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nett hervorgehoben und Andeutungen über deren Ein­richtung gegeben waren. In Folge hiervon bildete: sich ein Weilburger Localverein, welcher mit dem übri- ! gen Lahnthal in Verbindung treten und auf Errich­tung gleicher Vereine in allen Lahnstädten hin wirken wird, damit die richtigen volkswirtschaftlichen Ansich­ten und Bestrebungen mit allerMacht geltend gemacht werden, an allen Orten und in allen Fällen. Die Berathung des von dem Frankfurter Nationalvereine ansgearbeitetcn allgemein-deutschen Zolltarifs wird eine seiner nächsten Aufgaben sein.

Prokurator Verflossen theilte hierauf mit, daß auch von dem Limburger Gewerbeverein mit dem Frankfurter Nationalverein Unterhandlungen gepflogen worden, um sich diesem Mittelpunkt aller deutschen Vereine zur Hebung und Förderung der deutschen Ar- ! bett anzuschießen. Der Antrag von F. Schulz, daß durch den thätigen Limburger Gewerbeverein die übri­gen Gewerbevereine des Lahnthals zu gemeinschaftlichem Handeln mit Limburg auch in dieser Hinsicht aufge­fordert würden, ward zum allgemeinen Wunsche erho­ben und Verflossen sagte seine thätige Mitwirkung zu. Auf vielfachen Wunsch setzte Verflossen die vielseitigen und nachhaltigen Bestrebungen des Limbur­ger Gewerbevercins zur Hebung des Handwerker- und Arbeiterstandes auseinander, sowie die Schritte, welche bereits geschehen, die Gewerbetreibenden des Lahnthals zu einer engeren Verbrüderung zusammen zu fassen. Sein inhaltsvoller, lichter und warmer Vortrag fand allgemeinen Beifall. Der Wunsch von Schulz, daß im nächsten Herbste in Verbindung mit anderweitig beabsichtigten Volksfestlichkeiten eine allgemeine Industrie­ausstellung der Lahnstädte in der Mitte des Herzog« thums, wo möglich in Oranienstein, stattfinden möge, ward von der ganzen Versammlung gebilligt und Ver­flossen, welcher sich sehr warm für diesen Plan aussprach, beauftragt, sich mit den einzelnen Gewerbe- vereinen deßhalb in Beziehung zu setzen und die sonst nöthig erscheinenden Schritte einzuleiten. $ er f lassen wies noch darauf hin, wie nöthig es sei, daß die näch­stens zu erwartende Berggesetzgebung einer allseitigen öffentlichen Prüfung unterworfen werde, womit sich die vielen in dieser Sache näher beteiligten Anwesenden sehr einverstanden erklärten.

Zum Schluß der langen, inhaltreichen Sitzung sprach die ganze Versammlung dem Prokurator Ver­fl assen ihre laute und herzliche Anerkennung aus für seine vicljährige unermüdliche Thätigkeit zum Wohl der demschen Arbeit, deren Förderung jetzt das Haupt­augenmerk eines jeden wahren Staatsmannes sein müsse. In Limburg werden wir in drei Wochen un­sere Bestrebungen fortsctzeu, das Lahnthal zu der ihm gebührenden gewerblichen Bedeutung zu erheben.

Baden. (Der Glaube macht selig!) Es gibt bei uns Leute, welche die Stirn haben zu behaup­ten, die Preußen brächten uns ungeheure pekuniäre Vortheile. Man höre weiter und urtheile, ob dies nicht der verhöhndcste S^ott gegenüber dem systema­tischen Ruin unseres armen Landes ist. Man behaup­tet, im Monat November seien blos 90 — 100,000 Thaler Taschengelder für die bei uns stehenden Sol­daten in Briefen von ihren Angehörigen angekommen, wenn man dazu die Weihnachts- und Neujahrsge­schenke sowie 12 Monate pr. Jahr rechne, so dürften leicht anderthalb Millionen herauskommen, außerdem werde die Armee mit Preußens Rechnung verpflegt, Baden zahle nur eine Kleinigkeit dazu. — O du glückliches Baden! dich kostet deine Armee nichts, son­dern du genießt auch noch die Vortheile von nur an­derthalb Millionen Taschengeld.

