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Verzweiflung opfern zu dürfen. Den Gruben-, Hütten« und Hanimerwcrksbcsitzer» der Lahn wiro mit beben» teilten Kosten der Absatzweg für ihre Produkte verbes­sert. Die größern Wrinproduzenten deS obern Rhein- gau- haben ten Vortheil der Lande-bank zur Hand, die ihnen in den Zeiten, wenn sie nicht vortheilhaft verkaufen können, Vorschüsse macht, wodurch sie den Wechsel ter Zeiten leichter ertragen können. Die Weinbergsbesitzer der untern Rhemgcgend allein sind, wie der Poet, bei Theilung der Welt zu spät gckom- men. Der Zollverein verschloß ihrem schon ohnehin die Mühe der jährlichen ?lrbnt kaum lohnenden Wein daS ganze preußische Gebiet, während er dem Wein der Mosel und Pfalz das nassauische gänzlich öffnete eine zwar schon oft in der Kammer gerügte Unge- rechtigkeit, die aber unglücklicher Weise im Wege der Unterhandlung abgcschafft werden soll, was wohl noch lange Zeit erfordert. Die hiesige Gegend ist vom üb­rigen Ländchen so abgelegen, die Wege dahin sind so schlecht und durch den llebergang über die Lahn so be­schwerlich imt zeitraubend, daß nur selten ein Kaufer, und meist nur solche, die aus Mangel an Saurem anderwärts nicht kaufen können, sich zu uns verliert, und so sind wir denn genöthigt, unsere Weine selbst zu consimumi. Daß auf diese Weise Armuth und Immoralität immer zunehmen müssen, bedarf keines Beweises! Fragt man, wie kann diesem schreienden llebelftand abgeholfen, wie der gänzlichen Verarmung vorgcoeügt werden, so ist die Antwort: nehmet uns die drückende Ausgleichungssteuer weg, und wenn das in dem einigen, freien Deutschland nicht möglich, so bringt uns wenigstens mit den übrigen Theilen unseres Lan­des durch paffabele Wege in Verbindung, damit die Bewohner derselben nicht gezwungen sind, ihren Wein- bedarfan der Mosel und in der Pfalz zu holen. Die­ses kann schon erreicht werden durch Herstellung einer Lahnbrücke bei Lahustein. Diese Brücke wird nicht allein die gänzliche Verarmung der Weinproducenten verhindezu, sondern wird auch den Wohlstand der Ort­schaften yn BachhrkMer Grund heben. Die Bauern daselbst sind von jedem Frachtmarkt abgeschnitten, und die Verwerthung ihrer Früchte ist ganz in den Händen jüdischer Zwischenhändler, die bei vollkommener Kennt­niß der häuslichen Verhältnisse sie nicht selten plan­mäßig plündern. Wäre ihnen durch die Lahnbrücke der bedeutende Coblenzer Fruchtmarkt geöffnet, so tonnten sie ohne diese Zwischenhändler jederzeitig preiß- mäßig verkaufen und ihre Verbindlichkeiten erfüllen. Wenn man sieht, wie von benachbarten Negierun­gen und Privaten Alles aufgeboten wird, um den Waaren- und Fremdenverkehr vom nassauischen Gebiet abzuleiten, so begreift man die Lauigkeit unserer Re- gserniig in dieser Sache kaum. Wäre eine Brücke über die Lahn, dann würde der enorme Fremdenverkehr zwi­schen Rhein und Ems ganz in unser Land fallen, wäh­rend die stromabwärts ankommenden Fremden jetzt viermal an und vorbeifahren. Daß der Verkehr zwi­schen Coblenz und Braubach und zwischen Ems und Braubach zehnfach zum Nutzen nassauischer Orte auö- fallen würde, wenn diese Brücke vorhanden wäre, wird kein mit den Verhältnissen Bekannter bestreiten. Der Brückenbau würde nicht allein der Verarmung entgegenarbeiten und den Wohlstand anderer Orte meh­ren, wodurch begreiflicher Weise auch der Staat Nutzen zöge, sondern er würde selbst direkt Vortheil davon ge­nießen. Zunächst wird ein mäßiges Brückengeld die Zinsen des Kapitals reichlich decken. Dann unterhält der Staat in Niederlahnstein ein Salzmagazin; es kommt nun oft vor, daß die das Salz zuführenden Rheinschche gar nicht in die Lahn können, und daß dann das Salz in Lahnschiffen oder selbst auf Wagen ins Magazin gebracht werden muß. Das Lokal für das Magazin muß in Niederlahnstein gemiethet wer­den, während der Staat die passendsten in Oberlahn­stein leer stehen hat. Beide Ausgaben würden weg­fallen, wenn eine Brücke hier wäre, ohne daß der Transport von hier auch nur um einen Kreuzer erhöht

