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6 Januar eingewilliat vom 17. d. M.

^et Vertheidigung der Rechte des Volks in legen wollen, die durch Absetzung, Pensioni- en und jwv von und Versetzung jeden Augenblick waffenlos und

'm igjg wirkGlmuiächtig gemacht werden können!!! Aber wir wie­derholen, wir wollen nicht müde werden, die Demo­kraten zu ermahnen, ihre Pflicht zu thun, wenn sie auch noch so sehr und noch so häufig Fehler begehen sollten. Und so sonnten wir auch nicht umhin, heute die Demokraten unserer Stadt darauf hinzuweisen, daß

r jetzigen

aß Se. Hoheit Kammer bis zum

Nachtrag ^ur ^eIesetz : dieKassenreceße be- ^Der 2lu6fd)ug todte seines Berichtes noch den ^reffend, spricht Gierung möge baldigst ein Gesetz Wunsch ans, Mn der Rechnungskammer, so wie über Reorg^g ves Anklageprozeffes auch bei correc- uber ($inf]^ei1 und über Reform des Untersuchnugs- ^'ifUeij/aovleflen, welche Wünsche die Kammer zu machte.

o-oWiesbaden, 19. Dec. (Die KreiSbezirkS- rathswahlen.) Wir wollen nicht müde werden, unsere Partei zu ermahnen, ihre Pflicht zu thun. — Bei der neulichen Wahl der Gcmcinderäthe hat die Demokratie der Stadt Wiesbaden wahrlich keine Lor­beern um ihre Schlafe gewunden. Trägheit, stupide Gleichgültigkeit, kleinliche, kindische Eifersüchtelei, man­gelhafte Ausführung des von der Demokratie selbst angenommenen Feldzugsplans haben es leider verhin­dert, daß die Demokratie da nicht gesiegt hat, wo sie, von regem Eifer beseelt, hätte sie«

gen können.

Im 11 und 12ten Viertel wurden zwar zwei De­mokraten in den Gemeinderath gewählt, aber nicht Diejenigen, welche auf den Vorschlag des Ausschusses der demokratische Verein aufgestellt hatte. Wir kennen selbst die beiden gewählten Männer als brav, ehrenwerth und gesinnungstreu; allein gleichwol möchten wir doch dem 11 und 12ten Viertel zu bedenken geben, wohin die demokratische Partei am Ende wol gelangen würde, wenn jeder Demokrat so beliebig auf seine eigene Anschauung, und mit aller Verwerfung der so unbedingt nothwendigen Parteidisciplin handeln würde; gleichwol müssen wir den genannten Vierteln die Er­wägung anheim geben, ob es nicht rathsam gewesen wäre, die Gründe etwas näher in's Ange zu fassen, welche bei der Aufstellung der beiden verworfenen De­mokraten zur Richtschnur gedient haben mögen.

Im 8ten Viertel fehlten dem Candidaten der de­mokratischen Partei, Schreiner Momberg er, nur wenige Stimmen um ihm den Sieg über seinen Geg- flff }„ schaff..., em iten Viertel hatte die Demo­kratie, welche hier Wilhelm Blum in dec Herrnmühle aufgestellt hatte, die Majorität erhalten, wenn nicht beim ersten Scrutinium 4 Stimmen als nachlässig und übereilt niedergeschrieben, hätten kassirt werden müssen.

Im lOten Viertel, wo die demokratische Parthei so sehr überwiegt, wurde statt des vorgeschlagenen F. C. Nathan. Lehrer Dögen gewählt. Hat das 10te Viertel auch bedacht, welches heitere Loos dem Dögen blühen kann, wenn er ganz rücksichtslos, frei und kühn

% Pf. Ein einzelner Mann findet ein höchst mittel­mäßiges Logis wöchentlich nicht unter 1 Thlc. 20 ^>gr., der Arbeiter aber muß für eine gleiche Summe seine Familie ernähren. Hiervon haben wir nun noch die Kosten für die Schule, sowie unsere Steuer und etwaige außerordentliche Ausgaben zu bestreiten und von dem dann uns noch bleibenden Reste dürfen wir verschwen­den, so viel wir wollen. — Jede Stunde Arbeit bringt nur den Preis eines Pfundes Brod!

