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ten; ter Präsident der Republik habe ihn jedoch bc- stimmt, „sich dem allgemeinen Besten aufzuopfern" und die Wahl anzunehmen.

Guizot trug in Der gestrigen Sitzung der französl- schen Akademie ein historisches Fragment über die Re­stauration der Stuarts vor.

Der Iustizminister hat auf Ansuchen des Präfekten ein Rundschreiben an alle General-staatsanwalte und Staatsanwälte erlassen, um ihnen eine strenge Aufsicht über die Gemeindelchrer zu empfehlen und Die gericht­lich zu verfolgen, melche während dts llnterrichts Auf­ruhr predigten und Lehren verbreiteten, die der Moral und Religion entgegen sind.

Man spricht von einer Negerin, die sich nächstens als Sängerin hören lasten will. In Bordeaur soll sie mit Erfolg ausgetreten sein. Sie nennt sich Donna Martinez.

Türkei.

Von der bosnischen Grenze, 28. Dez. Die Zu­sammenrottungen der Insurgenten in^ Bosnien ha­ben schon seit längerem ansgehört, sie wurden vom Statthalter Vezir Tahir Pascha ausgefordert, aus ih­rer Mitte Vertrauensmänner nach Travnik zu senden, um alldort den Berathungen beizuwohnen, welcher Aufforderung sie auch gefolgt sind. Dennoch herrscht unter den Insurgenten einige Furcht, denn die Zusam- menziehung so großer Truppenkörper, als ui jüngster Zeit nach Bosnien einmarschirten und nach Dravnik, Banialuka und Sarajevo verlegt wurden, macht die Insurgenten glauben, daß man sie kommendes Früh­jahr zwingen werde, die in der ersten Berathung ge­faßten Beschlüsse der neuen Steucreinführnng anzu­nehmen. Beharren jedoch die Insurgenten ^darauf, daß sie sich keincssalls herbeilassen, die neue Stcucremsuh- , rang anzunehmen, so dürfte es wahrscheinlich steter । rum.Kampfe kommen. An Truppen sollen über 30,000 Mann, darunter 20,000 zu Pferd, nach Bosnien ge­kommen sein. Kanonen und Munition sind auch be­reits herbeigeschasst. (A. Z.)

Ungarn.

In Pesth ist eine Verordnung des FZM- Haynau erschienen, wonach jede willkürliche Sequestration von Gütern, welche Komprimittirten angehören, untersagt wird, da blos die Kriegsgerichte zur Beur­theilung der Mitschuld an der Revolution, berufen und kompetent sind. — Der „Magyar Hirlap" theilt aus dem Abanjer Comitate betrübende Nachrichten mit. Die Einquartierungs- und Vorspannkosten fino beinahe unerschwinglich. Die Regierung wird dringend aufge- HW, baldige Abhilfe zu treffen. Gegenwärtig rst dort sowohl die Sicherheit der Person, wie die des Ewcnthnms im höchsten Grade gefährdet. — Auch die Theißgegend und die Bacska sind in neuester Zeit un­sicher geworden, und um so bedrohlicher, da die ser­bischen Wegelagerer förmlich organisirt sein sollen, und ihre Raubmordversuche immer häufiger werden. — Alle aus der Wojwodschaft Serbien einlaufendeBe­richte stimmen über die daselbst herrschende aufgeregte Stimmung überein. Die föderalistische Partei findet Pier starken Anklang, und sowohl der Artikel Palacky's, als jene des „Slavenski Ing" und des „Pozornig" haben derselben wesentlichen Vorschub geleistet. Das Militär ist allenthalben zum Schutze aufgeboten, und an manchen Orten, wie zum Beispiel in Ruma, kampf- brrcit. Die serbische Geistlichkeit steht unter den Be­schwerdeführenden oben an. Ueberhaupt treten die Zu­stände der Wojwodina bei weitem mehr in den Vordergrund, als die sonstige Bedeutung dieses Kron- landes nach Flächeninhalt oder Bevölkerung es mit sich bringt und man darf um so weniger Anstand nehmen, den Beschwerden der Deutschen und Magyaren

gegen die Wirkungen der Hegemonie der Serben vollen Glauben zu schenken, als es gerade die kouser- vativen Wiener Journale sind, welche ihnen ihre Spalten öffnen.

Italien.

