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anfklärung"!!) Dieser Entschluß ist beieils dem Con- sistorium zur Begutachtung mitgetheilt worden.

Linz, 16. Febr. (Wand.) Ich kann aus vollkom­men zuverlässiger Quelle die Mittheilung machen, daß die Jesuiten am 20. Februar ihre frühere Wohnung am sogenannten Freinberge bei Linz, aus der sie im Frühjahre 1648 flohen, in aller Ruhe und Gemäch­lichkeit wieder beziehen werden. Das Consiftorium hat den frommen Vätern die Leitung des bischöflichen Kua- bensclninars übergeben, und es soll aus den Zöglingen , eine neue Generation von Priestern nach den Grund­sätzen des Ordens herangezogen werden. Der Versuch mit den Missionen scheint die Unternehmer sehr befrie­digt zu haben, und so hielt man es an der Zeit, die Verhältnisse zu benutzen und jenen Poften wieder zu besetzen. Indessen wirken die Katholischen Vereine, die wie ein Netz das Land überziehen, mit größtem Eifer fort, während einerseits der Volksuntcrricht kläglich vamederltegt, andererseits alle thätig Theilnahme an den öffentlichen Angelegenheiten gelähmt ist.

Türkei.

Konstantinopel, 4. Februar. Die Conferenzen der auswärtigen Botschafter mit den Ministern der Pforte werden häufiger als gewöhnlich. S>ir Strat­ford Canning, Herr v. Titoff, General Anpick lösen sich förmlich darin ab; Dinge von hoher Wichtigkeit sollen in Verhandlung sein.

Ein Wiener Correfpondent desConst. Bl. aus Böhm." schreibt: Die neue ägyptisch-türkische Differenz, über welche selbst die ministerielle Presse in das Alarm­horn gestoßen, dürfte vorläufig wohl nur ein blinder Schreckschuß sein. Die auf gewöhnlichen. Weg aus Alerandrien und Konstantinopel hier angclangten Dladj= richten an die Regierung legen auf den ganzen Streit, der sonst schon .feit etlichen Monden zwischen Stam- bul und Kahira auf diplomatischem Wege fortgespon- nen wird kein großes Gewicht. Auch gehen die Forderungen der Pforte nicht so weit, wie in der lärm- macheuden Depesche gesagt wurde, sie beschränken sich auf innere, größtenthcils unentbehrliche und bis jetzt vergebens erwünschte Reformen. Es handelt sich weder um die ägyptische Armee, noch um Die Flotte Aegyp­tens, es handelt sich einfach um den Bauernstand, wel­cher vor Noth und Elend zu Grunde geht, eS handelt sich um die Administration, deren Willkür keine Grenzen kennt, um die Steuern, die nach dem Belieben des Herrschers auf jede mögliche Weise erpreßt werden.

Dänemark.

Kopenhagen, 18. Februar. Ueber die Sendung Sponnecks äußertFlyveposten":Ungeachtet, daß mehrere deutsche Blätter mit Bestimmtheit versichern, daß seine Mission erfolglos gewesen ist, werden sie doch hoffentlich bald erfahren, daß sie auch diesmal, wie bei vielen Gelegenheiten, sich mit einer Ente be­schäftigt haben. Was in den letzteren Tagen in Hol- stkin geschehen ist, dürfte sich dazu eignen, sie aus ih­rer Illusion hinaus zu reißen. Die Verbindung zwischen den Herzogthümern kann faktisch als anfgehoben angesehen werden."

Großbritannien.

* London, 22. Febr. Die Kabinetskrisis hat, ob­gleich sie überraschte, keinen tiefen Eindrnck auf Die Börse gemacht. (Eons. 96%.) Die Königin hat Lord Iopn Russell dem Vernehmen nach den A u f t r a g zur R e k o n st i t u i r u » g des K a b i - nets ertheilt, in welches Sir James Graham als Schatzkanzler, Lord Aberdeen (?) als Minister desjAus- wärtigen treten würde. Dem City-Artikel desGlobe" zufolge würde jedoch der jetzige Lord-Statthalter von Irland, L o r d C l a r e n d o n, Premier eines Kabinets der Peel-Lincolnschen Partei (d. h. des jungen Torysmus) wer­den. Sollte sich jene erstere Nachricht bestätigen, so würde nach einer dritten Vermuthung Palmerston bleiben; sollte Sir I. Graham jedoch mit Bildung des neuen Kabinets beauftragt werden, so würde Palmerston zu-