In den Fabriken sind über eine Anzahl Arbeiter Aufseher gesetzt, deren Geschäft nur darin besteht, die Arbeiter bei ihrem Werke zu beaufsichtigen. Die Ver­hältnisse des Arbeiters zu seinem Aufseher sind die traurigsten und für uns am meisten drückenden. Der Aufseher, der natürlich darin seinen größten Ruhm sucht, seinem Herrn dienstbar zu sein, kann diesen Ruhm nur durch die größtmögliche Bedrückung des Arbeiters erlangen. Es ist dem Aufseher das Recht in die Hand gegeben, den Arbeiter augenblicklich zu entlassen, jede Ungebührlichkeit, wozu man auch das zu häufige Sprechen rechnet, zu bestrafen — er ist sein Richter! Wenn aber ein Arbeiter sich gegen seinen Aufseher beklagen will, so ist ihm dazu der Weg verschlossen: nur bei diesem darf er sich beklagen, zu seinem Herrn zu gehen, dazu hat er nicht das Recht. Zwar hat man es den Arbeitern eingeräumt, Streitigkeiten mit dem Aufseher durch einen Vertrauensmann vermitteln zu lassen, gleich­wohl aber hat der Aufseher das Recht, auch diesen Vertrauensmann zu entlassen. Wichen Schutz wir also gegen Ungerechtigkeit haben, erhellt, glauben wir, daraus zur Genüge. Wir wollen nur eine Thatsache anführen. In einer Fabrik hatte ein Arbeiter es ge­wagt, ein paar Minuten vor dem Schlage der Glocke sein Brod zu essen. Der Aufseher fand dies für solch ein Verbrechen, daß er (deßhalb!) den Arbeiter sofort entließ, —

Gemeinde gegen Angriffe jeglicher Art -wird? — Wie kann man Leuten das

'n und

sie in diesen Tagen bei der Wahl der Kreiöbezirksräthe eine sehr passende Gelegenheit haben, um die Scharte von der neulichen Wahl der Gemeinderäthe her, glanz­voll auszuwetzen. Möchten sie ja diese Gelegenheit recht innig ergreifen, und erwägen, was wir ihnen schon neulich warnend zugerufen haben, nämlich: daß einem faulen, bei feinen heiligsten Inte­ressen gleiMgültigen Volke nie und. nim­mer vom Schicksale die drückende Geißel der Züchtigung abgenommen wird.

Möchten sie ja die fragliche Gelegenheit auch deß­halb ganz und voll erfassen, weil, wie bekannt, bei dem umfassenden, tiefeingreifenden Wirkungskreis der Kreisbezirksräthe, denen einmal über die wichtigsten Interessen der Bürger eine sofort bindende Entscheidung zukommt, und die andererseits die Aufgabe haben, die Schreibstubenherrschaft empfindlich zu treffen und den Beweis zu führen , daß in vielen Dingen, welche bis­her durch die von den Staatsmännern der alten Schule für reine Universalgenie's gehaltene „Juristen" ihre, wenn auch oft sehr sachwidrige Regelung fanden, der gesunde und praktisch geschulte Sinn des Volkes allein die sachgemäße Entscheidung zu geben vermag, — — — — die demnächst vorzunehmenden Wahlen von einer ausnehmenden Wichtigkeit sind, von einer Wichtigkeit, die bloß die Dummheit nicht begreifen kann, oder die Verrät her ei nicht begreifen will.

/^ Wiesbaden, 18. Decbr. Die Replik des Hrn. Korrespondenten „von der US" in No. 298 d. Bl. dient lediglich zur Bestätigung Dessen, was wir in No. 281 gesagt haben. Derselbe sucht zwar im Ein­gang seines Artikels unserm freundschaftlichen Streite die Wendung zu geben, als sei es ihm blos um die Aufrechterhaltung der Autorität des Ansbacher Ge­meinderaths zu thun; derselbe habe einmal die Aus­weisung des Predigers Ebert beschlossen, dieser Be­schluß müsse daher^ ganz abgesehen davon, ob derselbe zu rechtfertigen sei oder nicht, aufrecht erhalten werden; denn „das Recht der selbstständigen Gemeindeverwal­tung sei eine ebenso wichtige Märzerrungenschaft, wie das der Religionsfreiheit." Allein der Hr. Korrespon­dent verläßt selbst sogleich wieder diese Wendung nach der formellen Seite hin, und geht abermals auf das MäkMeklè der Sache über, indem er seine alten Kla­gen über die durch die Altlutheraner hervorgerufenen ^Familienzwiste" u. s. w. wieder erhebt. — Das ijVy aber gerade, worin die Verschiedenheit un­serer Ansichten liegt. Nicht von ferne konnte es uns einfallen, das formelle Recht des Anspacher Gemein­deraths zur Aufnahme oder Nichtaufnahme des Kandi­daten Ebert zu bestreiten; wir haben nur geleugnet und leugnen wiederholt, daß der Gemeinderath in dem vorliegenden Fall den rechten Gebrauch von jenem seinem unbestreitbaren Rechte gemacht habe. Denn, daß durch eine Religionssekte oder deren Prediger „Fa­milienzwiste" 2C. hervorgerufen werden, das ist kein Grund, derselben oder demselben das Allen zustehende Recht der „Religionsfreiheit" zu rauben oder zu verküm­

