Einzelbild herunterladen
 

Ein solcher Krieg hat alle unsere Sympathien.

Italiener, Brüder, sammelt.Euch um uns! Eure vereinten Kräfte sind unermeßlich, und der Sieg hängt nur von der Leitung ab. Jeder Gedanke sei der Same einer Handlung, jede Idee werde zur That, jedes Individuum bilde einen Theil der wirklichen Macht. In der Konzentration liegt das Geheimniß des Sieges. Unsere Feinde sind Tausende, wir sind Millionen, und die Triumphe Eurer Städte in den letzten Jahren ha­ben Euch gelehrt, daß Ihr unbesiegbar seid, wenn Ihr Euch von einem Ende bis zum andern erhebt! . . .

London, im September.

Für das italienische National-Komite: Joseph Mazzini. A. Saffi. A. Saliceti. J. Sirtori. Mr. Montecchi. C. Agostino, Sekretär.

D e u t s ch l a n d.

ff Diez. In dem Limburger Kreisamtsblatt vom 1. September d. J. siiibeu wir eine Verfügung des Kreisamts, worin die Herren Schulinspektoren ersucht werden, „die Schulvorstände über die Art und Form der Bestrafung der Schulversäumnisse zu belehren." Wenn aber das Bestrafen der säumigen Schuljugend von dem Dasein eines Schulvorstandes abhängig ge­macht wird, so können unsere Schulkinder nur fröh­lich zu Hause bleiben, so viel es ihnen beliebt, denn bei uns besteht faktisch kein Schulvorstand. Un­ser Herr Schulinspektor dahier hatte zwar im Jahr 1849 sich einige Männer ausgesucht, die ihm gerade beliebten, um daraus einen Schulvorstand zu bilden, allein diese lehnten damals das ihnen zugedachte Amt ab, indem sie einige andere Männer vorschlugen, denen sie mit vollem Vertrauen diese Stelle anvertrauen zu können glaubten, worauf aber der Herr SchulinspJtor die unbegreifliche Antwort bei dem Namen Dünkelberg gab: „Aber, Du lieber Gott, der Mann hat ja keine Kinder." Indessen beharrten die Männer auf ihrer Weigerung, und der Schulinspektor fand nicht für gut, einen Vorstand durch die Gemeinde wählen zu lassen, und so sind wir denn bis heute vielleicht im Herzog- thum die Einzigen, die keine» Schulvorstand besitzen. Es ist nun freilich für gewisse Leute sehr bequem, Ge­setz geb er und zugleich Vollzieher desselben zu sein, und sie werden gewiß keine Anordnung erlassen, die ihnen nicht in den Kram paßt, allein so willkommen dieß auch manchem Diener Gottes sein mag, so nach­theilig ist es für die Sache selbst. Die Schule und diese Angelegenheit hat ihre sehr ernste Seit. Möchte doch Jeder bedenken, welch ungeheuren Nachtheil es für die Volksschule ist, wenn die Leitung derselben ganz und gar dem überlassen ist, der es nie versäumen wird, der Aufklärung der neuen Zeit hemmend in den Weg zu treten, denn diese Leute wissen es viel zu gut, daß die Ideen, die dem Menschen in seiner Jugend beigebracht werden, die herrschenden für das ganze Le­ben bleiben.

* Frankfurt, 25. October. Die hannover'sche Re­gierung soll von der Bundesversammlung wiederholt aufgefordert worden sein, ihr Bundeskontingent marsch­fertig zu machen. Wenn dies, so ist dies der indirekte Beweis, daß die Hannover'sche Regierung nicht mar- schiren lassen will.

Kassel, 22. Okt. (Hornisse.) Es wird behauptet, daß Rittmeister von Biedenfeld vorgestern die Abschiede für das gesammte Offiziercorps gebracht habe. Außer­dem vermuthet man Beurlaubungen in großartigem Maßstab und alsdann? — nochmalige Versuche — und alsdann? — kombinirter freundschaftlicher Einmarsch unserer Beruhigungsapostel mit Schwertern, Flinten und Kanonen, die im Augenblick noch zum Scherz sich dräuend die Zähne weisen! — Man erzählt sich von einer Aufforderung der Regierung an Gotha und Wei­mar, den Druck von hessischen Zeitungen in ihren Territorien zu verbieten. Gut! So drucken wir in Walbeck einstweilen.