Baden. (Karl Blind.) Während des furcht­baren Seesturmes in der Nacht vom 18. auf den 19. Dez. an der holländischen Küste, scheiterte unter an­dern Schiffen auch der „Sir Eduard Banks", auf welchem sich der republikanische Offizier Karl Blind

Weise nicht kennt. Bei einem solchen freien Volke nur kann die Kunst sich aus den entehrenden Fesseln welche auch sie gefangen halten im Bann der lächerlichsten und fluchwürdigsten Einbildungen, befreien und kann wieder ansangen, die freie große Tochter eines freien großen Lebens zu sein. Da wird sie nicht mehr ans alte längst vermoderte Ueberlieferungen in verzückten Träumen lau­schen: nein, ins volle glühende, von nähren, tiefen menschlichen Leidenschaften erregte Leben wird sie kühne gewaltige Griffe thun , und aus den wahren Leiden und Freuden dieses echten menschlichen Lebens wird sie neue große wunderwürdige Werke schaffen. —

Bei diesen Worten waren wir am Ausgange an- gelangt. Die Damen lächelten jetzt schelmisch über den Herrn Geheimrath. Dieser aber triumphirte nicht mehr; er war etwas einsilbig geworden. An der nächsten Straßenecke schon verabschiedete er sich von den gottlo­sen Republikanern.

(Aus dem „Rheinischen Echo".)

befand. Die Mannschaft und Passagieren retteten sich in das Boot, auch Blind sprang darnach, fehlte je­doch und stürzte in's Meer. Man war so glücklich auch ihn zu retten und so entging er mit seinen Ge- fährdten dem Wettentod. Die „Karlsruher Zeitung", das Organ der sogenannten Gebildeten, begleitete diese Nachricht mit dem niederträchtigen Spotte: „Blind's Vermählung mit dem Meere" sei äußrrst komisch ge­wesen. —

Stuttgart, 31. Dez. (Mz. Z.) Das Inhibitorium von Seiten des Interims gegen Uebernahme der Post ist „unter Androhung von Erecution" wirklich erfolgt, und es sind die Postbeamten für die Thurn- und Taris'sche Verwaltung für zwei Monate neuerdings verpflichtet worden. Wissen Sie aber, was das Volk von dem Einschreiten des Jnterim's denkt? Es hält das Ganze für eine abgekartete Sache, wie es die Er­furter Reichstagsprojekte als blauen Dunst ansieht. Man hat das Gesetz über die Postübernahme veröf­fentlicht und nachher das Einschreiten über sich erge­hen lassen, um demnächst mit dem Wahlgesetze vom Juli ein ähnliches Spiel zu treiben. „Mit blutendem Herzen" wird man sich zur Aufhebung desselben ent­schließen und völlig schuldlos sein, da man in der Postsache einen Beweis der gänzlichen Unterwerfung unter die Souveränität des Interims geliefert hat. Solche Stücklein sind jetzt wieder in Schwaben zu Hause. Man gebraucht das Interim, wie man die Nationalversammlung und vorher den deutschen Bund gebrauchte, zur Vernichtung jeglicher Freiheit, und un­sere Pcvseßorcn nennen daS deutsche Geschichte.

Dresden, 29. Dez. Selbst die berühmten Dres­dener Stollen treiben jetzt Politik. Es ist eine ur­alte Sitte, daß die hiesige Bäckerinnung dem König und der Königin durch eine Deputation alljährlich am Weihnachtsseste 2 Eremplare dieses berühmten Back­werks, jedes von drei Ellen Länge, als Geschenk über­reicht. Der König, ein feiner Kenner, wie es scheint, machte der Deputation das Kompliment, daß ihre Stollen diesmal weit besser seien, als früher. Der Sprecher der Deputation meinte, man müsse doch mit der Zeit fortschreiten. „Aber gewiß nur im Guten"/ entgegnete der König. Die Dresdner Berichte sind entzückt über dieses Zwiegespräch.

