des Cultus-Ministers Herrn v. Raumer von seinen Aemtern suspendirt und die DiscipI mar-Untersuchung gegen ihn angeordnet. Die Verwaltung des botanischen Gartens wurde dem Professor Göppert übergeben. Hr. Nees von Esen deck erreicht in wenigen Tagen das sechs und siebzigste Jahr seines Alters.
Karlsruhe, 31. Jan. (B. L. Ztg.) Das Gr. Kritgö- ministerium hat unterm 27. d. M. an sämmtliche Trup- pentheilc und Komandantschasttn eine Bekanntmachung erlassen, wonach es an Werktagen den Soldaten verboten ist, beim Ausgehen ein Seitengewehr zu tragen.
Rottweil, 31. Jan. (Schw. M) Man sollte kauin glauben, daß neben dem Rauschen Niesenpro- zesse, wie er mit Recht genannt wird, noch ein weiterer Gegenstand der Besprechung Eingang finden könnte, und dennoch macht gegenwärtig eine Gespenstergeschichte aus unserer nächsten Nähe die Runde, bei welcher ein Bauernmädchen aus Fr., das einen schon 108 Jahre „gehenden" Geist erlösen muß, die Hauptrolle spielt! Da diese Erkorne ihrem dem Geiste gegebenen Versprechen gemäß sich gegenwärtig zum Werke der Erlösung in Einsiedeln befindrt, so müssen weitere Mittheilungen bis zu ihrer Rückkunft ausgesetzt bleiben.
Blaubeuren, 30. Jan. (Blaum.) Wie wir hören, ist der Nellinger „StundenHalter" Bückle heute vor das Oberaint berufen. Er, der sich für den Gesandten Gottes erklärt, den eine verblendete Menge fast anbetet, wird heute in das hiesige Krankenhaus gebracht, um von eine dyskrasischen, eckelhaf- ten und 'ansteckenden Krankheit geheilt zu werden.
München, 30. Jan. (AngSb. Mg. 3tg) Schon ist eine Anzahl Kamm.rmitgUevcr cingctroff n, und jeder Eiscnbahvzng vermehrt ihre Zahl. Muusirprâsivnt von der Psordten wird Durch den Landtag vorerst abgehalten ifin nach Drcodru zurnckzukehien. Dagegen bat wie wir venieymcn , Hofrath Dönninges eine Mission dahin erhalten, Lie er in diesen Tagen antreten wird. Er ist — wie schon seine (itevartidmn Leistungen bewiesen — ein gründlicher Kenner des denlswcn Slaatoreelns und der deutschen Geschichte, und hat in einer Zeit, wo andere, Die jetzt sehr rührig sind, Die Hände in bin Cchvvß legten, für die Stellung Bayerns und der Mittelstaalen überhaupt eine besonnene energische Thätigkeit entfaltet, ohne damals oder sitzt die Forderung der Zeit - Volks- vertrcung beim Bunde — zu verkennen. Er wird, wir hoffen es, zu seinen Ucbcrzcuguugen stehen.
Wien, 28. Jan. (Augsb. Allg. Ztg.) Zur Liquidirung der Kosten für das österreichische Truppencorps in 'I^imO deutschland ist der k. k. Regierungs- und Finanzrath v. Neuwall mit der dicßfälUgen Mission, und zugleich mit der Verrichtung eines Generalintendanten bei unserm Truppcncvrpo in Schleswig-Holstein betraut worden.
Wien, 30. Jan. Dem „Lloyd" nach soll Herrn von Schmerling bis Gesaneltchastsposten in Brüssel angeboten wotdeu ^n, was einer Verbannung gleich kommt.
Siegfried Weiß, Philosoph und Verfasser der „Memoiren zum neuen politischen Deutschland", ist polizeilich von Wien ausgewiesen worden.
S k a n d i n a v i e n.
Christiana, 24. Jan. (Börsenh.) Der König wird zur Eröffnung der Storthings nach Christiana reisen.
