inIIng des gesetzlich bestehenden Bundes w > e- der rückgängig zu machen. Das Gerücht,^doß der Frankfurter Bundestag im Falle eines Ausbruchs der Feindseligkeiten zwischen Oesterreich uud Preußen von Frankfurt nach Wien sich begeben würde, scheint nicht unbegründet gewesen zu sein, da bereits verschiedene auf diese Angelegenheit Bezug nehmende Verhandlungen stattgefuiittn haben sollen.
Wien, 18. Nov. (Tel. Dep.) Das Mimsten'um beschäftigt sich angelegentlich mit den Vorarbeiten zur Berufung der Kronlandtage. Oberst Gablenz ist mit einer wichtigen Sendung nach Dresden abgegangen. Die Truppenmärsche gehen langsamer, obwohl ununterbrochen vor sich. Die Nordbahn ist bis Ende dieses Monats für Truppentransporte in Anspruch genommen.
19. November, Vormittags 9 Uhr. Die „Wiener Ztg." bringt einen Befehl des Kaisers selbst, womit die Mittheilung von Truppewegungen den Zeitungsblättern förmlich untersagt wird. Ein Gesetz, die Einführung der Theater-Ceufur betreffend, ist sanktionirt worden.
Aus Glatz wird der Berliner „Const. Corresp." geschrieben, daß es den an der dortigen böhmischen Grenze liegenden italienischen Infanterie-Regimentern an dem Nöthigsten fehlt, haupsächlich an Fußbekleidung. Einige Soldaten überschreiten die Grenze, um sich etwas Nahrung oder einige Pfennige zu erbetteln. Das Glacis von Glatz ist bereits rasirt.
Rußland.
Don der russischen Gränze, 17. Nov. An der polnisch-pi eußischen Grenze werden laut der O.-P.-A.Z. bedeutende russische Truppenmussen aufgestellt und die jenseits Warschau ftationirten Armeekorps sollen sich in Marsch nach der schlesischen Grenze gesetzt haben.
Türkei.
Konstantinopel, 2. Nov. Ueber den in Syrien gegen die Christen ansgebrochenen Aufstand erfährt man Folgendes: „Der Hauptschanplatz ist bis jetzt Aleppo gewesen. Dort sind drei christliche Kirchen verbrannt (andere Berichte reden von fünf), ein Erzbischof und ein Bischof getödtet und eine Unzahl anderer Priester, sowie Laien, Männer, Frauen und Kinder auf der Straße, auf den Plätzen und in ihren Häusern erschlagen, erwürgt oder gehenkt worden. In kleinen benachbarten Städten soll es nicht viel besser hergegangen sein. Man fügt hinzu, daß selbst die fremden Consulate vergebens alles aufgeboten. haben, um ihre Schützlinge oder verfolgte Flüchtlinge zu retten, ja ein Generalkonsul — nach einigen der französische, nach andern der englische — soll ein Opfer der Volkswuth geworden sein. Nach Berichten eines mir persönlich Bekannten aus Homs ist die Stimmung auch dort eine gefahrdrohende, und die dort und in der Umgegend liegende Artillerie hat sich koncentrirt um auf Aleppo zu inarschiren. Als Anlaß des Aufstandes führt man eine bedeutende Privatschlägerei von Türken unter sich in den Straßen von Aleppo an, welche die Consul» veranlaßt haben soll, beim Gouverneur um Abstellung derselben durch energisches Ein- schretten zu ersuchen. Die streitenden Parteien, ärgerlich darüber, daß sich die Ghiaurs (Christen oder Franken) in ihre Händel mischen, sollen hierauf zu jenem blutigen Aufstände aufgestachelt worden sein."
