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finitiven Abschlusse der Anleihe vorhergehen müsse, wo­durch eine gewisse Popularität in dein Volke sich vel- breiten würde.

Die Bank-Angelegenheit hat einige Modifikation erlitten. Die Regierung hat eingewilligt, die Anleihe der Republik bei der Bank nicht als eine solche zu be­trachten, sondern sie für Ausgabe von Papiergeld an­zusehen, und daher dieselbe auf 65 Prozent festzuwtzen. Die Inhaber dieser Bankbillette werden auf diese Weise zwar gerettet, die Bank aber wird dadurch zu Grunde gerichtet.

Großbritrr unser:.

London, 20. Dezember. Der „Globe" gibt folgende Nachricht über die Eröffnung einer näheren Handels­verbindung zwischen England und Rußland: „Wit sind durch Korrespondenzen, die heute angekommen sind, in den Stand gesetzt, zu erklären, daß in ^t. > eteis- bnrq von dem Gesandten Ihrer Majestät Unterhand­lungen angeknüpft sind, um die kommerziellen Beziehun­gen zwischen diesem Laube uiid Rußland auszudehnt n. Eine wichtige Veränderung in den Einfuhrzöllen auf Artikel englischer Manufaktur ist in Betracht gezogen, und für die Baumwolle besonders wird eine große, obgleich allmälige, Reduktion nach dem Werthe einge­führt werden. Wir sind benachrichtigt, daß der Kaiser die größte Geneigtheit gezeigt hat, die ganze Frage aus Dein freisinnigsten Gesichtspunkte zu betrachten und daß, während für Rußlands Handel durch die Ent­fernung der Beschränkungen große Vortheile erwachsen, die Bedingungen des Vertrages für den englischen Han­del'^ gleich' günstig sind. Es kann hinzugefügt werden, daß, da Veränderungen dieser Art in ihrer ersten An­wendung sich erproben müssen, wahrscheinlich die Steuer- verminderung sich vorerst auf die nächsten zwei ^ahic 1850 und 1851 "erstrecken wird." Es ist bekannt, daß man über ähnliche Maßregeln bereits in Unterhandlung stand, als die diplomatischen Differenzen und militäri­schen Operationen in Betreff des Krieges in Ungarn deren Weiterführung unterbrachen.

London, 21. Dez. Beim Herannahen der Par­lamentssession entwickeln die beiden rivalisirenden Par­teien der Schutzzöllner und der Freihänder eine immer größere Thätigkeit. Die Demonstrationen beider Fak- tionen nehmen kein Ende. Die großen Grundeigen­thümer haben ein Meeting nach dem anderen gehal­

ten und die Kaufleute und Fabrikanten, welche mit Cobden den Freihandel anstreben, sind in der letzten qeit nicht hinter ihren Gegnern zurückgeblieben. Vie Landlords", als Vertheidiger der Schutzzölle, ergehen sich auf ihren Versammlungen in den heftigsten Vor­würfen gegen den Freihandel, welcher ihren gaiizll- chen Ruin herbeiführen und dadurch das ganze ^and in die äußerste Gefahr, an den Rand ber> Verderbens bringen würde. Nach der Ansicht der Parteigänger Cobdens würde die Abschaffung der Schutzzölle einen Zustand herbeiführen, wie man einen solchen Zustand nur immer wünschen könnte - einen wahrhaften cou- kur de rose-Buftank Der adlige Grundeigenthu- mcr schwärmt für die Schutzzölle, weil sie seine Vä­schen füllen; die Kaufleute sind für den Freihandel aus purem profitsüchtigem Egoismus. Es ist dies in England ein Kampf zwischen dem Geldsack der Ari­stokratie und dem Geldsack des Krämers: ein Kamps des schmutzigsten Eigennutzes. Adel und Bourgeoisie liegen sich darüber m den Haaren, wer von ihnen Belden fernerhin von dem Schweiße ver durch sie ge- meinschaftlich unterdrückten dritten Klasse den fettesten Bissen schlucken soll. Die arbeitende Klasse muff m- - wckchen die Musik bezahlen; alle diese Profite, Divi­denden, Pensionen, Smeeuren, Stenten, und wie die sonstigen Einkommen alle heißen mögen, sind sie nicht das Erzeugniß des Fleißes der arbeitenden Klasser Und so lange ein derartiges System sortbesteht, wo­nach der Ertrag der Muhen des emsigen Arbetterv entweder in den Beutel gemein,richtiger Schacherer, oder in die Taschen privilegirter Müssiggänger fließen muß kann es der arbeitenden Klasse völlig gleichgiil- tig sein, welche Faktion, ob Proterlionisten, ob Free- Traders, aus die,ein Kampfe triumphirend hervorgeht. Die beiden Parteien mögen sich wirkliche und schein­bare Schlachten liefern, wenn sie sich darin gefallen; das Proletariat begreift mittlerweile mit jedem Vage mehr und mehr, daß dies nur geschieht, um der Ra­tion Sand in die Augen zu streuen und heimliche Zwecke zu verbergen - das Proletariat wird auch emsehen lernen, daß seine einzige Hoffnung einstweilen in einer radikalen Sieform des Repräsentativ,ystems ließt. — Man sagt John O'Connel werde nicht mehr im Parlamente erscheinen, sondern sein Mandat als Mitglied desselben in die Hände seiner Wähler zurückgeben. Gegen seine Freunde soll er sich geäußert haben, die Motive, welche ihn zu diesem Schritte ver­

