Einzelbild herunterladen
 

siavS amchmaßliche k.bcnsdaun befragt? A. Meine Frau hatte gesagt, daß der Arzt erklär^ habe, Gustav könne nicht sauge leben; ich fragte Dr. Semet darüber; er antwortete mir, rr wisse nachts davon. (Bewegung.) Fr. Haben Sie nicht einen andern Arzt in Tour- nai befragt, ob Gustav genesen könne? A. Ein Mitglied der Familie hat es mir anfgetragen. Fr. Haben Sie sich nicht durch ein Testament Ihrer Frau zum Universalerben einsetzen lasse»? A. Meine Frau hat cs mir angeboren und das Testament ge­macht. Fr. War das nicht um die Zeit, als sie mit Ihrem ältesten Söhne, Gonzales, schwanger war? A. Ich glaube ja. Fr. Habe» Sie sie nicht zu dem Testamente veranlaßt, in der Voraussetzung, daß sie im Wochenbette sterben werde, weil sie eine schlechte Schwangerschaft gehabt hatte? A. Ich habe nie auf den Tod meiner Frau speculirt. Fr. Haben Sie sich immer gegen. Ihre Frau so betragen, wie man eine Gattin behandelt über die man sich nicht zu beklagen hat? A. Ich bin immer gut gegen sie gewesen. Jedoch hatten wir häusliche Zwistigkeiten. Fr. Haben Sie sich nicht mehrmals Gewaltthätigkei­ten gegen Sie erlaubt? A. Niemals. Fr. Ha­ben Sie sie nicht mit Fäusten geschlagen, mit Füßen gestoßen und selbst zu Boden geworfen? A. Ich habe mir niemals Brutalitäten gegen sie erlaubt. In­dessen kam es vor, daß wir uns zankten, und daß meine Frau Nervenanfälle bekam; dann bildete sie sich ein, ich hätte sie geschlagen oder zu Boden geworfen. Fr. Kannten Sie im Schlosse Louise Prevost? A. Sie war die Zofe meiner Frau. Fr. Versuchten Sie nicht einen verbotenen Umgang mit diesem Frau­enzimmer? A. Niemals. Fr. Waren nicht Ju­stine Thibaut und mehrere andere Mädchen der Gegen­stand Ihrer Zudringlichkeit? A. Nein, niemals. Diese Mädchen, aus Aerger über ihre Entlassung, suchen mich zu verläumken. Fr. Habels Sie im Schlosse Celestine Legrain gekannt? A. Sehr, gut; sie wartete eins meiner Kinder; sie war sehr pünktlich in chrem Dienste. Fr. Hatten Sie nicht verbotenen Umgang mit diesem Mädchen, und war die Frucht desselben nicht ein Kind, das am 13. September 1847 geboren ward? A. Lange Zeit hab' ich keinen Um­gang mit ihr gehabt; da ich aber später fühlte, daß ich sie liebte, sagte ich ihr:Celestine, wir müssen uns trennen." Eiuige Zeit später ließ sie mir sagen, daß sie schwanger sei. Als sie ihr Kind gebar, lieferte ich ihr alles Notwendige. Fr. Haben Sie nicht Ihre Frau gezwungen, dieses Kind des Ehebruchs im Schlosse aufzunehmen? A. Nein, aber als das Kind entwöhnt war, sagte ich meiner Frau, was vor- gefallen war und fragte ich sie, ob sie wohl wolle, daß ich das Kind in's Haus nähme? Der Präsi­dent: Lydia Fougnies, haben Sie das Kind aus freier Bewegung von Mons abgeholt? Die Ange­klagte: Ich handelte unter einem Zwange. Hippolyt sagte mir:Wenn du das Kind nicht nehmen willst, so müssen wir uns trennen." Fr. Angeklagter, ha­ben Ihre Frau und Gustav Fougnies nicht eines Nachts das Kind fortbringen lassen? A. Ja, meine Frau bereute die Aufnahme des Kindes, und entweder auf den Rath ihrts Bruders oder auf eigenen Autrieb ließ sie es ohne mein Vorwiffeu fortbringen. Fr. War diese Entführung nicht eine der Ursachen, weshalb Sie später sich immer gegen Gustav Fougnies gereizt ^ig- ten? A. Nein, ich hegte nie eine Gereiztheit gegen