Berlin, 28. Dezbr. Die Nachrichten aus Frank­furt über die'Jnstallation der Bundeskommission so wie die Gerüchte über ihre bevorstehende Thätigkeit er­regen hier in den Reihen unserer preußisch-deutschen Schwärmer große Bedenken. Die gläubigen Seelen, welche sich auf das Ministerium verließen und auf bas Erfurter Parlament hofften, gewahren zu ihrem großen Schrecken, welche unangenehme Bedeutung die neue Centralbehörde für alle ihreTräume hat. Wenn schon die Installation der Buudeskomnusiou Niemanden da­rüber in Zweifel lassen konnte, daß nun das alte vor­märzliche Verhältniß zwischen Oesterreich als erster und Preußen als zweiter Macht wieder eingetreten sei, und die Protectricen des Bundesstaats, die Konstitutionelle und die Deutsche Zeitung, sich dieser Thatsache gegen-, ! über gezwungen sehen, zu der feinen diplomatischen In­terpretation ihre Zuflucht zu nehmen, das passive Ver­halten der preußischen Kommissare bei jener Installa­tion, nämlich bei einer Scene, wo der Erzherzog seine Gewalt ausdrücklich in die Hände Oesterreichs und Preußens niederste und andererseits Hr. v. Kübeck ; im Namen Oesterreichs und Preußens eine Art von ; Amtseid in die Hände des Neubsverwrsers schwur, j sei nur deshalb beliebt worden , weil Preußen ja den Reichsverweser schon längst nicht mehr anerkannt habe, so ist jetzt vollends dieser freudige Blick getrübt durch : Das, was über die Ausdehnung verlautet, welche die Bundeskommission ihrer Macht und Wirksamkeit zu ge- den entschlossen sein soll. Ich lasse dahingestellt, wie weit die Nachricht begründet ist, welche neulich eine süd- ; deutsche Zeitung brachte, daß nämlich die BundeSkom- mission die Verfassungsangelegenheiten der einzelnen deutschen Staaten bis zur Erledigung der allgemeinen , deutschen Verfassungsfrage Wren wolle. So viel steht ! fest, daß sie in Einem Lande wenigstens die Verfas­sungsfrage baldigst in die Hand nehmen will.

Mecklenburgische Blätter berichten von einer preus- i fischen Note, in welcher die mecklenburgische Regierung in Bezug auf ihren Verfaffungsstreit mit der Ritter­schaft und den Agnaten vor das Forum der Bundes- j kommission gewiesen wird, in welcher zugleich eine öster­reichische Note desselben Inhalts in Aussicht gestellt ist. Diefe Thatsache ist es hauptsächlich, welche unsere Bun- desstaatler ausschreckt. Die Konstitut. Zeitung, seit Kur­zem das halboffizielle Organ der hiesigen Gothaer Par­tei, ist darüber ganz betäubt. Sie protestwt gegen eine solche Ausdehnung der Gewalt des Bundeskommission, erinnert daran, daß ja ausdrücklich dir Verfaßungs- angelegenheiten von ihrer Wirksamkeit ausgeschlossen sein, weist auf das Bundesschiedsgericht in Erfurt, als | die für solche Fälle allein kompetente Behörde hin, fin­det die Frage der mecklenburgischen Regierung, ob denn in ein und derselben Sache zwei Behörden, die Erfur­ter und die Frankfurter, zugleich erkennen sollen, ganz „natürlich" und schließt endlich mit dem frommen Rathe: „Preußen könne ihres Erachtens nicht umsich­tig genug bei Behandlung dieser Fragen sein, wenn aus dem Interim nicht alle die Nachtheile erwachsen sollten, welche ihre (der Konstitutionellen Zeitung) po­litischen Freunde in der zweiten Kammer vorohncnd mit Bedenken erfüllt hätten. In dieser „Vorahnung"

ist all das unheimliche Gefühl vortrefflich ausgespro­chen, was jetzt ihre „politischen Freunde" erfüllt. Es steigt ihnen in dec That eine „Ahnung" davon auf, daß in dem Frankfurter Interim das Erfurter Parla­ment ad interim, und in perpetuum begraben werden möge, daß sie selbst mit all tren patriotischen Redens­arten sich vergeblich abgemüht.

