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terSheim beginnen zu lassen und das Lorsbacher Thal hinauf zu führen. Würde der Frankfurter dazu sein Geld hergeben? Würde er sich und seine Waaren erst nach Wiesbaden spazieren lassen fahren, um dann in ungeheuren Curven wieder bis oberhalb Hattersheim zurückzukehren?! Aber die Residenz! Es ist dem Ver­fasser jenes Aufsatzes ein Ariom, daß die Eisenbahn von Wiesbaden ausgehen müsse; lieber über Berg und Thal mit 6000 Fuß langen Tunnels, damit man Wiesbaden berühren in u ß. Aber was bietet und was braucht Wiesbaden? Seine Frequenz erhält es von der einen Seite über Frankfurt, auf der andern durch den Rhein. Braucht der Cölner eine Eilcubahu über den Westerwald, um im Sommer nach Wiesbaden zu ge­langen? Wird man sie benutzen, wenn sie fertig ist, wird man nicht zu Thal die herrliche Rheinfahrt vorziehtn? Im Winter aber, wenn der Rhein mit Eis geht, ist doch wohl der Zug der Reisenden nach Wiesbaden nicht so stark.. Oder soll die projektirte Bahn für den Güterverkehr berechnet sein? Aber das Innere von Nassau hat so gut wie keinen Güterver­kehr mit der Residenz, die keine Handelsstadt ist; un­sere Produkte müssen den Rhein auf dem kürzesten Wege, d. h. bei Coblenz, zu gewinnen suchen!

Wir brechen hier ab und werden Ihnen demnächst genaue, auf Messung und Rechnung begründete, Data über Anlage, Kosten und Ertragsfähigkeit der Lahn- Eisenbahn mittheilen. Ihr Blatt erscheint an einem unserm Projekte nicht freundlich gesinnten Orte; wir bitten umsomehr um strenge Unparteilichkeit und sind derselben von Ihnen, Herr Redakteur, im Voraus gewiß *).

N. S. So eben erhalten wir Nro. 6 dieser Zei­tung, die wieder Bemerkungen gegen die Lahnbahn enthält. Die Westerwälder Bahn soll „das allein noch fehlende Verbindungsglied der Eisenbahnkette zwischen Nord- und Ostsee und Adriatischem und Mittelmeer" sein! Die westdeutsche Süd-Nordbahn geht von Ham­burg und Bremen nach Hannover, und von Cassel nach Basel, das fehlende Stück liegt zwischen Han­nover und Cassel (Karlshafen). Dagegen führt eine Breiten- und Ostweftbahn von Berlin (später Königs­berg) bis Ostende, dann ebenso eine mitteldeutsche Breitenlinie von Breslau über Leipzig nach Cassel und Gießen und bricht hier ab. Diele Linie würde durch die Lahnbahn an den Rhein geführt und vorläufig vol­lendet. Im Nebligen verweisen wir auf den angeführ­ten Aufsatz in der „Nass. Allg. Ztg " Man versuche das dort im Interesse, nicht einer «tadt, sondern des Landes Gesagte, zu widerlegen, wenn man kann! —

± -2$ou der Aar. Von dem bekannten Wahl­spruche ausgehend, „divide et impera“, versuchen es unsere Constitutioncllen, auf alle mögliche Weise, Spal­tungen unter der demokratischen Partei hervorzurufen, wozu ihnen die sehr im Argen liegenden gewerblichen Verhältnisse eine günstige Veranlassnng bieten. Die Gewerbtreibenden, deren durch Theuerung und kostspie­lige politische Verwaltung hervorgerufeue mißliche Lage sie der Demokratie in die Arme wirft, sind in den Mitteln zur Hebung des GewerbestandeS nicht einig oder besser nicht recht klar und glauben theilweise durch Wiedereinführung des alten verrosteten Zunft­wesens diesen „goldenen Stand" in den nöthigen Flor bringen zu können. Es liegt auf der flachen Hand, daß sie durch diese Ideen einestheils mit den Prinzi­pien der Demokratie in Widerspruch gerathen, andern theils die Interessen des nicht gewerbetreibenden namentlich des ackerbautreibenden Publikums gefährden, welches durch die verminderte Concurrcn; seine Bedürf­nisse jedenfalls theurer wird bezahen müssen. Diesen Punkt nun benutzen die Constitutioncllen, um die beiden Faktoren der Demokratie, die Gewerbetreibenden und die Ackerbautreibenden zu entzweien. Den ersteren spie­geln sie vor, daß sie durch das unglückseelige Zehntab­lösungsgesetz benachtheiligt worden seien, den letzteren rechnen sie sehr genau und übertrieben allen Schaden vor, der ihnen aus der, von ihren demokratischen Brü­dern in den Städten beabsichtigten Wiedereinführung des Zunftwesens erwachsen würde und beiden Theilen versprechen sie unter ihrer Herrschaft Schutz! Wir würden eine solche Agitation für gefährlich halten, wenn unsere guten Constitutionellen etwas von dem Geheimniß verlauten ließen, auf welche Weise sie die beiderseitigen Interessen in Einklang bringen wollen, davon reden sie jedoch keine Sylbe und eben deßwegen find auch ihre Anstrengungen erfolglos, obwohl die Matadoren der Partei von ihrer olympischen Höhe herabsteigen, um das Volk zu bearbeiten. Was diese Herrn jedoch im Schilde führen, erhellet am be­sten aus der Aeußerung eines Mitgliedes der seelig entschlafenen Herrnkammer: „daß diese Kammer rechtskräftig noch fortbestehe." Wir zweifeln durchaus nicht daran, daß dies die Ansicht jener „kon­stitutionellen Herrn" und daß sie bei der ersten gün­stigen Gelegenheit diese Ansicht praktisch durchzuführen suchen werden; das aber bezweifeln wir recht gründlich, daß sie bei diesen Bestrebungen sich irgend welche Sym­pathien beim Volke zu erwerben im Stande sind. Nichts kann der Sache der Demokratie erwünschter sein, als