dann kann es weit kommen, vielleicht so weit, daß zuletzt nur noch die elementaren Kräfte des Volkes die höchsten Güter des germanischen Geistes retten können, und daß Männer von Bildung und Besitz massenweise nach einem Asyl jenseit des atlantischen Meeres aus- spähen ! Herr v. Manteuffel ist ein Gefpensteiseher höchstens fürrothe Schärpen", nicht fürWeis­sagungen"; aber er ist einesthcils ohne allen politischen Fernblick und anderntheils einRopalist des unbe­dingten Gehorsams" und so steuert er denn mit dem Staatswagen blind auf den Abgrund los!

Berlin, 23. Febr. Die Verhandlungen in Dresden meldet dieLith. Corresp.", so weit ihr Gang heute bekannt ist, bieten nichts Neues Ueber die Vorkomm- 'niffc in der heutigen ersten Plenarversammlung ist man noch ohne Nachricht. Graf Leininigen hat eine Con- feren; mit dem Fürsten Schwarzenberg und Herrn v. Manteuffel gehabt. - - Derselbe wird alsbald nach Kur- Heffen zurückkehren. - Hr. v. Manteuffel reist entweder heute Abend oder morgen früh von Dresden ab.

Hamburg, 21. Febr. (N. fr. Pr.) Einem hier sehr verbreiteten Gerüchte zufolge, soll das Kronwerk von Rendsburg sehr bald wieder von den Dänen ge­räumt und den Oesterreichern übergeben werden. VO unwahrscheinlich sich dieses Gerücht auch auf den ersten Anblik darstellt, so läßt sich dasselbe doch auf eine so glaubwürdige Quelle zurückführen, daß diese Mitthei­lung durch die Preffe jedenfalls gerechtfertigt ist. Es wird hinzugefügt, daß die Verspätung einer telegra­phischen Depesche einzig daran schuld sey, daß das Kronwerk überall den Dänen eingcräumt worden sei. Der Vorgang mit der Besitzergreifung der Zollstätte im Kronwerke und die spätere Wicdcranfgebung Der­selben von Seiten der Dänen hat gezeigt, daß der mgenblickliche Besitzstand den Österreichern gegenüber keine sehr große Bedeutung hat.

Altona, 22. Februar. Nach der neuestenBer- lingscht» Zeitung" soll Ti lli sch vielleicht schleswigscher Minister in Kopenhagen werden. General Krogh würde dafür interimistisch die bisherige Stellung von Tittisch einnehmen.

Wien, 20. Febr. (Nat.-Ztg.) Die Zurüstungen zu einem neuen Schlage in Italien nehmen unun­terbrochen ihren Gang; die Truppensendungen dauern fort. Die halboffizieUe Lithographie läßt nicht nicht ab, vor den der Ordnung angeblich dort auf's Neue drohenden Gefahren zu warnen. Um zu beweisen, wie eifrig die Agenten der Staatskanzlei bemüht sind, ihren Beruf überall auszufüllen, bringt sie fortlaufende Enthüllungen über das Leben und Treiben der Flücht­linge an allen Hauptpunkten diesseits und jenseits des atlantischen Oceans.

Wien, 20. Febr. Reisende aus Mähren brachten vor einigen Tagen die beunruhigende Nachricht hier­her, daß in einigen Gegenden Mährens Die Pest aus- gebrochen sei. Ein hiesiger Arzt eilte auf dies Ge­rücht sogleich an Ort und Stelle, und das Neuigkeits- burcau vernimmt nun aus zuverlässiger Quelle, daß in den Dorfschaften Dürre und Mittelborf, sowohl unter den Kindern, als auch erwachsenen Leuten, eine Hautkrankheit grassirt, an welcher bereits 30 Indivi­duen gestorben sind, doch haben diese Hautabsceye mit Pestbeulen durchaus keine Aehnlichkeit. Die politische Behörde in Jglau hat die nöthigen sanitäts - polizei­lichen Vorsichtsmaßregeln bereits eingeleitet.

Am 1. April wird der oberste Gerichtshof des lom- bardisch-venetianischk» Königreichs seine Funktionen in Wien eröffnen.

