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große, herrliche Sache gekämpft habe und für sie männ­lich und würdig zu sterben weiß. Lebet Alle recht wohl und gedenket Eures Freundes und Bruders. Mannheim, Zuchthaus, 10. Oktober 1849, Morgens 9y2 Ubr. Valentin Streuber.

Stuttgart, 20. Januar. Nach dem Beobachter soll Oesterreick wirklich auf eine nach Frankfurt ein- zuberufende Nationalvertretung eingehen wollen, aber um den Preis der Einzellandtage!

Berlin, 19. Januar. Vorgestern fand endlich die Eröffnung der Friedeusunterhandlungen mit Dänemark in einer Conferen; statt, in welcher die dänischen Bevollmächtigten ein Erpofe übergaben, das die allgemeinen Gesichtpunkte feststellt. Ich bemerke heute nur, daß dieses Expose nicht im entfernteste. die Billigung unseres Eabmets gefunden hat. Herr von Pechlin hat sich mit der Vollmacht vom Bunde, wie sie Preußen beizubringen gedenkt, einverstanden erklärt. Dieselbe wird von der Bundes-Commission ausgestellt werden, unbeschränkt sein, aber nur auf die Friedens- unterhanslungeu selbst, nicht auf den Friedensabschluß lauten. Letzteren will Preußen ausdrücklich den ein- zeludu Bundesregierungen Vorbehalten wiffen.

Der, meinen wiederholten und bestimmten Nachrichten nach, bevorstehende Zusammentritt der Vertrauensmänner in Kopenhagen ist nun wirklich, trotz der diesseitigen unausgesetzten Bemühungen, doch noch auf Schwierigkeiten gestoßen. Das dänische Ca- binet beabsichtigt, obwohl dies hier aufs höchste ge­mißbilligt wird, nunmehr noch eine schriftliche Er­klärung über die von den Vertrauensmännern zu machenden Vorschläge von demselben einzufordern. Offenbar geht diese wie frühere Manipulationen nur darauf hinaus, die Sache hinzu ziehen und inzwischen von Frankfurt aus^ einen günstigen Be- scheid, Anerkennung des Waffenstillstandes, Durch­führung der Pacifieirung etwa von, Bundes wegen, oder dergleichen zu erlangen. Diese schlauen Absichten hat man hier natürlich durchschaut und durch die Bun- descommissäre dagegen gewirkt. Preußen hat die be- regte Vollmacht zu den eben eröffneten Friedensunter- Handlungen erst eingefordert, nachdem der Verwaltungs­rath den einstimmigen Beschluß gefaßt hatte, daß er zur Ertheilung einer solchen die Bundeskommission für befugt halte. (K. Z.)

Italien.

Rom, 10. Januar. lWestd. Z.) Die Gerüchte über die Rückkehr des Papstes sind wieder ebenso un­bestimmt, als je zuvor. Soviel scheint indeß doch be­stimmt, daß dieselbe nicht in diesem Monate statt fin­den werde. Die Anwesenheit der französischen Trup­pen in Rom und die Unbestimmtheit der französischen Politik lassen den Papst nicht zu dem Entschluße kom­men, seine Residenz wieder zu beziehen.

Für die nächste Carnevalszeit ist eine Polizei-Ver­ordnung erschienen, nach welcher alle Belustigungen

Vermögen zu disponiren hatte; Thatsache ist ferner, daß diè Verschworenen ein eigenes Haus zu ihren Zu­sammenkünften gemiethet, aber, wahrscheinlichfinn jeden j Verdacht zu entfernen, einen im Erdgeschosse befind­lichen Laden einem Cigarrenhändler überlassen hatten, I dem aber das öftere Erscheinen vieler aus den oberen Etagen kominendcr junger Leute und zwar immer der­selben und zu demselben Zwecke (Ankauf von Cigarren, woraus auf eine mehrstündige Dauer der Zuiainmen- künfte geschlossen werden darf) auffiel, wodurch die Polizei zu weiteren Nachforschungen veranlaßt und zur Entdecknng des Komplotts geführt wurde. Thatsache ist endlich, daß einer der Verhafteten während der Un­tersuchungshaft wahnsinnig , und die Vollziehung der gegen denselben verhängten Strafe deshalb bis zu sei­ner Wiederherstellung aufgehoben worden ist. (W. Z.)

