in Rom mit dem Auftreten der frauzösischeit Truppen durchaus unzufrieden sind. Derselbe ist nicht, mm,ein Vorgänger, er besucht die Kardinäle sehr selten. L-eiue Hauptbeschäftigung ist, seine Soldaten im Kriegsdienste 5U Dem „Nationale" wird geschrieben: 63 scheint trotz den häufig wiederholten gegentheiligen Gerüchten bestimmt zu sein, daß der Papst vorläufig nicht, we- niaftens nicht Ende des Monats nach Rom zuruateyren werde. Die Cardinäle sehen in der Mißstimmung der Römer und in der Zweideutigkeit der
Politik einen Grund der Abrathung diestr Riutkem. Die Mißstimmung ist in der That groß; wie konnte es aber auch anders sein: das Elend hat den höchste n Gipfel erreicht und der Staatsschatz ist leer; man wu^ sich nicht zu drehen, noch zn wenden; mit jedem Lag wird das Geld seltener. ,
Der neue französische General hat feine Proklamation erlassen. Gestern wollte er aus dem Korso über seine Truppen Revue abhalten und hatte der Präfekt zu dem Ende das Befahren des Corso mit Wagen von 11 bis 3 Uhr an verboten. Wegen der regnerischen Witterung aber fand die Revue nicht statt.
Das Buch „Jesus Christus vor einem Kriegsrathe" ist in den Inder der verbotenen Bücher gethan worden.
Von Palermo wird unterm 24. November dein „Nazionale" geschrieben: Wir leben hier noch immer unter der Militärherrschast mit ihren Füsikaden, Vee- Haftungen und Einkerkerungen. Die Theater sind geschloffen, die Spaziergänge verwüstet: nirgends Gesellschaft, die vornehmer» Familien bleiben ans dem Lande oder unterziehen sich zu Hause einer freiwilligen Haft. In Folge des Protestes der Sizilianer vom 4. Oktober haben damals 11 Verhaftungen statt,gefunden. — Trotz der scharfen Verfolgung dieser Protestationsschrift hat sie doch eine neue Auflage gehabt. Aus jämmerlicher Rachsucht hat das Gouvernement neun Buchdrucker, d. h. alle Buchdrucker der Stadt, in die Kerker einsperren lassen.
Mailand, 26. Novbr. (Nat.-Ztg. Unser Land ist fortwährend in Aufregung und viele junge Leute sind, um der Conscription zu entgehen, auf der Flucht. Man behauptet, die Oefterrcicher wollten die 20,000 Mann, die ausgehoben werden sollen, zur Armee nach Böhmen schicken. — In Chiari, Dezensano hat es lln^ ruyen gegeben. In Severo hat man die Agenten, Oie dort erschienen sind, vertrieben. Die Einwohner sind zu einer Buße von 8000 Zwanzigern verurteilt worden. Nach Vimercato hat man ein Bataillon geschickt, das bei den Einwohnern auf ihre Kosten lebt. Der Regierungssitz wird in Verona nicht bleiben können. Einmal liebt der Marschall Radetzky diese Stadt nicht, sie ist ihm zu traurig; und finden auch die Behörden kein Unterkommen daselbst. Es ist daher höchst wahrscheinlich, daß mit dem I. Januar der österreichische Geurralstab sich wieder in die Paläste, von Mailand iustalliren wird. Die österreichische Regierung kennt in dieser Beziehung keinen Skrupel. Aus dem Palais Borromeo hat man zuerst ein Hospital gemacht und jetzt ist es in eine Caserne umgewandelt, in der 1000 Mann wohnen. Die Gemäldegallerie ist glücklicherweise gerettet worden ; die historischen Rüstungen dagegen sind gestohlen worden. Das metallogische Ca- binct des Grafen Vitaliano, das für das vollständigste in Italien galt, hat große Verluste erfahren; die seltensten Stücke sind weggekommen. — Aber das ist noch nicht Alles. Da die Stadt durch die Abwesenheit der reichen Bewohner, die sich auf das Land zurückgezogen, sehr traurig aussieht, so hat die Militärregierung den bedeutendsten Familien den Befehl zukommen lassen, binnen kurzer Frist in die Stadt zurückzukehren, widrigenfalls es ihren Wohnungen ebenso wie dem Palais Borromeo ergehen werde. Das geschieht im konstitu- lionellen Oesterreich im Jahre des Heils 1849!! — Venedig befindet sich in besserer Lage. Man genießt daselbst eine gewisse Freiheit und erhält sogar französische Journale. Die Kaffeehäuser sind immer voll, und das berühmte Kaffee Florian, das sonst Tag und Nacht nicht schloß, darf spät in die Nacht offen bleiben. Der Handel erholt sich wieder ein wenig, aber
die dem Hafen von Triest bewilligten Vortheile werde, Venedig seinen alten Glanz nie wieder gewinnen las fen. —
Spanien.
Madrid, 2. Dez. Die Nachricht, welche seit eint gen Tagen in Madrid umlief, daß die Königin Isabella schwanger sei, bestätigt sich nun in offizieller Weise. Die Minister verfügten sich gestern in den Palast, um Ihren MMaj. aus diesem Anlasse ihre Glückwünsche darzubringen.
— Wie verlautet, will der Papst nicht nach Rom zurückkehren, ohne daß ein spanisches Truppencorps als Leibwache ihn begleite. Er wünscht, daß die Spanier einen Theil der Garnison von Rom bilden, bis das römische Heer vollständig organisirt sein werde.
Amtliche Nachrichten.
Die No. 35 des Verordnungsblatts vom 6. Dezciu- : ber, welche das Wahlgesetz zum Erfurter Reichstag enthält, bringt noch folgende Dienstnachrichten:
Der frühere Minister H c r g e n h a h n ist zum Ober- ' appellationsgerichtsrath ernannt und ihm die Funktionen eines General-Staatsprokurators beim Cassationshofe übertragen.
Der von des Herrn Fürsten zu Wied Durchlaucht erfolgten Präsentation des Pfarrers Held zu Wol- ' fenhausen zur Pfarrei Marsain, des Pfarrvikars H ü m- merich zu Dreifelden zur Pfarrei Wolfcuhausen und - des Pfarrvikars Schüler zu Marsain zum Psarr- Vikariat zu Dreifelden ist die landesherrliche Bestatt- - gung ertheilt worden.
Diez, 7. Dec.
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Verantwortlicher Redakteur: J. Oppermann.
Bekanntmachungen.
^^M Kundmachung "UEjS das Depot der Goldberger'schen Erzeugnisse (1271) betreffend.
Nachdem bei meiner heutigen persönlichen Anwesenheit in hiesigem Orte die zwischen mir und Herrn Carl Leyendecker obschwebenden Differenzen zu beiderseitiger Zufriedenheit beglichen sind, hat derselbe wiederum das alleinige Drpsst meiner Goldberger'schen gal- vano - elektrischen Rheumatismus - Ketten für W i e s b a d e 11 und das ganze Herzogthum übernommen und sind meine Erzeugnisse von jetzt ab wiederum stets acht und unverfälscht bei ihm zu haben.
Ich bitte daher das verehrliche Publikum, sich mit ihren Bestellungen und Ankäufen einzig und allein an diesen Herrn zu wenden und spreche meinem bisherigen Geschäftsfreunde Herrn I. Seibert meinen besten Dank für seine ganz ehrenvolle und rechtliche Wabrung meines Interesses aus.
Wiesbaden, den 9. December 1849.
J. T. Goldberger
Chemiker und Fabrikant aus Berlin und Tarnowitz.
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Wiesbaden, im December 1849.
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