Rom 29. December. Die Regwrungskomnchfton i bat den Beamten im Kriegs- und Mannennniflenum ihr Weihnachtsgeschenk gemacht. Außer den schon , längst abgcsegten und vertriebenen Er; - Republikanern erscheint nun eine Liste neuer Absetzungen, die gemä­ßigte oder konstitutionelle Partei treffend. Von diesen sind nun in den verschiedenen Reihen der Angestellten sechzehn abgesetzt ohne Ruhegehalt, sechs in Ruhestand versetzt, sieben in Disponibilität ohne Gehalt, nud achtzehn um einen oder zwei Grad heruntergesetzt, d. h sie verlieren ihre jetzige Stelle und müssen eine nie­drigere annkhinen oder abdanken. Vieeundachzig Of- fiziere, die unter der Republik gedient, sind des Lau- ; Deö verwiesen, und die meisten von diesen galten wäh- 1 renü der Republik für päpstlich gesinnt, obgleich sie , ihre Stellen zu bekleiden fortgesahren, uiiD das ist i eben die Ursache, warum sie heute entsetzt und ver- , wiesen sind. Täglich werden noch Leute von Rom ! weggeschickt, die zwar aus der Provinz gebürtig, aber seit 8, 10, 12 und mehr Jahren in Rom ansässig sind, und gesetzmäßig das Bürgerrecht erworben haben.. Alle diese werden durch diese Ausweisungen in ihren Interessen wesentlich beeinträchtigt, da sie hier entwe­der eine Prosession aus üben oder einen Handel trei- ben, aber darauf wird nicht die geringste Rücksicht genommen. Und unter diesen Leuten ist kein Republi­kaner: Es sind solche, welche ihre Freude laut aus­sprachen als Pius der IX. den Weg der Reformen einschlug, welche dem heiligen Vater von Herzen ;n- gcthan find, vor RevolutionAbscheu hatten, und hoff­ten aus friedlichem Wege würde es der NaNon gelin­gen, diejenigen Freiheiten zu erlangen, welche für ü;r Wohl nothwendig, mit den Rechten der Kirche ver- I träglich, und den billigen Forderungen entsprechend sind. Es ist unglaublich welche Menge von Leuten, die noch für den Papst Anhänglichkeit fühlten, welche immer noch hofften, sie würden den gütigen, heilbrin­genden Pius von 1847 wieder in Rom sehen, nun zu den Feinden des Papstes nicht allein, nein zu den Feinden des Papstthums übergetreten sind. (A. Z.)

Die „Coust. Zeitung." meldet den Wiederausbruch eines Ausstandes in Cicilien in folgender Correspondenz:

Neapel, 28. Dez. Ich beeile mich, Sie zu be­nachrichtigen, daß in Folge der in Palermo wie­der aus gebrochenen Revolution der dortige königl. Statthalter und Generalkommandant Filangieri, der mit den dortigen Truppen des Ausstandes nicht Meister wurde, um eilige Hülfe hier angesprochen hat. In Folge dessen wurden noch diesen Abend eiligst Truppen aus 4 Dampfsregatten cingeschifft, aber der Sturm, der heute aus dem Meere wüthet und die Ab­fahrt des heutigen Dampfboots nach Marseille verhin­derte, wird auch diesen Schiffen schwerlich gestatten, diesen Abend abzufahren, und somit dürfte jener Auf­stand eine kostbare Zeit gewinnen, um sich zu entfal­ten. Man war nämlich dieser Verschwörung in Ca­tania auf die Spur gekommen, u. Filangieri glaubte, als zweiter Haynau dieselbe durch Erecutionen zu däm­pfen, erreichte aber das Gegentheil, denn das Volk, durch diese Erecutionen und durch die neuen ausgeschriebenen Steuern, worunter auch Fenstern- und Balkonsteuern, aufgebracht, griff zu den Waffen, die es aller Dekrete und Nachsuchungen ungeachtet, sich zu erhalten gewußt hatte, und steht nun wieder in offenem und verzwei­feltem Kampfe den Truppen der Regierung gegenüber.

Der Ausgang ist schwer vorauszufehen, denn wenn einerseits die Regierung Alles aufbicten wird, um den Aufstand zu dämpfen, so stößt sie andererseits auf ein erbittertes Volk, das sich in allen ihm gemachten Ver­sprechungen zur Dämpfung der letzten Revolution ge­täuscht sieht und von den allen Klassen der Bevölke­rung angehörigen Gefangenen, Erilirtrn und außer Land geflüchteten Opfern der Reaktion zur Rache auf» gefordert wird.

