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Wahlen werden eS wohl noch einleuchtender beweisen, daß dieß eine Wahrheit' ist; dann wird Frankreich schon erklären, wie die glorreiche Erbschaft des Februars zu verstehen ist; dann wird es schon protestiern gegen diese Schreckensherrschaft des gepanzerten Blödsinns; dann wird es mit seiner souveränen Stimme schon übertönen, die Prodosttionen der politischen Eunuchen des Elysees, das Qnâckergeheul der Assemblee. Die Departements, welche in der Person ihrer Repräsen» tauten beleidigt wurden, brennen darnach ihre Sym- pathieen, ihre Begeisterung für die Grundsätze der De­mokratie an den Tag zu legen, dürsten darnach, die­sem stupiden Gouvernement, diesem Gouvernement des westkalmülkischcn Blödsinns zu beweisen, daß sie ent­schlossen sind, noch entschlossenere Männer zu wählen. Das eigenthümlich Bornirte der Regierung ist nun gerade der Umstand, daß sie Zeit gewinnen will, als ob der Satz: «Zeitgewonnen, Alles gewonnen" auf die Re­aktion Anwendung fände. Alö ob nicht jeder Dag die Kräfte der Revolutian verstärkte, als ob nicht die Handlungen der Willkür, die zahllosen Brutalitäten, welcher sich das Gouvernement schuldig machte, gerade aufs stärkste dazu beitragen den Zeitpunkt zu nähern in welchem das entrüstete Volk wie ein aus seinen Ufern tretender Bergström die leichten Zelte des kor­sischen Lumpengesindels hinwegspiilen wird. Sie wer­den es erfahren, daß sie ihre Rechnung ohne die Ra­tion gemacht, und aus den Ergebnissen der Wahlen einiger Departements mögen sie sich eine Vorstellung von dem machen, was ihrer 1852 bei Gelegenheit der allgemeinen Wahlen wartet. — Die stupidesten Vorkämpfer der contrercvolutionären Organe, Die, welche sich die leichtsinnigsten Illusionen über die öffentliche Stimmung machen, müssen zugeben, obwohl sie das natürlicher Weise nicht mit großem Vergnügen tbun, daß ihre Candidaten in den Wahlversammlungen der Departements keine großen Chancen haben. Dagegen scheuen [te sich nicht zu behaupten, daß in Paris die royalistislhen Candidaten auf eine imposante Majori­tät rechnen dürfen; dies ist aber nichts mehr und nichts weniger als eine nichtswürdige Lüge. Weil bei den letzten Wahlen ein Theil der Sozialdemokratie sich durch die Svrcnengcsänge dieses lieblich aussehenden Ungeheuers mit giftigem Busen verlocken verließ, und seinen schlauen Mährchen vom royalistischen Sozialis­mus ein geneigtes Ohr schenkte, so zieht die Königs­schlange daraus den Schluß, daß ihr der Fang noch einmal gelange. Wie sie sich täuschen diese schlauen Dummköpfe! So lange die Revolution nicht trium- phirt hat, beherrscht ein einziger Gedanke sämmtliche Sozialdemokraten. Dieser Gedanke konnte wohl stel­lenweise auf Abwege gerathen, so lange das Prinzip noch nicht überall ins Bewußtsein getreten war, so lange das Ohr des Arbeiters und Kleinbürgers sich hier und da noch empfänglich für die dummen-pfiffigen Berläumduygen zeigte, welche bisher überall eine Hauptwaste der Reaktion waren. Das ist aber nach der lehrreichen Epoche, welche zwischen heute und dem 13. Juni liegt, anders. Jetzt herrscht diese Idee

welcher wir oben erwähnten, mit unbestreitbarer Macht. Mit jedem Tage erweitert sich der Kreis der soziali­stischen Propaganda.

