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Freit Zeitung

„âeiheir und Nreht! ^

Wiesbaden. Freitag, 6. December

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samem Erfolge. - Die 3 Strait oud^bitStrn betragen für bit »ierfyS^ ausgenommen und find bei btt großen »«br.ttung der „Freien Zeitung" stets non wirk.

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Der Staub der Dinge.

X Was ist in Olmütz beschlossen worden? Die ministerielle „Dtsche. Nef." vom 2. Dez., Abends, ant­wortet: „In Folge der Conferen; zu Olmütz ist eine Verständigung zwischen Oesterreich und Preußen in so weit zu Stande gekommen, daß in der kurhessischen und holsteinischen Angelegenheit eine endliche Entscheidung von Seite der in Dresden zu Haltenden Conferenz aller deutschen Negierungen gegen Ende dieses Monats zu erwarten ist. Inzwischen wird ein preußischer und ein österreichischer Commiffar in Schleswig-Holstein und Kurhessen die Beilegung der Zerwürfnisse gemeinschaft­lich zu erstreben suchen. Hinsichtlich der schleswig-hol­steinischen Angelegenheit wird ein einträchtiges Zusam­menwirken Oesterreichs und Preußens im Stande sein, einen dem Bundesbeschlnß vom 17. September 1846 angemessenen Zustand herbeizuführen." Diese Andeu­tungen sind sehr diplomatisch gehalten. Herr v. Blit- tersdorf hat sich gestern in der „O.-P.-A.-Z " ungleich deutlicher ausgedrückt, als er sagte, die Olmützer Ver­abredungen stimmten im Allgemeinen mit den War­schauer Konferenzen überein. Da die Beschlüsse der letzteren demnach normgebend für die deutsche „Neuge­staltung" sein und bleiben sollen, so ist es von erhöh­tem Interesse, möglichst klar darüber zu werden. Im „Vote universel“, dem neuen demokratischen Pariser Blatte, gegen das die Contrerevolution seitdem Sturm rennt, erschien vor Kurzem ein Schreiben aus Nord- deutschland, das der frühere Abgeordnete der konstitui- renoen Nationalversammlung und Gesandte der provi­sorischen Regierung Frankreichs in Frankfurt, Savoye, mit der ausdrücklichen Versicherung mtttheM, daß ^ aus einer ehrenwerthen, gut unterrichteten Quelle komme, auf deren vollkommene Zuverlässigkeit er bauen zu kön­nen glaube. Das merkwürdige Dokument meldet nach der Uebersetzung der „N. D. Ztg." von der Rede des Czars:

„Von Anfang der Konferenzen an begann der Czar die preußischen Diplomaten arg auszuhunzen (gour» mander d’importancc). Die Kunstgriffe (manoeuvres) des „Herrn Schwagers" Friedrich Wilhelm — äußerte der Czar — zielten auf nichts Geringeres ab, als die geheiligten Verträge von 1815 in Frage zu steilen, welche die Grundlage des europäischen Völkerrechts bilden. Der König ' von Preußen huldige auf solche Weise der verfluchten Revolution von 1848, in Folge deren Deutschland frecher Weise (audacieusement) das heilige Bündniß seiner Regierung durch eine soge­nannte Nationalvertretung ersetzt habe. Er, der Czar, habe, obwohl er beim Anblick dieses Schauspiels stets die tiefste Entrüstung erfahren, doch nur erst in dem

Angenblicke das Schwert gezogen, wo Ungarn, ange­steckt von dem verpesteten Hauch der Revolution, es gewagt, seinem legitimen Souverän, dem Kaiser von Oesterreich, den Gehorsam aufzusagen. Von da an habe er, wie er früher Polen zermalmt, dessen Natio­nalität er, bis auf die letzten Spuren vernichtet, Ungarn zu Boden geworfen (terrassé). Was Frankreich be­treffe , welches Gott in seinem Zorn zur Geißel der von ihm eingesetzten Könige geschaffen zu haben scheine, so sei es der Heerd jener Doktrinen, welche jetzt um jeden Preis ausgerottet werden müßten, wolle man nicht die Dynastien Europa's für ewige Zeiten zu Grunde gehen sehen. Unermeßliche Anstrengungen jeder Art seien von ihm, dem Czar, gemacht worden, um die Bewerbung Lonis Napoleons um die Präsidentschaft einer Republik zu unterstützen, die er verabscheue, nur um durch den Erwählten wenigstens die Entfesselung des „welschen Gesindels" (der französische Tert druckt den deutschen Ausdruck dem französischen Canaille welche in Paranthese bei) bis zu dem Augenblicke zu verhindern, wo die überraschten Kö­nige von ihrem panischen Schrecken sich erholt hätten.