Im Ministerium des Unterrichts ist der Entschluß gefaßt worden, die sonntägige Christenlehre nicht nur aus den Religions-Unterricht allein zu beschränken, son­dern dieselbe auch auf andere gemeinnützige Kenntnisse auszudehnen, unter welchen insbesondere populäre Vor­träge in der Geographie und Geschichte einen ersten Platz einnehmen werden. (Geographie und Geschichte von Geistlichen ein schöner Weg zurVolks-

rücktrcten und Aberdeen Platz machen. Graham ist Freihändler und in dieser Beziehung den Protektio­nisten so verhaßt, wie es das Whigkabinet war. Wahr­scheinlich erfolgt die Auflösung des Parlaments und falls die Protektionisten bei den Wahlen siegen, ein Kabinet Stanley. Doch dann käme es zu einer Krisis, deren Ende schwer abzusehen wäre, da die ganze Ar- beiterbevölkerung und Demokratie fürbilliges Brot" ist. Die antipapistische Partei verlangt mit Macht, daß die Parlamentsauflösung nicht vor Annahme deS Gesetzes gegen die päpstlichen Uebergriffe erfolge.

Me publik Frankreich

$ Paris, 23. Febr. Es ist Sonntag und also nach idem gewohnten Gang der Dinge seit Jahr und Tag Sabbath für die Politik. Nicht so jedoch heute, wo alle Welt mit Losung des Räthsels beschäftigt ist, wem die Fehlgeburt der gestrigen Demonstration gegen die Nationalversammlung zuzuschreiben ist und was eigentlich im Plane lag? Die Bonapartisten haben sich vorgestern Abend bereits durch Vorentschuldigung Mühe gegeben, die mißliche Geschichte von sich ab- und den Gegnern zuzuwälzen und dieses Spiel dauert heute fort. Jeder verwahrt sich; doch wen will man täuschen? Das Volk etwa? Es hat seine Leutchen nach und nach kennen gelernt. Es ist kaum mehr zweifelhaft, daß die aus so vielen unlautern Elementen bestehenden Dir-Decembristen dem Präsidenten wieder­um diesen schlimmen Dienst erwiesen. Die Sache soll jetzt zur polizeilichen Untersuchung kommen, wobei na­türlich das Beste wieder unentdeckt bleiben wird. Den­noch ist dieser Befehl zur Untersuchung wenigstens ein Beweis, daß Louis Bonaparte die Sache nicht billigt. Offen gestanden, kommt es mir fast vor, als seien die Dir - Dezembristen des Bouapartismus gefährlichste Feinde und, irre ich nicht, so stecken Männer darunter, die dies wissen und die ganz speziell im Sinne der großen absolutistischen Propaganda arbeiten, um durch eine ver­fehlte Revolution die Revolution zu stürzen und den Juler- ventionSgelüsten Ursache, der Restauration Gelegenheit zu machen. Der heutige Sonntag ist sonst jedoch ein Bild der Ruhe. Die Studenten brachten zur Erinne­rung an 1848 Kränze zur Pastillesäule und da die Polizei klug genug war, sich nicht darein zu mischen, so hat jeder seine Freude am heutigen schönen Wetter; nur dieEoutrercoolntionärS sind wüthend.Sie sol­len nur kommen diese Ritter von der Tafelrunde, wir werden ihnen zeigen, daß Frankreich noch lebt!" hört man überall vom Volke mit dem Stolze des Republi- kanismus äußern. Die drei Jahre Republik haben die Ration mehr gereift, als Die dreißig Jahre der Re« stanualivn.

s- Paris, 23. Februar. Keine politischen Nach­richten von Belang, außer daß dieOrdre" jetzt offen das Panier für die Kandidatur JoinvilleS zu der Wahl im Jahre 1852 erhebt. In der Diplomatie erfol­gen bedeutende Veränderungen. Layalette ist für Kon­stantinopel ernannt, Au pick geht als Gesandter nach London, Walewski nach Madrid. In Der Not re- Dame findet morgen ein Tranergottesdienst statt. Die Linke feiert den Tag durch ein Bankett.

Amtliche Nachrichten.

Der bei dem Hofmarschallamt angestellte Accessist Pfeiffer ist zum Probator bei derselben Behörde befördert worden.