Wilhelmsbad, 22. Okt. (Horn.) Glauben Sic weiter Nichts, was sie- von hier erfahren, als Nichts. Lassen Sie die Herren hier sich blähen und großsprechen, ordonanziren und verordnen wie sie wollen. Von hier kommt eigentlich nichts mehr. Der zweite Akt beginnt: das Auftreten des Bundestags und Preußens, um dem kleinen Skandälchen ein Ende zu machen. — Herr Elvers ist hier das fünfte Rad im Wagen. Hassen­pflug lacht ihn aus, verhöhnt ihn, und die anderen Herren sind nicht gewohnt zu weinen, wo Hassenpflug lacht. Das Gerücht von einem Wechsel des Regierungs­sitzes, von einem Ueberzug nach Wabern, ist eitel Dunst und Rauch. Hier wohnt sich's sicherer. Wozu auch diese Umstände, da andere dienstfertige Hände in Begriff sind, Sr. königl. Hoheit auch die Regierungs- lasten abzunehmen?

Koblenz, 24. Oktober. (O.-P.-A.-Ztg.) Die in Trier einerercirten Rekruten für das FüsilierbataiUon des 29. Regiments sind gestern hier durch zu ihrem Truppentheile befördert worden; überhaupt dauern die Trnppenmärsche ununterbrochen fort. Heute ist wieder Einquartierung für die hiesige Umgegend angesagt. Uebermorgen, den 26. d. M, trifft die mobile 6pfün- dige Batterie Nr. 24 von Kreuznach hier ein. Auch sind die Ersatzmannschaften für das in Rastatt stehende 28. Regiment von hier dorthin gegangen. — Die Reise des Generals Cavaignac nach Deutschland gibt zu mancherlei Muthmaßungen Veranlassung. Derselbe be­gab sich vor einigen Tagen nach Frankfurt a. M. Ob er vielleicht von da aus unsere Truppenstellungen be­sichtigen wird, weiß man natürlich nicht.

Münster, 22. Okt. (E. Z.) Der commandirende General des 7. Armee-Corps, Graf v. d. Gröben, Ober-Befehlshaber der drei bei Wetzlar, Paderborn und Erfurt zusammengezogenen Corps, hat sein Haupt­quartier in dem Gränzorte Vach, auf der Straße von Ei­senach nach Hersfeld, genommen, wohin auch heute der erste Adjutant des 7. Armee-Corps, Major v. Pfuel- stein abgègangen ist. Der General von Tietzen hat sein verstärktes Corps bereits in enge Cantonirungs- Quartiere bei Warburg zusammengezogen und er­wartet stündlich den Befehl zum Vorrücken nach Kas­sel, wohin heute vorzugehen die Quartiermacher des 12te» Husaren-Regiments schon den Befehl erhalten haben sollen.

Köln, 23. Oct. (Köln. Ztg.) Das Project, bei Köln die Rheinufer durch eine feste stehende Brücke zu verbinden, wird sicher bald zur Ausführung kommen, da dieser Brückenbau im allgemeinen Interesse eine dringende Nothwendigkeit ist und die Kammern daher wohl keinen Anstand nehmen werden, die erforderlichen Geldmittel zu bewilligen. Wie wir aber vernehmen, ist man von der ersten Idee, eine Hängebrücke zu bauen, in Folge der Erfahrungen, welche man gerade in der jüngsten Zeit über die Unzuverlässigkeit der Kettenbrü­cken gemacht hat, abgekomincn, und man soll gegen­wärtig mit dem Plane umgehen, hier eine so genannte Gitterbrücke aufzuführen, welche zwar im Strombette einen Pfeiler mehr, jedoch weit schwächere Pfeiler als die Kettenbrücke erfordern wird. Die königlichen Bau- Jnspccioren, Gebrüder Schwedler, von denen der eine in dem für die Ausarbeitung des Brücken-Projectes ausgeschriebenen Concurse den ersten Preis davon ge­tragen, der andere sich durch ein hier erschienenes ge­diegenes Werkchen über eine Kettenbrücke als ein die­ser so schwierigen Aufgabe ganz gewachsener Architekt bewährt hat, sollen in diesem Augenblicke in Berlin mit der Ausarbeitung des neuen Projectes beschäftigt sein, dessen Ausführung dann auch wahrscheinlich so­fort in Angriff genommen wird, wenn die Mittel be­willigt sind. Die Stelle am Frankenplatze ist als die geeignetste bestimmt gewählt. Die Ausarbeitung des Planes ist in den besten Händen; wir sind der festen Ueberzeugung, daß die Herren Schwedler uns ein in jeder Hinsicht tüchtiges, dem deutschen Namen Ehre machendes Werk liefern werden.

