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Holstein nöthigenfalls Bundeserecution, wobei sich Preußen der aktiven Theilnahme enthält; '8) in Kurhessen gestattet Preußen die Occupation und Bu nd eserecuti on. Die Entschließungen der preußischen Regierung über diese Punkte sind nach Wien gesendet worben, und die Rückäußernug Oesterreichs hierauf ist bereits erfolgt, lieber die endliche Feststellung, oder vielmehr den Voll­zug vorstehender Punkte wird dermalen in Berlin ver­handelt. Die brennendste Frage bestand in der kurhcs- sischen. Da Preußen das Einrücken seiner Truppen in Kurhessen angeordnet hatte, und diese dei^ Bundes- trnppen gegenüberstanden, so konnte mit jeder Stunde der Nachricht von einem blutigen Zusammenstoß entgegengc- sehen werden. Auch hat ein solcher, wiewohl von geringer Erheblichkeit, am 8. d.M. stattgesunden. Noch mehr wurde diese Gefahr durch die von Preuoen angeordnete Mobi- listrung der ganzen Armee erhöht. Man konnte die Besorgniß hegen, daß die Kriegsparteit in Preußen die Oberhand gewinnen könne. Diese Gefahr scheint nun­mehr beseitigt zu sein. Die in Warschau getroffene Uebereinkunft hat, wie wir vernehmen, einen Anfang des Vollzugs erhalten. Die preußischen Truppen zie­hen sich von Fulda auf die Etappenstraßen zurück. Geschieht dieses, so werden die Bundestruppen nicht länger gehindert sein, die landesherrliche Autorität in Kurhessen wieder herzustellen. Dazu wird cs aber kei­nes bedeutenden Truppencorps bedürfen und selbst der Vorwand einer Bedrohung Preußens fällt hinweg. Dabei setzen wir freilich voraus, daß auch keine Con- centrirung preußischer Truppen in jenen Gegenden mehr stattfinke. Inzwischen werden, so Gott will, die Verhandlungen in Berlin ein glückliches Ende ge­winnen. Ist es dahin gekommen, daß man, von dem näm­lichen (!!!) Standpunkt ausgehend, sich über die gemein­samen Interessen vertrauensvoll benehmen kann, so muß die Vcrftäudignng gelingen." In Frankfurt, hieß es gestern Abend-, derBundestag" werde sich vertagen und in Dresden bet Kongreß zur Verständigung zwi­schen Oesterreich und Preußen unverzüglich beginnen.

Sind die deutschen Völker jetzt klar über ihren Segen Gottes"? Der 9. November ist ein wich- tiger Tag im deutschen Geschichtskalendcr: am 9. No­vember 1848 war es, wo Robert Bluur in der Brigittenau bei Wien durch Pulver und Blei begna- digt wurde; am 9. November 1848 begann der Lue- gtslauf der dynastischen Contrerevolution mit dem Attentate auf die deutsche Nationalversammlung, mit dem Attentate auf die deutsche Nation durch Hmrich- tung eines ihrer besten Söhne, eines ihrer gefeiertsten Volksvertreter; am 9. November 1850 hatte die Contrerevolution ihren Kreislauf vollendet: Fulda wurde von den Preußen geräumt, von denBundestruppen" besetzt, dieVereinbarung" begann die Vereinba­rung der Mächte, welche die Revolution bekämpft, doch nach zwei Jähheit- amoBer La zuigcfiuninrn nuien , «w sie aus Furcht vor der Revolution sich tiefer erniedrig­ten, als jemals. Die Demokratie hat ihre Gegnerin, die Contrerevolution, ruhig ihre Laufbahn vollenden lassen; sie wird auch ferner ruhig dieBegnadigung" des unrettbar verlorenen Konstitutionalismus geschehen lassen, denn sie allein hat sich nicht kompromitirt, sie allein sich nicht düpiren lassen, sie allein kann zu dem Allen sagen:Gott gebe seinen Segen dazu!" Und dieser Segen ist schon da! Der Vorhang ist gefallen, . es gibt fortan nur noch ein Panier, um welche die deutsche Reaktion geschart steht: die orientalische Des­potie und Barbarei! Unb es gibt nur noch eine Partei in Deutschland: das gesummte deutsche Volk die Gesammtheit aller Derer, welche die Civilisation und Humanität, Recht, Ehre und Treue, Wohlstand und Sicherheit des Besitzes für keine Chimäre halten! Die Con­trerevolution hat in demselben Momente, wo sie Alles gewonnen zu haben glaubte, Alles verloren die ge- fammte Nation. Es handelt sich jetzt nicht mehr um einen Prinzipicnkampf die Prinzipien sind klar;

