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Bauern nicht allein nicht ein, irgend eine Enlschädi- auna tu zahlen, sondern sie setzen ,lch gewaltsam in den ^Besitz der herrschaftlichen Waldungen und Wei­den, und was das Schlimmste ist, sie wollen selbst su Geld nicht bei ihren früheren Perrschaften arbeiten, so daß der Arbeitslohn in diesem geldarmen Lande an 1 bis 2 gestiegen ist. Die Lage der galtzischin Edelleute ist dadurch eine höchst bedauerliche, und wett über die Hälfte sieht ihren unfehlbaren Rum vor sieh.

In dem eigentlichen Ungarn hält blos die nackte Militärgewalt die Macht der Regierung ausrecht, und dennoch zeigen sich überall große Räuberbanden.. el Szegedin der berüchtigte Rosza isaiidoi, un Bak wald unter den Genossen (Schweinehiitkn) du lange verschollene Sobri (sp. Schobr», in den Ka-Pathen zersprengte Trümmer des alten Gorgen,chen Heuis. Mit der Civiladministration lmtt es gar temen 6or - aana nehmen: fast sämmtliche Eivilkommissare, obgleich der früheren alten konservativen Partei angehorend, haben ihre Stellen niedergelegt. Ihrem Beispiele sind fast sämmtliche Unterbeamte bis aus die Heiducken (Komitats-Polizeidiener) herab, gefolgt, und das Land ist im eigentlichsten Sinne des Worts ganz ohne Ci- Vilverwaltung. Die Regierung wird hier auf dasselbe unglückliche System angewiesen, welches ihr Italien und Galizien für immer entfremdet hat; denn sie sieht sich genöthigt, das ganze Verwaltungspersvnal ans Deutschen und Böhmen, besonders ans Czechen, welche zu solchem Handwerk wie geboren sind, zu bilden.

Selbst in Kroatien, im Mittelpunkt des Reichs wird die Unzufriedenheit von Tag zu Tag größer Die Leitartikel unserer Journale sind fast nichts als Jercmiadtn, und selbst die früher „loyalen" Blätter, als „Loyd" und „Presse" können nicht mehr umhin, in die Opposition einzutreten. Jede Woche bringt die „Wiener Zeitung" eine lange Liste von Berurtheilten. Die viel verläumdeten und verachteten Studenten sind besonders in den Vorstädten wieder der Art in der Achtung gestiegen, daß wo immer nur einer in den Wirthshäusern sich blicken läßt, er jubelnd begrüßt und fetirt wird. Die Reaktion beutet diese unsere Zu­stände in ihrem Interesse aus; der Belagerungszustand scheint permanent zu werden, und für die Presse steht rin neues, strenges Preßgesetz und der Zeitungsftem- pel in drohender Aussicht. Aber trotz all dieser be­trübenden Verhältnisse, trotz aller Erbitterung und Auf­regung kann man mit Sicherheit die Behauptung anö- sprechen, daß weder durch Verschwörungen, noch Re­volten eine Aenderung in unseren Zuständen versucht werden wird. Der Militärdespotismus muß erst zur vollständigen Ausbildung kommen und wird dann sich

vielleicht stürzen.

Schweiz.

^ Aus der französischen Schweiz, 24. Nov. Als die badische Freiheitsarmee im Juli d. I. der fürstli­chen Uebermacht weichend, die schweizerische Grenze überschritt, da beseelte nur ein Gedanke die braven Reste der muthig bis ans Ende ausgeharrten Divisio­nen: zu besseren Zeiten mit frischem Muthe dem Rufe des Vaterlandes von Neuem zu folgen. Sie haben sich bitter getäuscht, die Armen; die nächste deutsche Revo­lution wird aus der Schweiz keine Hülfstrupäen zu erwarten haben; sie kehren vereinzelt, arm und gedrückt, verfolgt und gequält, nach dem Vaterlande zurück, wo

