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GroßvrrtaNkrren.

London, 12. Dezember. Allgemeines Interesse er? t n Vic üni Augenblick der Prozeß des Geistlichen

a r regen den Bischof von Er eter, der gestern i. .. tu Instanz vor dem „Privy-Council" zurVer- indlnng kam. Herr Gorham war 40 Jahre Geist­licher der Kirche Englands; von allen Seiten geachtet u geliebt. Im Jahre 1847 erhielt derselbe von der Regierung das Anerbieten einer neuen Stelle in Bramp­ton Speke, das zur Diözese von Ereter gehört; er sollte aber zuerst ein Zeugniß seiner Nechtglgnb-igteit vor drei Geistlichen und dem Bischof von Ereter bei­bringen. Drei der angesehensten Priester stellten willig ein solches Zeugniß aus — aber der Bischof v. Ereter weigerte sich es zu unterzeichnen, weil Herr Gorham in Wort und Schrift Lehren geäußert habe, die dem Buchstaben und dem Geiste der Hochkirche widersprä- chen. Er forderte Gorham zu einem Verhör auf; und es folgte eine Eramination von so unerhörter Länge, wie sic in den Annalen der Kirchengeschichte selbst zu den Seltenheiten gehört; dieselbe zog sich Monate lang hin, und währte im Ganzen nicht weniger als 52 Stunden; die Zahl der vorgelegten Fragen belief sich auf 149.

Nach Beendigung dieser Prüfung fand sich der Bi­schof von Ereter bewogen, ohne Angabe spezisizirler Gründe, die Nechtgläubigkeit Gorham's zu verneinen. Dieser referirte an das Ministerium, welches ihm den Weg des Rechtens einzuschlagen rieth. So kam der Fall vor die Oeffentlichkeit. Hier ergab es sich, daß die Hauptketzerei Gorham's in seiner Abweichung von dem recipirten Begriffe der Taufe liegt. Dieser lau­tet: „Die Kinder werden ohne Bedingung in und durch das Sakrament der Taufe neu geboren;" dagegen ist die Ansicht Gorham's: „daß in der Taufe keine geist­liche Gnade liegt, außer für würdige Empfänger; und da die Kinder von Natur unwürdige Empfänger sind, so können sie durch die Taufe keine Segnung erhal­ten, wenn nicht ein Akt der Gnade vorhergeht, der sie würdig macht."

Es wird leicht erkannt werden, daß sich hier die Lehren der römischen Kirche und des Calvinismus in ziemlicher Annäherung gegenüberstehen. Nun entschied der Richter in erster Instanz für die Auffassung des Bischofs von Ereter. Herr Gorham, sich bei diesem Urtheil nicht beruhigend, stand demnach gestern seinem Widersacher von Neuem gegenüber. Als Mitglieder des Appellationshofes waren zugegen; der Erzbischof von Canterbury, der Erzbischof von ^orf, der Mar- quis von Lansdowne, der Bischof von London, Lord Langdale u. A. Die ganze Sitzung wurde durch die Darstellung des Sachverhältnisses und die Art der

Ham's ausgefüllt. Die Sitzung wurde auf heute ver­tagt. Jeder fühlt hier, daß dieser Prozeß eine Krisis in der Hochkirche im Gefolge haben kann; eine Krisis, die dem Bischof von Ereter und seinen Anhängern gefährlicher werden mag, als die Anstellung eines Geistlichen, der mit ihm über die Lehre von der Taufe dissentirt.

S cb w e t z.

Aus der Schweiz, 6. Dez. (Beob.) Die zweite Reihe von „schwergravirten" Flüchtlingen, welche auf Verlangen der ausländischen Reaktion vom schweizeri­schen Bundesrath durch Beschluß vom 19. vor. Mon. dienstwilligst ausgewiesen worden, enthält folgende 34 Namen: 1) Betheiligte bei der b a di sch e n Revolution: Die Mitglieder desLandesausschusses Kiefer, Hoff, Thibaut, Rotteck, Richter, Stay, Stein­metz, Barbo, Ziegler (zugleich Civilkommissär von Karlsruhe), Peter (auch Mitglied der Provisor. Regirrung), Torren t (zugleich Generalanditor) und Damm (zugleich Präsident der konstituirenden Ver­sammlung; ferner die Civilkommiffäre Ganter, Rindeschwender, Willmann, Köchling und Gallus Meyer, dann Eichfeld, Kriegsminister, Mördcs, Minister des Innern, Schlöffel, Ober- triegsfommissär, Kaiser, Oberkommandant im See­kreis, Comlossy, Bürgerwehr-Offizier aus Rastatt, und R a v e a u r, Civil - Commissär bei der Neckar- armee. 2) Betheiligte bei der pfälzischen Nevolu- tion: die Mitglieder der Provisor. Regierung Rei- chardt, Schmitt, Greiner, Fries; der Civil- kommistar d 'Ester und die Offiziere Sznayde, Raquillet, Fenner, Schimmelpfenning, Te­ch ow, Rochow. Von diesen 34 sind aber 10 schon längst aus der Schweiz abgereist, nämlich Kiefer, Thibaut, Richter, Ziegler, Ganter, Mordes, Kaiser, Raveaur, Reichardt und Schmitt. Bekanntlich haben sich gegen diesen abermaligen Ausweisungsbeschluß des Bundesraths viele und kräftige Stimmen im Natio- nalrathe erhoben, ebenso tritt die schweizerische demo­kratische Presse, besonders die Berner Zeitung, mit allem Eifer gegen die unwürdige Nachgiebigkeitspolitik der obersten Bundesbehörde auf. Unter solchen Um­ständen hofft man mit Grund, daß der Beschluß vom 19. Nov. entweder gar nicht, oder doch erst spät zur Vollziehung kommen werde. Es hieße wahrlich auch der Menschheit in's Gesicht schlagen, wollte man jetzt, mitten im harten Winter, Männer und ganze Fami­lien, die sich in keiner Weise des Asyls unwürdig ge­zeigt haben, über oas Meer Hiuüberjagen.