; Der „Nationale" theilt nach einem in Paris auf ; Privatwegen eingetroffenen Schreiben folgende interes­sante Einzelheiten über die Verschwörung mit. Der eigentliche Urheber derselben soll Nikolaus Kaschtin, ein noch sehr junger Mann und Titularrath gewesen sein. Auf eine geheime Angeberei hin ward er ver­haftet und vor den Czar geführt, der ihn wider Er-

1 warten mit großer Freundlichkeit und Leutseligkeit em­pfing. — „Du bist jung, Kätschin — soll der Kai­ser ihn angeredet haben — und Du hast noch eine bessere Entschuldigung für Dich; unter dein Vorwand der Politik beabsichtigest Du, wie ich vermuthe, Dei­ner Rache wegen der Verurtheilung Deines Vaters genugzuthun, die Du für ungerecht hältst. Die Ge­walt, die ihn in Sibirien feMält, kann in den Augen eines guten Sohnes nicht legitim erscheinen und ich kann die unkluge Leidenschaft begreifen, die Dich in meine Hande geliefert. Ich werde das schreckliche Recht, das ich über Dich habe, nicht mißbrauchen, und wenn Deine Neue Dich zu einigen Geständnissen veranlaßt, welche eine unbedingte Verzeihung rechtfertigen — wenn Du die Einzelheiten der Verschwörung aufdeckst, die Nämtn Deiner Mitverschworenen nennst — dürfte Alles vergessen werden. Deine fernere Karriere soll nicht versperrt, Du sollst sogleich freigelasscu werdenrc.

„^ir — soll hierauf Kaschtin unterbrochen haben — fahren Sie nicht weiter fort! Keine Nachegedanken haben mir die Idee eingegeben, Ihrer Herrschaft ein Ende zu machen. In unserer Familie wird die Ver- urtheiluNg eines Vaters als ein Ehrentitel betrachtet. Ich glaube nicht, daß ich persönlich der Ehre unseres Namens etwas anders hinzufügen könnte, als zur Vernichtung Ihres Stammes und Ihrer verderblichen Herrschergewalt beizutragen." Die Unterredung fand vor Zeugen statt, welche bei diesen Worten in einen Ausruf eines wirklichen oder erheuchelten Abscheus aus- brachen. Der Kaiser hingegen stellte sich völlig kalt­blütig. „Der junge Mann ist toll — bemerkte er — nicht in den Kerker, sondern ins Tollhaus veitient er gebracht zu werden." Wirklich wurde Kaschtin ,inS Irrenhaus abgeführt. (N-D.Z.)____________________

Verantwortlicher Redakteur: J. Oppermann.

und Maskeraden erlaubt bleiben, mit Ausnahme jeder Entstellung oder Bedeckung des Gesichtes; selbst sind künstliche Bärte ausdrücklich als verboten be­zeichnet. , .

Neapel. Die Hügel um Neapel waren iwch den 5 Januar mit Schnee bedeckt und es ist interessant, : den Vesuv zu sehen, wie er unter seinem Schneeman- tel raucht. — In den großen sizürschen Städten ist das Tragen von Bärten verboten worden.

Republik Frankreich

Paris, 20. Jan. Die Nationalversammlung hat in ihrer gestrigen Sitzung mit einer Majorität von 455 Stimme» gegen 187 den Beschluß gefaßt, daß Grund vorhanden sey, zur zweiten Berathung, d. h. zur Berathung der Artikel des organischen Gesetzes über das Unterrichtswesen, überzugehen. Dadurch ist । p,e definitive Annahme des Gesetzentwurfes schon ent- fchjeden. Dieses Resultat muß zu großem Theile der ! Rede des Hru. Thiers zugeschrieben werden, dessen großes Talent fast die ganze Presse aufs neue überein- stimmend anerkennt.