„Die royalistische Reaktion habe in der That seit dem 10. Dezember große Fortschritte gemacht. Die französische Regierung habe zur Aufrechthaltung der Verträge von 1815 mitgewirkt, welche den Verfall Frankreichs bezeugten und selbst einen Oheim als Usur­pator brandmarkten, mit dessen Nachahmung man prunke. So habe man die französische Regierung da­hingebracht, Italien, Ungar t und selbst die deutsche Nationalversammlung preis zu geben, obwohl dieselbe von den Fürsten selbst in bei. ersten Augenb licken ihres thörichten Schreckens anerkannt worden sei; die römische R»pnMif zu »M lullen uiiu c-qs Papstthum wieder her- zustellen, welches er, der Czar, in ,o mMchep anderer- Beziehung verwünsche; endlich den Aufstand Schles­wig-Holsteins zu verdammen und die Schweiz zu ve» läugnen. Alles kraft und in feierlicher Anerkennnng der Verträge von 1815. Im Innern habe das Pariser Kabinet die Republik bekämpft, indem es die Verstüm­melung des allgemeinen Stimmrechtes, ihre Grundlage und Wesenheit, erlangt und die Presse, diese Erfindung der Hölle, geknebelt; es sei ihm gleichfalls gelungen, die Nationalgarde zu säubern, deren Bajonette die Freiheit hielten und unterstützten, und die französische Armee zu demoralisiren, gegen welche sich ter Auto­krat so verletzender Ausdrücke bedient hat, daß es nicht ziemlich scheint, dieselben wieder zu geben.

„Um diesen Preis dürfte man den Präsidenten die Rolle eines „Kaiserdemagogcn" spielen lassen, um so mehr, als er das monarchiiche Prinzip respektirte und somit für die Zukunft der Legitimität arbeitete. Auch

schlug er, der Czar, als eine außerordentliche Gunst, uild nur für dieses einzige Mal die Grundsätze der Legitimität bei Seite setzend vor, Herrn Bonaparte, sobald die europäische Ordnung wieder hergestellt sein würde, zur Belohnung der Dienste, welche man von ihm erwartete, zum Herzog von Corsika zu ernennen. Mittlerweile sei die Zeit gekommen, thatkräftig zu han­deln, denn Alles wäre reif und die große Ausgabe, Frankreich zu demüthigen, könne, nicht länger aufgescho- ben werden; sonst setze man sich der Gefahr aus, das Königthum von der Republik überflutet zu sehen, welche, man dürfe es nicht leugnen, tiefe Wurzel in Europa geschlagen habe. Die Hessische Angelegenheit bot sich nach Wunsch dar, indem sie einen Vorwand Herlith, die Armeen nach dem Rheine vorrücken zu lassen, um zuerst die Verfassungen der deutschen Staa­ten zu vernichten, dann Frankreich zu überziehen, eS zu zerreißen und zu theilen. Die Theilung beffen, was übrig bleibe, würde, wohl verstanden, zwischen den Vertretern der alten Dynastien stattfinden, welcherge- stalt man sowohl die Legitimisten, als die-Orleanisteu beschwichtigen würde, von denen weder die Einen, noch die Andern stark genug seien, um ein mächtiges Frank­reich im Zaume zu halten." Nach dieser feurigen Rede des Kaisers Nikolaus hätten die Fürsten und Diploma­ten sich verneigt und demüthig ausgerufen : „Allmächti­ger Czar! Europa ist zu Ihren Füßen! Ihr Wille geschehe!" Darauf fanden rührende Auftritte der Ver- söhnung zwischen Oesterreich und Preußen statt; man vertauschte die Uniformen, man tanzte drei Tage lang, während der große Autokrat, verehrt und angebetet den gesalbten Stirnen die Akkolade in folgenden Worten ertheilte: „Preußen hat sich nicht weniger als Oesterreich um die Sache der legitim-,, Fürsten verdient gemacht; erno Bredas atmete hat die lHe«wn yT-maiutt die Aufstände erstickt, vorwärts also gegen die fran- züsischen Horden und die Schweizer! Dann und nur dann allein wird es uns gestattet sein, auf unsern Lor­beeren auszuruhen und den Schöpfer zu preisen, in dessen Namen wir auf der Erde herrschen." — Wir bemerken dazu, daß eine Widerlegung dieses Protokolls bisher noch nicht erfolgt ist.

Was werden die preußischen Kammern zu Herrn von Manteuffels Triumpfen sagen? Die Antwort liegt bereits vor! Der Telegraph meldet ans Berlin 3. Dez. Folgeudes: „In der Adreßdcdatte ist heute^ der Antrag gestellt worden, den Entwurf der Adressecommission durch einen andern zu ersetzen, welcher der veränderten Sachlage gemäß abzufassen sei. Dieser Antrag wurde angenommen. Nach der Ansicht des Herrn v- Vinke sei es jetzt nicht an der Zeit, eine Adresse zu überrei­chen, sondern ^Erklärungen zu begehren über die be«

Thomas Paine's Rechte des Menschen,

deutsch von Fr. Hecker.

