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N cwfoundland ist berühmt durch seinen KaL- liaufang, welcher der ergiebigste in der Welt ist. Die Insel selbst, 450 (cngl.) Meilen lang und 300 (cngl.) Meilen breit , ist rauh und uneinlatent) und bringt wenig hervor außer verbluteten Baumen und Sträu­chern. Die Bevölkerung findet sich fast ausschließlich in einigen wenigen Orten an der Küste in der Nähe der Südostecke der Insel in der Nachbarschaft der Fischereien. Der Hauptort St. Iohiro ist wenig mehr als eine große Fischerstation und der ganze Strand ist der Länge nach mit Plattformen zum Fisch­trocknen besetzt. Die Häuser sind meistens von Holz, und der Ort hat von großen Feuersbrünste» sehr ge­litten. Ueber 3000 Fahrzeuge und 40,000 Fischer (Amerikaner, Engländer und Franzosen) sind hier beim Fischfang beschäftigt. Die Fische werden theils in der Nähe der Küste gefangen, doch ganz besonders auf ' flachen Stellen der See, die Bänke heißen, außerhalb der Süd- und Ostküste der Insel. Die britischen Un­terthanen treiben den Fischfang hauptsächlich in kleinen Boten in der Nachbarschaft der Küste, nach welcher sie jeden Abend zurückkehren, und trocknen ihre Fische auf zu dem Zweck gemachten Plattformen. Die Amerika­ner fordern das Recht, sich allerwärts über 3 englische Meilen vom Strande Fische zu nehmen und dieselben an jedem Theil der Küste Newfoundlands zu trocknen, der von englischen Ansiedlern unbeie^r geblieben. Die Arbeit der Zubereitung der Fische lür den Markt ist ordnungsmäßig ve, theilt. Der cut-throat (Kehlab­schneider oder Todter) schlitzt sie auf, der heater (Köpfer) schneidet den Kopf ab und nimmt das Ein- gcwkldc heraus, der Splitter (Spalter) flacht sie nach beiden Seiten aus, d, h. er schneidet sie der Lkiuge nach bis an die Außenhaut des Rückens bind), und nimmt den Rückgrath aus, und der salter (Emsalzer) legt sie haufenweise aufeinander, indem er jede Lage mit Salz besprenkelt, worauf sie mehrere Tage in Salz liegen und dann einzeln in die Sonne gelegt werden zum Trocknen.

Die höchste Staatsgewalt von britisch Amerika ruht in der Krone und dem Parlament Englands, doch hat jede einzelne Provinz ihre eigene Gesetzgebung und ihren Gouverneur. Der Vizekönig ist jetzt Lord El­gin. Die Staatsreligion ist wie im ganzen englischen Reich die der Kirche Englands, aber die französischen Bewohner von Nieder-Kanada sind Katholiken und das Volk in den andern Provinzen (eben so wie in den Vereinigten Staaten der Fall ist) großentheils Presbyterianer, Methodisten und Baptisten. Von den 2 Millionen Einwohnern in brittisch Amerika kommen auf Kanada (Ober- und Nieder-) allein ungefähr 1 y2 Millionen. Nach dem letzten Census belief sich die Mehrzahl von Obercanada auf 723,332 Seelen und von Niedercanada auf 678,490 Seelen. Von jenen gehörten nur 239,651 und von diesen 70,2 29 der englischen und schottischen Kirche an, d. h. der episcopalischen und presbyterischen Kirche. Und wenn man erwägt, daß von dieser Minderzahl die meisten Presbyterianer find, so wird man inne, wie wenig Bekenner der englischen Staatokirche Brittisch-Amerita hat. Der Handel besteht hauptsächlich in Tausch des Feinmehls, Ochsen- und Schweinefleisch von Ober- Canada und dem Pelzwerk, Bauholz, Fischen u. s. w. der übrigen Provinzen gegen britische Manufakturartikel und westindische Procukte. In den neuesten Zeiten ist man ernstlich auf den Bau von Eisenbahnen bedacht. Außer der von Montreal nach den Ver. Staate«, wird laut Nachricht aus Montreal vom Februar (1851), eine Bahn von Kingston nach Toronto gebaut werden, mitten durch die reiche und bevölkerte Landstrecke am Ontario. Der Sitz der Re­gierung wird nächsten Sommer wieder von Toronto nach Queber verlegt werden.

