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auf hin, daß man dänischer Seils keinen Anstand nehmen werde, Maßregelet zu ergreifen, die einer Blokade Kiels gleichkämen. Ist ein solches Verfahren, welches einem feindlichen Akte gegen deutsches Bundes­land gleichkommt, ohne vorgängige Zustimmung der Gesammtheit der deutschen Staaten zulässig, oder liegt darin bereits ein Friedeusbruch, und ist es demgemäß möglich, daß Preußen als zunächst dabei betheiligter Staat passiv zusehe? Wir wollen sehen, ob der neue Minister der auswärtigen Angelegenheiten hier­auf die entsprechende Antwort wissen wird.

Köln, 28. Septbr. (Köln. Z.) Heute Mittags wurde Dr. H. Becker auf Grund eines von dem An­klage-Senat des Ah. Appellations-Gerichtshofes erlasse­nen Leib-Verhastsbefehleö verhaftet und ins Gefängniß abgeführt. Die Anklage ist wegen zweier in derWest­deutschen Zeitung" erschienenen Artikel erhobm und lautet auf das Verbrechen des Art. 102 des Strafge­setzbuchs direkter Anreizung zum Umsturz der bestehen­den Regierung.

Schwerin, 24. Sept. Die Abgeordneten der Lin­ken unserer aufgelösten Landervessammlung haben in derSchwer. Zeitung." eine Erklärung veröffentlicht, worin sie kurz das Verhalten der Regierung seit der Vereinbarung des Staatögrunogesetzes, 10. Okt. 1849 bis zu ihrer (der Landesversammlung) vollständigen Auflösung schildern.Die Thatsachen, schließt dieselbe bekunden auch ohne Worte, daß wir das Staatsgrund- . grsetz vom 10. Oct. 1849 für rechtlich aufgehoben nicht erkennen."

Rostock, 24. Sept. DerNordd. Corresp." ent­hält die Mittheilung, daß der engere Ausschuß der Ritter- und Landschaft am 28. d. M. tu Rostock durch einen landesherrlichen Kommissar wieder eingesetzt wer­den wird.

Stuttgart, 27. Septbr. DemBeob." nach hat der größere Ausschuß der Landesversammlung gestern, in Gegenwart des hiezu abgeorvneten königlichen Kom­missärs, die bis jetzt eingekommenen Wahl-Urkunden geprüft, und bereits mehr als % der neugewählten Abgeordneten für legckimirt erkannt. Der Regierung wurde hievon die gesetzliche Anzeige erstattet, damit letztere die (Einberufung des Landtags Hieuach anberau­men kann.

Freivurg, 27. Sept. (N. Fr. Z.) Heute ist eine Anzahl hohenzollernsche Soldaten hier eingetroffen, um unter die im Großherzogthum liegenden tonigl. preu­ßischen Truppen eingereiht zu werden. Einige, welche dem hier liegenden Regimeute zugetheilt werden, sind hier verblieben, die andern werden ihre Reise an ihren resp. Bestimmungsort sortsetzen.

Nürnberg, 27. Sept. (Fränk. Kur.) Daß es der Negierungsrath Eberhard ist, der von Sachsen aus alle geheimen Mittheilungen an Bayern macht, haben wir erwähnt und beigefügt, daß nach einer solchen sächsischen Spitzelnotiz der 20. August als ein Tag demokratischer Schilderhebung für Deutschland bezeichnet war, von der wohl alle Polizeibehörden, aber kein ein­ziger Demokrat etwas wußte. Es komint uns ' nun weiter die Mittheilung zu, daß besagter Eberhardt seine wichtigen Ordonnanzen nicht durch Verbindung mit dem bayer. Ministerium an die Kreisbehörden übermittelt, sondern mit den bayerischen Un­ter behörden seb st in d irektem Verkehre steht, ein neues Zeichen, daß mit der Erniedrigung und Zer­rissenheit Deutschlands die Einigkeit und das Einver- I ständniß seiner Polizeibehörden steigen.

teuer Leugnung die Eile zusammen, mit der das ver- faffungsbrüchige Kleeblatt seine Denkschrift an die Höfe abgeschickt hat. Die Schrift wurde so beeilt, bemerkt hieKass. Ztg.". weil manauswärts den Verlauf der Wirren nur nach den Berichten der Oppositions- vresse zu beurtheilen scheint." Die Denkschrift soll jetzt den Höfen den Staar stechen! Damit sie niemand liest, ^ist sie 17 Druckbogen stark. Großer Gott, wcl- Acr Fürst und welcher Minister hätte jetzt Zeit, sich siebzehnmal sechzehn Seiten lang betheuern zu lassen, daß Haffenpflug ein großer Mann sei?