*) Bei der großen Bedeutung der vorliegenden Frage, welche zu ihrer gründlichen Lösung einer Beleuchtung von verschiedenen Gesichtspunkten aus dringend be­darf, werden wir mit großer Bereitwilligkeit beiden Theilen in diesen Blättern das Wort vergönnen.

Die Redaktion.

solche offen dargelegte reaktionäre Tendenzen, wie sie j Heidelberg, 10, Januar. Diesen Morgen um 2 jenes Herrnkammermitglied an den Tag legt und wir ! Uhr starb Professor Dr. Morstadt an den Folgen )aben deßhalb Veranlassung genommen, sie in weiteren eines Blutsturzes, der ihn während der Weihnachts- Krei,eu bekannt zu machen. Ob unser Ministerium . Ferien befiel. An ihm verliert die juristische Fakultät Wintzingerode-Vollpracht nicht ähnliche Wiederherstel- hiesiger Universität eine sehr bedeutende Lehrkraft, lungsgelüste bezüglich jener berühmten nassauischen ersten !

Kammer hegt, werden wir vielleicht schon bei dem nahe i « $ ?^- H'^ 'p^n H$ die quthmütlgen

bevorstehenden Zusammentritt unser Ständekammer er- $ Infanterieregiment die Groschen

fahren, wenn dieselbe nicht etwa nach erfolgter Steuer- ', U1" ^'/ ent'

bewilligung sofort wieder vertagt wird, und sodann : . Ätnber ju bessern. 108 Gulden, glaube ich,

dieselbe in Folge des sehnlichst erwarteten Jnterimsbe- Z , «L™^1 ^^t zur Besserung übergeben. Inner«

dieselbe in Folge des sehnlichst erwarteten Jnterimsbc-

schluffes, wonach solche Versammlungen bis nach end­licher Regelung der deutschen Frage — das heißt bis zum Nimmerle'S-Tag — aufzulosen seien, unter „tiefem Bedauern" der Staatsministerii für immer und selig entschläft.

Frankfurt, 10. Jan. Sicherstem Vernehmen nach werden wichtige Beschlüsse der Bundes-Commis­sion in der schleswig-holsteinischen Frage binnen wenigen Tagen bekannt werden. Schon jetzt erfahren wir so viel, daß sie auf Wahrung der den ; Herzogthümern zuständigen Rechte hinausgehen. In ; der Bundes - Commission waltet eine den Ansprüchen jener Lande entschieden günstige Tendenz vor. Die ; mecklenburgischen Angelegenheit ist bis jetzt noch nicht zur Sprache gekommen, wie von der „Deut­schen Zeitung" irrthümlich angenommen wurde; da­gegen wird sich die Bundes-Commission mit derselben in kurzer Frist beschäftigen. (K. Z.)