Vermischtes

Die Direktion der Forste und Bergwerke hat dem in neuester Zeit zu Wiesloch von Privaten auf Gal- mey (Zinkerz) unternommenen Bergbau eine besondere Aufmerksamkeit gewidmet, und als kürzlich von Seiten der dort bauenden Hru. Gebrüder Reinhardt von

Mannheim die Anzeige emgekommcn war, daß sie beim Niedertreiben eines Schachtes in der Tiefe von 100 Fuß in alte Arbeiten eingeschlagen und in diesen eine mächtige Galmeylagerstätte in grosser Ausdehnung auf­geschlossen gefunden haben, die genaue Untersuchung der Verhältnisse seiner Baue und der darin erstehenden Erze angeordnet. Die mit diesem Auftrage betraute Kommission, die Herren Bergrath Walchner, Bergrath Sommerschu, Domänenrath Eberlein, unternahm am 14. d. M. die Befahrung der alten Grubenbaue. Sie fuhr Vormittags 9^ Uhr an, durch den neuen Schacht hinab in die alten Arbeiten, untersuchte diese in ihrer großen Ausdehnung, soweit es die genaue Erforschung der Beschaffenheit des Galmeylagers verlangte und Ein­stürze, Verschüttungen dies gestatteten. Die Untersuchung dauerte bis Nachniitags 2y2 Uhr, eingerechnet eine kurze Rast, die um die Mittagsstunde mußte gehalten werden und wozu eine durch schneeweiße Tropfsteine verzierte Fel­senhöhle Gelegenheit bot. Die Wieslocher Galmey« Lagerstätte ist eine der ausgedehntesten und reichsten, die man kennt; sie gewährt einen wahrhaft seltenen Anblick. Man erstaunt über das, was man hier mit einem Mal überschaut. Schon die bis jetzt bekannte Ausdehnung und Mächtigkeit des Flözes sichert den Bergbaubetrieb auf das nützliche Zinkerz, das Häupt­er; zur Darstellung des vielgebrauchten Zinkmetalleö und der überaus wichtigen, unter dem Namen Mes­sing bekannten Legirung, auf Genetationen hinaus. Baden wird nun mit einem weitern werthvoUen Pro­dukt der natürlichen und festbegründeten Bergwerks- Indusste im großen Handel auftreten. Ein schwung­hafter Betrieb des Bergbaues und der sich daran rei­henden Hüttknarbeiten wird nicht nur die Bergbau- Unternehmer , die Hrn Gebr. Reinhardt, für ihre bishe­rigen der Sache gebrachten großen Opfer belohnen, sondern auch auf Wiesloch und die ganze Umgegend sehr gün­stig wirken, als eine kräftige Quelle wohlthätigen Er­werbes für fleißiger Arbeiter. Bei einer Schachtanlage am westlichen Fuß der Hasel verfehlte man den erz­führenden Kalkstein, kam aber in einer mit Thon ausgefüllten Mulde desselben nieder, der durch feine feine unb bildsame Beschaffenheit ein vortreffliches Ma­terial für Töpferarbeiten ist.