Spanien.

Madrid, 2. Jan. Die „Espana" und der „He­raldo" legen den angeblichen Schilderhebungsprojccteu, mit welchem die Montemolinisten für das nächste Früh­jahr umgehen sollen, nicht Die geringste Wichtigkeit bet; sie bemerken, daß einige der Chefs, welche nach den umlaufenden Gerüchten zur Uebernahme von Comman- do's bei dem projectirten Aufstande bestimmt sein sol­len, theils wegen hohen Alters, theils wegen körper­licher Gebrechen nicht im Stande sein würden, tut Felde zu dienen, und daß die übrigen mit den Pro­vinzen, welche die Gerüchte denselben als Schauplatz ihrer kriegerischen Thätigkeit anweisen, ganz unbekannt seien. — In der Abgeordnetenkammer zeigte der Con­seilpräsident heute an, daß der Zustand der Gesund­heit der Königin diese verhindere, die herkömmlichen Glückwünsche der Kammern am Dreikönigstage ent­gegenzunehmen. — Die Vorlage des Ausschußberichtes über das Budget ist um einige Tage verschoben wor­den, in Folge einiger Aenderungen in den Special- budgcts der verschiedenen ministeriellen Departemente.

Wiesbaden, 12. Januar. Soweit die Asfifen- verhandlungen festgesetzt sind, schreibt das Regierungs- Organ, werden dieselben an solgenden Tagen Statt finden:

1) Montag, den 14. Januar: Wilhelm Schäfer von Esch, wegen ausgezeichneten Diebstahls.

2) Dienstag, den 15 Jan.: Friedrich Scheerer von Schwalbach, wegen Münzverbrechens.

3) Mittwoch, den 17. Jan.: Ignaz Kieser von Cronberg, wegen Nothzucht.

4) Donnerstag, den 17. Jan.: Friedrich Fröhlich von hier, wegen Fälschung.

5) Freitag, den 18. und Samstag, den 19. Jan.: Jakob Bens von Kemel, wegen Diebstähle und Fäl­schungen. -

6) Montag, den 21. Jan.: Wilhelm Blum von Frankfurt a. M., wegen ausgezeichneten Diebstahls.

7) Dienstag, den 22. u. Mittwoch, den 23. Jan: Philipp Schmidt von Auringen, wegen Münzver- brechens.

8) Donnerstag, den 24. Jan.: Peter Kilb von Bechtheim, wegen Müuzverbrechen.

9) Freitag, den 25. Jan.: Friedr. Mantua von Wirges wegen Eidesbruch.

10) Samstag, den 26. Jan.: Wilh. Hucke von Oberursel wegen Brandstiftung.

11) Montag, den 28., Dienstag, den 29. u. Mitt­woch, den 30. Januar: Philipp Martin Kopp von Breithardt, wegen Raubmord und versuchter Nothzucht.

F r u ch t p r e i f e.

Mainz,

11. Jan. 1850.

Walzen

per Malter 200 Pfd. . . .

7 fl. 14 kr.

Korn

ditto . . .

4 fl. 38 kr.

Gerste

ditto . . .

4 fl. 20 kr.

Hafer

ditto . . .

5 fl. 24 kr.

Spelz

ditto . . •

— fl. — kr.

Verantwortlicher Redakteur: J. Oppermann.

Bekanntmachungen.

Geborne, Proclamirte, Getraute und Gestorbene in der Stadt Wiesbaden.

Geboren. Am 18. Dez., dem h. B. u. Casinodiener Wilhelm Münch ein Sohn, N. Philipp

Emil. — Am 18. Dez., dem Herzogl. probater Wilhelm Müller ein Sohn, N. Friedrich Christian Heinrich. — Am 20. Dez., dem h. B. u. Maurermeisier Philipp Gnstav Querfeld ein Sohn, N. Karl Friedrich Heinrich Ludwig Philipp. — Am 22. Dez., dem h. B. u. Samenhändler Konrad Mollath eine Tochter N. Anne Marie Christiane Johannette. — Am 23. Dez., dem H. B. u. Schreinermeiiier Johann Gottfried Seip eine Tochter R. Alwine, Karolme. — Am 24. Dez., dem Maurer Wilhelm Birod, B. zu Lindcnholzhaufen ein Sohn N., Auguü Wilhelm Karl Heinrich Jaeob Philipp. — Ani 2d. Dez., dem h. B. u. Schlossermeister Johann Wilhelm Konrad Barth ein Sohn R. Karl Konrad.— Am 26. Dez., dem h. B. u. Schuhmachermeister Wilhelm Löw eine Tochter N. Auguste.