Fulda, 27. Sept. (Han. Z.) Gestern Abend durch­zogen starke Patrouillen die Stadt; die Wellung des commandirenden Unteroffiziers lautete:in allen Gast- Unb Wirthshäusern sich nach fremden Soldaten zu erkundigen". Was dieses Manöver bedeuten soll, weiß hier niemand.

* In Koburg sind wegen Straßenercesse, die laut der OPAZ-, welche allerdings eine sehr trübe Quelle ist, der Herausgeber der N. Dorfztg., Feodor Streit mit seinemultrademokratischen" Anhänge begangen haben soll, die Bestimmungenüber Aufruhr" ver­kündigt, und Patrouillen in Bewegung. StreitsGe­hilfe" soll von der. Polizei über die Grenze gebracht, Streit flüchtig sein.

^"j- Berlin, L7. Sept. Es stehen noch mehre Veränderungen im Ministerium bevor- Als Unter­staatssekretär des neuen Ministers des Auswärtigen wird Obcrregieruugsrath Mathis, der Intimus des Herrn v. Radowitz, genannt. Auch Hr. v. d. Heydt, der fromme Handelsmimstcr, an Unpopularität vielleicht der schwerste Mann in ganz Preußen, wird sich, em­pfehlen , wie Herr von'Schleinitz, dessen Entlassung auf sein eigenes Ansuchen erfolgt ist, weil er nicht länger als Herrn v. Radowitz- Maske sigurireu und vor den Kammern sich einer Reihe von Thatsachen wegen, an denen er so unschuldig wie ein Kind von 24 Stunden war, heruuterreißen lassen wollte. Die Ernennung des Herrn v. Radowitz ist so plötzlich er­folgt, daß selbst Kabinetsmitgliärr dieselbe erst erfuh­ren, als sie bereits fait accompli war. Herr v. Man- teuffel bleibt im Amte des Innern; denn ein System- wechsel erfolgt nicht, eS wird jetzt nur mehr gehandelt werden, weil alle Vorwerke unserer Diplomatie nun von den Gegnern der Reihe nach zerstört sind, und es sich jetzt um Haltung oder Uebergabe des Hauptwerks handelt. Zunächst wird gegen denBundestag", mit dem Preußen endlich gebrochen, so vorgeschritten wer­den, daß die Erklärung erfolgen wird, Preußen werde in Kurhessen einrücken, um jedeBuudeserekution" zu­rückzuweisen, sobald eine Regierung jenemBund.es- beschlusse" Folge leiste. Als Nachfolger 'des Gene- ralviplomaten bei dem Fürstenkollcginm wird Geheimer- Legationsrath von Sydow, dermalen stellvertretender Vorsitzender, genannt.

(Nat.-Ztg.) Man ist hier genau davon unterrich­tet, daß in den nächsten Tagen bei dem sogenannten Bundestage in Frankfurt von Seiten des dänischen Bevollmächtigten für Holstein und Sauenburg, Herrn von Bülow, der Antrag wird gestellt werten, daß die Dänen eventualiter auch zu einer Be­setzung von Holstein berechtigt sein sollen. Doch noch mehr: uns scheint der hier angeregte Fall bereits gegenwärtig vorzuliegen. Der dänische Befehlshaber ist autoristrt worden, die freie Schifffahrt auf der Ei­fer' zu untersagen , und einzelne Anstalten deuten dar- neudorf, den kühnen Reiter hervor, zeigte ihn derselben und ein stürmisches Hoch ertönte ihm von der versam­melten Menge entgegen.

Der Festpräsident drückte insbesondere den Damen von Limburg für die schöne Betheiligung bei diesem ersten Volksfeste durch Fertigung der Festgaben und allen denjenigen, welche für das Zustandekommen dieser Feierlichkeit thätig waren den innigst gefüllten Dank aus. Vorzugsweise warm es Herr Kilian Seibel da­hier mit Frau, und Herr Franz Seibel dahier mit Frau und Tochter, welche für die Zwecke des Festes unermüdlich und uneigennützig gewirkt haben. Dem­nächst erhielten die Sieger im Wettrennen ihre Geld­preise, wobei Herr Laudstand Wimpf aus Weilburg, der Thierarzt Rübsameu aus Welschneudorf und Diet­rich von Diez über die Pferdezucht sehr eindringliche, beherzigenswerthe Worte au die Landleute sprachen. Nachdem der Festpräfident den Versammelten die Ab­schiedsworte zugerufen, bewegte sich der Zug in bester Haltung nach Diez und Simburg auf den Ball. Das Comite muß es dankend anerkennen, daß die hiesige Musikgesellschaft unter dein Direktorium des Hrn. Kapell­meisters Pasguit aus Dover die Musik während der Festfeierlichkeit meisterhaft unterstützte und zwar auf die uneigennützigste Weise. Der Genannte war kaum we­nige Tage vor dem Beginnen des Festes hier ange­kommen, setzte augenblicklich alle Musikkräfte in Be­wegung und ordnete die Musikparthie mit seiner aner­kannten Meisterschaft und seinem allerwärts bekannten Talente. Solche Beweise edler Aufopferung müssen zur Anerkennung der Oeffcutlichkeit übergeben werden, was hiermit geschieht.

