des zweiten Jnfante»ü-Regi,neyts folgt. Beide Abkhci- llungeii, die erst gestern Abend Marschbefehl erhielten, und denen bei der großen Eilfertigkeit nicht einmal Quartiermacher vorausgehen, werden heute noch bis Bamberg befördert. Gestern Abend, schon ziemlich spät, wurde noch die dem ersten und zweiten Bataillon des Leib-Jnfanterie-Regimenks zugehörige Mannschaft von der Rcstdenzwache durch das dritte Bataillon dieses Regiments, welches bestimmt ist, hier zu bleiben, abgelöst. Außer diesem letzter» Bataillon sollen dann noch die Depotkompagnien des achten Infanterie-Regiments, welche von Passau Hieber beordert werden, und die des Jägerbataillons von Burghausen zum Dienst in hiesiger Stadt bestimmt seyn, denn im Laufe dieser Woche werden alle übrigen Besatzungstruppen von München zu der Armee abgehen, welche, wie es in dem vom Kriegsministerium ergangenen Befehl heißt, diesseits und jenseits des Rheins aufgestellt wird. Die hiesige Bürgerschaft soll auf Befragen erklärt haben, daß sie den Wachdienst gemeinschaftlich mit oben genanten Abtheilungen des Linienmilitärs übernehmen und somit östreichische Besatzung entbehrlich machen wolle.
München, 26. Novbr. Der diesen Morgen von Nördlingen hier angekommene Erzherzog Leopold von Oesterreich hatte sofort eine Unterredung mit dem Staats- minister des Kriegs.
Zu Divisionskommandanten des ersten mobilen Armeekorps unter dem Oberkommando des Generallieute- nants Frhrn. v. Gumppenberg sind die Generale Prinz Luitpold und Frhr. v. Hohenhausen ernannt worden. — Erzherzog Leopold hat mit dem Abendzug um 7 Uhr unsere Stadt schon wieder verlassen.
Die Neue Münchener Ztg. bestätigt nun, daß die Aufstellung der gesammten mobilen bayerischen Armee diesseits und jenseits des Rheins angeordnet worden. Die, entsprechenden Truppenbewegungen haben in den meisten Garnisonen begonnen, oder stehen heute und ^norgen bevor. Die etwa entstehende Lücke an an Wachdiensten wird die Landwehr versehen.
Bamberg, 27. Nov. (B. Z.) Gestern Nachts 11 Uhr toaf das 1. Bataillon des 2. Jnf.-Regiments von München hier ein und setzte heute Vormittags den Marsch nach Kulmbach fort.geeilte und morgen wird das 2. nnd 3. Bataillon desselben Regiments hier ankommen. —- Nach einer Bekanntmachung des Stadtmagistrats sind seit dem Erscheinen des neuen Einquartierungsgesetzes vom 22. Juli l. I. bis zum Gestrigen ln hiesiger Stadt 35,600 Mann auf einen Tag einquartiert und verpflegt worden. .
Stuttgart, 27. Nov. Der „Staatsanzeiger" enthält eine Verordnung, betreffend die Niedersetzung einer provisorischen Staatsschuldenverwaltungskommission vermittelst des staatsretterischen §. 89. Die Kommission besteht aus den schon früher genannten Herren: Fürst von Wolfegg, Graf Rechberg, Sautter, Hofer, Veiel und Kuhn, und wird ihnen gar gewissenhaft ans Herz gelegt, „sich in Allem auf das genaueste nach den bestehenden Gesetzen, insbesondere nach den Vorschriften der Verfassung (!), zu achten."
Stuttgart, 27. Nov. (Beob.) Dem Vernehmen nach Va£ der Ausschuß der Landesvcrsammlung aus Veranlassung der in der heutigen Nummer des Staats- anzeigers verkündigten Verordnung, betreffend die Nieder- letzung einer provisorischen StaatsschnloenverwaltungS- kommission, an die Staatsschuldenzahlungskasse die gemessene Weisung ergehen lassen, nur allein den Befehlen des Ausschusses, als der verfassungsmäßig ihr vorgesetzten Behörde, Folge zu leisten. Zugleich hat der Ausschuß die in Urlaub abwesenden vier Mitglieder eiiiberufen, um sodann in Beziehung auf jene verfassungswidrige Maßregel die weiteren geeigneten Schritte zu thun.