Paris, 8. Januar. (Mz. ZI Die gestrige Ab­stimmung in der Kammer so wie die ganze Verhand­lung gibt ein wahres Bild unserer ganzen politischen Stellung. Richt Thiers, noch sonst ein bedeutender Mann war es, der der La Platafrage eine kriegerische I Wendung gab, ein sonst unbedeutender Deputirte war es, Ranee, der das Ministerium in seiner wunden Seite augriff. Was nicht hochherzig und ruhmvoll ist, findet in Frankreich keinen allgemeinen Anklang. Wer i aber das Banner der Nationalehre hoch entfaltet, mag j er auch im Irrthum und sonst unbedeutend sein, alle ; Herzen schlagen ihm entgegen. Nance verlangte ci- ! neu Credit von 10 Millionen, um eine Expedition nach La Plata zu schicken, welche die Ehre Frankreichs retten sollte. Das Amendement schuf sich einen An­hang, der aus allen Parteien, die fast sich gegenseitig zerfleischen, zusammengesetzt war. Ihr Losungswort ' war Rationalehre. Das Ministerium sträubte sich, cs ; wollte Frieden und Unterhandlungen und ließ zugleich i in einer später deSavouirteu Rote anzeigcn, daß es I selbst einem ihm feindlichen Votum nicht weichen würde. I Konnte man die Erpeeitiou einem Ministerium anver- i trauen, das sic verwüst? Welche Krisis würde aus i dieser gespannten Stellung entstehen? Alle diese Gründe wirkten rcagirend und eben derselbe Rance, der dazu I benutzt wurde, das Terrain 511 recognosziren, der krie­gerische Töne anschlug, mußte plötzlich, cinlcnkcn und etnen ministeriellen Antrag stellen. Eine Majorität von 38 Stimmen (338 gegen 300) ließ dem Kabiuet die Leitung dieser für Frankreichs politische und kom­merzielle Stellung wichtigen Frage und — abgesehen I vom Debats und dem Constitutiouell — ist Niemand mit dieser Lösung zufrieden.

Polen.

Von der polnischen Grenze, 4. Jan. In die­sen Tagen sind in unserem benachbarten Polenlaade viele Exekutionen vollstreckt worden-. Die Veranlassung zu selbigem war folgende: Es reifete nämlich unlängst in Polen ein Emissär, der, sich für einen aus Paris an,gekommenen Emigranten und Rationalpolen aus­gehend, für die polnischen Flüchtlinge in Frankreich und Algier Ilntcrftützungssubscriptioncii sammelte, welche | die Unterzeichneten aus bestimmten Wegen den Hülfsbc- । dürftigen zu gehen lassen sollten. Diese Bemühung ist in­deß den Subs.ribentcn auf eine unverhoffte Art und Weise erspart worden. Diese Arglosen aynten keine List, daß nämlich der Reifende, ein Rational pol c! ein Wolf im Schafskleide, alias ein Agent der geheimen Polizei war, die stets nach Opferthicrcn lechzt. Denn, siehe da! zu den Betheiligten sind Kosakenpikcts angc- kommen und da hieß es: „was Ihr Euren Brüdern im Auslande schicken wolltet, das sollen und müssen wir von Euch erekutivisch beitreiben." Das ist auch i .geschehen. Bei Manchem, der nicht sogleich Zahlung i

leisten konnte, sollen sich die ungebetenen Gäste, st 7 Mann , zu 10 Tage laug anfgehalteu haben und der Wirth hat sie und ihre Pferde verpflegen und jedem Mann täglich zu 5 Sgr. zahlen müssen. (Telegr.)

21111 c r i f st

Der Konvent in Kalifornien hat zum Staats- sicgcl ein Wappen angenommen, das folgendermaßen beschrieben wird. Um Die Rundung des kreisförmigen Siegels sind 31 Sterne dargestellt , welches die Zahl der zur nordamerikanischen Union gehörigen Staaten mit Einschluß Kaliforniens ist. Eine ganze Figur im Vordergründe stellt die Göttin Minerva dar, wie sie in voller Blüthe und ganzer Rüstung aus dem Haupte Jupiter's entspringt. Sie versinnlicht das wunderbare Wachsen Kalifornien's, das ohne erst durch die niederen Stufen des Zusammenlebens mühsam sich durchzuar­beiten, unmittelbar zur politischen Existenz gelaugt ist. Zu den Füßen oer Minerva lagert ein Bar, der die Trauben einer Weinranke verzehrt; denn Wein und Weizen, von dem ebenfalls eine Garbe das Wappen ziert, sind die vorzüglichsten Produkte des Landes. — Auf der einen Seite dieses Hauptbildes sieht man einen Gold grabenden Bergmann, als Versinnlichung des Landesreichthums von edlen Metallen; die andere Seite füllen Schiffe und Boote, als Symbol der bereits be­gonnenen und voraussichtlich rasch steigenden kommer­ziellen Blüthe; die schneebedeckten Gipfel der Sierra Nevada bilden den Hintergrund. Ueber der Minerva steht das griechische „Eureka" (ich hab's gefunden), was sowohl das freisinnige Prinzip in der Aufnahme der Immigranten, als auch den Erfolg der Grabenden bei ihrer Arbeit andeuten soll.