; Republik Frankreich
$ Paris, 1. Februar. Es war am 25. Mai 1848, als die konstituirende Versammlung eine Untersuchung der industriellen und landwirthschaftlichen Ar- beiterverhältniffe anordnete. Es wurden 29 Fragen den sämmtlichen 2847 Friedensrichtern Frankreichs zu- gestellt , damit jeder derselben eine Kantonalkommijsion, die aus eben so vielen Arbeitgebern als Arbeitern zu- sammenzuseßen sei, bilde und die Beantwortung der Fragen protokollire. 770 Kantons hatten der Aufforderung nicht entsprochen, doch 2077 ihre Protokolle der N, V. eingeschickt, die dann einen Ausschuß mit der Untersuchung der Aktenstücke beauftragte. Dieser Ausschuß nun behauptet, die Untersuchungen hätten kein ernstliches Resultat ergeben und die 2077 Protokolle enthielten „keine nützliche Auskunft"; er stelle daher den Antrag, die Akten ohne Weiteres in die Archive des Handels- und Acherbauministers zu legen, d. h. dort zu begraben! Es ist also in Frankreich Alles nnübertresslich und nichts zu verändern!! Nie hat sich die Stabilität breiter gemacht, als in diesem Anträge. Die demokratisch-sozialen Mitglieder der N. V. konnten und durften einen Antrag, wobei sie 2077 von 2847 Kantons für sich hatten, nicht ohne Protest hingehen lassen, sie durften nicht leiden, daß eine so wichtige Frage ungehört verdammt würde. Die ganze Hoffnung der Royalisten ging nun dahin, durch eine Debatte hierüber die sogenannten reinen Republikaner, die nur den demokratischen Freistaal wollen, von denen zu trennen, welche den demokratisch-sozialen Staat wollen. In wiefern ihnen dieser Plan gelungen, muß die nächste Folgezeit lehren. Harte Worte sind gefallen, aber dennoch hat die Billigkeit und Vernunft so weit gesiegt, daß mit 476 gegen 199 Stimmen zwar der Antrag von Pascal- Dupart auf Anordnung einer neuen Untersuchung ab- gelehnt, jedoch beschlossen wurde, daß sämmtliche Aktenstücke in ihren eigenen Archiven deponirt werden sollen, so daß die Sache eine geladene Kanone bleibt. Das ist allerdings den Burggrafen gelungen, daß die alte Majorität sich im erste» Schrecken vor dein Ge- spenste des Sozialismus wieder zufammengefunden hat; । doch auf wie lange? Das Elysee soll diese Angst zur . raschen Vorlage der Dotation benutzen und, dann erst je nach der Entscheidung mit dem neuen Ministerium und, im Falle der Verwerfung, mit der Natioualsub- skription hervortreten wollen. In der Ordnungspartei selbst herrscht übrigens über das Wahlgesetz vom 31. Mai der größte Zwiespalt, indem die Legitimisten überhaupt keine Reform wollen, während die Orleanistcn in diesem Punkte der gemäßigten Linken und der Mon
tague sich anzuschließen geneigt sind, und der Präsident für allgemeines Wahlrecht wenigstens bei der Präsidentenwahl ist. Die Kommission zur Prüfung der verschiedenen Wahlreformanträge hat den Jnstizminister eingeladen und es kann nicht fehlen, daß die Sache bald in öffentlicher Sitzung zur Verhandlung kommt, wo dann die Regierung sowohl wie die Parteien der Natioual-Versammltmg offen mit der Sprache hervortreten müssen.
w Paris, 1. Februar. MauguuL, von dein mehre Blätter meldeten, er sei nach Brüssel entflohen, befindet sich Heu re wenigstens noch hier und wurde von der Commission der National-Versammlung vernommen. Da der Antrag des Berichterstatters Moulin der Fortsetzung der Verfolgung gegen Mauguin günstig lautet, so ist es allerdings möglich, daß der wegen Schulden verfolgte Aböeordnete über die Grenze gehen wird. — Heute speisten im Elysee: Lamartine, Billault, Duclerc, Beth- mont und Flandin — wie es heißt, die Mitglieder des neuen Kab i nets. — Gestern wird mit Bestimmt. Hcit versichert, Lord Normanbys Nachfolger sei ernannt Lord Palmerstons intimster Freund, Lord Clarendon werde den Posten Normanbys erhalten und letzterer als, Generalgouverneur nach Calrutta gehen.