(Schluß.)

Dessenungeachtet wurde ein Meeting gehalten, und als der Gouverneur es auseinanderlreiben wollte, erklärte man ihm, daß die Versammlung keineswegs die ParlamentSacte verletze: „diese verbiete lediglich das Zusammenrusen von Meetings, aber eine solche Berufung habe nichtstattgehabt, denn ein früheres ge­setzliches Meeting vor dem 1. Anguß habe sich nur bis auf gewisse Zeiten vertagt." Bei diesem Meeting wurde ein feierlicher Vertag und Bund geschlossen; die Parteien machten sich verbindlich, allen Handelsverkehr mit Großbritanien so lange einzustellen, bis die an­stößigen Verordnungen aufgehoben sein würden, und die Colonie Massachusetts ihre verbrieften Rechte wie- dererhalte. Die Proklamationen des Gouverneurs wurden nicht beachtet, und als Gage die neue Anordnung ins Werk setzen wollte, lehnten viele der von ihm ernann­ten Räthe das Amt ab, und die Jurys verweigerten den Dienst unter Richtern, welche von der Krone an- gestellt seien. Der Congreß,^ aus den ver,chwdenen Provinzialcomitvs zusammengesetzt, kam in Philadelphia zusammen und ließ eine Erklärung ergehen, „daß er die in Massachusetts bewiesene Klugheit und Mannhas- rigkeit durchaus billige, und daß man den Bcichrankungs-

gesehen keinen Gehorsam schuldig sei." Von solchen j Demonstrationen beunruhigt, schickte sich der Gouver« - neur an, vor dem Eingänge von Boston eine Festung - zu errichten; und als er nicht davon abstehen wollte, [ setzte die zu Concord zusammengctretcne Provinzialas- sembly ein Comité nieder, welche einen Plan über die Bewaffnung der Provinz entwerfen sollte. Die Einbe­rufung der Miliz wurde einem Sicherheitsansschuß auf. gegeben, und ein anderer Ausschuß bevollmächtigt, für 15,000 Pfo. Sterling Mundvorräthe und Felvansrüstun. gen anzuschaffen; dies geschah, überhaupt beschloß man, ein Heer von 12,000 Mann aufzustellen, sandte Abge­ordnete an die benachbarten Staaten, um sie zur Mit­wirkung aufzufordern, und bestimmte ferner, daß die britischen Truppen, sobald sie Miene machten, kriegs- gerüstet aus Boston zu marschieren, angegriffen werden sollten. Der Congreß erließ eine Erklärung der Rechte der Colonien, worin er vollkommene Befreiung von aller innern Besteuerung durch das englische Parlament in Anspruch nahm und zugleich gegen jeden Bruch ihrer Privilegien, namentlich gegen die Znlastung eines, stehenden Heeres in die Colonien ohne deren Zustimmung, prottflirte; — auch wurden Coinite's uieeergeseyt, um das Verhalten des Volks in Bezug auf die Einstellung des Handels mit England bis zur Abstellung der Be­schwerden zu überwachen.

Keineswegs wurde jedoch verabsäumt, eine Ausein­andersetzung auf friedlichem Wege zu bewirken. Man

entwarf eine Adresse an das englische Volk, und eine Petition an den König: („Wir verlangen Nichts," hieß es darin, „als Frieden, Freiheit und Sicherheit.") Als Antwort darauf bewilligte das Parlament im Februar 1775 eine Vermehrung der gewöhnlichen Mili­tärmacht, um die rebellischen Provinzen zu Paaren zu treiben, und faßte einen weitereN^Beschluß.j zur Lähmung des amerikanischen Handels.

Am 19. April 1775, wenige Monate nach Paine's Ankunft in Amerika, begann der Krieg. , Fn der Nacht, welche diesem folgereichen Tage vorauging, hatte Ge­neral Gage eine auserlesene Mannschaft, 800 Mann stark, nach Concord geschickt, um sich der dortigen Vorräthe zu bemächtigen. Bei Lerington stieß das Detachement auf eine kleine Abtheilung amerikanischer Milizen, und als viese sich nicht sogleich zerstreuten, feuerten die königlichen Truppen; drei oder vier Milizen wurden getöbtet, die übrigen flohen. DaS königliche Corps setzte nun seinen Marsch nach Concord fort und zerstörte die dortigen Vorräthe; allein ehe es den Play verlassen konnte, wurde es von den Amerikanern an­gegriffen; diese kamen immer zahlreicher und hiiiderlen es bedeutend in seinem Marsch, indem sie jede Uneben­heit des Bodens benutzten, und hinter ben am Wege stehenden Steinmauern hervor ihm viel Schaden zu« fügten. Die Truppen waren unvermeidlich aufgerieben worden, wenn nicht 900 Mann Verstärkung »nur Lord Percy angelangt wäre. In großer Eifchöpfung