Die Verurthcllung des Marschall Rep war ein Justiz­mord ! Das sage ich!" Anhaltender Beifall; unbe­schreibliche Verlegenheit der anwesenden Richter von 1815. Unterbrechung der Sitzung. Noch einmal ergreift Car re l das Wort. Blitz auf Blitz zuckt der furchtbare Name wieder durch die Gewitterschwüle. Neue Unterbrechung; Drohung des Präsidenten mit der Strenge der Gesetze. Ich halte die Berlheidiqnng für unmöglich!" ruft Garrel endlich. Ohne Weiteres stürmen die Pairs zur Abstimmung. Gerant Rouen wird mit 138 gegen 15 Stimmen für schuldig erklärt! Da bittet der Vertheidiger nur noch um die einzige Gunst, seinem Freunde das Minimum der Strafe zu geben und ihre Strenge ganz auf denNational" selbst fallen zu lassen. Aber die Pairie, uncingedenk, daß sie als Richter in ihrer eigenen Sache doppelt vorsichtig sein müsse, ant­wortete mit der drakonischen Verurtheilung zu 10,000 Frcs. und zweijährigem Gefängnisse. Immerhin, die Pairie hatte sich ihr eignes Todesurtheil nur um so strenger gesprochen. Wohl dauerte es noch fünfzehn Jahre, bis das Volk sein Urtheil vollstreckte. Das Volk ist langmüthig, aber es vergißt nichts. Ganz Frankreich stand auf Carrel's Seite. Die Republik hatte einen glänzenden Sieg erfochten, den glänzendsten seit vierzig Jahren. Die enorme Geldstrafe von 10,000 Fres, ward in wenigen Tagen durch Subscriptione» gedeckt; der National veröffentlichte die Listen, auf denen die ersten Namen der Nation glänzten. Die Niederlage der

würde. Selbst die Stelle bet Salzverwalter- könnte ringthen, da die Verwaltung gewiß von dem Recep- turpersonal, das ja durch die Ablösung des Zehnten- ,c. der Arbeit weniger hat, und trotz bem noch in gleicher Starke hier ist, gerne übernommen würde.

Wenn man bedenkt, daß die Nothwendigkeit einer Lahnbrückt schon wiederholt von der Negierung und ten Ständen anerkannt wurde, wenn man weiß, daß sie für 90,000 fl., nach der Aufnahme der Regierung im Jahre 1845, gebaut werden kann, so begreift man nicht, was der Ausführung entgegensteht? ' Sollte in Wirklichkeit die Sicherheit der Festung Ehrenbreitstein dadurch leiden? Und wenn auch, so kann oder sollte doch Preußen das Recht der Einsprache über diese rein nassauische Sache nicht haben!

:§§: Lnngendcrnlmch, im August. Unsere Fana­tiker haben, wie im Jahr 1848, durch ihre Beharr­lichkeit ihren Willen durchgesetzt. Lehrer Ernst ist ver­setzt worden und an seine Stelle ist ein katholischer Lehrer gekommen, wogegen jetzt aus der Gcnicindekasse ein benachbarter evangelischer Lehrer für Ertheilung des Religionsunterrichts an die evangelischen Kinder bezahlt wird. Wir wünschen eine Betheiligung der Gemeinden bei Besetzung der Lehrerftelleu und sehen gerne, wenn das Ministerium dem Willen der Ge­meinden Rechnung trägt. Es wäre indeß wohl wün- schenswerth gewesen, wenn man mit der Versetzung ge­wartet hätte, bis die wegen der vorgefaUeuen Ercesse eiugcleitcte Untersuchung zu Ende gewesen und die Schuldigen ihre Strafe gehabt. Wie man hört, sollen dieselben vor die Assifen gestellt werden.

* Wiesbaden,31. Anguß. Der Graf v. C h ain b o r t ist heute Vormittag von hier abgereift und zwar über Frankfurt und Regensburg nach Frohsoorf» -- Die Zahl der hier angckommenen Kurgäste ist, zufolge der 46. Liste, 12,162

[:] Wiesbaden, 31. August. Die gestern mitge- thcilte Nachricht aus Zweibrücken über Kolbs Preß- Vergehcn war irrthümlich. Die Verhandlungen dauer­ten bis Nachts 12 Uhr. Die Geschwornen sprachen das Schuldig aus und bas Assisengericht verurteilte den Angeklagten zu einem Monat Gefängniß und 100 Gulden Geldstrafe.

Frankfurt, 30. August. Fr. I.) Wie man ver­nimmt, hat der Senat der freien Stadt mit den drei Hansestädten wegen Beschickung des engeren Naths durch einen gemeinschaftlichen Gesandten Unterhand­lungen angeknüpft.