ihrer neue Qualen charren; wohin ihnen die blanke Wehr, die sie beim Eintritt so stolz getragen, deren sie sich im Kampfe würdig gezeigt, schon vorangegangen ist. — Und weßhalb dies Alles? Weil die Schweiz den Flüchtlingen den Aufenthalt rein unerträglich, to­tal unmöglich macht. Fragen Sie die heimkehrenden Soldaten, wie es ihnen hier ergangen, was sie erlebt und gesehen? Sie werden Ihnen nichts antworten, als: „Polizei"! Mit Polizei sind sie empfangen, mit Polizei werden sie Hinaustransportirt; von der Polizei wurden sie Morgens geweckt und Abends zu Bette ge­trommelt; Polizei und nichts als Polizei. — Eine Zeitlang begnügte sich der Bundesrath damit, bloß die politischen und militärischen Chefs gewaltsam auszu­weifen, aber bald fingen die Flüchtlinge überhaupt an, lästig zu werden; man mußte sie ä tont prix fort- schassen. Herr Communist Drury wurde mit der Erecution betraut und er hat das in ihn gesetzte Ver­trauen so acht schweizerisch-plump gerechtfertigt; daß sich sogar die „Deutsche Zeitung" über sein „holperiges Benehmen" moquirt.

Die heimathlichen Behörden werden befragt, ob die Flüchtlinge, ohne „härtere Strafe zu ris- kiren", heunkehren könnten, natürlich antwortet die Behörde derart, daß alles zu rathen übrig bleibt; die Schweizer denken alsdann das Beste und schicken die armen Unglücklichen direkt ins Cachot. — Indeß man ist sie los; sie kosten die Eidgenossenschaft nichts mehr. — Im Canton Waadt ist es verboten, den Flüchtlin­gen. Beschäftigung zu geben, weil die Inländer dadurch beeinträchtigt werden. — In Bern ist es lebensge­fährlich über die Straße zu gehen. — In dem radi­kalen Genf weist der neue Staats rath ebenfalls alle nicht zu sehr Gravirte aus, weil ihm sonst Alles auf den Hals gelaufen käme und Genf allein doch nicht Alle unterhalten könnte. — In St. Gallen gibt man gar keinen Grund für die Ausweisung an; man will sie eben nicht mehr. — In Zürich verbietet die Regierung die Feier des Sterbetages von R. Blum. — Zudem kommt der Bundesrath noch mit einer neuen Ausweisungsliste von 33 Mann. — Auf diese Weise muß man doch endlich aufräumen. — solches geschieht im Jahre 1849 im Lande der Freiheit, in der Republik Helvetia. — Komisch kontrastirt der ge­wöhnliche bundesräthliche Schlußpassus in den Dekre­ten mit dein Inhalte und der Form der letzten Aus- weisungsordre: „Wir benutzen diesen Anlaß, um Euch, getreue, liebe Eidgenossen so wie auch uns, in Gottes Machtschutz zu empfeh­len!" Ja empfehlt Euch in Gottes Machtschutz, es ist nothwendig, seitdem Herr Dufour erklärt hat, Euch । nicht gegen die cvalifirte Fürstenmacht schützen zu kön­nen, bedenkt aber, daß eben die Fürsten von Gottes Gnaden sich weit eher in dessen Schutz befinden, als Eure „demokratische Republik"!

WepubUk Frankreich.

Paris, 28 Nov. Es verbreitet sich das Gerückt, Herr Biueau solle im Ministerium der öffentlichen Ar­beiten von Herrn Jayr, welcher dieses Departement unter Louis Philipp im Augenblicke der Februarrevo­lution verwaltete, ersetzt werden. Es wäre dies doch noch etwas zu früh. Es findet deßhalb jenes Gerüche wenig Glauben.

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He. v. Persigny soll vom Präsidenten Louis Na­poleon neuerdings mit einer Mission in's Ausland be­traut worden sei. — Hr. Dufaure stattete heute dem Präsidenten einen dreistündigen Besuch im Elysee-Na­tional ab. Es war dies das erste Mal seit der so brüsken Cabinetsveränderung, daß sich der Er-Mini- ster wieder bei dem Präsidenten sehen ließ.

Groß^rit^NNien.