Wir dürfen nur dann Hunger haben, wenn die | Glocke schlägt und das Essen uns erlaubt; kömmt der Hunger zu früh, so ist das eine Unordnung, die nicht geduldet wird. Die Fabrikordnung hat derartige Fälle gewissenhaft vorgesehen.

Das ist unser Leben. Wir verlassen mit der Dun­kelheit unsere Hütte und kehren mit ihr dahin zurück. Unsere Kinder sehen uns nicht, denn sie schlafen, wenn wir kommen und gehen. Aber dennoch verlangt man von uns ein liebevolles Familienleben!

Wir haben unsere Herren um Abänderung unserer Lage gebeten — man hat uns abgewiesen. Dann ha­ben wir uns vertrauensvoll an die Regierung gewen­det, und um Hülfe gebettelt. Man schickte unsere Ab­geordnete mit dem Versprechen zurück, daß in läng­stens 14 Tagen durch Absendung eines Kommissars Untersuchung und möglichste Abhülfe erfolgen solle. Wir haben geglaubt, vertraut, gewartet -- vergebens. ' Unser Elend, unsere Trostlosigkeit blieb dieselbe.

Als wir flehten, half man uns nicht und sendete keinen Kommissar, obwohl man ihn uns versprochen; als aber unsere Herren baten, da kam der Kommissär auf der Stelle, — tun uns zu helfen.

Es liegt uns die Verzweiflung nicht fern, sie ist seit Jahren unser Begleiter. Selbst der Zustand des Gefangenen ist für die Meisten von uns beneidens- werth, und eine, wenn auch traurige Wohlthat, — und wenn das Schicksal unsere Weiber und Kinder uns unser eigenes Elend nicht vergessen ließe, so wür­den wir in unserer Freiheit keinen innigeren Wunsch kennen, als den, Sklaven zu werden.

Wir finden keine Hülfe! Unsere Herren weisen uns die Thüre, und selbst die Forderung, daß man unsern Lohn uns am Freitage zahlen möge, damit es unS möglich sei, an dem einzigen Markttage, Sam­

mern. Das Christenthum veranlaßte bei seiner Ausbreitung ebenfalls „Familienzwist", ja dessen Stifter sagte sogar, „er sei gekommen, den Menschen zu erregen wider seinen Vater und die Tochter wider ihre Mutter und die Schuur wider ihre Schwieger"; aber damit wird doch der Herr Us-Korrespondent die Verfolgungen der Juden und Römer gegen die ersten Christen nicht recht­fertigen wollen? Daß in einer Zeit großer geistiger Bewegung der Kampf der Ideen auch zu einem Kampfe zwischen deren Trägern, selbst bis in den Schooß einer und derselben Familie hinein, fich gestaltet, das liegt so sehr in der Natur der Sache, daß es nur durch Unterdrückung der Ideen selbst vermieden werden könnte — und das wird doch der Herr Us- Correspondenc nicht wollen?

