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schon ntandx Unterhandlung gepflogen worden, aber das Uebel besteht nach wie vor und wird beim öfteren Wider- kehren den vollständigen Ruin einer Gegend herbeiführen die für ihre Deichmorgen-Gelder 10,000, an Communal- steuern 8000 und an Staatssteuern 19,000 Thlr., mit­hin zusammen 37,000 Thlr. aufzubringen hat, wenn diese Angelegenheit nicht ernsthafter angegriffen wird. Außerdem, daß nun wieder die Winterfrüchte verdorben sind, hat der seit einigen Tagen wüthende Sturm schon wahrere Wohnungen durch den Wellenschlag zertrümmert oder beschädigt, welchen Verlust man erst in einigen Tagen genau erfahren wird, wenn von allen Seiten die Klageberichte eintreffen, deren Vorboten in Thüren, Fen­stern , todtem Vieh, bereits «»geschwemmt und aufge­fischt worden.

Wien, 11. Februar. Auf morgen oder übermorgen wird uns das Erscheinen des neuen, sehr ausführlichen Stempel- und Einregistrirungsgesetzes verkündigt und trotz der entgegenstehenden Gerüchte mit Bestimmtheit versichert, daß dieses Gesetz auch Ungarn, Siebenbürgen, Kroatien, Slavonien und die Wojwodina in gleicher Wirksamkeit wie die übrigen Kronländer umfassen werde. Nur wird die diesfällige Verordnung für jene um 5 bis 6 Wochen später erscheinen, weil man mit der Terminologie noch nicht im Reinen ist und neue Rechts­begriffe in widerstrebende Zungen einzuführen hat. Die Höhe der Einregistrirungstare, üb.r die man sich im Ministerrathe schwer zu einigen scheint, soll 3% pCt. vom Einkommen betragen, doppelt so viel, als sonst im höchsten Falle das grundherrliche Laudemium betrug, von dem überdies viele Kronländer gänzlich befreit waren.

Ungarn.

Ofen, 5. Febr. Auf dem Marsche nach Szolnok sind in den letzten Tagen fünfzehn Mann den Tod des Erfrierens gestorben. Dieser gräßliche Unfall, im Verein mit jenem bei Parendorf (wo selbst nach den neuesten Berichten von den Geretteten ein großer Theil in den Spitälern gestorben ist, gab Veranlas­sung, daß mittelst Armeebefehls vom 4. Febr. alle Transporte in der rauhen Jahreszeit eingestellt wor­den sind. (Sonst. Bl. a. Böhmen.)

Agram, 7. Febr. Curios das! nämlich das erste hiesige Schwurgericht. Der Verleger des „Slav. Jug" war angeklagt wegen eines Artikels, der nach Versi­cherung des „Oesterr. Corresp." Unzufriedenheit zu verbreiten geeignet gewesen. 36 Bürger waren ge­laden , um die Geschworenen zu bilden. Davon wur­den 12 vom Staats-Anwalt recusirt und 12 vom An­geklagten ; es blieben also gerade 12 übrig. Nach dem Vortrage des Staats-Anwaltes glaubten wir die Vertheidigung des Angeklagten zu vernehmen; statt dessen erhob sich aber ein in die Jury gewählter Stuhlrichter des «gramer Comitats, der das Begeh­ren stellte, daß die bezüglichen Gesetzesbestimmungen, nach welchen verfahren werden solle, vorlesen werden, und als dies geschehen war, erklärte derselbe, „daß er als Edelmannn, der die Freiheit schon in der Wiege mitbrachte, ein Gesetz nicht anerkennen könnej, das nicht vom Landtag erlassen wurde, und daß ihm sein Gefühl und Gewissen verbiete, nach der Anord­nung eines bloßen Befehles, als welcher unser vom Ban erlassenes provisorisches Preßgesetz anzusehen sei, eine derartige Function auszuüben , wie es die ihm hier übertragene sei, weßhalb er das Amt eines Ge­schworenen niederlege und sich zurückziehe." Hierauf namenlose Verwirrung. Der Staats-Anwalt sagte, 11 Geschworne seien auch genug. Der Advokat des Angeklagten schimpfte und schwur und berief sich auf die Heiligkeit des Gesetzes; das Publicum klatschte, der Staats-Anwalt drohte, aber es half nichts. Die Sitzung mußte geschlossen werden.

Rußland.