Zara, 14. November. (Teleg. Dep.) Mostar hat sich ergeben; fei tonn herrscht in jener Gegend Ruhe. Eine neue, in Posavina ausgebrochene Insurrektion ist von Omer Pascha bereits überwunden. Das Rebellenheer, bei 5000 Mann stark , ward bei Wranduk auf das Haupt geschlagen. 150 Insurgenten blieben todt auf dem Platze. Wranduk ist eingenommen. Die nahe liegende Ortschaft Zepse, woraus gefeuert worden, soll der Seraskier haben einâschern lassen. Ein Beamter des Pascha's ward wegen Verbreitung aufrührerischer Schriften verhaftet.'Dem Vernehmen nach hat zwischen den Vorposten des Kawaß Pascha und des Seraskiers bei Kognitz am 10. d. M. ein neues Gefecht sich entsponnen. Die bei Serajewo befindlichen Pulvermühlen sind auf Befehl des Abdi Pascha in die Luft gesprengt worden.
Griechenland.
Athen, 8. Nov. (Telegr. Dep.) Die Wahlen sind regierungsfreundlich ausgefallen.
Italien.
Turin, 15. Nov. (Telgr. Dep.) Gestern traf ein außerordentlicher Courier mit wichtigen Nachrichten ein, welche einen langdauernde» Mmifterratp veranlaßten. Das Steuererhebungsgesetz ist mit 99 gegen 23 Stimmen angenommen worden. - Die Wahl des Professors Berti ist unter großem Tumulte der Kammern für ungültig erklärt worden. Dem Vernehmen nach soll Nigra definitiv das Finanzportefeuille an Cavour abgeben, Gioja das Handelsministerium übernehmen.
Turm, 16. Nov. (Telegr. Dep.) Der Minister Cavour hat in der Deputirtenkammer erklärt, daß Piemont keinen Handelsvertrag.mit England abgeschlossen habe.
S ch w e i z.
Basel, 19. Nov. (Karlsr. Z.) Der Dichter Gottfried Kinkel, aus dem Zuchthause in Spandau entflohen, ist in der Schweiz angekommen.
Republik Fraukreich
* Paris, 20. November. Die Verhandlungen der Nationalversammlung sind ohne Interesse. Erst die Debatten über Cretons Antrag wegen Rückkehr der eri- lirten Prinzen unk Louis Bonapartes Dotation wer- • den über Oie Stimmung der Parteien Aufschluß geben. Die Legitimisten sollen sich jetzt ganz der Berry'schen Zuwartungspolitik angeschloffen haben. — Die Elyseebl âtter zeigen, wie schwankend die Stimmung der Regierung ist. Gestern brachte der „Coustitutionnel" eine offizielle Desavouirung eines Artikel der „Patrie" gegen Rußland, heute bringt *er „Moniteur" ein nicht minder offizielles Oesavoeu eines Artikels des „Constl- tutionnel" gegen Preußen.
Auf die Kunde, die Regierung habe Meldung vom Abschlusse eines Inhibitoriums auf 4 Wochen zwischen Oestereich und Preußen erhalten, und es handle sich nur noch um die Wahl des Ortes für die freien Konferenzen stiegen die Fonds: 3pC. 57,85 ( Hausse 5 C.); 5pCt. 93,40 (Hausse 20 C.) (Dieselbe feste Stimmung am 19. in London. Cons. 97.)
Handels- und Börsen nach richten
Frankfurt, 21. November. Der merkliche Aufschwung der Fonds zu Berlin am 20. d. M., welches auf friedlichere Ansichten der dortigen Börsenmänner schließen läßt, wurde heute frühzeitig durch eingetroffene telegraphische Depesche bekannt, und verfehlte nicht, auch an unserer Börse eine günstige Wirkung auf Den Stand der Papiere hervorzubringen; durchgehends waren sämmtliche Foiidögattungeu zu höher» Coursen lebhaft begehrt. Von öftere. Effekten hoben sich 5pCt. M. seit gestern von 71% pCt. auf 73% pCt., 4% p(5t. MettaU. stiegen von 617s pCt. auf 63% pCt., Wienerbankaktien verbesserten sich von 1028 fl. auf 1054 fl., 500 fl. Loose waren 145 pCt. G., 250 fl. Loose 90% pCt. G. Alle übrigen Sachen folgten Dem Impuls der österreichischen Effecten und waren in mehr oder minderem Grade zu höher» Coursen an Mann zu bringen. Ebenso gingen Eisenbahnactien in die Höhe. F.-W.-Nord- bahn bleibt 36% pCt. G., Berbach 74'/g"pCt., Köln- Minden 89 pCt., Taunus 298 fl. 3pCt. inländ. Span, schließen 32lü/16 â 33 pCt. Abend nach Ausgabe der französischen Post bleibt die 3pCt. inländ. spanische Schuld auf einige darin geumchte Verkäufe etwas minder fest, 32% pCt. G. In allen übrigen wurde nichts gethan, da man bis 6% Uhr durchaus ohne weitere Nachrichten von Berlin war.
