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sicht zeigen, wie nur je inländische Konservative und Rothstrümpfe, ohne weitern Einfluß auf die Fremden, es au funken vermögen. Auch sie, in denen wir wohl nicht mit Unrecht Ausreißer von den deutschen Be­wegungen erkennen, sind nicht die rechten Wegweiser! (Bb)

Republik Frankreich

Pari-, 2. März. Unmittelbar nach Einbringung des Gesetzentwurfes über die Mairs, versammelten sich die vorzüglichsten Mitglieder der Majorität im Kon­ferenzsaal, um über denselben zn berathen. Thiers, Mole, Montalembert, Broglie, PiScatory, Faucher sprachen zu Gunsten desselben, hingegen Mitglieder der konservativen Partei, wie Chasseloupe Laubat, Berryer, 1 Vansmenil, Larrey, Kerdrel, Bechard, Rauvot u. s. w. bekämpften denselben mit aller Energie. Man erwar- ' tet einen sehr lebendigen Kampf in den Bureaux bei Ernennung der Kommissäre in Bezug auf dieses Gesetz. {

Man befürchtet, daß ernstliche Spaltungen der Majo­rität durch dieses Projekt entstehen könnten. Auch das Votum über das llnterrichtsgesetz könnte hierdurch in Frage gestellt werden.

Folgeizkrs ist der Tert des Gesetzentwurfes über die Mairs, welchen die Regierung der Nationalver­sammlung vorgelegt h t. Art. 1. Bis zur Veröffent­lichung des organischen Gesetzes über die Munizipalor­ganisation, werden die Mairs und ihre Adjunkten in allen Gemeinden durch die vollziehende Gewalt aus den Mitgliedern des Munizipalrathes ernannt. In den Hauptorten des Departements und Arrondissements,

so wie in den Gemeinden mit und über 3000 èeelen ernennt sie der Präsident der Republik. In den an­deren Gemeinden wird die Ernennung durch die Prä­fekten erfolgen. Die Absetzung geschieht durch ein De« , kret des Präsidenten der Republik. Art. 2 und 3 sind administrativ. (M. Z.)

Pari-, 2. März. (Mz. 3) Die französischen Blätter erheben ihre Stimme und machen das Volk auf die Gefahr aufmerksam, die der Republik von Aussen droht. Zu gleicher Zeit klagen sie in bittern Worten die Majorität der Nationalversammlung an, welche der Contrerevolution draußen die Haude zu bieten scheint. Der National sagt: Die Contrerevo­lution waffnet in Europa. Ueberall sehen wir furcht­bare Vorbereitungen, überall den Kriegsfuß. 8- bis 900,000 Russen, 600,000 Oesterreicher, 280,000 Preußen, welche mittelst des bewilligten Kredits leicht auf 380,000 gebracht werden können, dazu die Trup­pen Badens und der kleinen deutschen Staaten den preußischen einverleibt! 140,000 Russen an den Grenzen Polens, d. h. per Eisenbahn 5 Tagreisen von Frankreich, konzentrirt, die österreichischen Kräfte in Como, die preußischen in Baden, die Schweiz be­droht, Toscana besetzt. Das sind bedeutsame Demon. strationen, welche noch viel ernstere Ereignisse ankün­digen. Im Angesichte solcher Thatsachen erhebt sich der Nationalgeist Frankreichs, eine jener von selbst entstehenden unwiderstehlichen Vorempsindungen, welche wie eine Prophezeiung sind, wie die Vorläufer großer Ereignisse, bewegt alle Seelen. Man befragt mit den Augen den Horizont, von drohenden Wolken verdun­kelt, man interpellirt die Gewalt von der Tribüne und unempfindlich und unzugänglich für diese patri- oti-'che Unruhe verschließt sie" sich ir ein strafbares Schweigen. Noch mehr, es findet sich v.ne Majorität, die im Stande ist, sich zum Dupe oder zum Mit­

schuldigen dieser Sorglosigkeit (wir sollten k- noch anders nennen) herzugeben ! Sollte man nicht sagen, daß die Partei der' Contrerevolution in Frankreich ' geneigt sein würde, der Contrerevolution draußen die Hände zu bieten, wenn man diese skrupulöse Schonung gegenüber den europäischen Königen sieht? Sollte 1 man nicht sagen, daß gewisse Menschen und gewisse : Parteien, die wirkliche Macht ihres Landes verkennend, ! Furcht haben, die monarchischen Regierungen zu belei- | digen, indem sie ihnen Rechenschaft abverlangen wegen j Vorbereitungen, die an sich eine Drohung sind? ! Mögen sie sich beruhigen diese Männer und diese Par« j teien. Die französische Revolution kann laut und fest mit diesen Monarchien sprechen, die durch die Unzu­friedenheit ihrer eigenen Völker untergraben sind. Frankreich würde nicht allein kämpfen. Sie würde , unbesiegbare Bundesgenossen haben. Der Geist Frank- ; reichs lebt über'm Rhein und die Fahne unserer Iven wird sich in den Reihen der Feinde erheben.