Aus Oberschlesien wird derBresl. Z." ge­schrieben:Dor Wohlthätigkeitssinn von Anno 1847,48 hat unsern unglücklichen Landbewohnern wenig oder gar keinen Segen gebracht. Die Antwort auf dasWarum?" liegt sehr nahe. Die Geschenke waren nur ein Palliativmittel und wenn der Staat sich nicht beeilt, das Uebel bei der Wurzel an­zu greifen, so dürfte eine frühere oder spätere Wie­derholung des traurigen Schauspieles, des buchstäblichen Erhungerns, in Aussicht stehen. Wer sich einen rich­tiger Begriff von den Verhältnissen des polnischen Oberschlesiers machen will, muß selbst einmal die Hüt­ten des exquisiten Elends durchwandern schildern läßt sich das nicht! Und dennoch ist gerade dieser Theil Oberschlesiens von der Natur keineswegs stief­mütterlich berücksichtigt: liebliche Thäler und Berge, Wiesen, Felder unb Wälder bilden für das Auge eine wohlthueme Abwechselung; aber es fehlt den Leuten an Mitteln, das von der Natur Gebotene auszubeuten. Der Boden eignet sich durchweg theils für den Flachs-, toeils für den Runkelrüben- und Tabaks-Bau, mit­hin könnte der Wohlstand der unglücklichten Oberschlesier durch Errichtung von Zuckersiedereien, Spinnfabriken und dergleichen wesentlich gehoben werden; sonst aber geht das polnische Oberschlesien seinem sicheren Unter­gang entgegen, das Gift des Hungertyphus nistet noch in den Jammergemâchern; die meisten acuten Krankheiten, namentlich aber die Brust- entzündunZ, treten mit dem typhösen Charakter auf. Auch sind von beiden Aerzten LoSlau's den Behörden bereits Anzeigen von mehreren am coutagiösen Typhus Erkrankten zügegangen.

Wie sonst nach dem Stein der Weisen, suchen jetzt die Naturkuudigen nach einem Stoffe, der die körper­lichen Schmerzen aus der Welt schafft. Ein franzö­sischer Arzt Aran behauptet, er habe den Schwefeläther

und das Chloroform aus dem Felde geschlagen, sein neues ungefährliches Mittel heiße Chloräther. Es ist eine angenehm riechende Flüssigkeit, von her 1020 Tropfen auf den schmerzhaften Theil selbst oder auf ein Leinwandlappchen geträufelt und ihm aufgelegt werden. Durch Versuche will der Arzt erprobt haben, daß die heftigsten rheumatischen gichtischen und nervösen Schmerzen sich wunderbar schnell verlieren. Professor Mutzer in Bonn hat ebenfalls günstige Proben ange­stellt und veröffentlicht.

(Hilfsbuch für den Unterricht in der Na- tnrlehre von E. Thiel.) Daß Haller's Wort: Ins Inn're der Natur dringt kein erschaffner Geist" nur ein testimonium paupertatis seiner Zeit war, ist hinlänglich anerkannt, und die ungeheuren Fortschritte, welche die Wiffenschaft täglich in Erforschung der Tiefe» der Natur macht, beweisen dies immer aufs Nene. Was würden aber alle diese Erfolge nützen, wenn sie nicht die Fähigkeit besäßen, ins Leben zu dringen, und neue Bahnen für die vollendetere G staltung des­selben zu brechen? Daß sie dazu geeignet, könnte man wohl nicht besser als dadurch bekunden, daß man den Betrieb der Naturwissenschaften auch dem Volks- schulunterrichte einverleibte, und nur an den Lehr- und Lernmitteln gerade für diesen Zweck hat es seither mehr oder weniger gemangelt. Der Verfasser des obigen Hilfsbuches hat sein Talent für derartige Arbeiten be­reits durch sein im v. I. erschienenesHilfsbuch der Naturgeschichte" bekundet; seine neueste Arbeit reiht sich würdig der früheren an, und wir heißen sie im In­teresse der Volksbildung herzlich willkommen. Das Ganze des Buches ist unter leichtfaßliche Gesichtspunkte zusammengestellt, und weicht schon deßhalb wesentlich von dem todten Mechanismus vieler Natnrlehrebücher Vortheilhaft ab; was aber dem vorliegenden Buche seinen Hauptwerth gibt, 'find sein mit vieler Umsicht gerade für den Elementarunterricht berechneter Inhalt, dessen Haupttheil durch größeren Druck ausgezeichnet, während der erklärende kleinere Lettern hat; die steten Beziehungen, welche zwischen Wissenschaft und gewöhn­lichem Leben angeknüpft werden; die vielen geistreichen Fragen, welche für häuslichen Fleiß ein höchst schätzens- werthes Material liefern; die wahrhaft nobel ausge- führten 50 Holzschnitte im Terte, welche das Ihrige zum Verständniß des Abzuhandelnden beitragen werden re.