ihn, weil ich nicht wußte, daß er au der Entführung Theil hatte. Fr. Haben Sie nicht bei diesem An. lasse sich gegen Ihr Frau Gewaltthätigkeiten erlaubt? A. Ne«. Fr. Gleichwohl hat Madame Cher- quefosse damals ihnen gesagt: Wenn Sie Ihr Be­tragen nicht ändern, so werden Sie in Ketten oder auf dem Schafotte sterben. Das sind sehr harte Worte. - A. Madame Cherqucfoffe hat mir das nie gesagt. Fr. Haben Sie jenes Kind nicht in's Schloß zu­rückbringen lassen? Ja; meine Frau gestand mir, daß sie das Kind entfernt habe; ich verlangte von ihr­es zurückzubringen und sie willigte ein. Fr. Haben Sie sie nicht gezwungen, ihre Einwilligung schriftlich zu geben? A. Nein, sie hat die Schrift freiwillig gegeben. Fr. Ihre Frau erklärt, sie sei gezwungen worden, und man begreift, daß eine Mutter, welche ihre Kin­der liebt, nur gezwungen einwiUigt, die Frucht der Ausschweifungen ihres Mannes ins Haus zu nehmen. A. Ich machte ihr Vorwürfe wegen der Entfüh­rung des Kindes. Sie sagte mir: Ich habe Unrecht gehabt. Ich sagte, gib mir ein Billet, daß Du in die Rückkehr des Kindes einwilligst. Sie gab mir das Billet. Fr. Lydia Fougnies, haben Sie das Billet freiwillig gegeben? A. Nein, ich bin dazu gezwun­gen worvrn. Der Angeklagte (mit erhobener Stimme): Nein, sie hat es mir freiwillig gegeben. Man betrachte die Schrift und man wird sehens ob das Billet unter dem Einflüsse deS Zwanges geschrieben worden ist.

Die nächsten Fragen beziehen sich auf die Unter­bringung des Kindes bei Michel Legrain, Cölestinens Vater, dem der Graf dafür 500 Fr. zusicherte. Auch Cölestine fuhr er fort zu besuchen; er nahm ihr eines Tags 1000 Fr. aus ihrem Sekretär, indem er ihr sagte, sie gebrauche das Geld nicht; er wolle eS ihr nach einigen Tagen wiedergeben, was jedoch nicht ge­schah. Der Angeklagte erklärt lebhaft, Cölestine habe ihm das Geld geliehen; wenn sie es reklamire, sei er bereit, es ihr wiederzugeben. (Heiterkeit.)

(Fortsetzung folgt.)

B e r m l f ch t e S.

In Rußland wurden im Monat Januar im Gaiizen 30 Schriften in deutscher Sprache verboten. Es befinden sich darunter außer den Nr. 282 , 285, 288, 300 und 303 der Augsburger Allg. Z. für 1850, sowie einigen Heften der Minerva von Bran: Bülau, Geschichten und räthselhafte Menschen", erster Band; GlaßbrennerNeue lustige Komödien" erster Band; Hcrmidad,Das Meerweib"; Fanny Lewald,Er­innerungen aus dem Jahre 1848";VieUiebchen" von Mügge für 1851; SaphirHumoristischer Volkökalender für 1850"; Schlesinger,Aus Ungarn"; Weber's Volkskalender für 1851."

In Nordamerika ist eine Revolution in der Frauen- tracht ausgebrochen. So meldet ein Neu-Yorker Journal: Sensation machte vorgestern am Landungsplätze der Dampfbovte das Erscheinen zweier Damen in kurzer türkischer Tracht; sie reisten in Gesellschaft von Gent­lemen und waren offenbar Leuke von Stand und Bil­dung." Und bei einem Antisklaverei-Meeting in Syracuse erschien Mistreß Burleigh, die Frau des Dich­ters Burleigh, mit ihren zwei Töchtern in dem neuen Kostüme, welches jetzt so häufig von Damen getragen

wird. Das eng anschließende Obcrkleid reichte bis an die Knie; die weiten Pantalons darunter gingen bis an die Knöchel. Die Füße staken in Schnürstiefelchen und auf dem Haupte trugen sie den sogen. Zigeuner- Strohut. Nichts kann in der That ungraziöser sein, als die langen schleppenden Kleider, welche die Straßen fegen, überall wo sich Damen bewegen. Abgesehen von ihrer Schönheit, muß die türkische Frauentracht wegen des persönlichen Comforts, .den sie gewährt, höchst an­genehm sein.

