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enthielt vor einigen Tagen einen Artikel, indem es unter Anderem heißt: ~ .

Laßt die Monarchie heute von Krohsdors oder Claremont abreisen um nach Paris zu kommen, sicher­lich würde der CommuniSmuS vor ihr dort eintreMn. Der Name Mapvlcon dagegen vertritt zu Genüge die Freiheit, um revolutionären Ideen zu widerstehen; er vertritt zu Genüge die Gewalt, um die Ideen der Ordnung zu kräftigen. Mit diesem Namen können leichtgläubige Gemüther nicht durch die Drohung einer Rückkehr zu Feudalismus und Titel- wesen geschreckt worden. Mit diesem Namen können Interesse, Religiosität und Familienliebe nicht durch die Furcht vor Zugeständnissen an den Sozialismus oder an den Geist der Irrcligiou beunruhigt werden. Dieser, von wahrer und unermeßlicher Volksthumlich- feit umgebene Name, welcher das Vertrauen der Mas­sen besitzt und das Vertrauen Aller verdient, ist in Folge dieses Vertrauens und dieser Bolksthümlichkeit die einzige Waffe, womit der Kommunismus nieder,ge­worfen und beseitigt werden kann. Dies ist das wahre Gefühl des Landes."

Hier könnt Ihr eS klar lesen, wie sich Monsieur Louis, der unverbesserliche abentheuerliche Narr, für den einzigen Retter der französischen Gesellschaft hält, und wie er die Monarchicen zu Frohsdorf und zu Claremont für Unmöglichkeiten erklärt.

Diese unverbleiten Gelüste des Präsidenten, eine zweite Auflage des 18. Brumaire zu versuchen, insbe­sondere die Aufforderungen, die Generalräthe möchten eine Revision der Verfassung beantragen, erregen wie­derum den heftigsten Zorn der Orleanisten.

„Woher kommt diese ,Ansprache: sagen sie, an die Generalräthe, welche die Nationalversammlung als ohnmächtig und als aus bunten Parteien, denen mehr ihre Interessen als das des Volkes am Herzen liege, zusammengewürfelt ''darstellt ? Die Anhänger des Ely- fée denken nur an den Prinzen und vergessen den Prä­sidenten, wenn sie-behaupten, daß das Volk nicht ver­langen könne, daß sein Erwählter, welcher kaum die Ordnung hergestellt, von der Regierung abtrete, wie ein verabschiedeter Präfekt — er, der Erbe des großen Kaisers. Ist das eine würdige Sprache — klagen die aufgoschreckten Orleanisten — nach der Dotations-Be­willigung, welche dem gemeinschaftlichen Handeln als Opfer gebracht wurde und welche man jetzt dahin aus- legt, daß sie zur Begründung persönlichen Einflusses genehmigt worden seid —"

Es ist keine Frage, die Eifersucht und das Miss­trauen unter den drei royalistischen Partheien ist auf das Höchste gestiegen, eie befehden sich gegenseitig, eine hält die andere am Boden, und sic wirken so alle drei wider Willen für den Fortbestand der Repu-

._______ blick, unter der die Legitiminen wenigstens mit Ehre leben zu können^ erklären? Es wird oen^ronaAsren, und selbst dem General Changarnier, der in Frank­reich, ähnlich wie General Radowitz in Deutschland, als eine Mysteriöse Person von großem Einfluß ange­staunt wird, der am Ende aber nichts ist als ein großer Meister in der Kunst Talleyrand's, die wahren Gedanken zu verbergen, und der schließlich doch büpirt wrrd, wahrend er als französischer Monk zu über­listen vermeint---nichts übrig bleiben, als die Republik, wenn auch von ihrem Standpunkt aus für eiu Uebel, so doch für ein nothwendiges zu er- klaren.!

Nach allem diesem vermögen wir nicht, den baldi­gen Untergang der Republik Frankreichs in der näch­sten Zukunft zu erblicken. Im Gegentheil, wir glau­ben, daß die französische Republik an innerer Festigkeit in der letzten Zeit sehr gewonnen hat.

Wenn aber die Reaktion die französische Republik unüberwindlich, unvergänglich machen will, so mag sie nur alsbald ihre Söldner gen Frankreichs Grenzen aufbeechen lassen.

Die Franzosen, welche in der furchtbaren Juni­

schlacht von 1848 in den Reihen des Volks, in denen der Armee, in denen der Nationalgardc gleichmäßig mit unerhörter Tapferkeit und bewunderungswürdigcr Ausdauer gefochten haben: sind keine entnervte, stupide Sklaven; sie werden, wenn sie vereint kämpfen, wenn sie gegen einen gemeinsamen, von allen gehaßten ' Feind, das Kosackenthum, fechten, Wunder verrichten, und die Söldâschaaren der Reaktion, wie ihre wacke­ren Väter, die ohne Hosen, Schuhe und Strümpfe die „alten" Krieger der Könige tüchtig durchklopften, zu Paaren treiben.