In den meisten Städten der amerikanischen Union sind in der letzten Zeit theatralische Vorstellungen unb Concerte veranstaltet worden zum Besten der ungarischen Flüchtlinge, die schon in den Staaten ein Asyl gefunden haben, und für diejenigen, welche noch erwartet werden. Man lebt noch immer der Hoffnung, Kossuth und seine Unglücks - Gefährten bald auf dem freien Boden der Republik zu sehen. Wie es heißt, soll das Flaggen- schiff der nordamerikanischen Flotte im Mittelmeer dazu bestimmt sein, Koffuth und feine Genossen hinüber zu bringen.

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Handels- unb Vörsennari-richtcn

Frankfurt, 22. April. Bei der heutigen 15. Ziehung 6r Klaffe der 119. Hiesigen Stadtlotterie ge­wann Nr. 12647 8000 fl. nebst 100,000 fl. Prämie, Nr. 18164 2000 fl., Nr. 21817, 10168, 20472, 6056, 639, 10234 jede 1000 fl , Nr. 10541, 13262, 13309 jede 300 ft.

Geld-Sorte» nach dem Frankfurter (Sours vom 22. April 1851.

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Reue Loiiisd'or..........

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ditto Preuß.......\ , . ..

Holl. 10 fl. Stucke........

Rund - Ducuteu..........

20 Fronkenst licke.........

Engl. Sovereign«.........

Gold ol Ptarpo........

Preuß. Thaler.......

5 Franken-Thaler........ .

Hochhalt g Silber . . . . . . .

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B c k a 11 11 t m st ch 11 II g e ii.

Rheinische Hampf sch ÜH all H .

(429)

Cölnische Gesellschaft.

Tägliche Fahrten vom 15. April 1851 an:

Von Biebrich Morgens 1% Uhr bis Ci»in (Aachen, Düsseldorf, Elberfeld).

, » , 1O74 . - Ciiln (Berlin etc.)

, » Mittags 18% - » Ciiln.

, , - 1% - nach Mannheim.

, Main» Morgens 11 . Mannheim.

Abfahrt der Omnibus von Wiesbaden*

Morgens «%, »% & 11% Uhr.

Näheres in WIESBADEN bei, dem Agenten <% f Syenite eher.

Marktplatz Nro. 38 neben dem Rathhause.

Gin Gnitarrespieler, welcher gut bereiten kann, wird gesucht. Das Nähere zu erfragen bei der Expedition dieses Blattes. (468)

Eine schwarz und weiß Pplackte, kurzhaarige eng- f lische Hühnerhündin mit H langerRuth und von mit« telmäßiger Größe, welche auf den NamenDiana" hört, hat sich ver­laufen. Wer dieselbe an den Oberförster Wilhelmy zu Holzhausen abliefert oder über deren Aufenthalt eine bestimmte Nachricht gibt, erhält eine gute Belohnung. (470)

(295) kanggasse Nro. 21 ist ein Pferde­stall re. vom 1. April an zu vcrmiethen.

(469) Bei Christian Ries in der Unter* Webergaffe ist fortwährend Leber- und Blut­wurst per Pfd. 8 fr. und Fleisch- und Bratwurst per Pfd 12 kr. zu haben.

(464) Ein wohlerzogener Junge kann bei Schlosser Cramer in die Lehre treten.

(418) In der H. W. Ritterschen Buch­handlung in Wiesbaden ist zu haben:

Deutsches

SCHLACHT-LIED.

Uebertragung und Singweisc

Marseillaise.

Ladenpreis: 6 kr. In Partieen 4 kr.

Verantwortlicher Herausgeber und Verleg« E. Ritter. Druck der C. Ritt er'scheu Buchdruckei et.