Bukarest, 23. November. Wie die Nechtspfl. in diesem Fürstenthume gehandhabt wird, geht < einem Berichte des Justizministeriums an den Fürf über die Monate Juli bis September hervor, währ: welcher von 448 Prozessen, welche bei den sieben ( richtshöfen des Fürsteuthums eingestellt worden, i 278 abgeurtheilt wurden, wovon 101 allein auf 1 Criminalgerichtshof kommen. Der Fürst hat in Fo, dieses Berichts eine Resolution an das Jnstizmini. rium erlassen, in welcher er sein tiefes Bedauern a drückt, daß „während die Parteien vor den Thüren Tribunale auf Gerechtigkeit warten, wodurch sie Geld i eine kostbare Zeit verlieren, einige Beamte der Gerich Höfe sich in einem Zeiträume von drei Monaten nur sieb andere zehn Mal bei den Sitzungen eingefunden 1. ben, und daß die zweite Section in Krafowa seit einzigen Prozeß verhandelte, weil drei Mitglieder d selben nur an sechs Tagen erschienen und die übrig gar nicht." Der Fürst weist dann das Iustizmini rinnt an, dem Criminalgerichtshose seine Zufriedenht zu erkennen zu geben, weil er allein mehr als t dritten Theil von allen den Prozessen abgeurtheilt h die bei sieben Gerichtshöfen anhängig gemacht würd dem Handelsgerichte aber seine Unzufriedenheit Wiß: zu lassen, weil es in dem ganzen Zeitraume nur fr Sachen verhandelt hat. Das Justizministerium m dem Fürsten künftig am 10. jedes Monats das N mensverzeichniß der Justizbeamten vorlegen, web m Laufe des vorigen Monats bei den Sitzungen , ehlt haben. (D. A. Z.)

Amtliche Nachrichten.

Der bei der Korrektionshaus-Direktion zu Eberb« angestellte Aecessist Hehn er ist zum Accessisten bei d Rceeptur Limburg ernannt worden.

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Diez, 15. Dcc. lr. Preis. 2r. Prei Rother Walzen .....10 fl. 8 fr. 10 fl. 25 Weißer Walzen ......9 fl. 46 fr. 10 ft. 7 Korn.........7 fl- 12 fr. 7 fl. 37 ©elfte........5 ff. 25 fr. 5 ff. 37

Hafer........3 ft. 40 fr.

Erbsen........10 ff. — fr.

Verantwortlicher Redakteur: I. Oppermann.

<™*) Das „Frankfurter Journal"

wird auch in dem bevorstehenden neuen Jahre seinem Grundsätze, der gesetzlichen Fortentwickelung, der Wahrheit und dem Rechte zu dienen, treu bleiben, uno deß­halb keiner einseitigen Richtung folgen, vielmehr für Alle gerecht, unparteiisch und unabhängig seyn, und in dem Bestreben, die Parteien zu versöhnen, nur diejenige Politik in Schutz nehmen, von welcher sich erkennen läßt, baf) sie in der That das Wohl und die Einheit und die Eintracht des Vaterlandes fördern will.

Die ausgebreiteteu Verbindungen des Blattes, sowie drei durch Dampfkräfte getriebene Schnellpressen setzen es in den Stand, dem Publikum alle -Nachrichten aus der Nähe und Ferne auf'S Schnellste und in möglichster VoUftali- digkeit mitzutheilen.

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Die Mitglieder der Commission: _____Cumpfe. Földner. Hipp.

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(1308) Die Rhein- und Mosel-Zeètuug, die jetzt wieder in fester in ccmfcqneiitrr Haltung vom Standpunkte des Chriftenthnmö die socialen, politisch« und kirchlichen Interessen des christlichen und namentlich deö katholischen Volkslebei in unserer so unruhig bewegten Zeit zu vertreten sich die Aufgabe gestellt hat, wn auch im neuen Jahre diese Interessen sowohl gegen einen leeren, drückenden Bureai kratismuö einerseits, als gegen die Ausbrüche einer Alles verwildernden Anarch andernseits frei, offen, wahr und entschieden zu vertheidigen fortfahren.

Indem wir das geehrte Publikum zu dem Abonnement der Mheiu- im Mosel-Zertuug einladen, finden wir uns veranlaßt, die Bitte beizufügen, d Bestellungen möglichst frühzeitig machen zu wollen. Die Akhein- und fÖtofe Zeitung erscheint täglich, mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage; das mit il verbundene Nnterhaltungsblatt, die Zertschwingen, zweimal wöchentlich. J Coblenz kostet die Zeitung per Quartal 1 Thaler, bei allen inländischen Pof Aemtern 1 Thlr. 7*/2 Sgr. Einrückungsgebühren berechnen wir nur die Peti zeile zu i Sgr.

Coblenz, im Dezember 1849. 91» A. ^ökgt.

(1295) Einladung zum Abonnement

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Die Mainzer Zeitung wird im Jahre 1850 in der big herigen Weise erscheinen. Ihre Politik ist die des Volkes, ist Ziel: Wahrung der uns gebliebenen Errungenschaften, Berthe digung der gefährdeten, Wiedergewinn der entzogenen.

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Druck und Verlag der C Rittcr'schcn Buchdrucker«.