D e a t f ^ U K &.

Wiesbaden, 8. Juli. Bei den am 15. d. Mts. beginnenden Assisen für das 3te Quartal 1850 kom­men nach der N. A. Ztg. vor dem Assisenhof zu Wies­baden folgende Anklagen, soweit die Termine schon festgesetzt sind, zur Verhandlung:

1) Montag den 15. Juli: Peter Münch von Eddersheim und dessen Frau, wegen Meineids.

2) Dienstag den 16. Juli: Johannes Ochs von Reifenberg, wegen versuchter Nothzucht.

3) Mittwoch den 17. Juli: Wilhelm Watter­lohn von Schierstem, wegen Fälschung.

4) Donnerstag den !8. Juli: Philipp Fischer von Rambach, wegen Meineids.

5) Freitag den 19. und Samstag den 20. Juli: Johann G r a f von Eschborn, wegen Giftmords.

6) Montag den 22. Juli: Philipp Krahn von Erbach, wegen Diebstahls.

7) Dienstag den 23. und Mittwoch den 24. Juli: Katharina Häuser von Holzhausen a. d. H., wegen Kittdesmords.

8) DonnerskaH den 25. und Freitag den 26. Juli: Heinrich Schmidt von Casdorf und Konsorten, we­gen im Komplott versuchter Entweichung aus dem Correctionshaus.

9) Samstag den 27. Juli: Wilhelm Wild von Nassau, wegen Mordes.

Frankfurt, 6. Juli. Die,, Deutsche Zeitung" die Vertheidigerin des „gesunden Bürgerkriegs in Deutschland," wird ihren bisherigen Redakteur Robert Heller verlieren, der, unzufrieden mit den traurigen Lorbeeren, die er auf politischem Felde geerntet, nach Leipzig zurückkehren und dort wahrscheinlich seine frü­here Romanschreiberei für Lcipbibliotheken fortsetzen wird. An seine Stelle tritt, wie man hört, der Po- lizeimeister Mathy, als politischer Flüchtling in den dreißiger Jahren in Lausanne Mitarbeiter an der re­volutionären und socialistischen ,Jeune Suisse“, in den vierziger Jahren Redakteur der badischen Natio- nalzcitung, dann badischer Deputirter und Kompagnon des Gestaltenfchers Bassermann, nach dem März 1848 badischer Staatsrath, Parlamentsmitglied in Frankfurt nmv vann von scinciK wurtrembergischen Wahlbezirk Calw bemißtranensvotet, Ausreißer aus der Paulökir- che, Sprecher in der Winkelversammlung zu Gotha und zuletzt gemantenffeltcs Mitglied des Löschkorps in der Festung Erfurt. Wir werden nun wahrscheinlich Gelegenheit finden, diesen großen Staatsmann, der „Besten und Edelsten" Einen, in seiner neuen Häutung kennen zu Ismen. (N. D. Z.)

Frankfurt, 8. Juli. Die „Oberpostamts-Zeitung" will angeblich aus Mannheim die Nachricht erhal­ten haben, daß es keinem Zweifel mehr unterliege, daß die badischen Truppen daö Großherzogthhm nicht ver­lassen würden. Der Großherzog habe sich selbst gegen die Verlegung derselben entschieden, das Ministerium hier­auf seine Entlassung gefordert, dieselbe sey aber bis jetzt noch nicht angenommen. Uebrigens spreche man bereits in gewissen Kreisen von einem Ministerium Blittersdors (der sich in den jüngsten Tagen nicht mehr in Frankfurt aufhält).

Heidelberg, 6. Juli. Dem vormaligen Privatdo­centen Dr. Friedländer ist seine Bitte, nach Ame­rika auswandern zu dürfen, höchsten- Ortes abgeschla-

geschlagen worden und er bereits nach Bruchsal gebracht worden, um die ihm zuerkaunte Strafe zu erstehen.

Landau, 6. Juli. Dem wie bekannt zum Tode verurteilten 3unfer Fach ist es heute Nacht gelungen, aus seiner Haft in der Kaserne zu entkommen und die Flucht zu ergreifen. Als man ihm heute Morgen sein Frühstück bringen wollte, fand man die Zelle leer und das Fenstergitter durchsägt. (OPZ.)

