Einzelbild herunterladen
 

len. ob sie Reformen wollen oder nicht, sondern ganz spezielle Die vorbereiteten Wahlkomilc's versammeln sich schon. Der National thut sein Möglichstes, um ur socialen Partei gezählt zu werden.. In den Pro- vinzen sind die Vorarbeiten der Socialisten für die nächsten Wahlen weiter vorgeschritten, als hier. D>e hiesi^n Socialisten haben sich noch über keinen der drei Kandidaten geeint. Im Departement Haute-Lowe wird ein Gruber des in Versailles verurteilten Ab­geordneten Maigne als Kandidat aufgestellt werden, iw Departement Allier Hx. WolLiü. Das Departe^ ment Saone-et-Loire wird 6 neue Deputirte in die Kammer schicken müssen.

Italien.

Neapel. In Folge eines unterm 6. Nov. vom Könige genehnckgten Reglements sind alle Studirenden der Hauptstadt unter die Aufsicht einer aus 4 Pfaffen und 1 Polizeikommissar zusammengesetzten Kommission gestellt, und werden ähnliche Kommissionen in den Hauptortën der Provinzen errichtet. Um die Erlaub­niß zum Aufenthalt zu erhalten, muß sich jeder Stu- dirende bei irgend einer geistlichen Kongregation ein­schreiben lassen, unb deren Hebungen mitmachen. Zu dein Er amen für die akademischen ©reibe wird nur derjenige zugelassen, der wenigstens 8 Monate einer Kongregation angehört hat; zu dem je folgenden Exa- men kann sich ber Studirende nur durch einen vier­monatlichen Besuch der Kongregation würdig vorberei­ten. Wer diesen Bestimmungen nicht nachlebt, wird von der Polizei sofort nach Hause geschickt. — Nea­pel, dieser Musterstaat für die Wiederherstellung ber Ruhe und Ordnung leuchtet auch in Verbesserung ber Jugenderziehung den ihm nacheifernden Mächten als Wegweiser voran.

In Sicilien hat das Willkür-Regiment ein eigenes Mittel erfunden, um die Beamten zu kontrolireu: sie haben nämlich alle zur Aufgabe bekommen, den geistlichen Erercitien des heil. Ignatius beizuwohue», welche je nach dem Stand und Rang derselben in ver­schiedenen Kirchen abgehalten werden. Die Leitung Dieser Uebungen geht von den Jesuiten aus. Die Be­amten, welche sich dieser Erercitien nicht unterziehen, sind mit Absetzung bedroht. Der Jesuit Narbone ver­gleicht da den General Filangieri mit dem Judas Biak- kabäus und oft mit dem Engel im Paradies, ber den bösen Feind aus Sicilien herausgejagt hat. Das mü|' sen nun die Sicilianer mit niedergeschlagenen Augen anhöreu, während sie zum Dolch greifen möchten. Diese Entweihung der Religion muß schreckliche Früchte tra­gen. In Noto hat sogar ein Jesuit von der Kanzel herab erklärt, jeder Bürger habe das Recht, die Liberalen umzu­bringen alsFeinde des Königs, Gottes und der Menschen. Daß dieselben noch am Leben seien, verdanken sie ein­zig der Großnillth und Milde des Königs. In einer der letzten obgenannten Jesuiten-Predigten zu Noto verlor 'einer der ersten Würdenträger, 5dir Genovesi, ein Königlicher vom besten Schrot und Korn; so die Geduld, daß er mit einem Zeichen der Entrüstung die Küche verließ. Von diesem Akt wurde dem Kö­nig Bericht erstattet, und Genovesi ward sofort ent­setzt. (N.Z.Z.)

Aus Terracina wird vom 5. d. M. berichtet, daß sich eine 4000 Mann starke Abtheilung des spanischen Erpeditionscorps daselbst eingeschifft hat, um nach Spanien zurückzukehren. Eine zweite Abtheilung sollte ihr am 15. d. M. und eine dritte im nächsten Januar- folgen.