Verschiedenes.
(Ein konstitutioneller Leid-Artikel.) Das Vaterland war in Gefahr! In kühner Begeisterung hat das Volk wie ein Mann sich erhoben, und im Augenblicke standen 500,000 Kämpfer bereit, für Preußens Ehre in den blutigen Kampf zu gehen!
Das Vaterland war in Gefahr — kein Gut war uns zu werth, kein Opfer zu schwer, um es seiner Rettung darzubringen! Alles, was uns lieb und theuer, Geld und Ehre, Haus und Hof, Kind und Kegel, Mann und Maus, das letzte Pferd von unserer Brust, den letzten Sohn aus unsrem Stall — Alles, Alles haben wir dahin gegeben! Kinderlos irren Tausende von Waisen umher! Der blutgedüngte Boden von Bronzell und die Manen der dort Gebliebenen rufen Rache, blutige Rache auf das Haupt unsrer Feinde herab! Weye! Wehe!
Aber komme» wird einst der Tag, wo blutg roth auch unsere Sonne durch Die Wolken bricht, wo siegesrauschend unser Banner durch die Lüfte weht, wo wir, wie in den glorreichen Tagen von Frankfurt, Erfurt und Berlin zeigen werden, daß wir, würdig unsrer Väter, nicht verlernt haben, zu stehen und zu fallen wie Ein Mann, den Umständen Rechnung zu tragen, mit dem möglich st Erreichbaren uns zu begnügen, und, wenn auch die Freiheit, die Ehre, der Kampf „gegenwärtig nicht ausführbar sind", doch jedenfalls „die Idee derselben festzuhalten"
Darum mittag ausgeharrt! Ehre verloren — nichts verloren! Geduld verloren — Alles verloren!
Die Rache naht — der Sieg ist unser — Wenn der Muth in der Brust seine Spannkraft übt!
Kladderadatsch.
B e k a tt n t m a ch u n g e it.
t«3» Deutschkatholische Gemeindeversammlung Sonntag den 24. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, in dem großen Rathhaussaale. Man wünscht, alle stimmberechtigten Mitglieder wohnten bei.
Wiesbaden, den 21. November 1850. Aeltesterbeschluß.
(1425) 8 — 9000 fl. find gegen doppelt
gerichtliche Sicherheit, wobei mindestens % Güter sein müssen, zu 4%^ sogleich auszuleihen. Näheres die Erped. d. Bl.
Frankfurt. Cours der Staatspapiere. Schluß der Börse.
Den 21. November 1850.
pEt.
Papier
Geld 1
Den 21. November 1850.
pEl.
Papier
Geld
Oesterreich
Metalliques Obligationen ....
5
73%
73%
Darmstadt
Obligationen.......' .
3%
85%
84%
ff ff • » » ♦
1%
63%
63%
4
88*/,
88
ff ff • * * •
4
57
56
4%
93%
93%
ff ff e ♦ • •
3
41%
41 %!
Lotterie-Anlehen von 50 fl. . . .
—
77%
76%
jf ff • • ♦ •
2%
38%
38%l
25 fl. Loose........
—
27%
27%
Wiener Bank-Actieu.....
3
1059
1054
Kurhessen
Friedr.-Wilh.-Nordbahn ohne Zins.
4
36%
36%
500 fl. Loose ........
—
145%
145 1
ff
40 Thaler Loo>e bei Rothschild . .
—
30%
30^2
250 fl. L.ose von 1839 ....
—
90%
90%
Nassau
Obligationen........
5
101%
101
Bethmännische Obligationen . . .
4
62
——
Obligationen bei Rothschild . . .
3%
85%
85%
ff * * *
4%
69
—
ff
ditto 25 fl. Loose . . .