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Gerüche zum Landbau , 1 Gespann Ochsen oder Pferde bis zu 80 Dollars für den Farmer, 1 Gespann Och­sen mit Wagen u. s. w. für den Holzhändler, 1 Pferd und Geschirr für den Fuhrmann; Pferd mit Zube­hör für den Arzt, Instrumente und Medizin bis zu 100 Dollars: Lebensmitteln und Futter, respekt. für die Familie des Schuldners und dessen Vieh für 6 Monate. Dem Schuldner müssen ferner belassen werden: Hausgeräthe bis zu 250 Dollars, die Bib­liothek bis 150, Utensilien der Buchdruckerei und Ge­rüche des Handwerkers je bis zu 150 Dollars u. s. w. Außerdem sind von der Erekution frei: die Kirchensitze und Begrübnißplätze.

^Was nun die Einwanderung in neuerer Zeit be- trifft, so wendet sich dieselbe besonders der Gegend von Saginaw an dem Flusse und der Bai gleichen Namens, nordwestlich von Detroit zu. In jener Ge­gend haben sich auf zwei verschiedenen äußerst frucht­baren und angenehm gelegenen Laudstrichen zwei grö­ßere Gesellschaften lutherischer Christen aus Franken in Baiern viele aus der Gegend von Nürnberg--- angefiedelt und Colonien mit Kirchen und Schulen ge­gründet, die bei dem Wohlstände und der Betriebsam­keit ihrer Bewohner bald zu bedeutenderen Städten sich ausdehnen werden, besonders seit der Staat ihnen zur Anlage von Kommunikations-Wegen ansehnliche Zuschüsse geleistet hat. Ungehindert von Land-Drago- nern können hier diese durchweg biedern und in der

es handelt sich nur noch um die Frage: wie lange die Agonie, der Todeskampf der im Ficberwahnsinn in ihren eigenen Eingeweiden wühlenden Contrerevolution noch währen kann? Je ruhiger und ungestörter das Volk sie sterben läßt, desto schneller wirdGottes Segen" sich anGottes Gnade" erfüllen.

Deutschland.

* Wiesbaden, 11. November. Es ist wunderbar anzuschauen, wie voll dieDtsch. Nef." den Mund nimmt, um Krieg zu spielen. Der König will sich mit an die Spitze der Armee stellen, der Prinz von Preußen den Oberbefehl und die Prinzen Albrecht und Karl gleichfalls Kommando's übernehmen. Herr von Manteuffel will dem russischen Geschäftsträger, der über die Bedeutung der Mobilmachung anfragte, ge­antwortet haben,daß Preußen, angelangt an diesem entscheidenden Punkte, sich nicht (?) durch auswärtigen Einfluß behindern lassen könne, und seine Wehrkraft gegen die provocirenden Anmaßungen ins Feld führen werde." Alles am 8. November, an demselben Tage, wo Fuldas Räumung und die Unterwerfung unter die Warschauer Beschlüsse nach Kurhessen, Baden und Hamburg kommandirt und nach Wien und Frankfurt telegraphirt wurde! O Falstaff, du hast in Berlin deine Meister gefunden; dein Name sei in Zukunft ins Deutsche übersetz:. ... Die Wahl wird uns schwer, wir überlassen sic daher jedem nach bestem Ermessen.

y Wiesbaden, 11. Novbr., Mitags. Die neuesten Nachrichten aus Fulda bestätigen, daß die Preußen in der Nacht auf den 9. Befehl aus Berlin erhielten, sich ohne Schwertstreich in der Richtung nach Hünfeld aus dem Fuldaischen zurückzuziehen. Ferner wird in derO.-P.-Ä.-Ztg." gemeldet:Alle Feindselig­keiten sind eingestellt. Die Preußen haben den Bun des truppen nicht blos Fulda ge- r ä u m t, sondern auch d i e S t r a ß e nach Kassel frei gegeben. Sie behalten sich blos ihre Etappenorte vor." DieBundestruppen" sollten am Morgen des 10. über Marbach, Rückers und Hün­feld (also zum rechten Hohn mitten durch die Preußen hindurch!), dann weiter an Hersfeld (gleichfalls einer preußischen Etappe) vorbei bis Bebra (7% Meilen) marschiren und von hier auf der Eisenbahn (noch 5 Meil.) nach Kassel weiter vorrücken, wo sie am 12.Nov. also morgen eintressen werden.Gott gebe seinen Segen dazu!" hat Friedrich Wilhelm IV. gesagt. Der Prinz von Preußen, der schon im Fuldaer Haupt­quartier angemeldet war, hat sich bis jetzt noch nirgends blicken lassen, dagegen haben sich einige preußische Re­gimenter direkt von Erfurt nach Gocha begeben,um das Vorrücken der Österreicher und Baiern von Lichten- j£]£_amL4^^^tüib£rn.'' Wie es heißt steht das k/k. Regiment Wellington im Itzgrünoe, etn^uugarlsches Grenadierregiment im Maingrunde.