Rom, 7. Dez. General Baraguay-d'Hilliers chat nach der Concordia dem Papst das Ultimatum gestellt, daß, falls er zu einer bestimmten Zeit nicht zuruckkehre, die französische Regierung eine provisorische Verwal-

h,,^Ä iLrdinâl-, WM ward mit 6^ würfen empfangen; die Franzosen wollten ihm jeboij keine Genugthuung verschaffen.

Turin, 14. Dez. Bis heute sind 171 Wahlen bekannt. Unter diesen sind 61 auf Beamte gefallen, welche Zahl sich jedoch wegen ber Doppelwahlen auf 55 reduzirt. Die konservative Partei zahlt 110, das linke Centrum 17, die Linke 44 Deputirte.

Schweiz.

Bern, 17. Dezember, Nachmittags 1 Uhr. Soeben bat die Bundesversammlung im zweiten Wahlgang Hem Bundesrath Drüey zumBmidespräsidenten für das Jahr 1850 mit 76 von 137 Stimmen gewählt. Neben ihm hatte Näff 41, Munzinger 15, Ochsim- bein 3 und Frei-Herose und Fransen» jeder 1 Stimme erhalten. Vizepräsident ist im zweiten Wahlgang Hr. Munzinger geworden. - Der preußischeInternns- aesandte v. Wilden brück war bei der Wahl in der Bundesversammlung anwesend und spedirte sogleich eine Depesche nach Berlin mit der Ernennung Drüeys. Zum Präsidenten des Bundesgerichts wurde Or.Ker n und zum Vizepräsidenten Dr. Casimir Pfyffer er­nannt. —

Bern, 17. Dezember. Der Nationalrath hat sich für die Anlegung eines Eisenbahnnetzes in der Schweiz mit 79 gegen 5 Stimmen entschieden, und zwar, daß ein Plan darüber unbearbeitet werben

Im Ständerath wurde mit 30 gegen 9 Stimmen beschlossen, dem französischen M u n; f u ß den Vor­zug zu geben.

A m e r r k a

New-Zjork, 28.Novbr. Die ältesten Leute können sich nicht erinnern, daß die Spannung und Erwartung auf Eröffnung des Kongresses, der bekanntlich verfas­sungsmäßig in der ersten Woche des Dezember eröffnet Werben muß, einen solch hohen Grad erreicht hat, als in diesem Jahre; man hört außer den nothwendigen Geschäftsgesprächen von nichts Auderm sprechen, und von der Exaltation über die zu erwartende Botschaft des Präsidenten, Kalifornien, Kanada und Kuba be­treffend, kann man sich kaum einen Begriff machen. Die Eröffnung des Kongresses ist diesesmal auf den 4. L M. angesetzt, doch ist es leicht möglich, daß die­selbe auch um einen oder zwei Tage aufgeschoben werde, falls die Botschaft des Präsidenten und der Finanz- und Handelsbericht des Schatzkanzlers bis zu dieser Zeit nicht fertig werden sollten. — Das hier allgemein verbreitete Gerücht von einem Deficit des Staatsschatzes von 12 bis 15 Millionen Dollars hat in sofern seine Nichtigkeit, wenn man nach den Staats­einnahmen bis zum 1. Juni d. I. rechnet, dagegen hat die Zolleinnahme seit dieser Zeit, durch die kolos­salen Einfuhren von Fabrikaten und Kolonialen aller Art, einen so außergewöhnlichen Mehrertrag geliefert, daß dieses ganze Deficit sich auf höchstens 6 bis 8 Millionen Dollars Herausstellen wird. Die Entstehung dieses Deficits rührt theils nach aus nachträglichen Ausgaben vom merikanischen Kriege her, theils haben aber die Expeditionen nach Kalifornien, Oregon und andern sehr entfernt liegenden Staaten durch Dampf-

