Die Popularität des italienischen Priesters.wächst mit jedem Tage bei den höchsten wie bei den unteren Volks- ilassen.
* London, 14. Febr. Gestern wurde DiSraelis Antrag, den die Gegner als eine indirekte Restauration des Schutzsystems bekämpften, nach einer äußerst lebhaften Debatte mit der schwachen Majorität von 14 Stimmen (281 gegen 267) verworfen. Die religiösen Gegner der Regierung hatten sich mit den Protektionisten vereinigt, um das Kabinet zu stürzen. Dies wäre ihnen beinahe gelungen. Es scheint überhaupt, als ob die päpstliche Partei diese Taktik, h Wut zuix mit allen Gegnern des Kabinets zu stimmen, zum System erheben wollen. In der heutigen Unterhaus- sitzung erklärte der Schatzkanzler, daß er am Montag den 17. Februar Rechenschaftsbericht über die Finanzlage bringen, die Fortdauer der Einkommensteuer vorschlagen und ein Vertrauensvotum darüber fördern werde. Bei Fortsetzung der kirchlichen Debatte kündigte Grattan an, er werde zu der Bill den Antrag stellen, daß die Worte „in den vereinigten Königreichen" gestrichen würden, damit sie im Fall ihrer Annahme nicht aus Irland anwendbar werde.
Der Aufstand in der chinesischen Provinz Kian-Si ist unterdrückt, jedoch erst nach blutigen Kämpfen, in denen der eine der beiden kaiserlichen Kommissäre das Leben verlor.
Dänemark.
Kopenhagen, 7. Februar. (L. Ztg.) Es herrscht im Publikum nicht geringe Aufregung' über dir aus verschiedenen deutschen Zeitungen in die unsrigen über- gegangenkn Andeutungen, daß die endliche Regelung ihr Verhältnisse zu den Herzogthümern die Aufhebung des dänischen Grundgesetzes nothwendig machen könnte. Und wirklich sollen vor einiger Zeit höheren Ortes dahinzielende Vorschläge gemacht worden sein, um den vollständigen Status ante bellum wieder herzu- stellen. Indessen versichern Wohlunterrichtete, daß eine so bedenkliche Maßregel, die den völligen Umsturz der jetzigen Regierung bedingen würde, nicht zu befürchten (?) und daß eine solche Forderung nicht einmal ernstlich gestellt worden sei. Unser Cabinct wird so wenig wie der König einen „Gesainmtstaat" Mit Aufopferung der Verfassung kaufen wollen, und aud; Deutschland wird nicht auf den wirklichen Status ante bellum bestehen, da dies bekanntlich vollkommene Gemeinschaft der Finanzen und des Heeres auch für Holstein und Laueuburg einschließen würde. Dänemark will bei den jetzigen Unterhandlungen — und Graf Sponncck soll eben in dieser Richtung instruirt sein — hauptsächlich die Präliminarien der Waffenstillstands« konvention von 1849 festhalten, nach welcher Schleswig von Holstein politisch getrennt und nur eine materielle Verbindung anerkannt würde. Eine theilweise Aenderung des Cabinets ist jedoch nicht unwahrscheinlich, und die „Kjöb.mhavnposi" sieht darin, daß Bana nicht bloß das Departement des abwesenden Finanz- Ministers übernommen hat, sondern auch den S-taals- j rathositzuugen beiwohnt, die Möglichkeit, laß Bang : alS Finanzminisier vielleicht bleiben und Graf Spon- neck nach seiner Rückkehr statt des jetzigen Ministers
(82) In der H. W. Ritter'schen Buchhandlung ist vorräthig:
Tabellen zur Bestimmung deS eubischen GehalteS der Rundhölzer, je nach gemessenem Umfange oder Durchmesser, der quadratförmig beschlagenen Hölzer und des Holzpreises nebst einem Anhänge, Nach dem Dezimal-System bearbeitet und herausgegeben von Wohmann, Herzoglich Nassauischem Oberforstamts-Accessisten und Conradi, Herzogl. Nassauischem Forstaccessisten. Preis 1 fl.
(178) Ausschreiben.
In Untersuchungssachen gegen den Soldaten Philipp Rossel von Bleidenstadt, wegen Betrügereien.
Der unten signalisirte Soldat Philipp Rossel von Bleidenstadt ist wegen Betrügereien dahier in Untersuchung; da der Aufenthaltsort desselben unbekannt ist, so werden alle Justiz- und Polizeibehörden ersucht, denselben im BetrctungsfaUe hierher abliefern zu lassen.
Wehen, den 12 Februar 1851.
Herzogl. Nass. Justizamt.
Appel.
