­dichte gedruckt hat, die Führung des PrädikatsHof- buchtruckerei" untersagt sei.

Hannover, 2. August. (D. V.-H) Der König' hat heute, wie ich von zuverlässiger Seite erfahre, eine Antwort auf die von den Ritterschafte» wider das Gesetz erhobene Vorstellung erlassen, welches hinsicht­lich der neuen Organisation unserer Provinzial- L and schäften im Einverständniß (wenigstens in den wesentlichsten Punkten) vom Ministerium und den all­gemeinen Ständen beschlossen ist und der Vollziehung der Mäjestät bis jetzt noch harrte. Der König läßt den Ritterschaften, eröffnen, daß er weder aus Rechts- noch aus Billigkeits-Rücksichten Veranlassung nehmen könne, ihrem Wunsche zu willfahren. In letzterer Be-