—
25
24%
Preußen
50 Thaler Prämien-Scheine , . .
—
118
—
Frankfurt
Obligationen . ...... .
3
80
——
Staatè-Schnld-Scheine â 105 , .,
3%
--
ditto von 1839 ....
3^2
92%
92%
Bauern
Obligationen........
3%
—
82%
ditto von 1846 ....
3 %
88%
87%
U
Bexbacher Eisenbahn-Actien , , .
—
74%
74%
ff
Taunus-Eisenbahu-Aclien ä 250 fl. .
300
298
u
Obligationen ........
4%
96%
95%
Holland
Jntegr.-Obligationen.....
2% 3%
—
55
Baden
3%
80%
80
ff
Syndikats.........
—
—
ff
Obligationen ........
5
100%
100%
Spanien
Innere Schuld neue Obligationen .
3
33%6
32*718
ff
3%
78%
51 %
78
Polen
Lotterie-Loose 300 ......
—
——
135
Lotterie-Anlehen a 50 fl. von 1840
—
50%
ditto 500 ......
78%
78%
f/
35 fl. Loose vom Jahr 1845 . . .
—
30%
30%
Sardinien
36 Frs. Loose bei Gebr. Bethmann
—
34
33%
Ein Landgut, dessen Werth vorzugsweise in Aeckern, Wiesen und etwas Wald besteht, wird für circa 30,000 fl. zu kaufen gesucht. Nähere Auskunft ertheilt auf frankirte Briefe PMh Menges • Häfnergasse Nro. 16 zu Wiesbaden. (1435)
Ein unverhcirathetcr, mit guten Zeugnissen über sein moralisches Verhalten versehener Religionslehrer — mosaischen Bekenntnisses — der sich einer Prüfung in den Fachkenntnissen zu unterziehen bereit ist, kann bei der hiesigen israelitischen Gemeinde Anstellung finden.
Wiesbaden, den 21. November 1850. (1432) Der Vorstand.
Offene Stelle.
Ein Mädchen. welches Hausarbeiten versteht und etwas kochen kann, mit guten Zeugnissen versehen ist, und sogleich eintreten kann, findet eine Anstellung bei einer fremden Herrschaft, durch das Geschäftsbureau, Marktplatz Nro. 38. (1431)
Cours der Wechsel. Den 21. November.
Kurze Sicht
Zwei Monal
• Gold- und Silber-Sorten.
fl.
kr.
Briefe
Geld
Briefe
Geld
Amsterdam, loo fl. Sri. . . . Augsburg, 100 fl. Ert. . . . Berlin, 60 Thlr...... Bremen, 50 Rthlr. in Louied'or. Hamburg, 100 Mrk. Bco. . . , Leipzig, 60 Thlr......
„ in der Messe .... Loudon, 10 Livr. St. .... Lvon, 200 Fr....... Paris, 200 Fr. ..... Mailand, 250 Lir. Austr. . . . Wien, iu 20r 100 fl. C.-M. . . Tu conto ...... '.
119%
97%
105
118%
94% 94%
94
100%
105%
88%
1 93%
117%
99%
3
Neue Louisd'or . . ..........
Friedrichsd'or........... .
Ducaten............ .
20 Frank-Stücke ......... .
Holländische 10 fl. Stücke........ Englische Souverainö.......... Laubthaler ............. Preußische Thaler ...........
5 Franc-Thaler ............
Hochhaltiges Silber . ........
11
9
5
9
9
11
1
2
24
(Frk
5 43 36 27 47 49
45 21
30
r. I.)
(1436) In der H. W. Ritter'schen Buchhandlung ist vorräthig:
Lisbeth und Katherine oder belehrende Äerbergesprarhe über religiöse Freiheit.
Zn der Mundart des Volkes im Binger Kreise, im untern Rheingau, in der ganzen Pfalz und der Nahegegend.
Preis: 9 Kreuzer.
Lichtbilder auf Papier,
Kirchgaffe Nro. 31 zu Wiesbaden. (936)
Verantwortlicher Herausgeber und Verleger C. Ritter. — Druck der 4. Ritter'schen Buchdruckerei.
