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feu: „Somit wäre Herr von Manteuffel und seine Partei, die jetzt nur noch die der „N. Pr. Ztg." sein dürfte, mit der Zukunft Preußens fertig; aber leicht dürfte er sich verrechnet haben. Eine solche Behand­lung eines Staats, der sich mit dem Blute seiner Söpne, mit zahllosen, gewaltigen und furchtbaren Opfern des Volkes zu einer Weltmacht emporgeschwungen, muß auch Erbitterung in Kreisen erregen, die sonst nur ge­wohnt sein mögen, Befehle von obenher stumm zu empfangen rind in schweigendem Gehorsam zu voll­ziehen." Die „Nat.-Ztg." meint, die jetzige preußische Volkserhebung werde wohl die letzte preußische sein.

* Köln, 15. November. Die „Köln. Ztg." wird täglich kühner; denn die Bourgeoisie bildet sich noch immer ein, sie könne auf die Politik derer einwirkeu, die einst allerdings ihr schmeichelten, als es galt, sie gegen die Demokratie zu hetzen. Die konstitutionelle Partei hat damals einen Frevel begangen, der sich jetzt an ihrer empfindlichsten Seite, am Geldbeutel, rächt. Sie hat damals der Demokratie Schuld gegeben, sie ruinire den Erwerb und gefährde das Eigenthum; jetzt muß sie die Erfahrung machen, wer es ist, der „theilen" will, ja der „theilen" muß, um eine schwache Regierung dem Auslande gegenüber durch eine starke den Steuerzahlungsfähigen gegenüber zu stützen. Die „Kölnische Ztg." ist im Namen ihrer Partei hierüber so außer sich, daß sie heute Ketzereien predigt, welche allerdings so schlimm nicht gemeint sind, aber doch beweisen, wie leicht es ist, Gegner zu verdäch­tigen, und wie schwer, Maß zu halten, wenn es der eigenen Partei ans Leben geht. Wie oft hat diese konstitutionelle Partei auf die „unparlamentarische" Sprache demokratischer Blätter bei der badischen Affaire geschimpft; doch wir erinnern uns nicht, daß jemals in einem preußischen demokratischen Blatte so offen die Mili­tärdiktatur undWechsel an höchster Stelle gepredigt wurde. Die konstitutionelle Partei ist jetzt an diesem Stadium angelangt — wie in der Regel, so auch diesmal erst, nun es zu spät ist. Aber es bleibt ein Zeichen der Zeit, daß am 15. Nov. die „K. Z." folgende Sätze in ihrem Leitartikel aufstellte: „Soll die Armee als Unterhand­lungsmittel dienen, so wird sich zeigen, daß sie nur zu ehrenvollen Unterhandlungen zu gebrauchen ist. Mögen die Politiker sich den Gedanken vergehen lassen, mit dem bewaffneten Volke leichtes Spiel zu treiben. Die mobilisirte Armee ist auch eine Art Volksvertretung, deren Berechtigung nn- mittelbar aus den thatsächlichen Zuständen fließt. Man überlege wohl, mit welchem Programme man diesem Ausdrucke der Nation entgegen treten will." | Der Schluß dieses Artikels dringt, „weil uns die bis­herige Führung unserer Angelegenheiten vollkommen unverzeihlich dünkt" — er „dringt auf einen Wechsel an höchster Stelle vor dem 21. November."

Karlsruhe, 7. Nov. (Bad. Losztg.) In der gestrigen Kcumnersitznng erklärte der Minister v. Rüdt, daß pie preußischen Truppen aus Hechingen und Sig­maringen zurückgezogen seien, und daß die Regierung von Nassau gegen den Einmarsch preußischer Truppen 'n ihr Land protestirt habe. (?)