Die Festsetzung der Gränzlinie zwischen Ka­lifornien und Mexiko ist unter dem 10. Oktober vollzogen worden. Der hervorragende Punkt dieser Scheidelinie ist an dem äußersten Ende des flachen Landes, wenn man sich der Bay nähert und ist der erste Landungsort, wenn man von Süden San Diego erreichen will. Die Stelle wird durch einen Leucht- thurm bezeichnet werden. Die Ceremonie der Festsetzung war folgende. Die Kommissare der amerikanischen und mexikanischen Negierung unterzeichneten einen Vertrag, nach welchem der angegebene Punkt am stillen Ocean als die Grenze zwischen den beiden Staaten angesehen werden solle. Diese Schrift wurde in eine Glasflasche gelegt, welche in die Erde, 3 Fuß tief, versenkt wurde. Beite Kommissare warfen dann mehrere Schaufeln Erde über die Oeffnung. Ein großer Pfahl bezeichnet vorläufig die Stelle. Während dieser Ceremonie be­wahrte der mexikanische Bevollmächtigte einen außer­ordentlichen Ernst in seinen Zügen; denn er wußte wohl, daß hierdurch der Zerstückelung seines Vater­landes das letzte Siegel aüfgedrückt wurde. (R.Z.)

Verantwortlicher Redakteur: J. Oppermann.

GeksNKtmachuKgerr.

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Schluß der Börse.

Cours der Staatspapiere.

Den 10. Januar 1850. pCt.

Papiers Geld | Den 10. Januar 1850,__pEt. Papier

Geld

Oesterreich Meralligues- Obligationen .... 5

, . ...... *’/•

" " " '''n

" " " ' 1

ff ,» w * ’ * * ^

„ ' Wiener Bank-Actien..... 3

„ 500 fL Loose........—

„ 250 fl. Loose von 1839 . . . . —

„ Belhmännische Obligationen ... 4

„ „ 4/2

Preußen 50 Thaler Prämieu-Lcheine ... —

„ Staats-Scbnld-Scheine a 105 . .. 3%

Bayern Obligationen........3%

„ Bexbacher Eisenbahn-Actien . . . —

Würtemb. Obligationen........4%

ir rr 3

Baden Obligationen........ 5

„ „ 3%

„ Lotterie-Anleheu a 50 ft. von 1840 —

„ 35 fl. Loose vom Jahr 1845 ... —

86% 86% Danustadi Obligaiiouen........3*,2 83%,

.......... 4 90

83% 89% 94% 73 29% 41% 33

102% 84% 26% 79

93% 88% 301

55% 86

30% 117

81% 33%

68%

4ö%

1280 159%

99%

90

83% 86% 95% 82%

100%< 80% 55

33

68'% „ ......- - - - 4% 95%

51%’ „ Lottcric-Anlchcii von 50 fl. . . . — 73%

45% „ 25 fl. Loose........— 29%

1275 : Kurheyen Friedrich-Wilhelmo-Nordbahn . . 4 44'^,

159 ' „ 40 Thaler Loose bei Rothschild . . — 33%

98%' Nassau Obligationen........ 5 —

72 ‘ „ Obligationen bei Rothschild . . . 3% 84%

80% „ ditto 25 fl. Loose . . — 26%

102%’ Frankfurt Obligationen........ 3 79%

89%: „ ditto von 1839 .... 3% 91%

83%; „ ditto von 1846 .... 37a 89%

86% „ Taunus-Eisenbahn-Aclicu a 250 fl. . — 303 |

95 1 Holland Intègr.-Obligatioucn .....2% 55%

99%; Spanien Innere Schuld neue Obligationen . 3 30%

79%' Polen Lotterie-Loose 300 ......— —

54%' „ ditto 500 ......— 81%

32%! Sardinien 36 Frs. Loose bei Gebr. Bethmann — 34

---

Cours der Wechsel.

Kurze

Sicht

Zwei

Nonat

Gold- und Silber-Sorten.

fl.

kr.

Den 10. Januar.

Briefe

Geld

Briefe

Geld

.....................

20 Frank-Stücke . . . ........ Holländische 10 ft. Stücke

Englische Souverains ..........

5 Franc-Thaler............

Hochhaltiges Silber..........

11

9

5

9

10

12

1

2

24

(Fr

6

52

39

39

2

3

45

21%

32

ff. S)

Amsterdam, 100 fl. Ert. . . .

Augsburg, 100 st, Ert. . . .

Berlin, 60 Thlr. '.....

Bremen, 50 Rthlr, in Louièd'or .

Hamburg, lOO Mrk. Bco. . . .

Leipzig, 60 Tblr. .....

„ in der Messe

London, 10 Livr. St. ... .

Lyon, 200 Fr.......

Pacis, 200 Fr......

Mailand, 250 Lir. Austr. . . .

Wien, in 20r 100 fl. C.-M. . .

Disconio........

100%

98% 88%

105%

121%

95% 95% 89%

108%

1CO% 119% 105% 98% 88%

108

88

100%

120%

2

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