An der Börse fortwährende Hausse, 3pCt. 57, 95 (Hauffe 10 Ct.); 5pCt. 96, 65 (Hausse 20 Ct.)
Spanien.
Madrid, 20. Jan. (Augsb. Allg. Ztg.) Man ist endlich Dahinter gekommen warum General Narvaez so plötzlich abgereisi ist. Er war mchreremale zum Zweikampf herausgefordert, und hätte die Duelle zu bestehen gehabt, wenn er hier geblieben wäre. Sein Ausreißen hat ihm sehr geschadet und seinen Feinden eine Waffe in die Hand gelegt, Die sie geschickt zu benützen verstehen. Narvaez' Freund und ehemaliger College, Sartorius, gewesener Minister des Innern, hatte am T 'ge seines Austritts aus dem Ministerium gleich einen Zweikampf zu bestehen, wobei er leicht am Kopse verwundet wurde. Dies bat ihn bei den ritterlich denkenden Spaniern wieder in Achtung gesetzt und seinen gesunkenen Credit wieder gehoben.
Geld -Sorten
nach dem Frankfurter Cours vom 3. Fâ nr 1851
Neue Louisd'or .
Pistolen . . . ditto Preuß. .
Holl. 10 fl. Stücke Rand - Ducaten . 20 Frankenstücke Engl. Sovereigns Gold al Marco Preuß. Thaler .
& Franken-Thaler Hochhaltig Silber
H
fl.
fr.
10
58
9
«%:
9
55
9
39
29
9
22
11
39
372
—~
1
45
2
20V,
24
2t
Betau ii t in a ch u u g e n.
Geborne, Proclamirte, Getraute und Gestorbene in der Stadt Wiesbaden.
Geboren. Am 27. Dezember dem Herzoglichen Procurator Dr. Karl Friedrich August Geiger eine Tochter, N. Emma Anna. — Am 31. Dez. dem Herzoglichen Revisor Johann Ludwig Gaßmann ein Sohn, N. Ernst Karl Heinrich Ludwig. — Am 8. Januar dem h. B. u. Kaufmann Johann Heinrich Friedrich August Bauer ein Sohn, N. Ferdinand Heinrich. — Am 12. Jan. dem h. B. u. Tüncher Karl Wilhelm Kimmel eine Tochter, N. Christiane Wilhelmine Katharine Karoline. — Am 12. Januar dem H. B. u Schlvffermeister Weimar Merkelbach ein Sohn, N. Christian Franz Wilhelm. — Am 16. Januar dem H. B. u. Schreinermeister Georg Friedrich Nöll ein Sohn, N. Johann Matthaus Georg Heinrich. — Am 26. Januar dem h. B. u. Rauchwaarcnhändler Jesalas Hirsch Bar eine todtgeborne Tochter.
Proclamirt. Der h. B. Friedrich August Schmidt, ehl kb. htl. Sohn des h. B. Georg Schmidt und Georgine Charlotte Friederike Bücher, ehl. led. Tochter des H B. u. Schuh- machermeisters Georg Konrad Bücher. — Der H. B. u. Schrclneriiieister Karl Friedrich Christian Adolph Schellenberg, ehl. led. Htl Sohn des Pfarreis Philipp Ludwig Schellenberg zu Wörsdorf und Marie Philippine, geb. Hofmann, verwiltwete Herrmann dahier.
Gestorben. Am 28. Januar Marie Elise Wilhelmine, des h. B. u. Messerschmiedes Peter HiSgen Tochter, alt 6 M. 28 T. - Am 29. Philipp Peter Paul, des h. B. u. Mundlochs Johann Wilhelm Bauer Sohn, alt 3 I. 4 M. lv T. — Am 29. Januar Heinrich Peter Scherer, B. zu Sonnenberg, alt 56 I. - Am 29. Januar Johannes, des h. B. u. Schreiner- meisters Johann Friedrich Fröhlich Sohn, alt 1 M. 8 T.