und Kriegsschiffe, so wie die Vermehrung der Beam­ten in diesen Staaten es hervorgerufen; nach dem ge­wöhnlichen Gang des Negierungssystems würde das Deficit durch Erhöhung der Zölle gedeckt werden, al­lein davon ist man, wie wir aus guter Quelle erfah­ren, gänzlich zurückgekommen, da ein statistischer Ver­gleich von verschiedenen Zöllen und der Einnahmen das Resultat geliefert hat, daß man bei den geringern Tarifsätzen stets eine größere Zolleinnahme ,erzielt. Die Deckung wird somit wohl durch ein Anlehen auf 6 bis 8 Jahre je nach der Größe des Betrages erfol­gen, und wir können die deutschen Manufaktur-Expor­teure in Bezug auf die Zollerhöhung vollkommen be­ruhigen. — Die Sklavenfrage wird wieder einen gro­ßen Theil der Diskussion in den beiden Häusern tu Anspruch nehmen und wäre es diesesmal nicht unwahr­scheinlich, daß die Staaten des Nordens, welche für für unbedingte Aufhebung der Sklaverei sind, wenn nicht ganz, doch theilweise Konzessionen in diesem Sinne werden durchsetzen können; denn in beiden Häu­sern zusammen stellt sich dieseSmal das seltene Partei- Verhältniß heraus, das die Demokraten gegen die Wighs um 5 gemäßigte und 2 entschiedene Stimmen sich in der Majorität befinden. Das höchste Interesse werden die Berichte der Deputirte» von Kalifornien, Oregon, Neu-Meri ko und Michigan, letzterer Staat im Norden am Huronsee gelegen, im Kongreß erregen, welche über die spezielle Lage der Dinge, so wie über die zu machenden Organisationen und Einrichtungen und über die Art der Verbindung mit den übrigen Theilen der Freistaaten ihre Ansichten abzugeben ha­ben; daß Kalifornien, welches in letzter Zeit durch die unzähligen neu entdeckten Minen in riesenhaftem Aufschwung begriffen ist unb durch welches ein neuer Unternehmungsgeist in die Gemüther des Nordens ge­kommen ist, indem das Geschäft sich jetzt wieder mit aller Macht dorthin wendet, die größte Beachtung in den Häusern gewidmet werden wird, bedarf kaum der Erwähnung.

Nächst diefeul nimmt der nördliche Staat Michi­gan das Hauptinteresse in Anspruch, indem sich in neuerer Zeit große Kolonifationsgesellschaften eingefun­den haben, die das Land als eines der fruchtbarsten darstellen; die letzte Weizenerndte ergab das 40- bis 50fache der Aussaat. An Anträgen, in Bezug auf Canada und Cuba, dürfte es auch nicht fehlen, doch wird man hiervon keinen offiziellen Akt nehmen, be­sonders da das jetzige Kabmet durchaus nicht kriege­risch gestimmt ist. Man hört allgemein: wäre Polk am Ruder, wer weiß, ob nicht schon Cuba ein »ord- amerikanischer Staat wäre. Für Canada find die Sympathie» der Jankee's »icht so enthusiastisch. Im Ganzen genommen ist man mit diesem Präsidenten, welcher aus der Wahl der gemäßigten Demokratie hervorgegangen, sehr zufrieden und was wirklich viel sagen will, zufriedener als mit dem vorigen Cabinetre Polk, welches angeblich ultra-demokratisch und deshalb sehr vielen Anfeindungen ausgesetzt war. Jedoch war es durchaus nichts mehr als der Name Ultra, was diese Opposition hervorbrachte, denn außer beut mexi­kanischen Krieg, welchen dasselbe hervorrief, wurde die Regierung auf denselben Grundlagen, wie die jetzi­gen, geführt, und gerade diesem mexikanischen Krieg hat man jetzt Kalifornien mit seinen Schätzen zu dan­ken. Nach der jetzigen Stimmung des ganzen Landes zu urtheilen, dürfte Taylor bei der nächsten Wahl un­zweifelhaft wieder gewählt werden.

Verantwortlicher Redakteur: J. Oppermann.

Bekanntmachungen.

Bänutmachung.