London, 22. Nov. Die neuesten Nachrichten aus Ostindien haben wüder die öffentliche Aufmerksamkeit auf die Zustände dieses Landes, namentlich auf die finanziellen Verhältnisse und das ganze dortige Negie­rungssystem gelenkt. In finanzieller Beziehung ver­mag die dortige Negierung nicht, trotz der ungeheuren Hülfsquellen jenes Landes Einnahmen und Ausgaben im Gleichgewicht zu halten und daran ist hauptsäch­lich das Eroberungssystem schuld, das seit 10 Jahren dort im Schwünge ist. Während früher die dortige Verwaltung einen Ueberfluß von % bis 1 Million jährlich lieferte, leidet sie jetzt an einem Deficit von 1 bis 2% Million. Zwar ist während dieser Zeit eine Provinz nach der andern den britischen Besitzun­gen hinzugefügt, ein Fürst nach dem andern abgefetzt worden; aber weder die Negierung, noch die Bevöl­kerung haben dabei etwas gewonnen. — Außerdem herrscht in der höchst bureaukratisch eingerichteten Ver­waltung eine Unzahl von Mißbräuchen, Veruntreuun­gen jeder Art sind unter den Beamten an der Tages­ordnung, und dabei stehen doch diese Beamten unter einem Despotismus, der ihnen nicht gestattet, irgend etwas über diese Mißbräuche mit ihrem Namen zu veröffentlichen, wenn sie nicht Gefahr laufen wollen, entfernt, degradirt, abgesetzt zu werden oder wenigstens für immer in Ungnade zu fallen. — So leidet über­all, hier wie in andern Kolonien, auch das englische Regierungssystem ganz an denselben Mängeln, wie die unfreien Länder des Kontinents, und nur in einem Fall ist es erträglich und läßt sich gut darunter leben, in England selbst, wo die parlamentarische Regierung eine Wahrheit geworden ist.

Dr. Gützlaff, der chinesische Dolmetscher, ist im Begriff Europa zu besuchen nach einer Abwesenheit von 23 Jahren, die er fast ganz in China zubrachte.

Erklärung.

Der Unterzeichnete sieht sich veranlaßt, hiermit zu erklären, daß er den Artikel in No. 275 der Freien Zeitung: „Ueber das nassauische Bauwesen" nicht ver­faßt hat. Diez, 28. Nov. 1849. H, Preußer.

Wird hiermit bestätigt. Die Redaktion.

Amtliche Nachrichten.

Der pensionirte Lehrer Streun zu Weilbach ist am 22. November l. J. mit Tod abgegangen.

K r il cd t p r e i s e.

Mainz, 30. Nov. 1849.

Waizeu

per Malter 200 Pfd. . . .

6 fl.

58 fr.

Korn

ditto . . .

4 fl.

56 kr.

Gerste

ditto . . .

4 fl.

5 kr.

Hafer

ditto . . .

5 fl.

3i) kr.

Spelz

ditto . . •

- fi.

— fr.

Verantwortlicher Redakteur: J. Oppermann.

Bekanntmachungen.

0246) Sonntag den 2. December, Morgens halb 10 Uhr, Gottesdienst der freien christlichen (deutschkatholischen) Gemeinde im bisherigen Locale.

Der Vorstand.

Hermesksche Streitschriften.

Allgemeine Rentenanstalt zu Darmstadt. 0250) Diejenigen, welche der in der Bildung begriffenen, mit dem 31. Dezember d. J zu schließenden, âtcn 'Zahresgesellschaft beizutreten oder Nachzahlungen auf früher erfolgte Einlagen zu leisten beabsichtigen, laden wir hierdurch ein, jolches vor Ablauf dieses Jahres entweder da­hier bei dem Hauptbureau der Anstalt oder auswärts bei den Herren Bevollmächtigten der­selben *) zu bewerkstelligen.

Nis jetzt zählt die Anstalt 4984 Mitglieder mit 8168 Einlagen und einem effcctiven Ein­lagekapital von 409,542 fl.

Sei der mit der Anstalt verbundenen Depositenkasse wurden außerdem seit Anfang dieses Jahres bereits 148,000 fl. hinterlegt.

Darmstadt, den 19. November 1849.

Die Direction der Allgemeinen Aciitcnanstalt.

Die in unterzeichnetem Verlage in 1844 — 45 von den Vorkämpfern des Hermesianis- muS pseudonym herausgegebenen Schriften:

Frank, Peter Paul. Krieg und Frieden oder der Hermefianismus und seine Gegner. 2. Aufl.

8. 1844. 84 Seiten, geh........ ~ ~

— — Drei Sendschreiben an den Verfasser der Schrift:

„Die letzten Hermefianer und ihr Anwalt." 8.