Wien, 23.fi Nov. (Schwb. Mk.) Die großen Truppen massen, welche in die nördlichen Gegenden auf der Nordbahn bereits befördert worden sind, ließen glauben, daß der Haupttransport bereits zu Ende; dem ist aber nicht so. Noch werden 50,000 5Jiann, zum größten Theile aus Ungarn, dahin befördert werden. Aus Anlaß Dessen ist der Frachtenverkehr einstweilen wieder ganz eingestellt, die Personenzüge aber beschränken sich nach Prag auf die Posttrains Abends und Morgens, und ebenso gehen Waggons für Passagiere nach Stockerau und Preßburg auch nur zwei Mal des Tages ab. Der bisher transportirte Artil- i leriepark beläuft sich auf zwanzig Batterien mit 160 I Geschützen. '
* I »* Wien, 23. Nov. Die ungeheure Höhe des Gol- 0 des und Silbers von 40 und 33 pCt. soll jetzt blos 11 Folge vom Börsetreiben sein; die finnanziellen Ver- $ hältniffe Oesterreichs sollen für gut gelten, so will, so h bestehlt es Schwarzenberg, wonach sich zu achten! Der „O.P.A.-Ztg." wird gemeldet: Unsere Regierung f wird sich fürderhin bei solchen Gelegenheiten nicht mehr ' theilnahmlos verhalten, und ist fest entschlossen, durch ' energische Maßregeln allen Börsenumtrieben auf immer 1 ein Ende zu machen, ein Entschluß, der bei dem ge- 6 jammten Publikum eine hohe Befriedigung erregt, da ’ man darin nur eine konsequente Durchführung jener t Bestimmungen erkennen muß, welche in dem am 18.
d. M. sanklionirte Patente, das Verbot der Truppen-
1 Mittheilungen rc. betreffend, enthalten sind, da es doch
1 jedermann weiß, wie durch die Börse die grundlose-
’ steu Gerüchte verbreitet worden sind, nur um die Gemüther zu allarmiren und in Schrecken zn setzen, um sodann die dadurch hervorgerufene Stimmung zu einer Steigerung dtr Course benützen zu können." Also eine Maßregel gleich dem Verbote der Truppenmittheilun- gen u. s. w! Wenn die Börse demnach nicht mehr frei ist, so haben auch ihre Notirungen keinen Glauben mehr, denn es muß wohl sehr schlecht mit den Finanzen seines jStaateS stehen, dessen Regierung zu Zwangs-Maßregeln greift, um niedere Course zu machen.
Sch leswig-Holstein.
# Am 25. Nov. wurde die schleswig-holsteinische Landesversammlung wieder eröffnet. Bargum ist wieder zum Präsidenten ernannt worden. Seine Rede lautet nach dem „Alt. Merkur" wie folgt: „Meine Herren! Abermals durch Ihre Stimmen für die Zeit der nächsten vier Wochen auf diesen Platz gerufen, gebe ich Ihnen die Versicherung, daß ich nach besten Kräften mich bestreben werde, durch Sorgsamkeit, Unparteilichkeit und rechtlichen Eifer das mir geschenkte Zutranen mir zu erhallen. Sonst will ich nicht viele Worte machen; denn bei der Verschiedenheit der Ansichten, Hoffnungen und Befürchtungen, kann ich nicht erwarten, durch meine Worte dasjenige zu treffen, was gegenwärtig jede Brust bewegt. Im Ganzen ist unsere Lage wenig verändert, seit wir uns das letzte Mal trennten; unser Heer steht dem Feinde in derselben Stellung gegenüber, warum dasselbe bisher nicht offensiv verfahren ist, odc^ vielleicht nicht verfahren konnte, das werden wir hoffentlich bald erfahren. Ein Ungewitter von Süden her jedoch, wie es uns jetzt zu bedrohen scheint, hatten wir damals allerdings nicht gefürchtet, und es ist bei der Möglichkeit, daß die vorliegenden Geschäfte eine längere Dauer unserer Wirksamkeit erforderlich machen möchten, die Frage, ob wir nicht vielleicht eine Störung durch deutsche Truppen werden zu befürchten haben; vielleicht werden es Croaten sein, aber doch unter deutschen Befehlen. Hoffen wir, daß Deutschland solche Schandthat nicht zulassen werde! Hier möchte ich nicht trennen ober unterscheiden zwischen dem deutschen Volk und den deutschen Regierungen; hat doch wenigstens Ein deutscher Fürst, dessen Ahnen ruhmvoll kämpften für die Unabhängigkeit Deutschlands und die Behauptung seiner Gränzen, auch in jüngster männlich und muthvoll seine Stimme für uns erhoben. Sollte aber ein Ungewitter wirklich vom Süden her gegen uns Heraufziehen, so ist wahrlich noch nicht zu wissen, wo es einschlagen wird. Unter allen Umständen lasset uns festhalten an unserer Pflicht und diese erfüllen." — Aus den vom Präsidenten verlesenen Mittheilungen der Regierung heben wir hervor, daß dieselbe den aus letzter Session an sie gerichteten Amnestie- Antrag in Bezug auf die politischen Vergehen u. s. w. ablehnen (I!) zu müssen sich bewogen fühlt, sie wird übrigens in den ihr geeignet scheinenden Fällen von dem ihr zustehenden Begnadigungs- nnd Milderungs- Recht in Bezug auf die erkannten Strafen Gebrauch machen." Befremdend und ein Beweis, von der Unver- besserlichkeit dieser Menschen, wie die Amnestie-Ablehnung, war die Schlußerklärung, man sei zwar von einer „gewaltsamen Intervention" bedroht gewesen, doch Dürfe man ein baldiges Eintreten derselben nicht fürchten!? .