Martin Babo von Frankfurt, Joseph Andoni Johann Mathias, Friedrich Sterkel und Wilhelm Weimer von Limburg, Carl Haas von Weilburg, Joseph Bonn von Oberlahnstein, Georg Schneider von Prath, Johann Wolf von Steinbach und Adam Gorgus von Prath, sind nach erstandener Prüfung in die Zahl der geprüften Candidaten der katholischen Theologie aufgenommen worden.

Todesfall. Am 21. Januar ist der Pfarrer Müller zu Weilburg mit Tod abgegangen.

Gesaunt m a ch n n g e n.

*o CcM*nev<it / / /

Hört! Hört! Se. Herrlichkeit Prinz Karneval haben dem gezeichneten Somité die Mittheilung zu gehen lassen, daß Hochdieselben am Donnerstag den 27. d. Mts. die Stadt Wiesbaden mitHochihrer Gegenwart beglücken werden. Se. Herrlichkeit kommen ungefähr um 3 Uhr mit einem Extradampfboote in Biebrich an, werden sogleich von den Wiesbadener Narren und Nichtnarren, die sich zu dem Ende zu Wagen und Roß hinaus ver­fügen, in Empfang genommen und im Triumphe hierher geleitet. Am Abend große Cour und Redoute im Saale der Vier Jahreszeiten, wobei Se. Herr­lichkeit erscheinen, Sich die verdientesten Narren vorstellen und Gnadènbezeugungrn in Masse anstheilen werden. Zum Schlüsse belohnen Hochdieselben die würdigsten Narren und Närrinnen mit einem Theile Ihrer weitläustigen Besitzungen im Monde.

Gastkarten zur Redonte für Herren und Damen a 48 fr. können bei dem Cassirer und Abends an der Cape in Empfang genommen werden.

Das Nähere besagen die Plakate. ' Sias Vomilé,

Verein zur Wahrung der Volksrechte.

Miltwoch Den 26. Februar findet eine Sitzung des Vereins in der Stadt Frankfurt statt, wozu die Mitglieder eingeladen werden.

Tagesordnung: Bericht über die Verhältnisse des Lesezimmers.

Der Vorstand.

Bekai«»ti«achuug.

(198) Unterzeichneter macht den resp, yerr« schäften die ergebene Anzeche, daß die Register der stellensuchcndcn Personen auf das Ein- pfehlendste ergänzt sind und können dieselben theilweise sogleich, sowie auf den 1. April und Ostern eintreten.

Wiesbaden, den 24 Februar 1851.

Das Geschäfts -Bureau von '. l^eyeHtlccSter, Marktplatz Nr 38.

(199) Der evangelische Äirchenvorstand zu Gemünden hält unter feiner Würde, mit den Unterzeichnern jener Erwiederung in Nr. 41 derfreien Zeitung" sich in öffentliche Erörterungen eiuznlassen und bemerkt nur, daß dieselben nur theäiveisc zu den ständigen Ar­beitern auf dem Gemündener Hämmer gehö­ren und daß die eigentlichen Haminerarbeiter ebensowohl zu jener Erklärung gedrängt wer­den konnten, als früher zu beut Austritt aus ihrer Kirche. Nölhigenfallö wird den Herren Buderus Söhnen, welche in bierct Angelegen­heit wesentlich beteiligt sind, auf Verlangen vollständiger Beweis hierüber geliefert werden.

Gemünden, den 22. Februar 1851.

Der cv. Kirekenvoostand deS Kirch spielt G ein ünden.

Zn verknusen.

(188) Ein ConveosationsiexiA'n, Ole Auflage, in 120 Heften, sowie K.uffvn's Naturgeschichte in lâO Heften mit Kupfern. Beide Werke noch ganz neu. Näheres in der Erpeditivtt d. Bl.

Dffene Lehrlingsstelle.

(202) In ein Lackw- und Maler Geschäft kann ein gebildeter Junge in die Lehre aus­genommen werden WoL sagt die Erpedi- tion d. Bl.

Zur Berichttgung.

(200) Denjenigen Herrn, der bei dem Kar- toffeluvertheilen an die Armen im Herbst 1849 über Anton Heilands Wrtiwc gesagt hat, ich hätte erklärt, Frau Heiland sei vie Kartoffeln nicht bedürftig, erkläre ich als Lügner.

Jonas Tho».

Lichtbilder auf Papier,

Kirchgaffe Nr». 31 zu Wiesbaden. (93ß)

Verantwortlicher Herausgeber und Verleger E. Ritter. Druck der T. Ritter'fchen Buchdrucker rr.