Berlin, 15. Oktober. (A. A. Z.) Noch zur Zeit des Fürstencongresses konnte ein ehemaliger preußischer Minister und Freund des Königs sagen, daß unsere Lage überraschend vortheilhaft sei, und daß die März- revolution nur zu Gunsten Preußens wie auf Bestel­lung gemacht scheine, da alle ihre Nachtheile allmählich überwunden werden könnten, die Reche der Vortheile aber, die sie völlig neu geschaffen, unschätzbar wären. Seitdem haben wir mit Trauer verfolgen müssen, wie alle diese Positionen, zum Theil ohne Angriff, ^aufge- gcben wurden und die Kräfte des Maibündnisses un­benutzt blieben. Jetzt sieht man freilich zu spät ein, daß mich nur ein kleiner Theil der Früchte, nach de- uen man noch vor einem Jahr ungehindert greifen konnte, selbst mit Opfern nicht mehr zu erlangen sind. Dem hiesigen Cabinet verengt sich das Terrain zum Handeln von Monat zu Monat, es wird immer mehr gegen die Wand gedrängt, wo ihm schließlich nur die Wahl zwischen Unterwerfung unter den vielfach abge- lehnteu Bundestag und einem Alles auf das Spiel setzenden Kampf bleibt. Bis jetzt hat die Erfahrung bewiesen, daß der Weg des Herrn v. Radowitz nicht der erfolgreiche ist, weil er durch die Vernachlässigung der Union sich des wahren Einflusses auf die Gestal­tung des weiteren Bundes begibt und über dem Aus­bau ces Daches die Befestigung der Grundlagen ver­säumt. Aber wenn er Memoiren und Geständnisse veröffentlichen dürfte, so würden wir eine Reihe von widerstrebenden Factoren im Cabinet und am Hof ken­nen lernen, deren genauere Analyse durch die Presse diese Zeit verbietet. Die nationalen Gesinnungen des Königs, von der so viele seiner Reden Zeugniß able- gcn, gewinnen nur schwer eine Forni, wenn es sich darum handelt, sic zu verwirklichen, wenn die Sache aus der Phase des beredten Enthusiasmus in die Reihe bestimmter Gestaltungen mit ihrem endlose» Detail tritt. Dann entstehe» die religiösen nnd politischen Be­denken, die bis zu einem gewissen Grad niemand so geschickt zu behandeln weiß, als Radowitz, sein ande­res Ich. Beiden gemeinsam scheint die Ueberzeugung, daß Oesterreich systematisch auf Preußens Vernichtung hinarbeitet; aber der Bruch mit ihm soll so lange als möglich, ja wo möglich ganz gemieden werden, damit die Demokratie nicht wieder Oberwasser gewinne und die Kräfte die zu ihrer Bekämpfung bestimmt sind, nicht im Kampf gegen eine Dynastie vergeudet werden. Der König hat das Bedürfniß, von der Begeisterung des Volks getragen zu werde», aber er scheut die Ge­schenke aus den Händen der Constitutiouellen, bereit Consequenz, wie Kur Hessen zeigt, immer scharf an „der Verweigerung des Staats" vorbeistreift, und endlich, — welchen Wirkungen ist nicht auch sein Wille von außen her ausgesetzt? Die Schule, die jetzt fast bis auf die alten Namen wieder im Besitz sämmtlicher diplomatischer Feder» ist, scheut die den Volksgeist ent­fesselnde» Wirkungen seines Wesens, das in der ver­wandten Natur Pins lX. Gefahr über Italien brachte; nnv Rußland, dem Parlament und Union doch gewiß ein Gräuel sind, läßt den Schatten seines zum arbi- trium erhobene» gewappneten Armes weithin über Deutschland fallen.

Berlin, 22. Oktober. jDoppelte Gerüchte sind in Umlauf über den Inhalt eines Schreibens des Ministerpräsidenten Grafen Brandenburg aus Warschau. Nach den einen sollen die preußischen Vor­schläge in Warschau zurückgewiesen worden sein, nach andern hätte Graf Brandenburg geschrieben, es sei zu eigentlichen politischen Verhandlungen gar nicht gekommen. Der Graf wird am 27. oder 28. d. M. Warschau wieder verlaffen. — Nach der „National­zeitung" hätten die beiden Commandirenden der bei Wetzlar und Erfurt zusammengezogenen Corps, Graf v. d. Gröben und Fürst Radziwill, den Befehl bekom­me», unter gewisse» Even ^u al i täten ohne vorherige Anfrage sofort in Kurhessen einzurücken. — Die „Voss. Ztg." schreibt: Die Reise des Ministers v. Schleinitz nach Braunschweig liegen, wie verlautet, wichtige aus die Erhaltung Braunschweigs für die Union gerichtete Motive zum Grunde. — Das in Brandenburg stehende 6te Kürassicrregiment hat Marsch­befehl erhalten und ist heute »ach Erfurt aufgebrochen.

Der „M. Pr. Ztg." wird ans Erfurt, 2l. Okto­ber, geschrieben: Nach gestern Abend unerwartet einge- gangener Ordre rücken unsere sämmtlichen Garnisons­truppen schleunig von hier aus. Diesen Morgen in aller Frühe sind die hier stehenden Bataillone des 19. Infanterie-Regiments abmarschirt, ebenso hat das 24. Infanterie-Regiment die Umgegend Erfurts gleichzeitig verlassen. Ihnen soll noch das 31. Infanterie -Regi- ment nachfolgen, von dem noch 2 Bataillone hier stehen, unser ältestes Garnisonsregiment. Dagegen werden heute noch neue Truppen von Berlin Hec erwartet. Der Marsch geht über Gotha nach Kurhessen, und es heißt, es werde die preußische Militärstraße in Hessen besetzt werden.