Am 17. September l. I. fanden noch Valksbelu- stigungen und die Preisvertheilung der Schützen statt. Sehr musterhaft war während der Dauer des Festes die Haltung des Volkes, das die guten Zwecke dieser Feierlichkeiten erkennt und gewürdiget hat. Demnächst folgt noch ein näherer Bericht über die Preisgekrönten und die Festgaben sowie auch die Festrede.

Bamberg, 25. Sept. <_A. Abdztg.) General von Hailbronner ist beordert, dasCommando über die bei­den Kavallerie-Regimter zu übernehmen, welche sich an der Gränze bei Aschaffenburg aufstellen. Derselbe hat bereits unsere Stadt verlassen.

Bamberg, 27. Sept. (Fr. K.) Zu Ehren un­serer ans dem Erike und Kerker zurückgekehrten Pa­trioten Titus und Heinkel mann hat gestern ein großes Bankett stattgefunden.

Hammelburg, 24. Sept. (Fr. K.) Wackere Männer haben sich hier in Folge beim Würzburger Bischofsamt unberücksichtigt gebliebener Klage den hie­sigen Pfarrer, endlich entschlossen eine freie christliche Gemeinde zu gründen. Es ließ sich von diesem Theile Frankens immer erwarten, daß er eine der der vor­dersten Reihen unserer mit altaayerischer Sonnenfinster­niß so unglücklich verketteten Provinz, in der Selbst­befreiung aus geistiger Knebelung einnehmen werde.

Wien, 24.tzSept. (Neuigk.-B.) Die Zeit der Jn- ternirung der ungarischen Flüchtlinge in der Türkei geht zu Ende. Mit der Entlassung der nach Kiutahia Verbannten (Kossuth, Batthiany, Messaros, Dembinsky, Perczel :c.) steht auch im nächsten Zusammenhang die Justallirung der nach Aleppo verbannten Renegaten (Bem, Stein, Kmety, Wornetzky 2c.) in die ihrem Range zukommenven Aemter. Man glaubt, die osma­nischen Würdenträger werden den gefürchteten Eindring­lingen alle möglichen Kabalen und Hindernisse in den Weg legen, um dieselben von Einfluß und Macht ent­fernt zu halten.

Wien, 20. Sept. DieOesterr. Corresp." begrüßt beifällig den neuesten Bundestags-Beschluß. Ueber einen möglichen Einspruch Preußens äußert sie sich in folgender Weise:Wenn die preußische Regierung sich verleiten ließe, ihre eigensten Gedanken zu desavouiren, wonach jedem deutschen Staate das Recht freier Bünd­nisse im ausgedehntesten Maße zustehen soll, und wo­nach die kurhessische Regierung nach vergeblicher Anwen­dung zweckdienlicher Mittel von Gottes-, Rechts- und der Logik wegen dort Hülfe zu suchen berechtigt sein muß, wo sie eben solche holen will, dann hätten wir das Unglaublichste erlebt, den krassesten und vivlentesten Akt, wofür die Geschichte nur sparsame Beispiele auf- zuaciscn hätte. Wir halten die Ehre des preußischen Cabinets zu hoch, um eine solche Handlungsweise nicht in das Reich d.r polnische» und moralischen Unmöglich­keiten zu verweisen. Wir wollen daher auch noch alle Conjeklureu unterlassen, was den bundesgetreuen Regie­rungen solchen Anmaßungen gegenüber zustehen würde."

S eh l e s w i g - H o l st e i n.

* Die Dänen bereiten sich zur Ergreifung der Of­fensive vor. Für die etwa daraus erfolgenden Even­tualitäten hat Preußen beschlossen, sein sogenanntes mobiles Corps, das an der holsteinisch-laueuburgischen Grenze steht, auch während des Winters in unverän­derter Stärke dort zu lassen. Willisen bereitet sich dagegen auf denWinterfeldzug" vor, wovon er goldnen Berge verspricht. Ueber die schleswig-holsteinische De- magogeuriecherei theilt dieRat.-Ztg." folgende köst­liche Thatsache mit:Der Polizeimeister Warnstedt in Altona erließ ohulängst eine in viele deutsche Blät­ter übergegangene Proklamation, in der er, zur gro­ßen Verwunderung des hiesigen Publikums, von einer bei uns eristirenvenUmsturzpartei" sprach, der er den Vernichtungskrieg ankündigte. Aus den bald dar­auf vorgenommcnen Verhaftungen und steckbrieflichen

Heurrette Herz,

i h r Leben u n b ihre Erinnerungen.