Ludwigsburg, 12, Rov. (Schwb. Merk.) Erst jetzt fängt es an, kriegerisch bei uns anszusehen: fast täglich sieht man ein berufene Mannschaft hier em- rücken. Seit einigen Tagen ist der Arsenalplatz für den Wandel gesperrt, da Geschütze und Munitionswagen auf demselben aufgestellt sind. Es sollen in aller Eile fünf Batterien mit 40 Stücken Geschützen mobil ge­macht werden. Auch heißt es, daß unsere beiden hie­sigen Reiterregimenter in die Umgegend verlegt werden sollen, weil es an Stallungen für die Pferden des Artillerieparks.und dis Armeetrains fehle sobald die benöthigte Zahl angekauft sein wird.

Bamberg, 13 Nov. (B. Z.) Dem Vernehmen nach sind sämmtliche Rüstungen und Märsche der Trup­pen vorläufig sistirt. Drei Ertrabahnzüge,^ welche heute einen bedeutenden Theil der zweiten Division des 4. Armeecorps des österreichischen Heeres, welche seit­her in Nord-Tyrol ausgestellt war, hierher bringen sollte, sind ab bestellt.

S ch l e s w i g - H o l st e i n.

Altona, 12. Nov. (Köln. Ztg.) Leider bestätigt sich das schon gestern hier in Umlauf gewesene Gerücht von dem Verluste eines unserer Kanonenboote, Nr. 8, und seiner ganzen Mannschaft. Die Zahl der Verun­glückten ist genau noch nicht anzugeben, auf 30 wackere Seeleute wird sie aber wohl zu veranschlagen sein. Im Kampfe gegen den Feind dahingerafft, würden sie uns weniger schmerzen, aber jetzt um so mehr, da die empörten Elemente mit Unvorsichtigkeit zu ihrem Ver­nichtungswerke herausgefordert wurden. Die rauhe Jahreszeit und die furchtbaren, fast täglich wiederkeh­renden Stürme dieses Herbstes mahnten schon lange, jene kecken, armirten Fahrzeuge einen sicheren Port suchen zu lassen. Das Kanonenboot Nr. 8 wollte während eines dieser schweren Stürme von Büsum aus in die Elbe einlaufen, schlug um und ging total verloren, während zwei andere Kanonenboote und ein Dampfschiff der Schleswig-Holsteiner in Sicherheit ka­men. An der Westküste trieb das Wrack des gekenter­ten Fahrzeuges, aber nicht bloß diese Schiffstrümmer, noch viele andere; auch die Ueberbleibsel eines Westin­dienfahrers, dessen Ladung in Kaffee bestanden hatte, beweisen, wie viele Opfer die sturmgepeitschten Fluthen währen der letzten Tage verschlungen haben.

Dänemark.

Kopenhagen, 6. Nov. Der dänische Berichterstat- tter des „Hamburger Correspondenten" schreibt diesem Blatte unter vorstehendem Datum: „Die Aussichten des als Ueberbringer des für den Fürsten Paskewitsch be­stimmten Elephantenordens nach Warschau gesandten Prinzen v. Glücksburg auf die Succession in der däni­schen Gesammtmonarchie dürsten nach dieser Reise an Consistenz gewonnen haben, insofern es nicht unwahr­scheinlich erscheint, daß die Candidatur desselben von Rußland bei den übrigen Großmächten wird befürwor­tet werden."

Türkei.

Konstantinopel, 2. Nov. (Telegr. Dep') In Aleppo hat ein Aufstand gegen die Christen Statt ge- •

funden, bei welchem eine große Zahl derselben ermor­det und im Franken-Quartiere Verwüstungen ausge- führt wurden, während das türkische Militär" in pas­siver Zuschauer-Rolle beharrte.