Frankfurt. (Einst und Jetzt.) In Frankfurt macht sich bereits ein ungeheurer Unterschied zwischen Vergangenheit und Gegenwart geltend. Der Hof des Reichsverwesers war ganz und gar bürgerlich. Erz­herzog Johann, ein Feind der Etikette, lebte auf einem so einfachen Fuße, wie kaum der Präsident der ver­einigten Staaten von Nordamerika. Sowohl in seinem Hotel, als in den Bureaux der Minister war man ohne lästigen Zwang und es fand sich dort keine Spur von jener bureaukratischen Steifheit, welche vielleicht ein Hauptgrund des nationalen Verfalls ist. Seit den wenigen Tagen, daß die Bundeskommission die Re­gierung antrat, haben sich die Dinge gar sehr geändert und eine unübersteigliche Schranke scheint bereits die Herren Koyuniffäre von ihren Beamten zu trennen. In dem Bunvespallast geht man auf den Zehen, und Niemand wagt es mehr, vertrauliche Besuche zu em­pfangen. Bisher hatte man freilich nur Chefs; jetzt hat man Herren über sich. (N. O. Z.)

Darmstadt, 11. Jan. (Fr. I.) Zufolge der in der heutigen Nachmittagssitzung der zweiten Kammer mit­getheilten, durch die Abtheilungen kurz zuvor vorge­nommenen Wahl eines Ausschusses für die Begutachtung der Regierungsvorlage, die deutsche Frage betreffend, besteht derselbe aus den Herren Müller - Melchiors, Weidig II. (Altenschlirf), Lehne, Franck und Reh. Das Ministerium zahlt darin nur einen Vertheidiger (Reh.)

Darmstadt, 11. Januar. Die erste Kammer hielt heute ihre neunte Sitzung, die nur ganz kurz dauerte. Wichtiger wird die morgende sein, wo die Adresse de- battirt wird. Wir haben also wahrscheinlich den noch nicht erlebten Fall, daß eine Kammer einseitig eine Adresse als Antwort auf die Eröffnungsrede erläßt, da die zweite Kammer dies bekanntlich abgelehnt hat. (Fr. I.)

Stuttgart, 11. Januar. (D. V.) Aus München geht uns die kurze, aber inhaltsschwere Nachricht zu, daß Oesterreich sich bereit erklärt habe, nach den Vor­schlägen von der Pfordtens eine Volksvertretung für ganz Deutschland zuzugeben (?).

Stuttgart. Von Gottes Gnaden? DieOk- toberminister geben dem Königthume einen Stoß um den andern. Nun haben sie in den königlichen Titel wie­der das Prädikat von „Gottes Gnaden" ausgenommen. Warum? weil sie den Stützpunkt für das Königthum nicht in dem vernünftigen Volkswillen, sondern in ei­nem mittelalterlichen Wahne haben wollen. Sie glaub­ten dadurch der Volkssouveränität einen Schlag zu versetzen, haben aber die Monarchie getroffen, indem sie dieselbe in Widerspruch mit dem Zeitbewußtsein stellen. Soll das Prädikat „von Gottes Guaven" nichts Anderes bedeuten, als daß, wie Alles in der Welt nach Gottes Willen geschieht, so auch der Besitz der Königskrone Gott zu verdanken sei, so ist es eine unschuldige Phrase, die nur von ästhetischem Gesichts­punkte aus zu beanstanden ist, soferne es abgeschmackt erscheint, eine Binsenwahrheit mit feierlichem Ernste zu verkünden. Will aber mehr damit gesagt werden, nämlich daß Gott durch einen besondern Eingriff in die Weltordnung dem Volke seinen Herrscher gesetzt habe, so macht man sich heutzutage durch einen solchen kindischen Verstoß gegen Vernunft und Geschichte nur lächerlich. Es wird deßwegen doch nicht vergessen, daß das Königreich Württemberg von dem Erbfeinde Deutsch­lands geschaffen worden ist Wenn man der Wahrheit die Ehre geben will, so muß man sagen: von Na­poleons Gnaden König von W ü r t t e m b e r g.

Mannheim, 10. Januar. Die Betheiligung bei den Wahlen ist (so berichtet die „Karlsr. Ztg.") fort­während gering; heute hat nicht ganz ein Drittheil der Wahlberechtigten gewählt. Die Liste der constitu- tiouellen Partei hat die Mehrheit, wiewohl heute nicht unbestritten.

liche Mission; Diese guten Jungen aus Pommern und Brandenburg! — Ja, Alles liegt an der Er­ziehung! (Horn.)