4= Diez, 9. Nov. (Land tags wähl.) Da Herr Oppermann, welcher von der ganzen demokratischen Partei unseres Wahlbezirks für die am 18. November stattfindende Nachwahl in Aussicht genommen war, definitiv abgelehnt hat, so ist es Pflicht, um eine Zer­splitterung der Stimmen zu verhüten, ,einen andern Candidaten anfzustellen. Wir bezeichnen als solchen Herrn Georg Wagner 6r von Dauborn, einen Mann von der entschiedensten demokratischen Gesinnung, der in unserer Kammer den Bauernstand würdiger ver­treten wird, als dies von den bisherigen s. g.Bauern­partei", der Herrn Müller 1., Tripp, geschieht. Er war bereits bei der Wahl am 1. Mai 1848 in Vor­schlag gebracht, trat aber, um die Partei nicht zu spalten, zu Gunsten des Abgeordneten Born zurück. Er er­freut sich in dem ganzen Wahlbezirk, besonders auf dem Lande, ungeteilter Achtung und eines großen Einflusses. Seine Kenntnisse der Occonomie und des

ganzen Umgegend geachteten Leute ihren Geschäften nachgehen oder singen und beten, ohne, wie daheim in Deutschland, pur ordre de Mufti vor einem da- hergetragcnen Bilde sich beugen zu müssen. Ihre Nieder­lassungen heißen Frankenmuth und Franken- | troff In Saginaw selbst Haben^seit dem Siege der ; Reaktion in unserem früheren Vaterlande viele deutsche ; Flüchtlinge sich niedergelassen; so Dr. Pleßner, ehe maliger Kreis-Physikus in Stettin, der als Arzt sich einer sehr guten Praris erfreut, und mit andern men­schenfreundlichen Einwohnern von Saginaw an ber Spitze einer zu Unterstützung deutscher Einwanderer ge­bildeten Gesellschaft steht, als Filiale derdeutschen Gesellschaft" in Mw-Pork.

(Fortsetzung folgt.)

V e r s ch i e d e n e $.

(Zur Londoner großen Ausstellung.) Mit dem Schlage 6 am Abend des 31. Okt. erlosch der Termin für Raumaumeldungen. Der Zudrang war den ganzen Tag über sehr stark gewesen, und Viele, die sich zu spät besonnen hatten, die Erzeugnisse ihres Genies der erwartungsvollen Welt vorzuführen, kamen mit ihren Anmeldungen zu spät. Es wurden im Laufe des Tages nicht weniger als 1500 verschiedene Aus­weise über fsiaumanmeldungen von den entlegensten Lokal-Comites Englands an die Hauptkomisfion einge-

praktischen Lebens können in der Kammer um so nütz­licher werden, ba^man bei ihm gewiß ist, daß er nie über untergeordneten Nützlichkcitsrücksichten die höheren politischen Gesichtspunkte verliert. Bei den letzten Assisen in Dillenburg bekleidete er^das Ehrenamt eines Geschworenen,.' nicht, wie gewisse Andere, mit Klagen über die finanziellen Opfer, sondern mit Eifer und Liebe für dieses volksthümliche Rechtsinstitut. Wir empfehlen ihn unseren Mitbürgern aus wärmster Ueber­zeugung.

