Einzelbild herunterladen
 

kümtuerung brr gewährleistettu Volkörechte, besonders Wieverherstellung der Preßfreiheit, der Unabhängigkeit des Richterstandes und des Rechts der Kirche, sich aus ihrem eigenen Geiste frei zu gestalten; 5) Bürgschaften für die großen Volksopser, und zunächst ein Ministerium, welches das Vertrauen des Landes besitzt. — Wrangel geht schon in den nächsten Tagen nach Torgau als Oberbefehlshaber des dortigen Armeecorps.

Berlin, 22. Nov. (Tel. Dep.) Heute wurden in der zweiten Kammer Graf Schwerin zum Präsiden­ten und Tribnnalrath Dr. Simson von Königsberg, zum Vicepräsidenten, beide mit großer Mehrheit, ge­wählt. — In der ersten Kammer wurde Graf Ritt­berg durch 85 Stimmen zum Präsidenten ernannt; Camphausen erhielt 45 Stimmen.

(* Magdeburg, 19. November. Unsere Garnison wird auf 12,000 Mann, zu drei Viertheilen Landwehr, gebracht. Dasselbe Verhältniß wird in Erfurt, Tor­gau und Wittenberg, die sämmtlich, gleich den schlesi­schen Festungen, auf Kriegsfuß gesetzt sind, der Fall sein. Diese Einrichtung sieht sich recht gut und schick­lich an; aber wenn es zum Kampfe käme, würde die Linie schwerlich den ersten Stoß aushalten. Denn es sind lauter junge Leute, während die österreichischen Bataillons derbe aguerrirte Männer zählen. Die Macht unseres Heeres besteht in der Landwehr: wenn man diese einschließt und die Linie Preis gibt, io ist uns ein Jena gewiß, zumal den Offizieren seit Jahr und Tag gepredigt wird, die Oesterreicher seien ihre Kame­raden und Freunde, ihre Feinde dagegen sei das frei­sinnige Volk. Die „N. Pr. Ztg." und die „D- Wehr­zeitung", welche in den Kasernen so eifreig verbreitet werden, wie Pietistentraktätchen, strömen täglich über von diesen Lehren.

in, Hannover, 20. Nov. Die^Herstellung der fürstlichen Autorität geht den hohen Herrschaften jetzt über alles.' Ernst August hat lange geschwankt, ob er links oder rechts greifen sollte; Graf Platen, unser schwarz-gelber Gesandter in Wien ist diesen Morgen wieder auf seinen Posten abgereist,,mit^dem Vertrage zwischen hier und dort zum Truppendurchmarsch nach Holstein. Gestern Abend hatte Platen noch eine Ab­schiedsaudienz. Vorgestern war Justizrath Schleiden in einer Mission der Statthalterschaft hier, wurde aber bei Hofe abgewiesen: „mit Rebellen unterhandle man nicht!" Schleiden reiste sofort nach Braunschweig wei­ter, wo er hoffentlich glücklicher sein wird, obwohl die Stimmung unserer Bevölkerung^nicht minder entschie­den gegen den Durchzug der Oesterreicher ist. Die Re­gierung kann allerdings kein Vertrauen zu Preußen chaben; aber das Volk wird es ihr nie vergeben, wenn sie unser Land von Kroaten betreten läßt. Schleswig- Holsteins Kampf ist unser Kampf: mit dem Blute un­serer Söhne ist diese Solidarität besigelt, nw die Sympathieen der Völker sind^nicht so wandelbar wie die der Hofe.

_ Wien, 19. Nov. In sonst gut unterrichteten Kreisen circulirt das Gerücht, daß Feldmarschall Radetzky zum Generalissimus der sämmtlichen österreichischen Heere ernannt und in den Fürstenstand erhoben worden sei. Außer Wallenstein, Prinz Eugen, Loudon und Erz­herzog Karl hat noch kein General der österreichischen Armee den Titel „Generalissimus" getragen.