Karlsruhe, 7. Jannuar. (Hornisse.) — Die innere Mission, das ist das FKdgeschrei der rothen Reaktion; — unter dem Schutze der vom Blute ihrer Brüver gerötheten Bajonette macht sie ihren Runvgang durch das unglückliche, blutgeschwächte Land. — Hier, in Vieker jammervollen Residenz entfaltet sie ihre Haupt- thätigkeit; hier erscheint ihr Organ: „die Blätter für die innere Mission im Großherzogthum Baven". Diese innere Mission heißt mit anderen Worten: werfet den neuen Menschen von euch und ziehet ven alten Adam wieder an; — er ist entstanden aus der richtigen Ein- sicht, daß der Teufel die Seele verderben muß, wenn man den Leib haben will. Aber, du meine Güte! — der Badenser und ein Mucker! — Lieber nach Amerika! — Doch hören Sie, wie man eine Mission für innerliche Buße und Besserung betreibt. — Am 6ten wurden die Versammlungssäle des hiesigen Orts- Vereins für innerliche Heilkunst eröffnet; es erschienen ohngefähr 100 Mitglieder, namentlich Gesellen und Lehrjungen. — Dieselbe Wirthschaft, wie beim Treu- bnnd und beim Bund der Treuen. — Das Lokal be­steht aus Lesesälen, in welchen an Sonn- und Festta­gen den Arbeitern durch Standrechtsblätter und Mu« ckerbroschüren die Heiligung zum Sklaventhum in den Leib gepumpt werden soll. — preußischer Parolbefehl von Gerlach!

Trier, 9. Jan. Der Prozeß wegen des Prümer Zeughaussturmes und des Marienburger Complotts gegen Dr. Grün und Mitangeklagte hat gestern vor den Assisen begonnen.

Köln, 11. Jan. Hr. Buchhändler Tzeitz ist heute von der Beschuldigung, durch die Aeußerung , der König sei ein Spitzbube, gegen das Gesetz vom 30. v. I. gefehlt zu haben, freigesprochen worden.

In der „Westd. Ztg." finden wir folgende interes­sante Zusammenstellung, auf die wir die Aufmerksamkeit ' der Katholiken Nassaus insbesondre lenken wollen:

Köln, 10. Januar Bei der Besprechung der Reichstagswahlen im hiesigen Piusvereine wurde fol* gcnde interessante numerische Zusammenstellung vorge« ; tragen, an deren Nichtigkeit wir vor der Hand zu zweifeln keinen Grund haben.

I Deutschland zählt 23,500,000 Katholiken und ' 21,350,000 Protestanten.

Davon wohnen außerhalb des Sonderbundes: 15,600,000 Katholiken und 6,500,000 Protestanten; Innerhalb desselben also 7,9.)0,000 Katholiken und 14,850,000 Protestanten, welche einen Gesammt- betrag von 22,750,000 Seelen ausmachen.

Diese senden nach Eriurt ?

Davon sind । '

Es müßten aber sein [

" Wenn wir diese Aufstellung beleuchten, so scheint sich uns anderes Facit herauszustellen.

. 242 Vertreter.

. 159 Preußen,

93 Nichtpreußen, . 163 Protestanten.

79 Katholiker. nun noch etwas näher doch ein einigermaßen Können wir doch mit

allem Fuge annehmen, daß drei Millionen Katholiken bet uns unter der Mehrzahl von Protestanten derart zerstreut wohnen, daß ihre Stimmen bei den Wahlen nothwendig verloren gehen müssen. Es würden sonach statt 79 Katholiken nur 40 gewählt werden. Nach einer ferneren sehr mäßigen Annahme dürften von die­sen 40 Katholiken, drei Viertel aus Beamten, Boden- Aristokraten und indifferenten Personen aus den Haupt­städten bestehen, so daß nur etwa 10 wirkliche Katho­liken als Reichstagsabgeordnete übrig blieben, die im Sinne der Kirche zu wirken Kraft und Muth hätten. Und was ein solches Häuflein vermag, wer wüßte das nicht?

Unser Piusverein mag auch wohl im Stillen sich ein solches Calkül ausgestellt haben; denn er hat be­schlossen, nicht zu wählen. Vernünftigeres konnte er nicht thun, wenn auch die VolkshaUe nicht seiner Ansicht sein sollte.

Ein ächter Katholik, zugleich aber auch ein guter Demokrat.

Türkei.

Jassy, 28. Dezember. Dieser Tage wird der Ober- commandant der russischen Occupationstruppen, Ge­nerallieutenant Lüders, hier erwartet. Er wird sich von hier aus in das Kloster Niamzu begeben, für des« sen Borsteher er den huf. russischen Annenorden mit­bringt ; das Kloster selbst erbalt ein kaiserl. Geschenk von zwölf reichen Kirchengewändern. Daran mag man den hohen Werth erkennen, den das kluge russische Ca- binet auf die Sympathieen der zahlreichen geistlichen Genossenschaft dieses gold- und einflußreichen Klosters setzt. — Fürst Ghika hat auf das Jnthronisatious- und Juvestitursgeschenk von 100,000 Dukaten zu Gnn-