— Thlr.

10

Sgr.

od.

- fl.

36

fr.

*) In Wiesbaden: bei Herrn Friedr. Hilft. ütisebier; in Dillenburg: bei Herrn F. •/. Liters».

1844. 32 Seiten geh........

— Bunte Briefe über die hermefische Frage. 8. 1845. 150 S. geh.......... Stilpp, Herm. Jos. Die letzten Hermesianer. Ein Bei­trag zur Kirchengesch. des 19. Jahrh. 3. Aust. 8. 1844. 152 Seiten, geh.......

— — Licht und Schatten. Der letzten Hermesianer 2. Heft. 2. Aufl. 8. 1844. 56 Seit. geh.

— — Der Renegat, das ist der Verfasser des Gewis­sens der letzten Hermesianer. Der letzten Herme- sianer 4. Heft. 8. 1845. 114 Seit. geh. .

— — Winkelzüge des Verfassers der Beleuchtung mei­ner Schrift: „Licht und Schatten." Der letzten Hermesianer 5. Heft. 8. 1845. 82 Seit. geh.

18

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ff

27 „

Vierte große Verkeilung der indnftricllen Aetien- (1201) Gesellschaft,

worin keine Aktie verlieren kann, da die mit einer Niete herausgekommenen jede 2 paar schön gearbeitete silberne Messer und Gabeln in Etui als Prämie erhalten. Aacherdem bestehen die Gewinnste in Wagen, Forte-Piano, Gold- und Silbersachen Uhren, Möbel, Lernen, so­wie in Staats-Prämien-Scheinen, worauf die Summe von 120,000 fl., a0,000 fl ,c. ge­wonnen werden können. Der kleinste Gewinn ist ein swöner dauerhaft gearbeiteter seidener

^Actien zur Isten Abtheilung â 45 fr., sowie Prospekt unentgeltlich lind zu haben bei

Rechengage D. 33 in Mainz.

10

36

bilden zusammen 1 Band von 670 Seiten und kosten . . 2 Thlr. 15 Sgr. od. 4 fl. 30 kr.

3ur Feit des hermefischen Streites erregten obige Schriften bedcutondeö Interesse — sie haben außerdem historischen Werth. Diese 7 Schriften für die hermefische Sache sollen zusammen- genommen jetzt zu 1 Thlr. oder 1 fl. 45 kr. abgegeben werden, zu welchem Preise jede ordentliche Buchhandlung auf feste Anbestellung 1 comp l. Erempl. liefert. Die Preise der einzelnen Schrif­ten bleiben bestehen.

Wilhelm Frredrich's Verlag in Wiesbaden.

(1241) Soeben ist erschienen und in der H. W. Ritter'schen Buchhandlung in Wiesbaden vorräthig:

Rheinisches Taschenbuch

auf das ^abr 1S5Ö«

Herausgegeben von

Carl Draxler-Manfred.

Mit 8 Stahlstichen. Preis 4 ff. 24 fr. (1241)

(1248) Unterzeichnete wird auf dem Andreas­markt zu Wiesbaden in der Neugasse rechts, vor dem Hause des Herrn Simmel feil halten und zu den billigsten Preisen eine reiche Aus­wahl Puppen, gekleidet und nicht gekleidet und von jeder Größe verkaufen. Die Pup­pen sind theils in Leder und andern Gestellen. Sie bittet um zahlreichen Zuspruch. Der Stand ist bezeichnet

Therese Zahn aus Mainz.

(1236) E n Einsteher bei das Militär wird gesucht. Näheres in der Erpedition d.Bl.

(1235) Ein möblirtes Zimmer nebst Cabi- net ist zu vermiethen und gleich zu beziehen, Langgasse Nr. 7.

3« vermietbar.

(1245) Eine sehr schön gelegene Wohnung, bestehend aus zwei Salon, sieben Wohnzim­mern, vier Mansarten, einer Küche, dem nöthi­gen Zubehör und Mitgebrauch der Waschküche.

Das Nähere ertheilt das Gcschäftsburcau von Carl Leyendecker, Marktplatz Nr. 38.

(1221) 600—SOO fl. sind auszuleihen.

Näheres in der Expedition d. Bl.

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Druck und Verlag der C. Ritter'schen Buchdruckerei.