R u st l a n d.

Aus Norddeutschland, 16. Jan. (Die russi­sch c Bersch w ö r u n g.) Außer den offiziellen Artikeln, welche die Petersburger Blätter über die entdeckte Ver­schwörung und die Bestrafung der Hauptverschworenen bringen, und dem halbofsizicUen Berichte des „Hamb. Korr.", (der wie erzählt wird, von dem russ. General- Konsul in Hamburg herrühren soll) in dein auffallen­der Weise der auf einen Eausalnevus zwischen dieser Konspiration und den Umwälzungen im westl. Europa in den Jahren 48 und 49 bmdeutenbe Eingang jener offiziellen Bekanntmachungen fehlt, sind in gut unter­richteten Kreißn noch einige Details und anderweitige Züge aus dieser nunnlehr etwas durchsichtiger gewor­denen Angelegenheit bekannt. Zuvörderst ist es beson­ders hcrvorzuheben, daß die Tendenz der Verschworenen nicht bloß eine politische, sondern auch eine mehr oder weniger kommunistische war. Ferner wird mit Recht dem Umstande eine besondere Bedeutung beigelegt, daß die Verschworenen ohne Ausnahme Nationalrussen sind (es findet sich kein Pole, wenn auch ein und der an- dere Lithauer und Liefländer darunter). Endlich ge­hören die Theilnehmer sämmtlich den gebildeten Ständen an, und was sehr bemerkenswerth ist, es sind größten- therls Munslerial-Beautte und Garde-Offiziere. Ande­rerseits erscheint eS sonderbar, daß altadelige und fürstliche Familiennamen darunter nicht zu finden sind, was die Vermuthung zu bestätigen scheint, daß die Untersuchung, ungeachtet sie 5 Monate gedauert, doch plötzlich abgebrochen worden ist, und zwar aus keinem andern Grunde, als weil man noch weiteren, höher hinaufreichenden Verbindungen und Verzweign»- gen auf die Spur gekommen war und die Trager be­rühmter Namen zu kvmpromittiren Bedenken trug. Thatsache ist, daß einer der Rädelsführer über eine Jahresrente von 40,000 S. R. aus seinem eigenen

Bekanntmachungen.

Weinversteigerung in dem Barth'schen Gasthof zu Castel bei Mainz.

G6) Zur gänzlichen Räumung ihres Wemlagers, lassen die Herrn Gebrüder Ackerman »^uach- veizeichnete größtentheilS auf ihrem Gute zu Nackenheim gezogene Weine durch den unterzeich­neten Notar öffentlich versteigern, und zwar:

Dienstag, den 12. März l. I., des Morgens 9 Uhr, die Werne, welche zu Nackenheim lagern, als:

13 Stück 1847t Nackenheimer, eigenes Wachsthum,

7 „ 1842r Oppenheimer und Niersteiner,

50 „ 1846r Laubenheimer, Nackenheimer Berg und Niersteiner,

3 halbe Stück 1846r Oberingelhei>ner Rothen,

9 Stück und 6 halbe Stück 1848t Nackenheimer, eigener Wachsthum.

15 „ 1849t Nackenheimer, eigenes Wachsthums

94 Stück, 9 halbe Stück.

~ Mittwoch, den 13. März l. I., um die nämliche Stunde und nöthigen Falles den folgenden Tag die Weine, welche in Winkel im Rheingau, Herzogthum Nassau lagern.

1 Stück und 6 halbe Stück 1842t 1

L 5 „ 1841t ! Nackenheimer, eigenes Wachsthum.

9 „ und 10 halbe Stück 1846t )

Diese Weine wurden wegen Mangel an Raum von Nackenheim nach Winkel gelagert. Stück 1842t Hochheimer, ,

9 „ 1834t Geisenheimer, Hochheimer, Hattenheimer und Rüdesheimer, £.8 „ 1846t Hochheimer,

11 „ und 8 halbe Stück 1846t Rheingauer,

15 „ 1846t Niersteiner und Nackenheimer Bergwein,

62 Stuck und 24 halbe Stück.

Die Proben sämmtlicher Weine können vom 23. Februar bis 4. März incL nâchsthin zu Na­ckenheim und zu Winkel an den Fässern genommen werden, man beliebe sich deßhalb in Na­ckenheim an die Eigenthümer selbst, und in Winkel an den Kiefermeister Hcn. Ignaz Petri zu wenden. ,

Maiuz. den 7. Januar 1850. Dr. Diem.

