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Taris eine Depesche ergangen, worin demselben er- t öffnet wurde, sich Feitag den 6. d. nach Frankfurt ein- t zufinden und das Weitere über den Rückzug der bei- s derseitigen Truppen aus Kurhessen zu vernehmen. i

Wien, 1. Dezember. (Tel. Dep.) Ungeachtet - deS, wie INaN versichert, friedlichen Ausfal- t les der Olmützer Konferenzen werden die ] Rüstungen fortgesetzt. Bei Pferdever- s kaufen an die Staatsverwaltung sind nam- [ hafte Prämien bewilligt. Die heutige j ^Wiener Ztg." fordert Aerzte und Chirur- gen zum Dienst in der Armee auf. )

Prag, 30. Nov. (D. A. Zig.) Die Truppenbe- * wegungen dauern trotz der anhaltenden friedlichen Nach- ' richten fort, und dies in einer Weise, daß die Bahn­verwaltung täglich zwei Personenzüge und sämmtliche Frachtzüge auf der böhmisch-sächsischen Bahn eingestellt hat. Es verkehren täglich acht bis zehn Trains mit Truppen. Gestern verließ das erste und dritte Ba­taillon Wimpffen und das zweite Bataillon Wohlge- muth unsere Stadt, um in Begleitung zweier Caval- ' leriebatterien nach Lobositz abzugchen. Heute Morgen 1

ist ein Bataillon Jäger ebendahin abgegangen und 1

zwei Divissionen Kürassiere, eine Division Ulanen und ein Artillerietrain sind hierher eingerückt. F.Z.M. Graf Wratislaw kam gestern Abend von Wien und ist heute nach einer Besprechung mit mehreren Generälen nach Lobositz abgegangen.

Italien.

Florenz, 25. November. Der Redakteur desCon- stitutionale" ist wegen eines Artikels gegen Louis Na­poleon über Klage des französischen Gesandten vor die Polizei geladen worden.

Turin, 25. November. Mano ist zum Präsiden­ten des Senats, zu Vicepräsidenten sind Alfieri, Sostegno und Plizza gewählt worden.

Bologna, 25. November. Ein Gesetz über die Administration der Provinzen ist erschienen; es zerfällt in 6 Hauptstücke. Obersterste Landeseinthcilung: ein hauptstädtisches Gebiet und 4 Legationen. Untcrein- theilung der Legationen: Delegationen, Gubernien, Kom­munen. An der Spitze jeder Legation steht ein Kar­dinal mit 4 Räthen.

Republik Frankreich

* Paris, 3. Dezember. Während Oesterreich im­mer stärker rüstet und die Russen weiter und weiter an die Westgrenze Vordringen, kurz während Frank­reichs Sicherheit mehr als je bedroht ist, verkündete heute die halboffizielleu Organe (Patrie" und der kleineMoniteur"), daß die Regierung angesichts den friedlichen Aussichten in Folge der Olmützer Konferenz gesonnen sei, den Gesetzentwurf wegen der 40,000 M. zurück;unehmens Ist das bloße Verblendung oder Verrath? Börse: 3pCl. blieben 56,10; 5pCt. 94,90 (Hausse 15 C.); Bankaktien 2295 (Hausse 10 Frs.)

HaudelS- und Börseulrachrichten

Frankfurt, 4. Dez. Da die gestern verbreitet gewesenen Friedensnachrichten durch die neu aiigekom- meuen Wiener und Berliner Berichte ihre vollkommene Bestätigung erhielten, so erneuerte sich heute die Kauf­lust, und auf fortgesetzte Ankäufe, die in sämmtlichen Papieren geschahen, empfanden die Course wieder eine merkliche Steigerung seit gestern; am Ende bekam je­