anlaßten, seien in der beleidigenden Unachtsamkeit des Unterhauses bei seinen allerbesten Reden, und in der unvollkommenen Art, in welcher die Londoner Jour­nale dieselben Wiedergaben, zu suchen.'^.(Weftd. ZZ

Dänemark.

Kopenhagen, 18. Dezember. Die „Berling'sche Zeitung" meldet, die Nachricht von einer Verlänge­rung des Waffenstillstandes sei unrichtig, bemerkt fer­ner, der Minister des Innern habe kein Schreiben von Hrn. von Tillisch erhalten, ob ein solches Schreiben überhaupt nach Kopenhagen gekommen, könne sie nicht bestimmt angeben. (Daß das Schreiben nicht unächt ist, ist nach der Art, wie die dänischen halb offiziellen Organe sich winden, die unmögliche direkte Abläng« nung zu ersetzen, unzweifelhaft) — In derselben Zei­tung steht ein Aufsatz, wonach allerdings Dänemark und Deutschland nebst den Herzogthümern Krieg ge­führt haben und die „Gefion" allerdings erobert wor­den ist; für einen annehmbaren Frieden möge man gern selbst ein Linienschiff den Gegnern überlassen. Aber da sie nicht fortgeführt sei, als man Krieg ge­habt, könne sie nach dem Völkerrechte, und Vattel be­stätige das, während deö Waffenstillstandes nicht in ihrer Lage verändert werden. (K. C.-Bl.)

LJ N e^ a r K.

Folgende Mittheilungen dürften nicht ohne Inte­resse sein: Paul v. Almasi, Präsident des revolutio­nären Repräsentantenhauses in Debreczin und Pesth, gelang es, als verkleideter Husar seine Schwester nach Hamburg zu begleiten, indem er, so lange er in öst­reichischen Staaten war, seinen Sitz auf dem Kutscher­bock einnahm. Dem Lektionschef im Ministerium des Innern, und Direktor der Gewehrfabrik, Rombauer, glückte seine Flucht nach Lüttich, wo er von einem Freunde die Mittel erhielt, sich nach Kalifornien ein­zuschiffen. geniere soll in Paris an einem größeren Werke über die ungarische Revolution arbeiten, und Dr. Rieger, ebendaselbst, mit der Abfassung eines na­tional-ökonomischen Werkes beschäftigt sein.

Verantwortlicher Redakteur: I. Oppermann.

Bekanntmachungen.

Turnverein.

(1802) Montag den 31. Dezember findet eine Abendttnterha!tutt^ des Turnvereins im Saale der Vier Jahreszeiten statt, wozu die Mitglieder unsers Vereins, die Mitglieder des Vereins zur Wahrung der Volksrechte, der Schützengesellschaft und des Neuen Turnvereins eingeladen werden.

Fremde können durch Mitglieder des Turnvereins eingeführt werden.

Karten werden ausgegeben Sonntag den 30. Dezember, Nachmittags von 2—6 Uhr in der Stadt Frankfurt.

Wiesbaden, den 17. Dezember 1849. Der Vorstand.

(1317) Durch die H. W. Nitter'sche Buchhandlung ist zu beziehen: EiN Wsrt des ReHts

für alle

Neichsverfassnngs Kämpfer,

an die deutschen G e s ch w o r n e n

von Ludwig Simon von Trier.

„Mag die Reichsgewalt zerfallen, das Vaterland mehr als je „zerrissen sein, dennoch ist cs eine gemeinsame deutsche Sache, „daß nicht auch die Rcchtsbegrifse untergeben."

Ludwig Uh land.

Broch. Preis 30 kr.

(1293) Durch die H. W. Nitter'sche Buchhandlung in Wiesbaden ist zu be­ziehen :

Humoristisch - satyrischer Volkskalender

des

Kladderadatsch für 1850»

Fünfte veränderte und vermehrte Auflage. Herausgegeben von D. Kalisch.

Jllustrirt von Wilh. Scholz, broschirt. Preis 36 kr.

Siebente Auflage. — In Umschlag versiegelt. — Preis: 1 Dukaten.