Berlin, 29. Dez. (A. Z.) Irre ich mich nicht ganz, so nimmt ein neues Drama in der deutschen Angele­genheit seinen Anfang, dessen Ausgang noch kein Mensch-- liches Auge sieht. Es gehen hier wunderbare Gerüchte um. Es ist, so erzählt man sich im Vertrauen, von Petersburg eine Denkschrift eingelaufen, worin auf die endliche Gestaltung Deutschlands gedrungen wird, um dem revolutionären Treiben und den „Ausschwei­fungen der sogenannten Aufklärung" für immer ein Ende zu machen. In dieser Denkschrift wird zu zei­gen gesucht, daß die vielen kleinen Staaten in Deutsch­land, die von ihnen gehegten und gepflegten Universi­täten und Gelehrtenanstalten der Heerd seien, von dem, aus die revolutionären, freigeisterischen Ideen ausge­brütet, gehegt und gepflegt werden. Diesen Anstalten oder mit anderen Worten der sogenannten deutschen Philosophie, die vorzugsweise in den kleinen deutschen Staaten ihre Nester habe, sei der heillose schwankende, für die Ruhe der übrigen nordischen Reiche gefahr­drohende Zustand, beizumessen. Damit müsse die Kur begonnen werden, solle sie anders eine gründliche und dauernde sein Rußland finde die Nothwendigkeit, daß Deutschland fortan nur aus zwei sich das Gleichge­wicht haltenden Mächten, einem Preußen und einem Oesterreich, bestehe. Die übrigen deutschen Staaten müssen nach und nach in diesen beiden Machten ab- sorbirt werden. Gegen eine vollständige Mediatisation derselben sei man in Petersburg noch für jetzt; aber sie müsse angestrebt werden. Preußen und Oesterreich habe jetzt die Führung; diese müße einen solchen Weg nehmen, daß die norddeutschen kleinen Staaten all- mälig unter Suprematie Preußens und die süddeut­schen allmälig unter Suprematie Oesterreichs kommen. Zuerst sei die eigene Heerführung den kleinen Staaten abzunehmen; ferner das Recht, selbstständige Bündnisse zu schließen; dann seien sie dahin zu stellen, daß sie ihre innern Negierungsmarimen, Verfassung, Preßze- setze, Zeitungswesen, Schul- und Kirchenbestimmung adäquat denselben Bestimmungen und Maximen Preu­ßens oder resp. Oesterreichs gestalten. Lon da an wäre zur vollständigen Mediatisation nur noch ein kleiner Schritt. Unter diesen Umständen sei auf eine dauernde Theilnahme und Unterstützung Rußlands ge­gen etwaige Uebergriffe demokratischer oder gar repu­blikanischer Anfechtung Frankreichs zn rechnen.

Berlin, 31. Dezember. Der sogenannte Hand- granatenprozeß gegen den Schuhmacher Hâtz el sollte heute zur Verhandlung kommen. Die Vertheidigung erhob einen Competenzeinwand, und wahrscheinlich auf Grund desselben, jedoch ohne, nähere Angabe Seitens des Gerichts, wurde die Verhandlung vertagt.

Es soll jetzt der Beschluß geragt sein, alle früheren Abgeordneten, die wegen versuchter Ausführung dec Stemrverweigerung zur Untersuchung gezogen sind, ge­meinschaftlich vor das hiesige Schwurgericht zu stellen. Die Zahl der in diese Untersuchung verwickelten Per­sonen w.rd auf 49 angegeben. Das öffentliche Ver­fahren soll schon im Februar stottfineen.

Schleswig-Holstein. Die Zustände in Schleswig werden für die dortige Bevölkerung immer drückender, die Erekutionslast betrug bereits bis zum ersten des verflossenen Monats, in baarem Gelde angeschlagen, ungefähr 18,000 Thlr. Pr. Crt., und auf die Lange werden die Einwohner derselben erliegen müssen, wenn nicht Erkleckliches zn deren Unterstützung geschieht. In Schleswig selbst thnn die Wohlhabenden alles Mög­liche, in allen Stätten haben sich Komite'S gebildet, die Beiträge für die Bedrückten entgegennepmen, und in einigen Gegenden haben die Landbesitzer zu dem Zwecke sich freiwillig nach Pflügen besteuert.

Auch in Holstein ist man sehr thätig, auch dort haben sich Vereine gebildet und bereits bedeutende Summen nach Schleswig gesandt. Sehr wünschens« werth wäre eö aber, da bei längerer Dauer alle diese Hülfe nicht ansreichen wird, wenn im übrigen Deutsch­land, wie das bereits an einigen Orten geschehen ist, Komitees zu diesem Zwecke sich bildeten, damit das deutsche Volk, gegenüber den Kabinetten, welche die Sache Schleswig-Holsteins Preis geben zu^wollcn scheinen, noch einmal durch die That seine Sympa­thie für dieselbe an den Tag lege.

Ungarn.

In Preßburg, sind 18 kriegsrechtliche Urtheile ge­fällt worden. Die meisten darunter betreffen Vorschub- leistung zum bewaffneten Aufruhr und wurden bis zu 6jähriger Schanzarbeit in schwerem Eisen bestraft. Einige Schmähungen gegen den Kaiser, das Herrscher­haus und die Regierung, wurden zu Sinonatlichem Ar­rest mit und ohne Eisen verurtheilt.

Preßdurg, 28. Dez. Man versichert wiederholt, daß am 1. Januar eine Amnestie ausgesprochen wer­den soll. Ueber die Selbstentleibung des FML. Gra­fen Wrbna, Festungskommandanten von Verona ver­nimmt man, daß der Graf, welcher im ungarischen Feldzuge eine schwere Verantwortung auf sich gezogen hatte, von derselben noch nicht losgesagt erschien. Dies mochte hie und da auf eine kränkende Weise.verlau?