Kassel, 30. August. Dem Vernehmen nach ist es die Absicht der demokratischen Partei unserer Stände- vcrsammlung und des in seiner Mehrheit aus ihm hervorgegangencn Ausschusses, der Ständeversammlung vorzuschlagen, mit den für die beiden letzten Monate fällig gewesenen, aber wegen fehlender verfassungsmä­ßiger Verwilligung nicht zur Erhebung gekommenen direkten Steuern den betreffenden Pflichtigen ein Ge­schenk zu machen, d. h. sie gar nicht zur Erhebung zu bringen.

Aschaffenburg, 30. Aug. (A.Z.) Heute ist die Weisung hierher gefommen, für die Aufnahme von größeren Truppenabtheilungen jeder Waffengattung unverzüglich Alles in Stand zu setzen, insbesondere größere Ein­käufe von Hafer rc. vorzunehmen. Es werden schon in den nächsten Tagen dem Vernehmen nach 4 Ba­taillone Infanterie, 4 Eskadronen Kavallerie und zwei halbe Batterien dahier und in der Umgegend cintreffen. Was der Zweck dieser Truppenaufstellung ist, ob die­selben dahier verbleiben sollen, oder eine anderweitige Bestimmung haben, ist vorerst nicht bekannt.

Nürnberg, 28. August. Der Nürnberger Corre- spondent gibt folgende Darstellung über die Art und Weise, mit welcher Kinkel in Spandau behandelt wird:Verschiedene Zeitungen geben Berichte über die Humanität, mit der Kinkel in Spandau behandelt würde. Diese Berichte sind unwahr. Es sagt dieß hier ein sehr konservativ gesinnter Mann; er weiß auch wohl, wie bedeutend diese seine Behauptung ist,

Apriltage war durch eines Mannes kühnen Geist in einen bleibenden Triumph der Demokratie verwandelt worden.

(Fortsetzung folgt.)

Ein Neunions -Conzert.

V Wiesbaden, 30. August. Das Concert des junge» Alexander Nancheraye im Neunionssaale bot gestern Abend manche Ueberraschung dar. Ein Knabe von 10 Jahren, ein Schüler von Sainton, Tol- becque und Beriot ich dachte an die Milauollo'sche» vollen Häuser und erwartete deshalb auch heute ein zahlreiches Auditorium, doch der Saal war zum Er­barmen leer. Die Zeit derKunstwunder" scheint also mit so vielem Vornjärzlichen vorüber zu sein? Schade um die vergeigte Kindheit des Kleluen, um das nutzlos verschwendete Geld der Angehörigen! So dachte ich; doch der kleine Geiger im Rosaröckchen und schmächtig für sein Alter trat vor. Er begann sein Werk, ein schweres Stück Kunst von Beriot, mit heitrem Muthe und führte es so kräftig zu Ende, daß es eine Freude war. Ich will nicht kritisiren, ich will nicht von sehr bedeutender Fertigkeit rede»; ich fand mehr, ich fand einige Vertrautheit imt seinem Instru­mente, naive Hingebung, eine für diese zarte Hand

aber er hat sie aus der sichersten Quelle. Kinkel'- Lage ist buchstäblich folgende.' Er ist in Spandau alt Zuchthaus «Sträfling; der Unterschied zwischen einem Festungögesangenen und einem Zuchthaussträfling ist ein grausenhafter. Das Spandauer Zuchthaus ist für Ver­brecher schwerster Art bestimmt und nimmt den Ab. fchaum der Hauptstadt auf. Für solche Bewohner ist das Haus eingerichtet, bis zu den passenden Bütteln. Kinkel muß 13 Stunden per Tag Wolle spulen. Er kann nicht so viel Nahrung hinabbringen, als zur Er­haltung seiner Gesundheit nöthig ist. ' Er war krank und blieb ohne Arzt, ohne Pflege, ohne Theilnahme. Ee hat monatelang den Genuß der freien Luft entbehren müssen. Er ist der Willkür eines Vorgesetzten preis- gegeben, derFrommer" im höchsten Grade ist. Der Besuch feiner Frau wurde verweigert,weil sie seinem Seelenheil, seiner Bekehrung hinderlich sey." Er ist in Jsolirhaft gekommen, eine langsame Hinrichtung, die ein lebendiger Geist kaum ein Jahr aushalten kann. Das ist die wahre Lage Kinkel's. Diese Schilderung kann nur Lügen gestraft werden durch eine Gegener- klärung von Kinkel selbst; man fordere sie von ihm; wenn er sie geben kann, so wird er sie geben. So lange aber bleibt das Gesagte ein schwarzer, böser Fleck auf dem Staate der Intelligenz!