Republik Fraukreich

88 Paris, 20. Novemb. Obgleich heute niemand an einen Ausbruch von Feindseligkeiten zwischen Oester­reich und Preußen mehr glaubt, dauern dennoch die Kriegörüstungen für mögliche Fälle fort. Die Truppen­bewegungen nach der Ostgrenze sind beträchtlich. Metz, Thionville, Luneville, Saarmünde und Straßburg sind die Sammelplätze für die 30,000 Mann, womit zu­nächst der Osten verstärkt wird. Den Oberbefehl wird Baraguay v'Htiliers erhalten, obwohl derselbe in die­sem Augenblicke krank ist; von Changarmer :st nicht mehr Oie Rede. Zwischen den Tuilerien und dem Ely­see herrscht tiefe Waffenruhe. Louis Bonaparte lawirt, und hofft die Dolatiousfrage ohn« große Stürme durch die Nationalversammlung zu bringen. Der hiesigen Diplomatie soll es auch gelungen sein, eine Ausglei­chung zwischen Rom und Turin vorzubereiten. Auf die Hinsicht, daß Sardinien sich auch mit Oesterreich wieder glimpflicher zu stellen suche, ist jedoch wenig zu geben. Zwar hat der Hanbelsminister, Graf Cavour, in der zweiten Kammer bestimmt erklärt, daß zwischen Sardinien und England kein Handelsvertrag stipulirt sei, aber er hat auf das Handelsvertrag einen be- merkenswerthen Nachdruck gelegt und hinzugesetzt, es sei sein Grund dazu vorhanden, nach der Abschaffung der Differentialzölle in beiden Laudern. Daß das Ein- vernehmen zwischen beiden Ländern das erfreulichste und Hoffnung vorhanden sei, daß dasselbe mit Eng­land immer enger werde, ist ein noch deutlicherer Fingerzeig des sardinischen Kabinets für das Wiener. Die sardinische Regierung ist die einzige der in Folge des Jahres 1848 konstitutionell gewordenen des Fest­landes, wo der Koustitutionalismus Wurzeln geschlagen und Früchte verspricht. Die Regierung thut Alles, um das Land in materieller Beziehung zu heben und die Fortschritte der politischen und religiösen Aufklärung zu befördern und einer besseren Zukunft Schritt vor Schritt zuzuführen. Sardinien hat eine ungleich schwie­rigere Stellung, als Preußen; doch welcher Unterschied in den Erfolgen!

* Paris, 21. Nov. Es ist eine Kabinetskrisis in Aussicht und zwar der deutschen Frage wegen: Louis Bonaparte will Partei für Preußen ergreifen, das Kabintt ist für die strengste Neutralität; möglich, daß Persigny bald an die Spitze eines neuen Mini­steriums tritt. Persigny soll mit Nadowitz im Ein­verständnisse stehen. — Das Ereigniß des Tages ist eine Erklärung Cavaignac's, er werde nicht blos Louis Bonapartes Kandidatur bekämpfen, sondern selbst dessen Wiedererwahlung, „weil dieselbe verfas­sungswidrig sein würde." — J i einem Orte des Ar- dechebepartement sind Unruhen wegen Verhaftung eines Bürgermeisterbeigeordneten ausgebrochen, wobei es zu Barrikaden, Gewehrseuer und Todten kam. Näheeres fehlt noch. — An der Börse Furcht vor Krieg: 3pCt. 57,75 (Baisse 10 C.); 5pCt. 93 (Baisse 40 C.). — „Mau spricht viel vom Frieden, aber man bereitet sich zum Kriege vor," war das Stichwort, das von Mund zu Mund ging.

Großbritannien.

* London, 20. November. Der katholische Erzbischof Wyse man ist aus England auf Grund des alten Gesetzes verbannt worden. Der Erzbischof soll diese Maßregel durch sein Manifest pervorgerufen haben, worin er die Maßregel des Papstes

zu rechftertigen sucht. Das Aktenstück ist sieben Spal­ten der „Times" stark. „Globe" und „Standard" brachten sofort heftige Gegenschriften. Die religiöse Aufregung ist fortwährend im Steigen, — Für die kurhessischen Offiziere waren vorgestern.bereits in Man­chester allein über 1500 Pfund Sterling unterzeichnet; Tories und Whigs sind für diese „edle Sache". Auch hier finstren Listen. — Cons. 97%. (Wyseman^ ist bereits am 22. in Ostende angekommen.)

Schweden.

Stockholm, 5. Nov. Dem Skanvinavismus der Dünen scheint eine harte Probe bevorzustehen, da die Sozietät der hiesigen Kaufleute ein gänzliches Auf­hören des Sundzolles oder wenigstens desselben zu erzwecken strebt, indem der mit Dänemark in Be­treff desselben geschlossene Vertrag im nächsten Jahre zu Ende läuft. Der Entwurf zu" einer Petition fan den König in dieser Angelegenheit, welcher von einem der ersten Börsenmitglieder aufgesetzt worden, ist gegen die Dänen äußerst bitter gehalten, sowohl in Bezug auf ihre Politik, welche sie stets gegen Schweden, das stammverwandte Nachbarland, an den Tag gelegt ha­ben, als auch hinsichtlich der Unnatürlichkeit, der Un­billigkeit und des Schimpfes für Schweden, diesen Tribut zu erlegen , bei dessen Erhebung außerdem noch oft die verächtlichsten Chikanen und ärgsten Prellereien vorgefallen sein.

Handels- und Börsennachrichten.