Kassel, 6. Juli. Die Sitzungen der Kasseler General-Zollkonferenz haben heute, am 6. Juli, begonnen. Dieselben finden im Staatsministe- rialgebäude statt. Die betreffenden Vereinsstaaten wer- j den, wie folgt: vertreten: 1) Preußen : Geh. - Regie, rungsrath Delbrück. 2) Baiern: Ober-Zollrath Mckr- ner. 3) Württemberg: OberzoUinspektor Herzog. 4) Sachsen: Zoll- und Steuerdirektor v. Zahn. 5) Ba­den : Ministerialrath Hauk. 6) Kurhessen: Geheime Obersinanzrath Duysing. (Mit der Protokollführung bei der Generalkonferenz beauftragt: Oberfinanzasseffor ; v. Wille.) 7) Großherzogthum Hessen: Geh-Obersi- ; nanzrath Biersack. 8) Die Staaten des thüringischen 1 Zoll- und Handelsvereins: großh. sächs. Geh.-Staats- ' rath Thon. 9) Braunschweig: Finanzdirektor von Thiclau. 10) Nassau: Obersteuerrath Scholz. 11) Die freie Stadt Frankfurt: Senator Cöster. Außer­dem wohnt noch der bei der Oberzolldirektion dahier accreditirte Zollvcreinsbevoümächtigte königl. preußische Geh,-RegieMngsrath Budach, den Sitzungen bei. Den Vorsitz bei den Versammlungen und die Leitung des Geschäftsganges führt der genannte kurhessische Bevoll­mächtigte.

Ungarèschbrod, 27. Juni. Die Bäder in Teplitz, deren Besitzer der Baron Sina ist, waren bis zum Jahre 1848 ganz so eingetheilt, wie überhaupt die Menschen unter dein Metternich'schen System, in Herr­schafts-, Bürger-, Juden- und Bettler-Bäder. Diese aristokratische Verfassung währte so lange, als die Bä­der unentgeldlich genommen worden sind. Nun müs­sen aber die Bäder bezahlt werden, und vor der Babe­kasse sind alle Confessionen gleichgestellt. Ein gewisser Herr vom Adel konnte jedoch nicht begreifen, wie eS komme, daß ein Jude sich mit ihm in einem und dem­selben Wasserreservoir baden soll. Er protestirte im Bade gegen diese //Gleichberechtigung", und als ein reicher Israelit aus Troppau seinen Protest nicht be­achtete, so macht es ihm der adelige Herr mit der Hundepeitsche begreiflich und trieb den starrsinni­gen Juden, dessen Adel bis zu Abraham reicht, mit einer Stange aus dem Bade! Tages darauf ging der adelige Herr wieder inö Bad. Was sah er da? Einen Juden! Er ersuchte den Vermessenen — natürlich ganz höflich — er möchte sogleich weggehen. Hr. B. aus yiikolsburg erwiederte aber: „Herr, ich will mit Ihnen baden; wenn Sie mit mir nicht baden wollen, so gehen Sie hinaus." Kaum waren die Worte aus­gesprochen, so greift der Sieger über Troppau nach seinem Stocke, versetzt Hrn. B. einen Streich über die Schulter: dieser packt den adeligen Gegner und drückt ihn in einen Winkel — — der Lärm ruft den Kom­missar herbei, und beide mußten aus dem Bade. Die jüdischen Badegäste sind sehr bestürzt und haben nach diesem' Vorfälle zwei Tage nicht gebadet. (Wand.)

. Wien, 3. Juli. Die neuen Justizbehörden wurden in vielen Provinzen Oesterreichs am 1. Juli installirt. Aus den meisten Provinzialstädten erhalten wir heute die Mittheilung über die stattgehabten Feier­lichkeiten, über die schwung- und phrasenreichen Re­den, die da und dorr gehalten wurden. „Eine neue Aera beginnt mit diesem Tage für die Rechtsgeschichte Oesterreichs;" „die größte Errungenschaft der Neuzeit erhält in Oesterreich lebenskräftige Gestalt;" „die Ver­fassung wird eine Wahrheit;" diese und andere hoch­trabende Phrasen wurden in Fülle debitirt. Aber sehen wir von den Errungenschaften der vielen, mit großem Gehalt und noch größerem Titel angestellten Justiz-