* Von I. Fürst ist ein Buch unter obigein Titel Heransgegeben, aus welchem die Augsb. Allg. Ztg. uach Auszügen eine Charakteristik von einer Frau entwirft, welche sich dcu Berliner Frauenberühmthciteu der Ra­chel, Bettina und Charlotte Stieglitz würdig anschließt und mit ersterer eine Doppelscene bildet, wie Bettina mit Charlotte. Man kann die Berliner Zustände spe­ziell so wenig kennen lernen, wie den Gang unserer deutschen literarischen und sozialen Entwicklung zu Eude des vorigen und während des ersten Drittels des 19. Jahrhunderts, ohne genauere Kenntnißnahme dieser Frauen, welche in das' ganze Geäder unserer damali- gcu Bildung verflochten sind. Da uns das Buch selbst noch nicht zu Gesicht gekommen, jo geben wir die Cbarakteristik aus. der Augnb. Allg. Ztg.; die Dar­stellung ist frisch und sehr interessant, nur bedauern wir, daß dieses Blatt es wiederum nicht unterlagen mochte, Börne so schwarz und so lächerlich, wie mög­lich zu »lachen. Was über Börne's Trägheit gesagt wird, ist wahr; aber lag es denn so fern, dieselbe nach ihrer wahren Bedeutung zu motiviren ? Stets in sich gekehrt, hörte und dachte schon der junge Börne inehr, als erstndirte" und raijonirte nach Berliner Art. Die Augsb. Allg. Ztg. berichtet:

Henriette de Lemos wurde im Jahr 1764 zu Ber­lin geboren, wo ihr Vater, ein strenggläubiger Jude portugiesischer Abkunft, eine ausgebreitete und ärztliche Praxis betrieb. Das Kind zeichnete sich frühzeitig aus durch Schönheit, Lebhaftigkeit des Geistes und eine Wißbegier, welche sich zunächst auf die damals einzige Leihbibliothek Berlins warf, deren Tausende von Bän­den noch während d.r Kinderjahre gelesen und wieder gelesen, verschlungen wurden. Kaum 12 Jahre alt, wurde Henriette nach jüdischer Sitte, ohne auch nur um ihre Zustimmung befragt zu sein, mit dem Arzt

Herz verlobt, welchen sie drei Jahre später heirathete. Herz, einer der angesehensten Männer seines Fachs, war sein außerordentlich guter Kopf, ein biederer Charakter, aber eine viel zu kalte Natur, als daß seine junge liebedurstige Frau in der Verbindung mit ihm eine wahre Befriedigung hätte finden sollen. Gleich­wohl war die Ehe keine unglückliche. Herz, obgleich nicht reich, sondern lediglich auf seine bedeutenden Ein­nahmen angewiesen, machte nach der damaligen Sitte seiner wohlhabenden Glaubensgenossen in Berlin ein großes Haus, welches, Dank der Achtung, welche man dem Manne und der Bewunderung, welche man der schönen und geistvollen Frau zollte, bald der Mittelpunkt des geistigen Lebens wurde, dessen Herd die preußische Hauptstadt im letzten Drittel des vorigen Jahrhunderts geworden war. Die Män­ner der Wissenschaft, die jungen strebsamen Talente, die ausgezeichneten Fremden, welche Berlin besuchten, die vornehmen Leute, welche edlere Geistesbedürfnisse hatten, als fie in abgeschlossenen Hof-Cirkelu befriedi­gen konnten, sie alle fanden bei Herz ein offenes Haus, dessen Zuspruch durch die seltene Schönheit der jungen Frau, welche an der Spitze derselben stand, natürlich nur vermehrt werden konnte. Henriette Herz zählte eine Menge der bedeutendsten Personen Berlins zu ihren warmen Freunden, und mehr als ein junger Mann der später einen berühmten Namen gewann, hegte noch wärmere Gefühle für sie als die der Freund­schaft. Wir nennen unter den letzter» Wilhelm von Hlnnboldt und. Börne, welcher von verzweifelter Lei­denschaft zu der um zwanzig Jahre älteren Frau, in deren Mus er als blutjunger Student lebte, sogar zu einem wiederholten Selbstuwrdsversuche getrieben wurde.

(Scblust folgt.)

* In den letzten württembergischen fWahlcu erhielt der König" mehre loyale Stimmen, doch er konknr- rivte mit zwei andern Potentaten:der Teufel" und Gott Vater", welche jeder eine Stimme erhielten.