Was derselbe über das bisherige „Verhalten der Demokraten gegenüber den Altlutheranern" sagt, das ist uns, wir müssen es gestehen, ganz unverständlich. Er behauptet nämlich, „die demokratische Partei seiner Gegend sei noch in keiner Weise gegen die Partei der Altlutheraner ausgetreten, sondern habe die Sache jener Partei stets unterstützt"; und dennoch „tritt" der Hr. Korrespondent von der Us selbst, der doch nach seiner ausdrücklichen Versicherung ebenfalls ein Demo­krat, und zwar auch ein Demokrat jener Gegend ist, in wiederholten Artikeln gegen die Altlutheraner „auf!" Oder steht der Hr. Korrespondent in jener Gegend mit seiner Ansicht ganz allein und allen an­dern Demokraten gegenüber? Das wäre allerdings sehr erfreulich, scheint aber doch nicht der Fall zu sein, da dec Gemeinderath zu Ansbach, welcher dem Pre­diger Ebert die Aufnahme verweigert hat, doch wohl, wenigstens in seiner Majorität, auch aus Demokraten besteht. Doch wollen wir hoffen, daß im Ganzen nur wenige Glieder der demokratischen Partei jener Gegend die Ansichten des Herrn Korrespondenten rückfichtlich der Altlutheraner theilen; sonst hätte derselbe, nachdem er vorher schon berichtet hat, „die demokratische Partei habe die Altlutheraner stets unterstützt", zu der Aeußerung am Schluffe seines Artikels: „so lange das Pfaffenthum noch durch die Demokratie unterstützt werde, sei dem Absolutismus niemals der Todesstoß beizubringen", keine Veranlassung gehabt. Oder hat der Hr. Korrespondent bei dieser „Unterstützung" uns und unsern Artikel im Auge ? Wir „unterstützen" nicht das „Pfaffenthum", sondern wir bekämpfen dasselbe, aber nicht durch Ausweisung seiner Träger, nicht durch Anrufung des Herzoglichen Kreisamts und des hohen Ministeriums, wir bekäinpfen es mit den Waffen des Geistes, lediglich auf den: geistigen Gebiete. Wohl wahr, „die Demokratie hat sich gegenüber die natio­nale, sociale, politische und religiöse Barbarei"; aber welche von diesen verschiedenen Barbareien die Ur­sache der andern ist, darauf kommt es an, und da­nach muß man sein „Ankämpfen" entrußten, und darin eben scheint der Hr. Us-Korrespondent noch nicht klar zu sein.

* Wiesbaden, 20. Dezember. Merkwürdig, doch nicht gerade überraschend ist es, daß Preußen überall, wo es sein Gesicht nach Oesterreich und Rußland wen­det, entwaffnet, so daß sich die Zahl der Beurlaubten schon auf 100,000 Mann , also auf den vierten Theil der ganzen Wehrkraft erstreckt, daß gleichzeitig aber das Corps bei Kreuznach unter dem ehemaligen Kriegsmi­nister General Strotha rasch auf 25 bis 30,000 Mann gebracht, unter General Schreckensteins Oberbefehl ge­stellt werden und die Generäle Strotha und Bonin zu Kommandeurs des rechten und linken Flügels erhalten soll. Der Kurfürst von Hessen mad)t dem offiziellen Preußen wieder viel zu schaffen: er weigert sich, unter den ver-

stags, unsere Bedürfnisse einzukaufen, ward uns nicht gewährt.

Wir finden keine Hülfe. Wohin wir uns wenden, hegt man kein Mitleid mit unserm Zustande, der von der Menschlichkeit nur den falschen Namen geborgt. Die Regierung hat auf unsere Bitte, unsere Zustände zu untersuchen, nichts gegeben.

Wir finden keine, keine Hülfe! Wir feuchten nur mit Thränen unser Brod, und der Jammer unserer darbenden Weiber und Kinder ist unseres Lebens ein­zige Harmonie.

Man tröstet uns mit der Religion, aber unsere Körp^' läßt man zum Gerippe werden! — Man pre­digt uns Liebe und gibt uns den Hunger als Sâug- amme und das Elend zum Todtenkleid.

Man preist uns die Barmherzigkeit, aber unsere Samariter fahren in Karossen an den im Elend Ge« dornen vorüber! — Man macht uns die Sorge für unsere Kinoer zur heiligen Pflicht, und wir können ihnen nur ein zwischen Noth und Verbrechen getheil­tes Leben als Erbtheil geben.

Wir finden keine Hülfe. Nur grelle Verzweiflung kann uns die Kraft wiederfinden lassen, die das Elend aus unserem Marke gesogen.

Wir haben geredet und die Wahrheie der Mensch« heit als Richterin übergeben. Wie unser Leben selbst den Züchtling beneiden läßt, so ist unsere Freiheit nur bitterer Spott. Man hat den Glauben aus unserer Brust gerißen und das Vertrauen uns genommen. Nur auf Eins vertrauen wir: — daß die Menschheit den Gedrückten, den Zertretenen wenigstens ein gerechtes Urtheil zukommen lassen wird."