doch namentlich der Markt in österreichischen Sachen, durch Gewinnftverkäufe, (bloö dadurch?) die darin gescha­hen, ein .flaues Ansehen und schlossen dieselben zuletzt matter wie zu Anfang der Börse. 5pCt Metall, bis zu 75 % pCt. verhandelt, blieben nach der Börse 74 % pCt., 4 ya pCt. Metall, bis zu 65 % pCt. umgesetzt, schließen 64 s/4 pCt., Wienerbankaktien mit 1100 fl. bezahlt, blieben 1085 fl., 500 fl. Loose an­fangs 151 pCt. gemacht, zuletzt 149 Hz pCt. Alle übrigen Staatspapiere, obgleich zuletzt auch niedriger schließend, stellten sich dennoch höher im Cours als gestern. Von Eisenbahnaktien hleibt F.-W.-Nordbahn 38 % pCt., Berbach 70 pCt., Köln-Minden 93 pCt., Taunus 305 fl. 3pCt. inlänv. Span, bis zu 33 % pCt. umgesetzt, blieben nach der Börse 33 % pCt. G.

Aufruf.

Das leibliche und geistige Elend, das schon seit Jahrzehnten in den meisten europäischen Ländern herrscht, und in seiner ganzen Größe in den beiden letzten Jahren hervorgelrcten ist, ist eine dringende Aufforderung an Alle, welche nur irgendwie Hülfe leisten können, mit vereinter Anstrengung aller ihrer Kräfte dem immer mehr anschwellenden Strome der Verarmung und des Verderbens sich entgegenzustellen. Daß dieser in allen Zeiterscheinungen so ernst an uns ergehende Mahnruf nicht überall unbeachtet geblieben ist: davon legen be­sonders die zahlreichen Vereine, die in allen Orten Deutschlands sich gebildet haben, zur Pflege der Kranken, zur Unterstützung der Armen, zur Fürsorge für wan- dernde Handwerker, zur Beaufsichtigung entlassener Sträflinge, zur Erziehung verwahrloster Kinder, und andern ähnlichen Zwecken; davon legt das ganze Be­stehen der in so weiten Kreisen und so segensreich wir­kenden sogenannten innern Mission hinlängllich Zeug­niß ab. Verschiedene Umstände ließen bisher in unserm so reich gesegneten engern Vaterlande die Noth nicht so sehr wie in manchen andern Ländern hervortreten und wohl deshalb vornehmlich wurde auch bei uns, bei aller Wohlthätigkeit im Einzelnen, ein gemeinsames Wirken zur Hebung der herrschenden Uebelstände fast gänzlich vermißt. Da es sich aber immer deutlicher herauöstellt, wie auch Nassau, ohne die nachtheiligsten Folgen fürchten zu müssen, nicht länger mehr zögern darf, dem so vielfach gegebenen Beispiele der Bildung freier Vereine zu den angegebenen Zwecken nachzufolgen; so haben die Unterzeichneten sich entschlossen, an ihre Nassauischen Mitbürger gegenwärtigen Aufruf zu er­lassen zur Theilnahme an einem Werke, daS ihnen für jetzt als das nothwendigste erscheint: an der Gründ­ung eines Krankenhauses, vas, soweit Raum und ! Mittel reichen, Mitglieder aller Confessionen anfnehmen unD pflegen soll, und einer Erziehungsanstalt für arme ver wahrloste Kinder, welche freilich für den Anfang auf Knaben evangelischer Confession sich beschränken würde. Wie wünschenswert!) die Errichtung gerade dieser Anstalten sei, glauben wir nicht weitläufig aus- einandersetzen zu dürfen. Das traurige Loos, welches meistens Arme bei länger dauernder Krankheit zu haben pflegen und die Schwierigkeiten, mit welchen die Ver­pflegung erkrankter Dienstboten oft in dem Hause ihrer Herrschaft verbunden ist, sind gewiß Niemanden unbe­kannt und wo könnte, was ihnen fehlt, leichter und vollkommener ihnen dargeboten werden, als in einem unter specieller Aufsicht eines Arztes stehenden Kranken­hause? Daß aber unser Herzogihum auch eines nach Art des Rauhen Hauses bei Hamburg eingerichteten Rettungshauses bedürfe, ist schon öfter, in größern und

kleinern Versaminlungen und in verschiedenen Aufsätzen öffentlicher Blätter überzeugend ausgesprochen worden; und es führt darauf auch schon der Umstand, daß in Deutschland schon mehr als 70, in Würtemberg allein etwa 30, solcher Anstalten bestehen, und ihre Zahl noch mit jedem Jahre vergrößert wird.