Signalement des Philipp Rossel. Augenbraunen: blond;
Augen: braun;
Nase: gewöhnlich;
Mund: klein;
Bart: keinen;
Haare: blond;
Stirn: hoch;
Gesicht: vollkommen;
Gesichtsfarbe: frisch;
Größe: 5' 8“ 3"'.
(160) Den 26 Februar l. 5., läßt die <’. 8i«um<«Hi» B (we. in ihrer Behausung in Stna-Knut eine elegante zweispännige Chaise und sonstige Fuhrgcräthe gegen Iahlungsausstand bis 1. August v. I. freiwillig versteigern.
(168) 100 fl. liegen gegen
doppelte gerichlllche Sicherheit zum Ausleihen bereit.
Wo? sagt die Erpedition dieses Blattes.
(166) ES wird ein Lehrer, welcher deutsche und französische Sprache lehren kann, in eine Lehr-Anstalt gesucht, sowie einige gute Köchin- nen und Kellnermädchen für Gasthäuser. Näheres durch das Geschäftsburcau von Rauch, D 100 Pfandhausstraße in Mainz.
Geborne, Proclamirte, Getraute und Gestorbene in der Stadt Wiesbaden.
Geboren. Am 14. Januar dem H. B. u. Gütererpeditor August Barbieur ein Sohn, N. Edmund Karl Heinrich. — Am 15. Januar dem h. B. u. Seilermeister Philipp Jacob Schwarburger ein Sohn, N. Karl Ludwig Emil. — Am 23. Januar dem H. B. u. Metzger- meister Ferdinand August Käsebier eine Tochter, N. Karoline Emilie Elise. — Am 24. Januar dem H. 8. u. Kaufmann Karl Heinrich Acker eine Tochter, N. Helene Emllie Johanne ^riede- nkr. — Am 24. Januar dem h. B. u. Conservator Karl Wilhelm Guckuck eine Tochter, N. Karoline Auguste Henriette Philippine. — Am 26. Januar dem Lehrer Philipp Konrad Gârt- ner eine Tochter, N. Karoline Stella Adolphine Betty Georgine. — Am 28. Januar dem Herzogs. Medicinalassistenten Dr. Johann Fran; Hieronymus Gerzens eine Tochter, N. Anne Marie Florentine. — Am 28. Januar dem Hausmeister Johann Rathgeber, B. zu Framersheim eine Tochter, N. Charlotte. — Am 2. Februar dem Taglöhner Johann Philipp Braun, B. zu Wehen, eine Tochter, N. Katharine. — Am 3. Februar dem Taglöhner Christian Schmidt, B. zu Hachenburg ein Sohu, N. Wilhelm Georg Joseph.
Proclamirt. Der Kaplan Heinrich Christian Köhler, ehl. led. htl. Sohn des Land- wirths Johann Philipp Köhler zu Singhofen und Johanne Ernestine Friederike Wilhelmine Neitz, ehl led. Tochter des Pfarrers Friedrich Ludwig Philipp Reitz zu Dornholzhausen. — Wilhelm Heinrich Aller zu Quirnbach, ehl. led. Sohn des Johann Martin Aller daselbst und Johannette Katharine Elisabethe Amalie Bach, ehl. led. Tochter des H. B. u. Taglöhners Georg Daniel Bach.
Copulirt. Am 9. Februar der H. B. Friedrich August Schmidt und Georgine Charlotte Friederike Bücher.
Gestorben. Am 7. Februar Anne Katharine, geb. Merten, des h. B. u Sattlermeisters Johann Philipp Menges Ehefrau, alt 40 I. 13 T. — Am 8. Februar Dr. Heinrich von Franque, Arzt zu Berlin, alt 27 I. 1 M. 29 T. — Am 8 Februar der Leinwebergehilfe Johann Schmidt, alt 20 I. — Am 8. Februar Wilhelmine Karoline Henriette Christine, des h. B. u. SchreinermeisterS Johann Heinrich Friedrich Wilhelm Löw Tochter, alt 8 M. 24 T. — Am 8. Februar Freiherr Karl Hugo Hermann von Norbeck zur Rabenau aus Darmstadt, alt 19 I. 3 M. 20 T. — Am 8. Februar Samuel Smith aus London, alt 52 I. — Am 8. Febiuar der h. B. u. Taglöhner Karl Wilhelm Adam Kaspar Wertz, alt 32 I. 5 M. 26 T. — Am 8. Februar Heinrich, des h. B. u. SchreinermeisteiS Friedrich Schmidt Sohn, alt 4 T. _ Am 10 Februar der Briefträger Georg August Duthel, alt 25 I. 6 M 18 T. — Am 10. Februar Luise Wilhelmine Marie Betty Elise, des Diunusten Karl Heinrich Becher Tochter, alt 9 M. 22 T. — Am 13. Februar der Kappenmachergehilfe Johann Güth von Seck, alt 18 _ Am 14. Februar Marie Margarethe, geb. Ruß, des H. B. u. Polizeidieners Georg
Gottfried Löw Wittwe, alt 61 J. 7 M. 15 T. — Am 14. Februar Karoline Sophie Marie, deS H. B. u. Kutschers Philipp Peter Diehler Tochter, alt 7 M. 18 T.
ohne Pottefenille, Clausen, als solcher eintceten dürfte.