Republik ^rsnkreich

# Paris, 13. Nov. Die Journale der Majori­tät, „L'Ordre", „L'Union", L'Opmion publique" und sogar „La Republique" sind mit der Botschaft des Präsidenten, obwohl sie durchaus nichts bringt, was besonders zu preisen wäre, sehr zufrieden. Der Grund ist aber der, daß man auf weit Schlechteres gefaßt war. Die Elyseeblätter strahlen natürlich vor Wonne über diesen Triumpf ihres Meisters. Die Börse war namentlich erfreut, die Fonds stiegen merkwürdig, da man zugleich bereits erfuhr, Oesterreich und Preußen würden sich verständigen und zwar „sous les auspices de M. de Meyendorff, ambassadeur de Russie.“ 3M. stiegen auf 57,95 und schlossen mit 57,70 (Hauyee 50 C.); 5pCt. auf 93 und schlossen mit 92,80 (Hausse 70 C.)! Demungeachtet ist es der Partei der „Ruhe um jeden Preis" nicht geheuer. Der Antrag der Quästoren wegen Anstellung eines eigenen Polizeicommiyârs ist ein an sich unscheinbarer, aber es droht dennoch ein Erisapfel zu werden. Die Initiative-Commission hat diesenAntrag heute fast ein- stimmig zu dem ihrigen erhoben, während die Regie­rung ihn aufs Aeußerste zu bekämpfen entschlossen sein soll. Indeß wer hat den Muth der Konsequenz? Weder diese Regierung, noch diese Majorität! Bei dem Antrag Antony Thourets auf Vorlegung der Pro­tokolle der 25er, lieferte die Majorität einen neuen Beweis dieser Furcht: sie verwarf denselben, wie sie Thinguy bewog, seinen Antrag auf Revision des Wahlgesetzes zurückzunehmen. Schließlich vervollständigte die National-Versammlung ihr Bureau: sämmtliche Mitglieder desselben während der letzten Session wur­den wieder gewählt.

Belg i e n.

Brüssel, 11. Nov. Das „Journal de Liege" will aus guter Quelle wissen, daß der Vertrag mit dem Zollverein auf den jetzigen Grundlagen auf ein Jahr erneuert sei. Die Lütticher Industrie kann sich nur dazu Glück wünschen, wenn sich die Nachricht bestätigt.

Haudels- und Börsennachrichten.

Frankfurt, 14. November. Die Fonds wichen heute im Allgemeinen nur wenig von ihrem gestrigen Standpunkt ab, blieben jedoch zuletzt fest und theil­weise höher im Cours als gestern. — Von öster­reichischen Effecten waren 5pCt. Metall. 71^pCt., 4'/2pCt. Metall. 62% â %p@t. Wienerbankaktien 1042 fL, 500 fl. Loose 144'/4PCt„ 250 fl. Loose 90 pCt. Von den übrigen Anlehensloosen waren Kurhesi. 40 Thlr. Loose offerirter 29% Thir., Badische 35 fl. Loose fester 30 fl. Süddeutsche Obligationen waren größtenteils gut preishaltend.

besannt 111 a ch 11 11 g e 11.

Gesellschaft von Freunden bildender Kunst.

(1399) Bon einem Mitgliede unseres Kunstvercins wüd, von künftigem Freitag den 22. November anfanacnd, um Lokale der Gesellschaft — Hotel Durm.er^ eine Reche von Vor­trägen über die Kunst des deutschen Mittelalters, unter Vorlage erläuternder Abbildungen, Grundrisse, Details :c., gehalten werden, wozu alle Mitglieder emgeladen find.

Wiesbaden, den 12 November 1850. Der Borstand.

(1412) Deutschkatholischer Gottesdienst, Sonntag den 17. November, Morgens halb 10 Uhr, geleitet durch Herrn Prediger Graf.

(1407) An Glaserker

(ein Fenster breit) ist billig zu verkaufen.

Näheres in der Erp cd. v. Bl.

Frankfurt

Cours der Staatspapiere.

Den 14. November 1850.

vEt. 1 Papier

Geld 1

Den 14. November 1850.

vCi.

Lurtrreid?

Preußen Laven,

Baden

Metalliques Obligationen . . . .

Wiener Bank-Aciieu..... 500 fl. Loose...... -

250 fl. L^ose von 1839 . . .

Bethmännische Obligationen . . .

er »^ ,

50 Thaler Prämien-Lcheme . . . Staats-Schnld-Scheine a 105 . . Obligationen........ Bexbacher Eiseubahn-Aclieu . . . Obligationen........

Obligationen........

Lotlcrie-Anlehen a 50 fl. von 1840 35 fl. Loose vom Jahr 1845 . . .