(1323) Dienstag den 15. Januar k. I., Morgens 11 Uhr, läßt Maria Wilhelm Settcgast von Biebrich folgende Immobilien, als:

1) ein zweistöckiges Wohnhaus in der Rheinstraße neben Reinhard Strikter, ohne Hintergebäude mit 8 Ruthen 6% Schuh Flächenraum,

2) ein zweistöckiges Wohnhaus bleibst zwischen dem vorigen und Friedrich Molitor mit 21 Ruthen 7% Schuh Flächenraum,

3) ein zweistöckiges WohnhanS in der Obergaste, nebst Pferdestall, zwischen Peter Hornseck und dem nachbeschriebenen Wohnhanse mit 27 Ruthen 10’/2 Schuh Flächenraum,

4) ein zweistöckiges WohahanS daselbst zwischen dem vorigen und Leopold Liebmann mit 9 Ruthen 7% Schuh Flächenraum und

5) ein Garten vor den sub 1 und 2 beschriebenen Wohnhäusern zwischen dem Rhein und der Straße, 60 Ruthen 14 Schuh Flächenraum enthaltend, auf dem Gemeindehaus zu Mosbach freiwillig versteigern.

Es wird hierbei bemerkt, daß die vorbeschriebenen Immobilien ein Ganzes bilden und sich sowohl zu einem größeren Herrschaftssiye, als auch zum Betriebe einer größeren Wirthschaft eignen.

Wiesbaden, den 14. Dezember 1849.

Herzog!. Nass. Landoberschultheiserei.

Westerburg.

Wgfimmgsveränd ermiß.

(1321) Wir zeigen hiermit unsern geehrten Geschäftsfreunden an, daß wir heute das Gerber Wolff'sche Haus in^der Spiegelgasse be­zogen haben, worin sich nunmehr unser rohes «Häute-Lager befin- det und daher der Ein- und Verkauf von allen Sorten Häute und Felle daselbst stattfindet.

Wiesbaden, den. 20. Dezember 1849.

«Hirsch Bär Söhne.

©ursaal NM WiesSadèMe

(1325) Indem ich mich beehre, daß ich nach freundschaftlicher Ueberemfunft mit Herr» 3 im in ermann schon mit dem heutige» Tage die âeirr- & G<rssee- Wirthschaft im Gursaale hierselbst übernommen habe, bitte ich meine Freunde, Gönner und Bekannte das mir bisher geschenkte Wohlwollen unb Zu­trauen in meinem neuen Geschäftsverhältniß zu Tycil werden zu lassen, sowie ich mich auch noch insbesondere dem auswärtigen Publikum bestens empfehle.

Wiesbaden, den 21. Dezember 1849.

Nuhrkohlen.

(1324) Vom 22. bis 31. Dezember lasse ich wie­der bestes grobes Fettschrot in Biebrich anSlaben.

Bestellungen können in Wiesbaden bei Herrn Carl Leyendecker, Agent der Cölnischen Ge­sellschaft, Marktplatz Nr. 38 gemacht werden.

Jean Blees §> Comp.

(1322) Kapitalleu von 200 fL bis 120,000 fL sind zu verschie­denen Größen auszuleihen durch

^r. Schaus, Marktplatz Nro. 12.

(1308) Ein Einsteher wird gesucht. Näheres bei Kaufmann Bernhardt, Eck der Marktstraße.

(1297) Der Unterzeichnete, welcher seine früher in Rüdesheim auSgeubte Praxis als Procurator wieder begonnen hat, macht dies mit dem An- fügen bekannt, daß er seinen Wohnsitz nunmehr in Wiesbaden genommen, woselbst fid; seine Wohnung und Bureau in seinem Hause am Louiseuplatz 9lt. 3 befinden. Gleichzeitig wird der in des Unterzeichneten Auftrage und auf dessen Nanieu und Verantwortlichkeit practici- rende Candirat Juris Herr Franz Hillebrand vom 1. f. Mls. au ständig in Rüdesheim woh­nen und dort zur Entgegennahme von Aufträ­gen ebenfalls bereit sein.

Wiesbaden im Dezember 1849.

F. D. von Schütz.

(1301) Feste und gut getrocknete Lohkuchen franco iu'S HauS geliefert per Tausend 6 st. bei August Herz im Nerothal.

NB. Bestellungen können in der Expedition dieses, Blattcö geinacht werden.

Druck und Verlag der C. Nltter'schen Buchdruckerei.