Kalisch, 4. Febr. Das verflossene Jahr war für Rußland kein glückliches. Während das Einnahme- Budget sich zu Ende des Jahres sehr ungünstig her­ausgestellt ihat, waren die Ausgaben im Laufe des Jahres höchst bedeutend. Der wahrscheinliche Mehr­aufwand über die im Jahre 1848 vorausgabte Summe beträgt über 30 Mill. Silber-Rubel, welche der un­garische Feldzug und die im Königreich Polen auf dem Kriegsfuße sich befindenden Truppen absorbirt haben, während schon die Mehrausgabe des Jahres 1848 über 15 Mill. Silber-Rubel betragen hat, und es läßt sich bis jetzt gar nicht absehen, wann eine Beschränkung der Mehrausgaben, bei welcher vorzugs­weise die gedruckte Bevölkerung zu leiden hat, eintre­ten wird. Die Viehseuche hat im südlichen Rußland und im Königreich Polen großen Schaden verursacht und die Brandvcrhcerungen waren, wie fast in jedem Jahre, wegen der schlechten Bedachung der Häuser auf dem Lande und der mangelhaften Lösch-Apparate sehr bedeutend. In den Ostsee-Provinzen und in den an diese angrenzenden Gouvernements hat die herr­schende Kartoffel-Krankheit die Kartoffeln dergestalt vernichtet, daß der Kaiser durch einen Befehl die Ein­fuhr dieses dort unentbehrlichen Nahrungsmittels bis zu Ende des Jahres 1850 gestattet hat.

Italien.

Rom, 2. Febr. Am Montag fängt die FaschingS- woche an, die uns aber wenig Lustbarkelten zu verfpre«

schen scheint. Die Masken sind nicht allein verboten, ondern auch jede andere Entstellung der Gesichtszüge. In Ferrara und Bologna sind die Carnevalsbelustigungen von den päpstlichen Behörden ungeschmälert gestattet worden. Mazzini hat den Carneval für dieses Jahr verboten, und in Folge dessen waren gestern an ver­schiedenen Straßenecken Anschläge angeheftet , die jede Betheiligung daran mit blutiger Rache bedrohen. Den Anwohnern des Corso ist gleichfalls im Stillen die Weisung zugegangen , ihre Fenster nicht zu schmücken, noch wie gewöhnlich zum Vermiethen anszubieten. Wirk­lich läßt sich auch bis jetzt an Privatwohnungen noch keine Art Vorkehrung für das Fenster bemerken. Einige der hölzernen Balcone an den Enden des Corso hat man sogar in Brand zu stecken versucht; doch ward dies noch zur rechten Zeit durch die französischen Wachen verhin­dert. —

General Cordova war vorgestern hier auf einem großen Ball, den die jungen Nobili Roms gaben. — General Baraguay ist nach Civitavecchia abgegangen , wie es heißt, um seiner Schwester, die er erwartet, entgegenzu­gehen. Die Leute aber, die überall Politisches sehen wollen, behaupten, er sei gegangen, um die befestigten Punkte am Littoral zu besichtigen. (A. 3')

Republik Frankreich

Paris, 12. Febr. lieber die angeblich beabsichtigte Eintheilniig Frankreichs in größere Militärkreise erfährt man Folgendes: „Seit gestern spricht man nur von dem Vorhaben der Regierung über eine neue militärische Organisation Frankreichs, durch welche an die Stelle der bisherigen 17 Militärdivisionen 4 oder 5 Militärkreise, unter den Befehlen vvn'Generallienteuants, die den Ti:el „beständige Inspektoren" führen, und für gewisse Mög­lichkeiten mit unbeschränkter Vollmacht ausgerüstet wür­den, treten sollen. Diese fünf Kreise sollen die Namen „Division des Nordens, des Südens, des Ostens, des Westens und der Mitte" erhalten. Die beständigen Inspektoren hätten Unterdivisionsgenerale unter sich, die ihnen zeitweise Berichte zu erstatten hätten. Bei dem geringsten Zeichen von Aufregung in einem Departements, das einer der großen Divisionen zngetheilt ist, würde die ganze Division in Belagerungszustand versetzt. Als beständige Inspektoren der fünf großen Divisionen be­zeichnet man die Generale Changarnier, v. Castellane, Röstolan , Gemeau und Magnan. Der Gesetzentwurf über diese neue militärische Eintheilung soll von dem Ministerium mit einem Dringlichkeitsbegehr der gesetz­gebenden Versammlung vorgelegt werden. Man glaubt nicht, daß er von dieser ohne lebhaften Kampf ange­nommen werden wird. Die legitimistische und die orlea- nistische Partei werden darin die Absicht erblicken, Frank­reich eine ganz militärische Verfassung zu geben, welche später die Ausführung gewisser Entwürfe erleichtern könnte, denen diese beiden Parteien sich mit Nachdruck widersetzen müssen, wenn ihre Hvffnnngen nicht auf lange vertagt werden sollen.,, (.O.P.-Z.)