Copulirt. Am 6. Januar, der h. B. u. Drehermeister Friedrich Ludwig Haßler und Doro­thee Cornelie Ctisabethe Palmer.

Gestorben. Am 8. Jan., Marie Philippine, geb. Hild, des H. B. u. SchnhmachermeisterS Johann Friedrich Bernhard Stemmler Ehefrau, alt 59 I. 1 M. 7" T. — Am 9. Jan., Christiane Elisabethe, geb. Reichel, des H. B. und Landwirths Johann Adam Seulbeiger Ehefian, alt 62 I. 8 M, 15 T. — Am 9. Jan., Peter Adam Adolph, bei h. B. u. Badewirths Philipp Christian Hoffmann Sohn, alt 14 I. 1 M. 17 T.

(1269) Bei Aug. Sorge in Osterode ist soeben erschienen und in der un­terzeichneten Buchhandlung vorräthig:

Allgemeiner und immerwährender

Gefnndheitskalender auf jedes Jahr und jede Zeit anwendbar.

Für das deutsche Volk herausgegeben, nach den besten Quellen bearbeitet, wie auch theils durch eigne Praris bewährt gefunden und zum Wohle desselben an'ö Licht gestellt von Carl Pauli.

Preis 54 Kreuzer.

H. W. Ritter'sche Buchhandlung in Wiesbaden.

Bei H. F. Grote in Arnsberg ist erschienen und in der H. W. Ritter'schen

Buchhandlung in Wiesbaden zu haben:

Grundzüge

eines deutschen Strafverfahrens. ' Bon

I. D. H. Temme, Königl. Preuß^ Appellations - Gerichts-Director.

Italienischer Zahn-Mastix.

(23) Unterzeichneter hat die Ehre anzuzei­gen , daß er den von dem Königl. Bapeichchen Ministeriuni concessivnirteu und approbirten

Italienische» Zahn - Mastix für Wiesbaden dem Herrn I. L. Seibert in der Langgasse in Kommission übergeb,n hat und raselbst das Original-Gläschen mit Gebrauchs-Anweisung zu 36 ft. verkaufen läßt. Die Wirkung^diefes Mastix besteht in fast augenblicklicher Stillung der hef­tigsten, durch hohle Zähne entstehenden Zahn­schmerzen, indem er den Zahn ausfüllt, darin fest wird, ihn wieder brauchbar macht und dis weitere Faulen desselben verhindert Die gro­ßen Vorzüge dieses Zahn-Mastix sind durch dessen lebhaften Verschleiß seit z e h n I a h r e n, sowie durch eine Menge Zufriedenheitszeugniffe von glaubwürdigen und achtbaren Personen über deffeir erstaunliche Wirkung hinlänglich aner­kannt, und kann dieses so sehr probate Miitel allen Zahnleidenden gewissenhaft anempfohlen werden.

F. A. Ravizza in München.

(24) 23,000 fl. sind ganz auch getheilt

in hiesige Stadt oder in's Amt gegen gericht­liche Hypothek gleich zu beziehen.

(10) Eine erfahrene Person, die schön nähen und vollständig bügeln kann, da­bei einer gut bürgerlichen Küche vorzu- stehcn weiß, findet auswärts eine gute Stelle und kann sogleich eintreten. Wo? sagt die Erped. d. Bl.

(1) G. Aßmann, Langgasse, kauft fort­während Fässer verschiedener Größe.

Theater zu Wiesbaden.

Sonntag den 12. Jan. 100,000 Thaler. Posse mit Gesang in 3 Ak­ten von Kalisch. Bullrig: Hr. Has­sel, vom Stadttheater in Frankfurt, als Gast. (Mit aufgehobenem Abon­nement.)

Druck und Verlag der C. Ritter'schen Buchdruckerei.