Den Schützen!
Durch wiedcrholre Konfutse und Beschuldigungen, als ob ich ein Schreiben des Hrii. Schuster von Selters, das ich gleich nach Empfang desselben dem Vorstand mittheilte, unterschlagen und der Schützengescllschaft vorenthalten hätte, habe ich mich bewogen befun. den, am 14. Januar d. Js. die Stelle des ersten Zugführers niederzulegcn und aus der Nassauer Schützencompagnie auSzutreten, was ich zur öffentlichen Kenntniß mit der Bitte bringe, fernerhin keine die Schützenangelegcn- hkltcn betrcffcnde Briefe mehr an mich zu adresfiren.
Nassau, den 30. Januar 1851. (128) Wilhelm Gmmel.
®^ t 27) Wegen Wohnortsveräiidcrung ist bei Untcrzeichiictenl in der Caser- nenstraße zu Biebrich em einstöckiges Wohnhaus nebst Hintergebäude mit einer geräumigen Schreinerwerkstätte und Garten aus freier Hand zu verkaufen.
Joh. Maurer.
(110) 30,000 fl. in kleinen Hypotheken sind gegen dov- pelt gerichtliche Sicherheit aus- zuleihen durch
Friede. Sc stau 8.
(109) Mehrere gcdicnte Männer suchen einen Militär-Einstand zu machen. Näheres in der Erpcdition d. Bl.
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<ll9) Edictalien.
Nachdem August Herr und dessen Ehefrau Margarethe, geb. Dusch, von Hirzenhain heute boiiis cedirt haben, und das erlass ne Concurserkenntniß durch Verzicht aus die Appellation rechtskräftig geworden ist, so siebt zur Geltendmachung dinglicher und persönlicher Ansprüche an der Masse und zwar unter dem Präjudize Ausschlusses von derselben Termin auf
Mittwoch den 12. März l. I., Morgens 9 Uhr.
Dillenburg, den 24. Januar 1851.
Herzogl. Rass. Justizamt.
Krah.
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Bereinigten Staaten von Nordarnerika,
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besonberer Berücksichtigung und Hinweisung dort zu gründender Niederlassnngen Europäischer Einwanderer.
Besöndeis dlesen Letzteren gewidmet von
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Unter den vielen Beschreibungen der vereinigten Staaten nimmt diese durch ihre Un« partheilicvkeit, Ausführlichkeit und Popularität für den Answanderungslustigen noch immerhin empfeylenswerthe Stellung ein. Er findet hier geschichtliche und geographische Andeutungen die Beschreibung einzelner Staaten nach allen ihren Verhältnissen, Wutke und Rathschläge rc. Der herabgesetzte Preis ist für das 18 Bogen starke Werk gew ß sehr billig.
Wies vaden. H. W. Nittcv'sche Buchhandlung.
X"â~* (,86) Der Unterzeichnete sucht für sein conccsswinrte» „Bureau zum Schutze der Auswanderer" unter sehr aunstigen Bedingungen einen cautronsfährgeri Generalagenten für das Herzogthum Nassau, wobei jedoch nur ans einen Sülchen reflec- tirt wird, der sich bezüglich seiner Solidität auf ein achtbares Haus beziehen kann, und auf dessen Thätigkeit zu rechnen ist. F. ff*. LteilKavmen in Coblenz.
(82) In der H. W. Ritter'schen Buchhanvlung ist vorräthig:
Tabellen zur Bestimmung de» cubischen Gehaltes der Rundhölzer, je nach gemessenem Umfange oder Durchmesser, der quadratförmig beschlagenen Hölzer und des Holzpreises nebst einem Anhänge. Nach dem Dezimal-System bearbeitet iiiib betanogegeben von Wo hm an u, Herzoglich sstiignnischem Oherforstamts-Acceffisteu und Evuradi, Herzogl. Rassauischeul Forstaccessisten. Preis I fl.
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