PP Berlin, 29. August. Die Unionsfrage ist in ein neues Stadium getreten. Herr von Manteuffel kehrte aus seinem Schmollwinkel zurück: ein Beweis, taß er seinen Willen bekommen hat. Die Union wird definitiv aufgegeben ober sie ist vielmehr schon längst: sie war ja noch ein Stückchen von einem revolutionären Akte. Man wird sich durchfreie Eonferenzen der kluzelnen deutschen Regierungen später, zunächst aber der beiden deutschen Großmächte, verständigen", wie die G P. Ztg. sich ausdrückt. Auch der Einigungspunkt ist bereits gefunden; er heißt: gemeinsamer Kampf gegen die Revolution von innen und außen! Was man unter der Revolution von innen versteht, ist bekannt: es ist die freie Presse, das Vereinsrecht, das Ständewesen, die Gewissensfreiheit in Glaubenssachen. Diese sollen gemeinsam bekämpft werden. Die Revolution von außen bezieht sich zunächst weniger auf Frankreich, die Schweiz und Italien, als auf die nach russische» A»- sichten als ewige Revolutionsheerde zu betrachteiiden kleineren deutschen Staaten. Die Revolution soll be» kâmpft werden in Schleswig-Holstein durch dessen Zu- sammenkettung mit Dänemark, in den übrigen Staate» durchSchutz- und Trutz-Bündnisse" in' der Weise, baß den Fürsten durch Militärkon ventionen das Schwert, den Ständen durch Zollvereins- und ähnliche Gesetze die Regelung der Finanzen und durch Bundestagser- lasse die Beschlüsse über die Freiheiten des Volkes be­schränkt und nach und nach ganz genommen werden. Ast Deutschland auf diese Weise pacisicirt, so wird man mit Maßregeln gegen die Schweiz, wo man indeß durch die Jesuiten vorarbeiten läßt, vorschreiten, und eine Theilung und eine Stellung des Getheilten zu Oester­reich und Preußen versuchen, wie die jo»ische» Inseln zu England stehen. Und man wird endlich in Frank­reich eine Restauration des monarchischen Systems be­günstigen, um auch dort die Ordnung zu schaffen. .Der Plan ist kühn und ganz seines Meisters in St. Peters­burg würdig. Gelingt er, so trifft Napoleons Pro- phezelhuiig ein: Europa wird kosackisch; gelingt er nicht, so tritt die andere Alternative ein, es ivirb revu» blikanisch! r

BdrUn' 29. August. Die Anwesenheit des rus­sische» Gesandten für England, Baron v. Brunnow in Berlm, wie die Reise des russischen Staatskanzlers' Grafen von Nesselrode, bringt man laut dem Corr - Bureau in Beziehung zu ben neuesten politischen Ver­hältnissen Deutschlands.

Wien, 26. August. Preußen und Oesterreich ba« ben sich, wie das ReuigfeitO - Büreau heute mit Be­stimmtheit versichert, geeinigt und in der dänischen Erb­folgefrage Oldenburg designirt. (S. Schleswig -Hol-

kräftig zu nennende Bogenführung und, was mir mehr gilt, weil ich es an größeren ober richtiger gesagt breiftchultererigenMeistern" häufig vermißt habe, ich fand ein schönes Verständniß des Sorgetragenen ich fand Seele in seinem Spiele. Nur so fort es wird auch an Zuhörer» nicht fehlen. Ich mag ihm nicht rathen, hier ein zweites Conzert zu wagen; es bleibt bei der Schaar der Concertisten in diesem Sommer ein kost­spieliges Wagestück; aber ich gönnte es allen, welche solches heitere Kinderkunstspiel lieben: sie würden eine vergnügte Stunde mehr in ihr Lebensbuch zu schreiben haben. Und noch einer Ueberraschung muß ich er» ' wähne». Herr Oberthür ist ein anerkannt ausge- zeichneter Harfenist, ich habe ihn sogar ben ersten le­benden Meister auf diesem schwierige» Instrumente nennen hören und zwar von kompeteiiten Knnstrichtern. Warum konnte er gestern ben leeren Saal nicht ver­winden, warum gedachte er seines Altmeisters David nicht, der ja oft nur einen einzigen Zuhörer hatte, den murrköpfigen König Saul? Es that mir fast leid um die Fremden, als er seine schöneFantaisie« so ver­drießlich hermiterriß von der goldnen Harfe; denn könnten die Fremden nicht glauben, sein Ruhm sei übertrieben? Nicht doch, unser Künstler war nur ver­stimmt im Gemüthe und darum klang sein Spiel so wenig ium Herzen! Und noch einer fletzten Ueber­raschung zu erwähnen sei mir erlaubt: Fräulein Rummel möge sich nicht unangenehm überrascht füh-