* Berlin, 22. October. Die Bourgeoisie wird eine theure Zeche für ihren Vertrauensrausch zu zahlen haben. Ein Defizit im Budget für 51 ist vorhanden. Ob es 7 Millionen, ob es jetzt mehr oder weniger beträgt, verschlägt wenig; es wird mit jedem Tage größer. Der Finanzminister will es mit einer Klassensteuer decken, die aber nur die treffen soll, welche über 1000 Thlr. Einkommen haben. Die Masse zahlt ohnehin schon genug.

Die „Nat.-Ztg." hält die vor einigen Tagen vom „Lloyd" mitgetheilte neue Ministerliste: Radowitz Präsident, Mathis Inneres, Sydow Aeußeres, Wrangel ober Peucker Krieg, Heydt (der jetzige Minister) Finanzen, Daniel Heydt Handel, Somons und Ladenberg für Justiz und Kultus bleibend — für keineswegs unwahrscheinlich. So viel steht fest, daß sich die beiden Parteien Radowitz und Manteuffel schroffer als je gegenüberstehen und letzterer nebst Stockhausen zurücktreten will, wenn auf die offenkundigen Verhöh­nungen in Bregenz und Frankfurt nicht mit Thaten geantwortet werde. Manteuffel dringt auf Heraustre­ten aus der Passivität. Möglich, daß dies ein Grund mehr zu dem neuesten Spaziergange durch Kurhesse» ist

München, 22. Oktober. (N. Würzb. Z.) Unser Infanterieregiment König konnte heute noch nicht nach Bamberg abmarschiren, da noch nicht so viel Beur­laubte eingerückt sind, daß jede Compagnie 100 Mann stark ist; der Abmarsch wird nun erst übermorgen er­folge». Wie in den letzten beiden Tagen, so sind auch heute wieder zahlreiche Munitionswagen von hier mit­telst der Eisenbahn nach Bamberg abgegangen, von wo ein Theil nach der Bergfestung Rosenberg geht, die vollständig ausgerüstet wird. Noch aber hegt un­ser Publikum keine Besorgniß wegen Bruches des Frie­dens. — Nach dem „Baier. Eilb." soll der Landtag Mitte Dezember einberufen werden.

München, 22. Okt. (N. Münch». Z.) Gestern Abengs nach 10 Uhr ist der König Mar von Berchtes­gaden kommend, hier wieder eingetroffen.

Landshut, 22. Okt. (A. Abdz.) Gestern Morgens nach 7 Uhr verließen die nach Franken bestimmten 4 Escadronen Kürassire nebst bem Stabe unsere Stabe unsere Stadt, die Straße nach Regensburg einschlagend, woselbst bem Vernehmen nach sein Rasttag, sowie auf dem ganzen Marsche keiner gehalten werden darf.

Bamberg, 22. Okt. (Bamb. Tagbl.) Die Festung in Würzbung wird auf 3 Monate verproviantirt.

Würzburg, 23. Okt. (W. Z.) Heute früh um 7 Uhr hat das 1. Bataillon des 9. Infanterie -Regi­ments unsere Stadt verlassen. — Fürst v. Thurn und Taris ist von Frankfurt hier eingetroffen.

Aschaffenburg, 24. Okt. (Asch. Z.) Heute früh kamen zwei halbe Batterien hier an und wurden die­selben in der Stadt und Umgegend einquartiert. Es befinden sich nunmehr bei den hier zusammeugezogenen Truppen im Ganzen drei Batterien Artillerie, nämlich zwei fahrende, Halter und Rosenstengel, und eine rei­tende, Lutz.

Wien, 22. Okt. (Telcgr. Dcp.) Der Zwist mit Preußen ist auf seinem Höhepunkt. Die „Oesterreichische Corresp." und die „Reichszeitung" enthalten entschie­den feindselige kriegerische Artikel gegen Preußen. Ra-! dowitz' Neffe befindet sich in geheimer Mission in Paris.

Schleswig-Holstein.

* Immer besser! Diese Gothaer sind unheilbar Das Mistrauen gegen Witlise» fängt endlich an, auch bei den Schleswig-Holsteinern Wurzeln zu schlagen. Was thut die Statthalterschaft jetzt? Sie setzt den „Alt. Merk." und „Hamb. Cor." in Bewegung, um dem armen getäuschten Volke vorzuftcUen, daß die Schleswig-Holsteiner bereits seit dem März 1848 die