Handels und Börsennachkichten

Wien, 28. Mai. (N. Od.-Z.) Die große Finanz- maßregel der Verschlechterung der Kupferscheibemünze macht im Publikum böses Blut. Der Centner Kupfer, im Metallwerthe von 80 Fl., wird Münzwerthe von 175 Fr. ausgeprägt. Ich habe heute bereits eine die­ser kleine» Scheidemünzen zu Gesicht bekommen. Man erinnert sich hierbei an die Kupferstücke der Jahre 1805 bis 1812, die im eigentlichen Werthe von 4 Kreuzern die Benennung von 30-Kr.-Münzstücken trugen. Wenn Sie das Verhältniß kennen wollen, in welchem gegen­wärtig hier die Silberprägung zur Kupferprägung steht, so mögen Sie hören, daß während achtzehn Münz, pressen in Kupfer, eine einzige in Silber arbeitet. Aber selbst diese letztere prägt nur die sogenannten Silber- sechserle, bei deren Zerlegung ein Chemiker sehr vorsich­tig Vorgehen muß, wenn er mittelst Mikroskops am Grunde seiner Retorte das finden soll, was man Sil­ber nennt.

Wien, 30. Mai. Vonzuverlässiger Seite" wird derLitp. Z.-Cor." berichtet, daß das eventuelle öster­reichische Aiilehen einen Beitrag von 60 Millionen Gulden ni seinem Falle übersteigen dürfte. Der Er­trag Desselben ist nur zur Einziehung des Staatspapier- gelds bestimmt. Die Effektuirung erfolgt jedenfalls im Ausland. Es wird versichert, daß, weil ein 4^pCt. Aiilehen in diesem Augenblick vielleicht aufzubringen wäre, für die gegen Bons eingezahlten Baar ummen bei sechsmonatlicher Frist 5, sodann aber nur 4^/zpC. Zinsen beantragt seien. Der gleichfalls beantragten Ausgabe von Reserveaktien wird jedenfalls die Rege­lung der Valuta und die Reorganisirung des Instituts selbst vorangehen.

Geld-Sorte » nach dem Frankfurter (SoitiiJ vom 2. Juni 1851.

Neue VouiSt'or .

Pistolen . . . , ditto Preuß. . .

Holl. 10 st. Stucke Rand - Ducaten . .

20 Fr an keil stucke dingt Sovereign» .

Gold al Marco *

Preuß. Thaler . . 5 Franken-Tlialer . Hochhaltig Silber .

10

9

9

9 fr

9

11

378

1

2

21

55

36

58

47

36

28

534

15 V» 21%

29

Bekannt m ß ch u n g e n.

(612) Da einige Brüder von Judas Ischa- riet sich ein Vergnügen daraus machen, aus­wärtigen Individuen die falsch ausgedrütete Nachricht aufzunschen, daß schon seit einiger Zeit mein Material- rc. Geschäft nicht mehr von mir fortgeführt werde, erkläre ich diese nichtswürdigen Seelen als die ersten brod- neidsüchtigsteu Menschen, und mögen dieselben so endigen, wie sie es schon hier verdienen!

Mir wird die Gottheit ferner ihren Segen verleihen, so daß ich noch mehrere Jahre mei­nem Material-Geschäft vorstehen kann, und werde ich die verlangten Waaren so gut und billig verabreichen, als es Pflicht und Recht­lichkeit erfordert!!

Tie Pulver k., welche ich (ohne solche miUen zu dürfen) übergebe, werden den W-rth Habe», als die, welche sich im gemilchten Zu­stande befinden. Meinen bisherigen verehrten Kunden empfehle ich mich zum ferneren güti- gen Andenken.

Wiesbaden, im Monat Mai 1851.

C. JF. «T. Hertz , Metzgergaffe Nr. 9.

(eit) Verloren.

Verflossenen SamStag den 31. Mai d. 3 lst zwischen Wiesbade n und Eber bach Venator's Fremdwörterbuch, gebunden in .palbsranzband mit schwarzem Lederrücken, Gold- linien und gepreßtem Papier überzogen, so­wie ein Schreibbuch, Median Folio, liniirt, circa 6 Buch Papier enthaltend und in Halb­leder eingebunden, verloren gegangen. Der Kinder wird gebeten, diese Gegenstände gegen eine Belohnung bei Aug, Ärgere in Wies­baden abzngtben.