aber wollte bald gar nickt mehr regiert werden. Sein glücklich ausgeführter Rückzug über die Bergstädte im Winter 1848, seine Siege im März und April 1849 bereiteten ihm große Popularität im ganzen Lande und schufen ihm eine Partei im Parlamente. Seine Miß­billigung der Unabhängigkeits-Erklärung fand bei dieser Partei eine günstige Aufnahme. Es war dies eine con- servative Opposition gegen Kossuth. Diese blickte nun sehnsuchtsvoll nach dem Hauptquartier des großen Feld­herrn und Staatsmannes zugleich; und im Hauplquar- ier schien cs ebenfalls als kümmerte man sich mehr .ls sonst um die gute Meinung dieser Herren in Debrec- zin, während hingegen, unter dem Aushängeschilde der Unbeliebtheit Madarasz's, die radicale Partei, die Par­tei Kossuth's, sammt diesem bald mehr, bald weniger offen geschmäht worden ist. Jedermann, der sich im Hauptquartier Görgey's ein Bißchen umgesehen, muß sich davon überzeugt haben. Daß diese Geringachtung, dieser Hohn, welcher sich ausschließlich nur im Haupt­quartier kund gab, von Gorgey selbst ausging, bedarf wohl keines näheren Beweises. Indessen vermochte die­ser Giflhauch nicht über den unmittelbaren Kreis der Berührung mit dem Hauptquartier sich zu erstrecken; ie Armee, an ihrer Spitze die übrigen von Patriotismus beseelten Generale, die Majorität der Repäsentanten- ammer, die Nation, Alle hingen treu und redlich an rer Pflicht und ihrer Anhänglichkeit an den feuerer- robten Mann des Volkes. Görgey mußte Ansehen

lernen, daß er auf solchem Wege Kossuth unmöglich stürzen könne; zu einem gewaltsamen Schritte aber, zu einem Staatsstreiche, fühlte er in sich weder den mora­lischen Muth, noch sah er die Möglichkeit eines Ge­lingens vor sich. Um einen 18. Brumaire zu improvi- siren, muß man nicht nur mehr als Görgey sein, son­dern einen in der öffentlichen Meinung gesunkenen Rath der Fünfhundert stürzen wollen.

In dem unseligen Hasse gegen Kossuth, ja, haupt­sächlich in diesem finden wir den Schlüssel zu Görgey'S Benehmen. Dieser Haß hat ihn verblendet, l at ihn irre geleitet; — und waS er selbst nicht gewollt, nicht hat wollen können, dieser Haß machte ihn zum Verräther an seinem Vaterlande, an seinen Waffenbrüdern, an seinen Freunden. Er war mit seltenen Eigenschaften be­gabt, die 9iatut wollte in ihm daS Model eines großen Mannes erzeugen, er erschien auf der Bühne der Thaten mit einem göttlichen Stempel; Ehrgeiz und Haß aber hießen ihn seinem hehren Berufe untreu werde», er wischte den göttlichen Stempel von seiner Stirn, der böse Geist prägte ihm an derselben Stelle daS Brand­mal des Treulosen ein. Als er sah, oder zu sehen glaubte, daß er den Freiheitskampf nach dem Sturze Kossuth's nicht mehr fortführen könnte, wollte er ihn wenigstens ohne Jenen beendigen, und wäre eS auch auf Kosten seines Vaterlandes. Er wollte Kossuth stürzen und wenn er auch selbst mit in den Abgrund stürzen sollte.

Görgcy war trotzdem, daß er Kossulh und der Re­gierung den Vorwurf machte, eine schlechte Politik zu verfolgen, und sich einen tüchtigen Staatsmann wähnte, ein lischst oberflächlicher Politiker, ja, gar kein Staatö- mamt. Nicht etwa weil er sich mit Slaatswissenschaften nicht abgegeben - - denn obwohl gewisse Vorkenntnissc nicht leicht zu entbehren sind, mag doch ein richtiger Tact, ein natürlicher Scharfblick, daS Genie viele Mängel ersetzen —; aber er besaß kein politisches Talent und hat selbst während seiner militärischen Laufbahn die staat­lichen Fragen niemals einer gründlichen Kritik, einer tieferen Beurtheilung unterzogen, sondern sich mit der Beurtheilung der Oberfläche begnügt.

Braucht man aber ein Staatsmann zu sein, um einzusehen und zu wissen, daß Rußland dieselben Inte­ressen verfolgt, welche Oesterreich sich vorgefieeft : die Unterdrückung, die Ausrottung des demokratischen Ele­ments zu Hause und anderwärts? Und dennoch hat Gör­gey die Waffen vor den Russen gestreckt und hat Ge­rechtigkeit, oder doch wenigstens Schonung für das Re­bellen he er (das war und ist noch jetzt der Name unserer Freiheitshelden), wo nicht für das gejammte Land, von Rußland, vom Petersburger Hofe erwartet. Ein Schulknabe hätte klar gesehen, Görgcy sah nicht, die Leidenschaft hatte ihn mit Blindheit geschlagen. Gör­gcy ist nicht bloß deßhalb schuldig, daß er die Armee durch Betreten des neutralen Bodens der Türkei nicht gerettet, nachdem in seinen Augen für das Vaterland