1(265) Der persönliche Séhut^»

Aerztlicher Rathgeber bei allen Krankheiten der Gcschlerhtstheile, die in Felge heim, licher Jugendsünden, übermäßigen Genusses in der geschlechtlichen Liebe und durch Ansteckung eut- stehen, nebst plastischen Bemerkungen über das männliche Unvermögen, die weibliche Unfruchtbarkeit und deren Heilung. Mit 40 erläuternden anatomischen Abbildungen. Zuerst publi- cirt von Dr. S. L a'Mert in London. Stark vermehrt und unter Mitwirkung mehrerer praktischen Aerzte herausgegeben von LaurentiuS in Leipzi i. Gte Anst. 8. 170 S.

Allen Personen, die in ihrer Jugend die Sclaven der Sinnlichkeit waren, oder cs noch sind; Allen, die das heilige Band der Ehe knüpfen wollen und sich nicht ganz rein von Fehl wissen; Allen, die die Nachwehen von jugendlichen SB entrungen jetzt in ihrem reiferen Alter durch Leiden aller Art empsinden; Allen endlich, deren Ehe iix Folge von Kinderlosigkeit trübe und freud­los ist, — wird dieses Buch als ein sichrer, wohlmeinender Rathgeber zur Wiederherstellung ihrer Gesundheit und zur Kräftigung und Befestigung ihres Organismus anempfohlen. Die Gesundheit ist das höchste Glück auf Erden, denn was nützt Geld und Gut mit Kränklichkeit, Ge- schwächtheit und Erschlaffung! —

Warnung. — Da unter diesem und ähnlichem Titel fehlerhafte Auszüge und Nachahmun­gen dieses Buches erschienen sind, so wolle der Käufer, um sich vor Täuschung zu wahren, die Ausgabe von Laurentius bestellen und bei Empfang darauf sehen, daß das Werk mit dessen vollem Namenssiegel versiegelt ist. Außerdem ist es das Aechte nicht. —

■ Diese ?te stark verm. Anfl. ist auf Bestellung durch die unterzeichnete Buchhandlung gegen portofreie Einsendung des obigen Preises zu beziehen.

H. W. Nitter'sche Buchhandlung in Wiesbaden.

(1158) Bei I. Ricker in Gießen ist erschienen und in der H. W. Ritter'schen Buchhandlung in Wiesbaden zn haben:

Die

Aufgabe der Opposition

i ii nuferer Z e i t.

Bon Carl Dagt. Zum Besten der deutschen Flüchtlinge. Preis 36 kr.

Interessante politische Brochüren!

(1230) Soeben sind erschienen und in der der unterzeichneten Buchhandlung vorräthig:

Neimchronik des Pfaffen Mauritius Caput V.

Apostel und Apostaten.

Preis 24 kr.

Erlebnisse aus Per Pfälzischen Erhebung

im Mai und Juni 1849

von

L. Bamberger.

Preis 36 Kreuzer.

H. W. Nitter'sche Buchhandlung.

(1340) Von einem Fabrikgeschäft in Frank­furt a. M. wird gegen billige Vergütung für Kost und Logis ein Lehrling g.i. cpt. I an« cirte Anfragen unter Chiffer K 51 besorgt die Expedition d. Bl.

(1338) Ein kleiner, schwarzer Hund, mit weißer Brust hat sich verlaufen. Wer den­selben Metzgergasse Nr. 1 abgibt, erhält eine gute Belohnung.

f 1336) Am verflossenen Montag Abend zwi­schen 6 und 7 Uhr wurde vom Ronnenberger Thor durch die kleine und große Burgstraße bis zum Hause des Herrn Zicgicrungsrath Busch ein grauer rothgefütterter Victorin-Kra- gen verloren. Der Finder wird gebeten, den­selben gegen eine Belohnung bei Herrn Säck- lermetstcr Kaschau abziigeben.

(1339) Der mir wohlbekannte Herr, wel­cher ans dem gestrigen Block'schen Ball einen neuen Seidenhut unrichtiger Weise mitgenom­men hat, wird ersucht denselben gegen den ©einigen beim Portier im Adler zurückzuge- ben, andernfalls er Unannehmlichkeiten zu er­warten hat.

(1337) Dienstag Nacht den 25. d. Mts. ist vom Allecsaal bis in den Kölnischen Hof eine goldene Broche, eine Schlange vorstel­lend, verloren worden. Der redliche Finder wird gebeten, dieselbe gegen eine gute Beloh­nung im Kölnischen Hof abzugeben.

(1331) Ein eleganter, 4 Jahre gebrauchter, gut gehaltener Flügel ist billig zu verkaufen. Näheres in der Expedition d. Bl.

Druck und Verlag der C. Ritter'schen Buchdruckcrei.