Pari-, 2. März. (Fr.J.) Ueber die angebliche Differenz, welche zwischen dem britischen Consul und ' der Statthalterschaft in Mailand stattgchabt hätte, erhalten wir von einer Seite, welche allen Glauben verdient, nachstehende Mittheilung. Bis zu der Zeit, : wo die ersten Unruhen in Mailand ausbrachen ^ hatte I keiner der fremden Consuln an seinem Consulatsgebäude ' eine Flagge ausgesteckt. Die Consularflaggen wurden während des Mampfet zwischen den Einwohnern Mai­lands und den österreichischen Truppen aufgehißt, ledig.

lich zum Schutze der Consuln, da man anuapm, daß deren Wohnungen dann von allen Parteien respektirt bleiben würden. Nachdem die früheren Verhättuiffe wieder hergestellt waren, blieben die Flaggen noch aufgesieckt, und der neue sardinische Conjul entfaltete, als er bei seiner Ankunft in Mailand die der übrigen Konsuln wehen sah, auch die piemontesische. Diese, die Tricolore, unter welcher die Italiener für ihre Unabhängigkeit gefochten, gab dem Marschall Radetzky, welcher tn ihr ein Symbol des Aufruhrs sah, Anstoß.

Doch wurde kein Versuch gemacht, den sardinischen Consul zu zwingen, seine Flagge einzuziehen. Marschall Radetzky beschränkte sich darauf, einen Bericht in Be­zug auf diesen Vorgang nach Wien zu senden. Die österreichische Regierung richtete sodann an die Regie­rungen, welche Konsuln in Mailand haben, das Er­suchen, daß deren Agenten in der lombardischen Haupt­stadt veranlaßt werden möchten, die Ursache zu besei­tigen, welche rem sardinischen Consul den Anlaß dazu gegeben, ein Symbol zu entfalten, welches geeignet sein könnte, mißliebige Gesinnungen zu erregen. Die dieS- fäUlgen Vorstellungen der österreichischen Regierung wurden in einer freundlichen Weise ausgenommen. Es wurde anerkannt, daß die Aufstellung von Flaggen an Consukatsgebäuden blos in Seehäfen Brauch sei, und daß die Motive, welche in Mailand Veranlassung gegeben hatten, nicht mehr bestehen. Demzufolge wurde mehreren der Consuln von ihren Regierungen die Weisung ertheilt, ihre Flagge nun wieder einzuziehen, und Hr. Campbell, der britische Consul, war der erste, welcher die Weisung in Vollzug brachte.

Es verbreitet sich das Gerücht, das französische Cabinet habe der Mrttelmeerflotte nunmehr den Befehl zugesch'ckt, sofort nach dem Hafen von Toulon zurüll- zukehren.

Ungarn.

Die Zahl der in die k. f. Regimenter eingereihten ungar. Honveds wird auf mehr alS 50,000 Mann angenommen, darunter meist distinguirte und verhei- rathete Personen , die von HauS und Hof genommen und ihren Familien entrissen wurden, welche letztere nun zumeist dem Elende und der Noth preisgegeben erscheinen. Eilf kriegsrechtliche Urtheile sind gefällt worden gegen Kellemen, Rewitzky, Nonay, Gaal, Klampaczki, Szekeres, Hellmann, Schnee, Bezdedy, Jckelfaluffy und Szucs zu FestungSarrest von 4 btt 20 Jahren.

Kroatien. Das österreichische provisorische Preß­gesetz wird unverweilt in Kroatieu und Slavonien eingeführt werden, da das frühere, von dem BanuS auSgegangene Preßgesetz, welches zu den lächerlichsten Auftritten Anlaß gab, vom Urheber selbst durch Auf­hebung der Schwurgerichte in ganz unausführbarer Weiseverbessert" worden war.

Amtliche Nachrichten.

(Conzession zur Vermittlung von AuSwandernden betr.)

Es wird zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß der Kaufmann Adolf Wallach zu Weilburg alt Hauptagent des Coblenzer Hauptvereins von Auswan­derern unter den in der Verordnung vom 31. Januar 1849 enthaltenen näheren Bestimmungen erhalten hat. Wiesbaden, 27. Febr. 1850.