(611) Mittwoch den 11. Juni, Vormittags 11 Uhr, werden auf dem Rathhaus zu Frauen- stein 4 MutthungSberechtigungen auf Braun­eisenstein freiwillig versteigert.

t(613) Unterzeichneter erlaubt sich einem geehrten Publikum hiermit die ergebene An­zeige zu machen, daß ich meinen Wohnsitz von Biebrich hierher verlegt habe; indem ich mir ferner erlaube, mich in allen Branchen meines Geschäftes bestens zu empfehlen, bitte ich um geneigten Zuspruch und zeichne hoch­achtungsvoll

Wiesbaden, im Mai 1851.

Friedrich Jeeger,

Hof-Büchsenmacher, ____________________Langgaffe Nr. 19.

(616) Mein neu erbauter Tanzsaal wird am 9. d. MtS., als dem zweiten Pfingstfelertag, eingeweiht und lade ich die v»rehrticheii toaste unter dem Versprechen solider und prompter Bedienung zu recht zahl- tetnen Besuchen ergebeust ein.

Btebrlch, den 3 Zum lo51.

Wilhelm Haßloch.

In der H. W. Ritter'schen Buchhandlung in Wiesbaden ist zu haben:

Unfehlbares und wohlfeiles

auf dreijährige Erfahrung gegründetes, Mittet zur Verhütung

der Kartoffelkrankheit

und Anweisung,

wie man sogar aus krankem Samen gesuude und haltbare Früchte ziehen und feine Vorräthe vor dem Verderben sichern kann.

Entdeckt

von Friedrich Klöppel.

Preis 18 fr. .

Agenten - Gesuch.

(615) Für ein einträgliches Geschäft, wel­ches von Jedermann betrieben werden kann, sucht man Agenten zu engagiren.

Hierauf Reflectirende belieben sich franco poste restante A. D. Nro. 22 in Frankfurt a. M. zu wenden.

Mittelrheinisches Volksfest

auf dem Schrenzerberge bei Butzbach, am 6. Juli 1851.

Bei der am 7. Juli v. I. in Königstein stattgehabten Berathung von Ab jcordneten ver­schiedener Vereine wurde Butzbach alS Vorort für das diesjährige Volksfest des mittelrhein. Bezirks (brei Hessen, Nassau, Frankfurt) bestimmt.

Der Fcstvvrstand ladet nun hierdurch zu recht zahlreicher Betheiligung an dem Feste ein und stellt zugleich das Ersuchen an alle Turnvereine und Schützengesellschaften in und außer dem Bezirk, welche sich bei dem Feste betheiligen wollen, dies dem Festvorstand bis längstens zum 20. Mai anzuzeigen, um benieiben die nöthigen Mittheilungen machen zu können.

Vorläufig bringt man Folgendes zur Kcniitmß :

1) Die Wettkämpfe der Turner bestehen:

a) im Ringen, b) im Laufen, c) im Steinstoßen, wofür Preiße auSgetheilt werden.

2) Die Preißschießen aus freier Hand finden bei den einzelnen Schützengesellschaften statt. Die Scheiben werden von dem Festvorstand »iitgetheilt, welcher die besten Schützen ermitt« len wird, denen dann am Festtage die Ehrengaben überreicht werden.

Her g'efitvorntand.

NB. Die verehelichen. Redactionen der in obigem Bezirke erscheinenden Zeitschriften sind zur weitern Verbreitung dieser Anzeige höflichst gebeten. (506)

(259) In der H. W. Ritter'schen Buchhandlung in Wiesbaden ist zu haben:

Die äldfrevek - Ordnung für daö

Herzogthum Nassau,

ryie solche von der Staatsregierung am 22. Januar 1851 publicirt | worden ist.

Preis 6 Kreuzer.

(585) Ein Mann-gesetzten Alters, welcher sehr gut englisch und französisch, sowie deutsch und italienisch spricht, sucht eiqe Stelle. Näheres in der Expedition d. Bl.

Lichtbilder auf Papier,

Neue (Solonnabe Nr. 5 n. 6 zu Wiesbaden. (494)

PerantworMcher Herausgeber uno Verleger <è. Witter. Druck per E. Ritter'schen Buchdrucker«,.