Republik Frankreich
* Paris, 27. Nov. An der Börse wirkte heute die Nachricht, „F rankreich und England wollten ein Bündniß schließen, worin sie sich verpflichten, Die strengste Neutralität in IDer deutschen Frage zu beobachten undNuß- land zu notifiziren, daß sie ihrerseits sich gemeinsam ein mischen würden, sobald es
intervenircn", ermuthigend auf die Fonds! 3pCk.' 56,90 (Hausse 25 3.); 5pEt. 91.90 (Hauffe 20 C.) Die Wahl Moles zum Präsidenten Der Rüstnngskom- mission bedeutet sogar noch mehr: die Majorität (also die reaktionäre Ordnungspartei) will auch strengste Neutralität, doch sie neigt mehr zu Oesterreich, als Preußen, das sie noch immer im Verdachte demokratischer (!) Tendenzen hat. Von Changarniers Uebernahme des Oberbefehls über die Rheinarmee ist heute nicht mehr die Rede. — Ingber National - Versammlung fand heute eine heftige Debatte wegen General Grammonts Antrag auf Verlegung des Regierungssitzes von Paris statt; doch wurde Der Antrag mit 437 gegen 194 Stimmen verworfen. Cretons Antrag, der am Samstag zur Sprache kommt, gewinnt mehr und mehr an Stimmen, vielleicht gerade weil die Regierung ihn bekämpfen zu wollen erklärt hat.
Italien.
k Turin, 23. Nov. (A. A. Z.) Diesen Morgen 11 Uhr fand Die feierliche Eröffnung des Parlaments für 1851 statt. Die Thronrede war sehr kurz; sie berührte die freundlichen Beziehungen mit allen Mächten, Rom ausgenommen, wo man das ftinige gethan zu haben glaube, sie berührte das feste Begründetsein der konstitutionellen Zustände, die gegenseitige Loyalität zwischen Fürst und Volk. Alsdann erklärt der Minister des Innern das Parlament von 1851 auf königlichen Befehl für eröffnet.
Turin, 20. Nov. Nach einigen regnerischen Tagen fiel am 15. D. M. in Rom Schnee. Das „Giornale di Roma" bezeichnet diesen Umstand als ein noch nie da gewesenes Naturereigniß
Donau - Fürstenthümer.
Ueber die Vorgänge in Bosnien wird aus Zara vom 21. D. geschrieben: In Privizze ist am 16. eine türkische Fregatte mit 1000 Soldaten eingelaufen und über Trebigne nach Der Herzegowina marschirt. Der Sieg des Seraskiers über 15,000 Insurgenten bei Grahowo Polie findet Bestätigung. Die Türken verloren beiläufig 200 Mann. Die fliehenden Insurgenten wurden bis Tuzla verfolgt, worauf sie sich zerstreuten.
Handels- und Börsennachrichten.