Herzog!. Nass. Staatsministerium, Abth. des Innern.

Schepp.

vdt. Mollier.

Für die Jugendbibliothek in Wiesbaden ist bei den Unterzeichneten ferner eingegangen:

Von H. Th. 1 Band. Mit dem .Motto:mit Vergnügen für die Bildung der Jugend" von F. J. 1 fl. 45 kr. Von F. Schn. 7 Bde. Von F. I. 3 Bde. Von F. W. 1 Bd. Von Dr. Sch. 1 fL Von F. Schw. 1 fl. Von PH. R. 2 Bde. Von Fr. Sp. 1 Bd.

Indem wir den freundlichen Gebern innigst dan­ken, bitten wir das Publikum inständigst, diesem wer­denden Jnsticute, das auf Bildung und Gesittung der künftigen Generation berechnet ist, seine fernere Theil­nahme zuzuwenden und uns durch weitere Beiträge zu unterstützen.

Wiesbaden, 18. Februar 1850.

Oberlehrer Kurz. Oberlehr Lang.

Lehrer Thielmann.

Für die Wafferbeschädigten im Rheingau sind bei der Expedition der Freien Hutung eingegangen:

von Frl. Henriette G -ff in U.....2 fl.

welche sofort dem Herrn Carl Habel zur Beförde­rung an den Bestimmungsort übermacht wurden.

Verantwortlicher Redakteur: I. Oppermann.

iU* rau Himadö w «« 5n.

Rheinische Dampfschifffahrt

CÄlaisehe tlesellsehafft.

(197) Fahrplan vom 2. MÄrz 1850.

Von Arnheim nach OBln-Strassburg Morgens 6 Uhr. (in Düs­seldorf an den letzten Zug nach Cöln.)

cöln nach Arnheim Morgens 5 Uhr.

, . v Main» * 5% Uhr.

, , Oehlen» * 9% (an die ersten Züge von

Aachen, Elberfeld, Düsseldorf.)

, , Mannheim-Strassburg Abends 9 Uhr. (an die directen Züge Berlin Paris.)

Von Biebrich nach C6ln Morgens 6% Uhr.

, » » i o % »

, » » Mittags 12% »

, Mannheim-Strassburg Mittags 1 Uhr.

Wiesbaden, den 5. März 1850. Der Agent CA ^Ci/CMrfcc/tcr

Bei H. F. Grote in Arnsberg ist erschienen und in der H. W. Ritter'schen

Buchhandlung in Wiesbaden zu haben:

Gran-züge

eines deutschen Ktrasverfahrens.

Von

D. H. Temme»

Keniat PrepH. Appellativ«»- Gerichts - Director.

Aegyptifcher Zauber «Pallast.

(193)- In den Vier Jahreszeiten-

Mittwoch, den 6. und Freitag, den 8. März wird der Professor Adolph Bits au#

Athcn, Hofkunstler seiner Maj- deS Königs von Griechenland und Inhaber des griechischen Berd'.cnsskreuzcö, auf seiner Durchneise nur 2 Vorstellungen in der geheimen ägyptischen Zauberei geben, wobei auch Madame Bits zum Schluß ver Vorstellung die frei in der Luft schlafende Griechin produziren wird. Das Nähere werden die Zettel besagen.

Haupt-Agentur für Auswanderer.

(195) Der unterzeichnete Hauptagent befördert zu den billigsten Preißen und auf eine reell« Weise Personen über Antwerpen nach Amerika.

Es werden auch von dem Unterzeichneten noch in allen Theilen deS HerzogthumS Agenten gesucht. Lusttragende wollen sich bald gefälligst an mich wenden.

Nassau im März l8â0. ______________________JFWecfWcA Arfmer.

(160) 3m Verlag der Buchdruckern von £. Köhler in Zürich ist erschienen und in der H. W. Ritter'schen Buchhandlung in Wiesbaden zu haben: Lympatbiebnehlein oder dir enthültten natürlichen Zauberkräfte und Geheimnisse der Statur

Eine Sammlung von 338 erprobten sympathetischen Mitteln gegen viele Krankheiten und Uebel bei den Menschen und Thieren- Für Stadt- und Landbewohner. Bo» einem alten Schafer. Preis: 30 tr.

Anerbieten

von Gemeinden, welche einen Arzt suchen, werden von der Erpeditto» dieser Zeitung besorgt. (t96)

(194) Eine sehr vortheilhaft gelegene Bä­ckerei, welche sogleich bezogen werden kann, steht zu vermiethen. Das Nähere bei der Exped. d. Bl.

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