PP Diez. Schon vor längerer Zeit wurde in diesen» Blatte her Absetzung des Herrn Lehrer Kring von Höchstenbach Erwähnung gethan, und die Demo­kratie aufgcfordert, demselben ihre Unterstützung ange­deihen zu lassen, da derselbe Vater einer zahlreichen Familie ist, er hat 7 Kinder und sich bis jetzt noch keine andere Eristenz schaffen konnte. Allein die menschenfreunblichc Bitte ist entweder übersehen worden, oder die Demokraten haben, was freilich sehr schwer zu glauben wäre kein Gefühl für die unglückliche Lage des hart Betroffenen, denn, wie wir mit B e- st i m m theil versichern können, sind bis jetzt erst 11 Gulden ans einem einzigen Orte des Herzogthums zur Unterstützung an die unglückliche Familie, resp, den Gcmeinderath daselbst, der in gedruckten Aufrufen zu Beiträgen aufforderte, abgegangen. Wir wissen eS freilich sehr wohl, daß die Demokratie nicht so reich an Gelde ist, wie ihre hartherzigen Gegner, allem es ist ihr gewiß ein Leichtes, wenn auch schon oft in Anspruch gennmmen in den verschiedenen Städten des Landes, wenn auch nur durch eine 6 Kreuzersamm­lung, soviel zusammenbringen, um damit der ersten Noth der Bedrängten zu steuern. Wenn es schon eine Pflicht der Partei ist, die Blätter ihrer Richtung zu unterstützen, so ist es gewiß eine eben so heilige Pflicht derselben, einen, lediglich durch sein entschiedenes Fest­halten an unsern Grundsätzen in Noth gerathenen Par­teigenossen nicht im Stiche zu lassen, und wir hoffen daher mit Gewißheit, daß diese Aufforderung nicht ungchört verhallen, und die Demokratie das Ihrige thun wird, um diese Familie dem Elend zu entreißen. Es werden sich wohl in jedem Orte einige Männer fin­den, die sich gerne der kleinen Mühe unterziehen, die Beiträge zu sammeln und «bznsenden; Herr Bürger­meister Weyland sowie der Gemeinderath von Höch­stenbach werden,die eingescndeten Beiträge mit Dank entgegennehmen und sie dem Betreffenden gewissenhaft zu stellen.

Mainz, 9. Nov. (Mzr. Z.) In der heutigen Sitzung des Polizeigerichtes hat nunmehr auch Herr Friedensrichter Schalk, als Polizeirichter fungirend, ein Seitenstück zu bem bekannten Urtheile des Herrn Frie­densrichters Dr. jur. Lambin et über die Steuerfrage geliefert. Herr Schalk hat nämlich in einem, zwischen der großh. Hess. Obersteuerdirektion in Darmstadt und Bürger August Cathiau, Gastwirth in Mainz, wegen verweigerter Zahlung der Tranksteuer anhängigen Rechts­streite den Grundsatz ausgesprochen, daß die gewöhn­lichen Gerichte nicht befugt seien , die Frage zu unter­suchen, ob die vom Regenten erlassene und durch einen Minister kontrasiKnirte, mithin formell gültige Ver­ordnung vom 29. Sept. 1850 über die Forterhebung der direkten und indirekten Steuern auch ihrem Inhalte nach konstitutionell feie oder nicht. Der Beklagte wurde sofort wegen Defraudation zu einer Geldstrafe verur- theilt. So viel wir vernehmen , wird dieser Prozeß in die Appell-Instanz gehe»» und hierdurch auch eine Entscheidung des hiesigen Kreisgerichtes ver­anlaßt werden, worauf wir denn natürlich sehr neu­gierig sind.Seit einigen Tagen haben die rheinhcs- sischen Orte O p p e n h e i m, G unters bl u m und Um­gegend baierische Eiugnartirung ; indem die bairischen Truppen, welche aus der Pfalz zu dem Aschaffenburger Armeekorps stoßen, über Oppenheim gehen und dort über den Rhein setzen.

schickt. Ein gewisser Herr Birt erbietet sich, einen Maitag Industriellen Jubelkranz" zusamminenzustellen, wozu alle Blnmcnfabrikanten Englands mit ihren Er­zeugnissen beisteuern sollen. Dieser Kranz soll nach dem Vorschlag des genannten Blumenfreundes 1851 Fuß laug sein und 1851 verschiedene Arten von Laub­werk, Blüthen und Früchten enthalten. Diese graziöse Blumenspende soll der Königin, dem Prinzen Albert, der Herzogin von Southerland, dem Earl von Carlisle, den K. Kommissaren und den Subscribenten der Aus­stellung gewidmet sein. Verschiedene (vielleicht genau 1851 ?) Motto's sollen die Blumen mit Poesie schmücken.

DieElberfelder Zeitung" vom 6. d. enthält nach­stehende Annonce:

Zur Begründung einer Knutenfabrik wird ein Associe gesucht, der einige Fonds einzulegen im Stande ist. Daß dem Etablissement ein gutes Prognostikon ge­stellt werden kann, darf wohl keinem Zweifel unter­worfen sein. Anträge, unter Lit. W. W. 7047, be­sorgt die Erpcditiou derElberfelder Zeitung."'

(Kladd.) Eine Neuerung macht in Berlin viel Auf­sehen. Der König hat den Schauspieler Schneider, seinen Vorleser, zum Hofrath ernannt. Wärmn nicht? Ist in Stuttgart doch ein Nachtwächter Hofrath geworden. Es werden nicht sogleich alle Hof- und Geheime-Räthe unter die Schauspieler und Nachtwächter gehen müssen.