Paris, 13. Febr. Die Gerüchte, daß Frankreich in Bezug auf seine Militärorganisation einer sehr wich­tigen Umgestaltung entgegen gebe, haben sich bestätigt. Heute enthält der „Moniteur" folgendes Dekret: „Der Präsident der Republik befreitet: Art. 1. Der Divisions- general Castellane ist zum Commandanten der 12. mili­tärischen Division ernannt (Bordeaux). Der DivisionS- general Castellane wird außerdem das Oberkommando der 14. und 15. militärischen Division, deren Haupt­orte Nantes und Rennes sind, führen. Art. 2. Der Divisionsgeneral Rostolan ist mit dem Commando der 8. Militärdivisivn (Montpellier) beauftragt; er wird außerdem das Obercommando der 9. und 10. Militär­division, deren Hauptorte Perpignan und Toulouse sind, führen. Art. 3. General Gemeau, Commandant der 6. Militärdivision, erhält außerdem noch das Obercom­mando über die 5. Militärdivision, deren Hauptort Be­saneon ist. Art. 4. Der Kriegsminister ist mit der Vollziehung dieses Dekrets beauftragt. Louis Napoleon Bonaparte."

Amerika

New-Uork, 23.Januar. (Die Sclavenfrage. Vermischtes.) Die große Grundfrage, welche jetzt in den Vereinigten Staaten die Parteien, die gesetzge- gebenden Versammlungen und die Presse bewegt, ist das Wilmot-Proviso oder die Frage: soll irgend ein neuer Staat in die Conföderation aufgenommen werden, dessen Verfassung die Sclaverei beibehält, oder nicht? Den nächsten Anstoß zur allgemeinen Agitation dieser Frage hat neuerdings Californien gegeben. Es ist bekannt, daß dieses Land sich als Staat constituirt und in seiner selbstgegebenen Verfassung der Sclaverei für immer seinen freien Boden gesperrt hat. Die ca- lifornischen Abgeordneten sind nun in Washington, um die Bestätigung ihrer Verfassung und ihre Aufnahme in die Union durch Congreß und Senat zu erwirken. Die freien Staaten des Nordens haben seither mit den sclavenhaltenden Bundesgenossendes Südens gleiche Stimmenzahl im Senate gehalten. Der Aufnahme eines freien Staates war immer gleichzeitig oder auf dem Fuße die Aufnahme eines Sclavenstaates ge­folgt. Dieses Gleichgewicht droht jetzt durch die Auf­nahme Californiens zu Gunsten der freien Staaten entscheidend gestört zu werden. Neu-Meriko und der Mormonenstaat am großen Salzsee klopfen auch schon an die Thüre des weißen Hauses zu Washington. Ihre Aufnahme als sklavenfreie Staaten oder Territorien

wäre aber sicher, sobald die kalifornischen Senatoren die Majorität der Antisklaverei-Partei im Senat wür­den entschieden haben. Darum die außerordentlicheu Anstrengungen des Südens, die Aufnahme jenes Staa­tes zu vereiteln. Was den Congreß betrifft, so haben die Vertreter des Wilmot-Proviso in demselben eine wenn auch geringe Majorität. Und obgleich im Se­nate bie Stimmen in dieser Angelegenheit sich gleich stehen, so wird doch die Stimme des Vicepräsidenten auch hier für die Sache der Freiheit entscheiden. Ein Veto des Präsidenten Taylor ist nicht zu erwarten, da er es war, der die kalifornische Convention und ihre Beschlüsse im Stillen durch seinen Gouverneur in jenem Lande dahin hat leiten lassen, wohin sie gekommen sind. Californien wird also in die Union ausgenommen werden. Die Feinde der Sklaverei werden sich aber hiermit nicht begnügen. Sie wollen ihre Majorität benutzen, um Wilmot-Proviso für alle neuen Territo­rien und Staaten durchzusetzen. In diesem Falle nun drohen die Repräsentanten des Südens und die Sena­toren der südlichen Staaten Congreß und Senat zu verlassen und die Union aufzulösen. Es wird aber auch in allen Fällen nicht zu den ersten Schritten von Feindseligkeiten zwischen Norden und Süden kommen. Denn das Princip, welches das Cabinet in Waspington im äußersten Falle verfolgen wird, wird das sein, die Entscheidung über die Abschaffung oder das Verbot der Sklaverei in einem Staate, der Souveränität des Staates selbst zu überlagen. Und aus diesem Gesichts­punkte würde Präsident Taylor im Falle einer Annahme des Wilmot-Proviso durch Senat und Congreß sein Veto gegen diesen Beschluß einlegen. Und das Volk im Norden und Süden, dessen große Mehrheit zur Union hält, würde eine solche Vermittelung nur unter­stützen.