Frankfurt, 28. Nov. Die Börse hatte heute das entgegengesetzte Ansehen von gestern: merklich höhere Wiener Coursnotirungen vom 27. D. M., vereint mit friedlicheren Nachrichten, welche heute schon frühzeitig bekannt wurden, ermutigten unsere Specnlantcn und erweckten im Allgemeinen Die Kauflust; in dessen Folge haben sämmtliche Papiere einen raschen merklichen Aufschwung genommen, und obzwar zuletzt die Course durch Realisationsverkäufe, Die noch für heutigen Abrechnungstag zu machen^ waren, zuletzt etwas matter schlossen, so bleibt das Steigen sämmtlicher Papiere gegen gestern immer noch sehr bedeutend zu nennen. 5pCt. Metall, hoben sich von 58 bis auf 65pCt., und schlietzen zuletzt 63% pCt., 4% pCt. Metall, bis zu 56% pCt. umgesetzt , schließen nach der Börse 54% pCt., Wiener Bankaktien waren 930 fl. G., 500 fl. Loose 138 pCt., 250 fl. Loose 81 â 80 pCt. G. Die übrigen Aulehens« loose, sowie alle Sorten Obligationen folgten Der steigenden Bewegung Der österreichischen Effecten und waren zu bedeutend höheren Preisen als gestern sehr willig zu placiren. Ebenso waren alle Eisenbahn-Actien lebhaft begehrt, F.-W.- Nordbahn bleibt 32% pCt., Berbach 72% pCt., Köln-Minden 84% pCt. G., Taunus 290 fl. 3p@L inländ. Span. eröffneten gleich im Cours zu 31, 31% pCt., hoben sich bis auf 32 pCt. und schließen zuletzt 31%, % pCt. Abends in der Effectensocietät war die Stimmung ebenfalls sehr willig und zeigte sich mehr Gesuch wie zur Börsenzeit, 3pCt. inländ. Span, wurden zu 32% pCt. verhandelt. 4%p@t. Met. in Partien bis zu 56% pCt. (56%) umgesetzt. Für Berbach wurde 73% pCt. geboten, F.-W.-Nordbahn war 32% pCt. G.
Berlin, 27. Nov. Staatsschuldscheine 75 â 76% bez., Seehandlungs-Prämienscheine 114% Br., Bank- antheile 80% ü 83, ein;. St. 83% bez., F.-Wilh.- Nordbahn 28% â 30% h 29% bez., Köln,Minden 85% â 87 â 86% u. Ende 86% bez., Rhein. 47% â 49 bez. ir Br., Berlin-Hamburg 80 â 81 â 80 bez. u. Br., Thüringische 50% ü 51 bez.
Wien, 28. Nov. (Tel. Coursbericht.) 5pCt. Met. 89%. — 472pßt.—. — Bankactien 1100. — Frankfurt 3 Monat —. — London 3 Monat 13 ft. 30.
Bekanntmachuuge n.
Frei-christliche Gemeinde von Mosbach-Biebrich.
(1455) Gottesdienst Sonntag den 1. Dezember, Nachmittags 3 Uhr, durch Herrn Prediger Graf.'Der Vorstand.
(1449) Der deutschkatholische Gottesdienst bleibt Sonntag den 1. Dezember ausgesetzt, und findet der nächste Gottesdienst Sonntag den 15. Dezember und von da an regelmäßig wieder alle 14 Tage statt.__
(U43j Eine neue Schrotmühle, vcrMed-ue , Lichtbilder auf Papier, S?;gS^ I .«MV». 3. ,. WM («,
(uw, Bekanntmachung.
Unterzeichneter macht dem verehrten Publikum die ergebene Anzeige, daß die Register der stellensuchendcn Personen auf das em» pfehlendstc ergänzt find, und können dieselben thcNweise sogleich, wie auf Weihnachten ein« treten. DaS Geschäftsbureau von
Vur l l^eyewt Aecker,
Marktplatz No. 38.
Ganz fein gehechelter Spinnhanf per K. 25 und 26 kr, sowie beste Qualität fein gehechelter Brabanter Flachs per ^. 36 unb 38 fr.; verschiedene Sorten Möbel-Gurt zu billigstem Preis empfiehlt und bittet um geneigten Zuspruch
Cnrl man, Seilerm.ister, (1453) in der Spie,jelgaffe No. 2.
, Durch Die H. W. Ritter'sche Buchhandlung in WieSbadrn ist zu beziehen : Wisconsin von C. de H a as. 2. Abth. Beschreibung und Neisebilder. Preis 42 kr.
Verantwortlicher Herausgeber und Verleger E. Ritter. — Druck der E. Ritter'sche« Buchdru^erei.