5 4%

4

3

2%

3

4

47,

3% 3%

4% 3% 5

3%

72 62%

1047

144 91%

80%

73

93% 78%

100% 77% 50% 30%

71%; 62% 54% 41% 37 1

1132

143 1 90%' 69%| 60 j

116 1 79%' 80 I 72% 93% 78 997, 77%' 50% 30

Darmstadt

IT

W

Kurhessen Nassau

Frankfurt

Holland

Spanien Polen

Sardinien

Obligationen........

Lotterie-Anlehen von 50 fl. . . . 25 fl. Loose . . ...... Friedr.-Wilh.-Nordbahn ohne Zins. 40 Thaler Loose bei Rothschild . . Obligationen........ Obligationen bei Rothschild . ,. .

ditto 25 fl. Loose . .

Obligationen........

ditto von 1839 ....

bitte von 184(1 ....

Taunus-Eisenbahn-Aclieu a 250 fl. . Jntegr.-Obligarioucu..... Syudicals......... Innere Schuld neue Obligationen . Lotterie-Loose 300 ...... ditto 500 ......

36 Frs. Loose bei Gebr. Bethmann

3% 4 4%

4

5 372

3

3%

3/2

2% 3% 3

C o n r s der Wechsel. Leu 14. November.

Kurze Sicht

Zwei Monat

Gold- uno Silbcr-SortcII.

Briese J

Geld

Briefe

Geld

Neue Louisd'or ............ Friedrichsd'or . ............ Ducaten..............

20 Frank-Stücke ...........

Holländische 10 fl. Stücke........

Englische Souverainö..........

Laubthaler .............

Preußische Thaler...........

5 Franc - Thaler............

Hochhaltiges Silber .... .....

Amsterdam, toO fl. Crt. . . . Augsburg, 100 fl. Ert. . . . Berlin. 60 Tblr...... Bremen, 50 Rthlr. in Louiod'or. Hamburg, 100 Mrk. Bco. . . . Leipzig, 60 Thlr. .....

„ in der Messe

London, 10 Livr. St.....

Lvon, 200 Fr.......

Paris, 200 Fr. .....

Mailand, 250 Lir. Austr. . . . Wien, in 20r 100 fl. E.-M. . . Dir conto ......

119%

97%

88%

105

118%

94%

94%

94

99%

105

93%

99%

87%

117%

3

1

2

24

Scblnß bet Börse.

Papier

Geld

84%

84%

87%

87

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75

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27

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11

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43

21

30

Grks. 3.)

Kunst-Anzeige.

Das Wachofiguren-Kabinet und Panorama, welches auf dem Marktplatz dahier ausgestellt ist, ist nur noch bis Sonntag den 17. und Montag den 18. zum letzten Mal, für 3 kr. die Person, zu sehen.

(Uli)

Ä Sp<mget»berger.

Aufforderung.

Ich erkläre den Gemeinderath Carl Dietrich von hier so lange für einen Lügner, bis er seine in öffentlicher Gemeinderaths- Sitzung gemachte Behauptung, als handle ich mit Frucht und habe dieses Jahr schon meh­rere Mal geschlachtet, bewiesen hat.

Idstein, den 10. November 1850.

(1410)

jD. Aassmter

Gute Aepfel und Birnen sind zu verkaufen. Näheres durch die Ex­pedition dieses Blattes. (1408)

(1345) Große Landgüter Mühlen rc., werden in Nassau zu laufen gesucht. Näheres F. t#. Rsewch, Pfandhauöstraße in Mainz. Briefe franco.

(1368) In der H. W. Ritter'schen Buch Handlung in Wiesbaden ist vorrâthig: Iosexh von Nadowitz wie ihn seine Freunde kennen.

Brief eines Nichtdeutschen in die Heimalh.

Preis: 24 Kreuzer.

Lichtbilder auf Papier,

Kirchgasse Nro. 31 zu Wiesbaden. (936)

Verantwortlicher Herausgeber und Verleger C Ritter. Druck der H. Ritter 'schen Buchdruckerei.