Sollte es ohne bedeutende Schwierigkeiten geschehen können, so beabsichtigen wir, beide Anstalten an dem­selben Orte zu errichten, weil wir glauben, auf diese Weise einige Ersparnisse in der Verwaltung erzielen, und die Zöglinge der Rettungsanstalt bei Bebauung des für beide Anstalten nothwendigen ^Feldes auf an­gemessene Weise beschäftigen zu können. Freilich wird zur Erwerbung der für diese Anstalten nothwendigen Gebäude und Grundstücke immer ein Capital von eini­gen tausend Gulden erfordert werden und auch die Un­terhaltung der Kranken und der Kinder wird ohne jähr­liche freiwillige Beiträge sich nicht bestreiten lassen; aber da in andern Ländern die christliche Liebe schon so große Summen zu ähnlichen Zwecken zusammengebracht hat, so geben wir uns der Hoffnung hin, auch in un­serm Nassau werde ein durch Umstände dringend ge­botenes Unternehmen nicht aus Mangel an thätiger Theilnahme aufgegeben werden müssen. An Euch, die der Herr mit Geld und Gut reichlich gesegnet hat, wenden wir uns zunächst mit unserer vertrauensvollen Bitte. Hier bietet sich Euch eine Gelegenheit dar, zu beweisen, daß Ihr treue Hausyalter seid über die von Gott euch anvertrauten Güter. Leihet dem Herrn, in­dem Ihr für die Armen sorget; und Er, der, was an den Geringsten unter seinen Brüdern geschehen ist, an­sehen will, als sei es ihm selbst erwiesen worden, wird hier und dort Euch reichlich vergelten. Doch auch an Euch, Ihr weniger Bemittelten, auch an Euch, Jh- Armen, ergeht unsere Bitte; wir werden auch die ge ringste Gabe, die mit fröhlichem Herzen gegeben wird nicht zurückweifen, da wir wohl wissen, welch ein Se gen auf dem Scherflein der Wittwen ruht.

Sobald die zur Ausführung unseres Wunsches noth­wendige Summe gezeichnet sein wird, wird sich für jede der beiden Anstalten ein besonderes Comite bilden, und einen mehr in das Einzelne eingehenden Plan ent­werfen und veröffentlichen. Da wir glauben, daß Einige mehr für das Krankenhaus, Andere mehr für das Rettungshaus sich interesswen, Manche auch wohl bereit sein werden, die Errichtung beider Anstalten zu befördern, so erlauben wir uns, zwei Subskriptions­listen beizufügen, mit der Bitte, die einmaligen sowohl, als auch die jährlichen Beiträge auf denselben gefälligst angeben, und die Listen sodann an Einen der Unter­zeichneten einseuden zu wollen. Die Zeit der Einsamm­lung der subscribirten Gaben wird später noch näher bestimmt werden.

Nassau, Ende September 1850.

K t sse l, Kreisamtmanu.

S te u b i n g, Landoberschultheiß.

Cra me r, Justizamtsverwalter.

C. A. Bingel.

Burchardt, Caplan.

W. C. Ullrich, Dicanatsvcrwaltcr. Dr. H a u p t.

Subscriptionslisten liegen bei allen evangelischen Geistlichen, Kreis- und Justizamtmännern, so wie bei Landoberschultheisen und Medizinalräthen des Landes offen.

Bekanntmach n n g e n.

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