Türkei.
Smyrna, 27. Jan. (C. Bl. a. B.) Von Konstantinopel ist bereits in der vergangenen Woche ein Dampfboot mit Truppen nach Samos abgegangen. Zu gleicher Zeit wurde der türkische Regierungövampfer Tais hierher gesandt, um Truppen einzunehmen. Dieses Schiff ist am 24 mit 2000 Mann Soldaten von hier abgegangen. Die stehende Besatzung der Insel ist 4000 Mann stark. Die dorthin gesandte Verstärkung beträgt ebenso viel, so daß die militärische Macht auf 8000 Mann anzu« nehmen ist. Dagegen beläuft sich die kampffähige Mannschaft der Insel auf 60,000 Mann , alle gut bewaffnet und mit Munition auf lange Zeit versehen. Eine Deputation von Samos hat sich an die Bevollmächtigten der europäischen Großmächte in Konstantinopel mit der Bitte gewandt, daß dieselben die Anträge ihrer Vollmachtgeber bei der Pforte unterstützen möchten. Russischerseitö begünstigt man das Verlangen der Insulaner, die, von Uebeln das kleinste wählend, den griechischen Großlogothcten Aristarchcs als Gouverneur zu haben wünschen. Lord Canning dagegen hat ein Dampsboot nach SamvS abge- fcriigt, mittelst dessen er an die Aufständischen als Antwort auf ihre Appellation an seine Vermittlung die Bor- schuft ergehen ließ, daß sie auf die Unterstützung eng- lischerseits nicht nur nicht rechnen dürften, sondern daß er auch gewillt sei, bei fortgesetztem Widerstande dem dem .türkischen Gouvernement mit bewaffneter Hand seinen Beistand zu leihen, um sie zur Unterwerfung zu zwingen. Die Aufständischen haben dem Botschafter Sr. Herrlichkeit erwiedert, daß sie weder die türkische noch die englische Macht fürchten.
Aegypten.
* Die orientalische Frage scheint sich jetzt auch, um österreichisch zu reden, zu einer „brennenden" gestalten zu wollen. Die „Augsb. Allg. Ztg." bringt aus Alerandria Nachricht, daß man in Konstantinopel an den Vizekönig von Aegypten die Forderung stelle, die Steuern zu ermäßigen, sich einen türkischen Generalinspektor gefallen zu lassen und sein Heer auf 20,000 Mann zu verringern; und endlich solle Abbas Pascha sich einer Regelung seines Einkommes unterwerfen. Diesen kathegorischen Forderungen widersetzt sich der Vizekönig nicht blos, sondern er hat laut einer telcgr. Depesche aus Wien vom 14. Febr. durch eine Vermehrung seines Heeres um 40,000 Mann Land- und 15,000 Mann Seetruppen geantwortet und erklärt, daß er im Nothsalle das Ansinnen des Divans mit Waffengewalt adweisen werde. Kommt eö zu Konflikten, so wird Rußland mit Oesterreich so wenig, wie Frankreich und England müßiger Zuschauer bleiben können.
HandelS- und Börfeunach richten
Aus dem badischen Unterrheiukreise, vom 11. Februar. Nach den bestehenden Verordnungen werden die Tabake, welche verkauft werden, unter gerichtlicher Aufsicht gewogen. Sobald nun die Verkäufe vorüber sind, wird an die betreffenden Behörden Be
richt erstattet. Aus diesen ersieht man genau, wie viel Tabak jeder einzelne Ort verkauft hat. Solchen offiziellen Berichten entnehmen wir nun folgende Angaben. Es verkaufte: Seckenheim 11,000 Centner; Heddesheim und Reckerau je 8000 Ctr.; Ladenburg 7600 Ctr.; Feudenheim 6000 Ctr.; Nußloch 5600 Ctr.; Walldorf 5000 Ctr.; Edingen 4500 Ctr.; Dossenheim nnd Ilvesheim je 4000 Ctr. Man sieht schon hieraus, wie bedeutend die Einnahme für die Orte ist, wenn der Durchschnittspreis nur zu 12 fl. angenommen wird. Begreiflich ist es nun, daß ein Gerücht, es würde bei einer Zolleinigung mit Oesterreich ein Tabaks Monopol eingeführt werden, großen Schrecken unter unsern Landsleuten verbreitete. Die landwjrthschaftliche Verwaltung hat sich deshalb, höheren Orts dazu ermächtigt, veranlaßt zur Beruhigung der Dabaksbauern dieses Gerücht alS eine Unwahrheit zu erklären. — Nach dem Tabak nimmt der Zuckerrübenbau die nächste Stelle ein. Nach einer genau angestellten Berechnung wirft ein Morgen Landes, welcher mit diesen Rüben angebaut ist, einen Reinertrag von 36—48 fl. ab. Dieser Betrag aber ist um so höher anzuschlagen, als derselbe weniger gefahrvoll und einfacher ist, als der des Tabaks. Die Fabriken zu Waghäusel und Mutterstadt bezahlen dieses Jahr für den Centner Zuckerrüben 24 kr. Dieser Preis ist der angegebenen Berechnung zu Grunde gelegt.