Die Desorganisation der alten Parteien im Con­greß, der Whigs und Demokraten, durch die Bildung einer neuen Partei der Freesoilers oder Abolitionisten, die sich aus den Reihen der alten Whigs und Demo­kraten recrutirt, ist so groß, daß das Haus bis heute noch nicht organisirt ist, d. h. seine Beamten gewählt hat. Das Haus wählt seine Beamten nach absoluter Majorität, und nun ballotirt es bereits in der siebenten Woche, ohne die Hälfte seiner Beamten gewählt zu haben. Die eigentlichen Verhandlungen haben daher hier noch nicht begonnen. Anders im Senat. Hier ist bereits eine Reihe hochwichtiger Anträge vorgekom- men. General Caß hat seinen Antrag gestellt, die diplomatischen Verbindungen mit dem österreichischen Hofe abzubrechen. Weiter ging der Senator Seward der beantragt, der Senat möge beschließen: „daß die Haltung Oesterreichs und Rußlands in dem Kriege, durch den diese Mächte die Nationalität und Freiheit Ungarns vernichtet haben, eine Ungerechtigkeit, Unter­drückung und Barbarei sei, die die Verdammung des Menschengeschlechts verdiene, während sie das ungari­sche Volk dem Mitgefühl der andern Nationen und vor Allem republikanischer Staaten empfehle; und daß das Comite für die öffentlichen Ländereien angewiesen werde, zu untersuchen und darüber zu berichten, ob cs geeignet sei, einen Theil des öffentlichen Landes zu bestimmen, der, frei von allen Lasten, den bereits angekommenen ungarischrn Verbannten, denen, die nach ihnen noch kommen sollten, so wie allen Verbannten, die aus an­dern europäischen Ländern aus der Unterdrückung flie­hen, überwiesen werde." Vielleicht wird die republi­kanische Mutter Amerika denen, die drüben für die Freiheit gekämpt und gelitten haben, hier ein sicheres und glückliches Asyl bieten. Ein anderer Antrag des Senator Douglas ist dem Senate übergeben, dessen Wichtigkeit für die europäische Emigration noch größer ist. Douglas verlangt nämlich, gemäß den Prinzipien, welche die Partei der Land-Reformer verficht, daß Jedem, der sich bereit erkläre, ein Stück Land zu be­bauen, und ein Wohnhaus darauf zu errichten, und diese Absicht verwirkliche, 160 Acker Land von den Besitzungen der Union sollen als Eigenthum übergeben werden. Sie sehen, man sucht hier praktisch an die Lösung der großen sozialen Probleme zu gehen. Ich werde vielleicht bald Gelegenheit haben, Ihnen aus­führlich über die Pläne und Unternehmungen nordame­rikanischer Sozialreformer, von denen wir in Europa kaum oder nur unvollkommene Kenntniß haben, zu schreiben.

— Es ist jetzt die Zeit der gesetzgebenden Ver­sammlungen. In der Mehrzahl der einzelnen Staa­ten der Union sind die Staats-Legislaturen versam­melt. Wie der Präsident dem Congreß zu Washing­ton, so legen die Gouverneure der Einzelstaaten ihren gesetzgebenden Versammlungen Jahresberichte oder Bot­schaften über die Staatsverwaltung vor. Ich müßte Bogen füllen, wollte ich Ihnen nur das Interessan­teste aus diesen 29 Botschaften mittheilen. Das sta­tistische Material, welches diese Berichte enthalten, ist ein wahrer Schatz. Nirgends scheint man überhaupt mehr auf Statistik zu geben, als hier in Nordamerika. Man weiß, daß eine sichere Statistik die Basis aller national-öconomischen Operationen ist, und — man hat hier nicht nöthig zu verheimlichen und zu fälschen wie jenseits des Oceans. — Ich entnehme einem öf­fentlichen Bericht folgende Uebersicht der Staatslän­dereien der Union, welche zeigt, welche Menschenmas­sen das ungeheuere Gebiet dieses Landes noch aufzu- nehmen und zu ernähren vermag. Das Gesammtge- biet der Union umschließt 2,475,385 O Meilen oder 1,584,246,282 Acres, Davon waren bis zum 30.