Mainz, 22. November. Die Stimmung in unserem Getrai- dehandel hat sich diese Woche besonders für Roggen merklich ge­bessert, auch für Waizen zeigte sich heute etwas mehr animo. Man notirt Waizen fl. 8% â % pro Mârz fl. 9% â '/,. Rog­gen eff. fl. 7% ä % pro März fl. 8% â %. Gerste fl. 6%. Hafer fl. 3’ + per Malter. Bohnen fl. 8%, Erbsen fl. 8%, Lin­sen fl. 6 â 10'/2 nach Qualität,

Rüböl ohne Leben eff. per 290 Pfd. I. G. ohne Faß, Rthlr. 38'/, ä 39. per 280 Pfv. l. G. mit Faß, Rthlr. 37»,, â 38, pro Mai Rthlr. 38% â %. Reps fl. 14'/, â %. Mohnöl fl, 24. Mohnsaamen fl. 12%. .Kleesaat ohne Handel, nun notirt 1846t und 1848s fl. 18 â fl. 19. 1850t fl. 21 â fl. 22%. Lu­zerner fl. 16 â fl. 23.

Frankfurt, 22. Nov. Unerwartete durch den Telegraphen heute angekommeue neuere niedrige Wiener und Berliner Börsen- notirungen gaben dem Markt ein sehr flaues Ansehen, und drück­ten, mit nur wenigen Ausnabmen einiger Fondsgattungen, sämmt­liche übrigen Papiere wieder seit gestern im Eours herab. Von österreichischen Effecten blieben 5pCt.. Metall. 1% pCt. niedriger, 72 pCt., 4'/,pEt. Metall, ebenso 62% pCt, Wienerbankactien 1045 fl., 500 fl. Loose waren prei'Shalteud, 145 pCt. G., 250 fl. Loose 9) pEt. Alle übrigen Aiilehensloose blieben mehr an- geboten. Süddeutsche Obligationen waren größtentheils im Eours. Abend in der Effeclensocietät wurde wegen Mangel an neueren Rachrichten fast durchaus nichts gethan. 3pCt. inlând. Span, waren zu 32% PCt. begehrt. Frièdrich-Wilh. Nordb. war 35% â 35% pCt.

Gotha, 14. Nov. (L. 3.) Die hiesige Kaufmannschaft hat öffentlich bekannt gemacht, daß sie unter den jetzigen Verhältnis­sen nur preußische, sächsische, weimarische und gothaische Kassen­scheine, so wie Berliner und Leipziger Banknoten in Zahlungen für voll annehme.

London, 15. Nov. Das „Manchester Jurnal" schreibt: »Die letzten Nachrichten aus New-Bork vom 31. Okt. bestätigen voll­ständig, daß in Folge verderblicher Fröste in Südkarolina, Geor­gia und Alabama, die Baumwollernte nach der jüngsten Schätzung nicht mehr als 2 Millionen Ballen, oder kaum so viel, ertragen wird. Zudem drückt der politische Zustand deS Kontinents wie ein Alp aus unsern Markt. Die deutschen Häuser halten möglichst zurück, und kaufen nur das unabweisbar Nöthige.

Zu der heutigen Nummer wird Morgen Abend eine Beilage ausgegeben.

B

e k a n n t ck a ch u n g e n.

“’^ Deutschkatholische Gemeindeversammlung Sonntag den 24. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, in dem großen Rathhaussaale, kirchliche und administrative Angelegenheiten betreffend. Man wünscht, alle stimm­berechtigten Mitglieder wohnten bei.

Wiesbaden, den 21. November 1850. AeltesterbefchluH

Brnstreiz- Krankheiten.

Um die Brustkrankheiten, als Schnupfen, Husten, Katarrh, DKOWZQLW x Goldene y Engbrüstigkeit, Keuchhusten, Heiserkeit gänzlich zu heilen, gibt es q Silberne y H Medaille ü nichts wirksameres und besseres als die Pâte pectorale von o Medaille K x 1845. x George, Apotheker zu Epinal (Vogesen). — Diese Husten-Tablet- 1848 K CÖOÖÖOÖÖ ten werden verkauft in Schachteln — per Schachtel 1 fl., halbe BOVMMQÄ a 30 Kreuzer — in allen Städten Deutschlands, in Frankfurt a. M. bei Herrn Conditor Schott, große Sandgaffe; in Mannheim bei Herrn Carl Thraner, Conditor; in Mainz bei Herrn Conditor Schlemmer; in Cöln bei Herrn Conditor MoSler; in Wiesbaden bet Herrn Cvnditor IIch«.

Zugleich bringe ich in empfehlende Erinnerung, meine ächte Ackermänn'sche Brust- Saramellen, ferner noch Malz »Stangen, Eibisch, und Rettig-Bonbons, sowie meine wohl bekannten Wurm-Patronen per Stück 3 Kreuzer; Aracc und Rum, Punschsirop per Flasche 1 fl. 36 kr., Düsseldorfer 1 fl. 45 kr. ohne Glas, sowie alle Sorten Liqueuren zu billigsten Preisen. (1438) J3F. Wen$) Eonditor.