t Dl ez, 16. Febr Nother Walzen . .
Weißer Walzen . .
Korn...... Gerste..... Hafer ..... Griffen.....
lr. Preis.
12 fl. 43 kr.
12 fl. 32 kr.
10 fl. 33 fr.
8 fl. 22 fr.
4 fl. 48 fr. — fl. — fr.
2r. Preis. 12 fl. 29 kr. 25 fl. 18 kr. 10 fl. 21 fr.
8 fl. 8 fr. - st. fr.
Geld-Sorten nach dem Frankfnrter Conrs vom 17. Februar 1851.
Nene Louisd'or...........
Pistolen............
ditto Preuß...........
Holl. 10 fl. Stücke........
Rand -Dukaten ..........
20 Frankenstücke.........
Engl. Sovereigns.........
Gold al Marco.........
Preuß. Thaler..........
5 Franken-Thaler.........
Hochhaltig Silber ....-...,
fl. fr.
10
9
9
9
5
9
11
372
1
2
21
55 30 55 40V, 31, , 23 41
45% 20% 26
An die verehr liche Redaction der „Freien Zeitung."
Eine von Herrn M.-R. Dr. H., dermalen in Wiesbaden, hierher geschriebene Unwahrheit veranlaßt mich, Sie zu bitten um die Bescheinigung, daß ich weder Einsender noch Verfasser, noch sonstwie Urheber- oder Theilnehmer der unter dem Corresponvenzzeichen 4=4= in der „Freien Zeitung" enthaltenen Berichte über die hiesigen Assisen-Verhandlungen bin. Achtungsvoll rc. Dillenburg, 14. Februar 1851.
Karl Braun, Hof-Gerichts-Prokurator.
Wird hiermit bescheinigt. Die Redaktion
(irr) Crwiederrrng
auf die in Nr. 22 der „Freien Zeitung" her- vorgerufene Erklärung des evangelischen Kirchenvorstandes zu Gemünden, über Herrn Verwalter Otto auf dem Gemünder Hammer.
Daß Herr Verwalter Otto und auf himmelschreiende Weise sollte zum Austritt auS der Landeskirche genöthigt haben, dieses ist durchaus nicht wahr, sondern sind nur böse Verlânmdungen und grausame Lügen des Kir- chenvorstaiwes zu Gemünden. Denn wir sind ja anS eigenem Trieb von der Landeskirche zur Lutherischen übergegangen und alle andere Arbeiter auf dem Gemünder Hammer gehören ja noch zur Landeskirche, welches sieben an der Zahl sind und unserer nur sechs, selbst Herr Verwalter Otto gehört noch zur Landeskirche, darum wird eS am besten für sie sein, wenn sie ihre Behauptn» -en widerrufen, welche grundfalsch sind, welches auch Jeder erkennt, der den Herrn Verwalter Otto kennt und welcher aber auch den Kirchenvor- stand zu Gemünden kennt.
Gemünden, den 30. Jumar 1851.
Ludwig Keßler. Friedrich Keßler. Philipp Keßler. Karl Keßler, Maurer. Ludwig Wolf jun. ___________Ivhauu Georg Kreoel.
t22) Bo» heute an können Bestellungen auf schönes buchenes Scheitholz in Klafter, halbe und viertel, buchene Wellen bei Kauf- Ma»» </<>*. Iterww» gemacht werden.
3" der H. W. Ritter'schen Buchhand- lung in WieSbaven ist wieder vorräthig:
Katecl-rsmns der christlichen Wernunft^Relrgron.
Bearbeitet von
Heribert Rau, Pfarrer.
Preis 30 kr.
Berantwortltcher HrrauSgeber und Verleger C. Ritter. — Druck der S. Ritter'schen Bnchdruckerei.
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