(61) Zn Folge eines von meinen Gegnern gethanen Schrittes zur Beilegung des Streites bleibt eine bereits gestern von mir abgegebene ,Aufklärung^ für heute noch ungedruckt und verwerfe ich wegen -es Weilern auf die folgende Nummer dieses Blattes.

Wiesbaden, den 23. Januar 1850.

W. Brewer.

1073) In ver H. W. Rsttcr'schcn Buchhandlung ist wieder vorrâthig: Bücke in das Labyrinth der Zukunft.

Preis 12 fr. Zu merkwürdigen Weissagungen des Johann Ad. Müller, weiland Bauersmann auf dem Matsbacher Hofe bei Heidelberg.

(44) Zn der H. W. Ritter 'schen Buchhandlung ist zu haben:

Ausführlichere und unparteilsche Darstellung

d.r

ersten QuartalverhandLnugen in

den öffentlichen und mündlichen Schwurgerichten

oes Hofgerichtsbezirks Wiesbaden, herausgegeben von LKi'. Robert Haas.

Preis 54. Kreuzer.

GesehäfLs-Gvöffurlug.

(47) Ich erlaube mir hierdurch die erge­benste Anzeige zu machen, daß ich seit dem heutigen Tage eine bestens eingerichtete lithographische Anstalt eröffnet habe.

Durch hinlängliche, während einer Reihe von Jahren in verschiedenen ausgezeichneten lithographischen Anstalten erworbene Kennt­nisse, sowie durch Anwendung der neuesten Vorrichtungen und Maschinen glaube ich im Stande zu sein, alle in dieses Kunstfach ein­schlagenden Arbeiten zur Zufriedenheit der mich mit ihren gefälligen Aufträgen Beeh­renden ausführen zu können.

Außer den calligraphischen Arbeiten ein- pfehle ich mich in Zeichnungen von landschaft­lichen und architektonischen Gegenständen, Plä­nen Landkarten rc., auch können von mir Wohnhäuser und andere Objecte, wie z. B. Gußwaaren, nach der Natur ausgenommen werden.

Prompte und billige Bedienung verspre­chend, empfiehlt sich zur geneigten Berück­sichtigung

Wiesbaden, den 21. Januar 1849.

Wilk. Xin ff el Jmm.

Langgaffe Nr. 26.

(52) Es sind Kapitalien in jeder Größe stets zu haben durch tzriedrich Schauß in Wiesbaden, Marktplatz Nr. 12.

Masken - OaO»

(60) Der auf Sonntag den 27. d. Mts. zum Besten des Theaterorchester- wittwenfonds angekündigte Masken­ball wird erst 8 Tage später, Sonn­tag den 3. Februar, in den Vier Jahreszeiten stattfinden.

in Tannusstrasie Nr. 32

ist ter zweite Stock, bestehend aus 6 Pieren, Küche, Üachkcmuntlu :c. auf den 1. April d. I., sowie die Parterre-Wohnung gleich oder auch später zu vermieden.

(I) G. Aßmann, Langgasse, kauft forr- währeud Fässer verschiedener Größe.

(täOI) 8este und gut getrocknete Lohkuche» franco iu'ö Haus geliefert per Tausend 6 fl. bei August Herz im Nerothal.

NB. Bestellungen können in der Expedition dieses Blattes gemacht werden.

Theater zu Wiesbaden.

Donnerstag den 24. Januar. Stadt und Laud, oder: Der Viehhändler aus Dber-Kester- reich, Posse mit Gesang in 2 Akten von Friedrich Kaiser. Musik von Adolf Muller.

Druck und Verlag der E. Ritter'schm Buchdruckern.