UrW" Billige Kleiderstoffe für Damen!

ökapolitaine, glatt und carrorirt in bett neuesten Mustern und feinster Qualität â 18 kr. die Saturn. Elle.

2dapolitaine, mit gestickten Blümchen â 22 fr. che Darmst. Elle.

Thibets Lt Orleans in allen Falben und Qualitäten, Lamas *% breit ganz Wolle zu Mänteln in den geschmackvollsten DessinS â 1 fl. 12 kr. die Elle empfehlen

E. 4* ML Dreyfus in Mainz,

(1321) «Ecke der Schuster- und Jesuitengasse).

Die von mir hcrauSge.jkdcne, gerade jetzt erschienene, wohlfeile

Ballonerdkugel

etwa 3% Fuß im Durchmesser, empfehle ich löU.chcn Schul-Behörden, Lehrern und Pri­vaten als ausgezeichnetes Hülfsmittel für geo- gravhlschtn Unterricht.

Wiesbaden, im November 1850.

( 37) Professor Schüler.

ES wird ein Einsteher in das Herzogliche Militär gesucht. Die Bedingungen beliebe man dem Unterzeichneten in möglichster Kürze einzusenden.

Wied-Selters, den 21. Novbr. 1850. (1440) SeAugier, Advokat.

(1143) Eine neue Schrotmühle, verschiedene Schneitgluppen, find zu verkaufen bei Schlosser I Staab, Wittwe in der Schulgaffe.

Ü K-L" Geschäfts - Anzeige *^g H

(1439) Ich mache hiermit die ergebene Anzeige, daß ich das Glas- und Porzellan- Geschäft von meinem Schwiegervater Johann Maurer — in der Goldgaffe Nro. 10 ™ W dahier — foribetretbc und bitte um geneigten Zusruch. Jfacob jScfttnieU. W

Privat-Entbindungs Anstalt in Mainz.

In der Anstalt der Unterzeichneten in Alles auf das Bequemste eingerichtet, sodaß Frauenzimmer jeden Standes einer guten Entbindung entgegensehen können. Aufnahmen können täglich geschehen; Briefe franco. Juliane Raueh. beidigte Hebamme.

(1416) Pfandhausstraße D. 100 in Mainz.

Anzeige.

Den Herren Aerzten erlaube ich mir meine

electro-magnetische Apparate hiermit zu empfehlen. Was noch besonders dabei zu bemerken ist und zur Anempfehlung dient, findet sich bet der Zeichnung und Ge­brauchs-Anweisung Gesagt.

Dem Herrn J. L- Seibert, Kaufmann in der Lauggasse in Wiesbaden, habe ich ein Eremplar zu.csaudt, worauf derselbe feste Bestallungen annimmt. Der Preis davon ist, dorten genommen, Thlr. 8 per compt. oder 14 fl. rhein.

Hamburg, im Novbr. 1850.

(1441) J. Bl. Klopfer.

(1415) Eine freundliche Dame von gefälligem Aeußern, 26 Jahre alt, aus guter Famllie, welche bei bedeutenden Herrschaften angestellt war, die besten Zeugnisse hat, und viel auf Reisen war, alle in dem Fach der Gesellschaf­terinnen , Kammerjungfern, Beschließerinnen, Haushälterinnen, nöthige Kenntnisse besitzt, sucht unter bescheidenen Ansprüchen eine Stelle. Näheres l'. «A Rauch, D. 100 in Mainz.

Frankfurter Stadt-Lotterie

Ziehung am 4. und 5. Dezember.

Gewinne: fl. 150000, 100000, 50000, 25000, 20000, 15000, 12000 re. Stofe â 6 fl., % â 3 fl., % â 1 fl. 3V kr., % â 45 fr., empfiehlt daS unterzeichnete H.indlungShauS.

Moriz Stiebel Löhne [1424] in Frankfurt a. M.

Ein unverhcirathcter, mit guten Zeug­nissen über fein moralisches Verhalten ver­sehener Religionslehrer — mosaischen Be­kenntnisses — der sich einer Prüfung in den Fachkenntnissen zu unterziehen bereit ist, kann bei der hiesigen israelitischen Gemeinde An­stellung finden.

Wiesbaden, den 21. November 1850. (1432) Der Vorstand.

(1368) In der H. W. Ritter'schen Buch­handlung in Wiesbaden ist vorräthig: Iosexh von Hahowtf}

wie ihn seine Freunde kennen.

Brief eines Nichtdeutschen in die Heimath

Preis: 24 Kreuzer.

Verantwortlicher Herausgeber und Verleger L. Ritter. — Druck der C. Ritter'schen Buchdruckerei.