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trat. Die Staatsanwaltschaft hatte als Strafe drei Jahre Zuchthaus- oder Festungsstrafe, Entsetzung von Amte und „wegen Mangels an patl!0tßcher ^Numung Verlust der Natlonalcocarde beantragt, der Gerichte Hoj entschied auf 6 Monate FkstlUlgsstra e Entsetzung aus dem Amte und Verlust der Nat.onalcocarde. (M.Z.)

Berlin. In der „Demokratischen Zeitg." lesen wir: Die „Deutsche Reform" beginnt ,hre Agltation für die Wahlen zum Erfurter Reichstag: „®u' prci^ qierung hat den „bedeutungsvollen" Schritt gethan, nn Vertrauen auf die guten Elemente des pren^lschin, des deutschen Volkes; jetzt ist es an der Ration dies Vertrauen zu rechtfertigen, und an djum -hul für diese Verwirklichung der nationalen ^dee einznttehen. Durch die Ausschreibung der Wahlen geht der größte Theil der Verantwortlichkeit auf das Gelingen des jungen Werkes auf die Nation selbst über, denn von der Zusammensetzung des Reichstages, von seiner Fa- btqfett und Bereitwilligkeit zur richtigen Würdigung und besonnenen Ueberwindung der noch immer vor­handenen Schwierigkeiten wird es abhangen, ob der fürerst mehr im Entwurf, als in voller thatjächllcher Wirklichkeit bestehende Bundesstaat zur lebenskräftigen Konsistenz und damit auch zur weitern Ausbreitung gelangen soll." — Es ist zum Lachen! Wir sollen dem Ministerium dankbar sein dafür, daß es die deutsche Nationalversammlung, welche das Werk der Einheit bereits vollbracht hatte, vertrieben und an die Stelle dieser allgemeinen natürlichen Einheit den Wechselbalg einer Einheit gesetzt hat, die allein ein Produkt seines Geistes und dazu bestimmt ist, eine von der preußischen Regierung völlig abhängige Reichsvertretung zu schaf­fen und eine Politik ins Leben zu rufen, gegen welche sich nicht nur die süddeutschen Staaten, sondern auch Sachsen und Hannover mit Recht empört haben.

Berlin, 27. November. Bei der 2. Abtheilung des Criminalgerichts standen heute zwei Zigeunerinnen, die Frauen Blume und Franz, deren Aeußeres ihrer Abkunft vollkommen entsprach, unter der Anklage der betrüglichen Gaukeilei vor Gericht. Sie hatten sich unter dem Vorgeben, durch sympathetische Mittel von Krankheiten und Gebrechen heilen zu können, bei ver­schiedenen Personen in höchst zudringlicher Weise Ein­gang zu verschaffen gewußt, obschon sie ihnen gar nicht weiter bekannt waren. Zu den sympathetischen Mit­teln hatten sie stets Geld oder Pretiosen sich geben lassen, und diese beim Verpacken zum Theil in ihre Taschen zu escamotiren verstanden. Eine sofortige Ent­deckung war nie möglich, da es zur Wirksamkeit des , sympathetischen Mittels von den Angeklagten stets an­gerathen wurde, die Sachen erst nach einigen Tagen ' zu besehen, während welcher Zeit sie verschwanden. Der Werth der auf solche Weise erschwindelten Pre­tiosen so wie der Ertrag der Gelder ist nicht unbe­trächtlich. Trotz des hartnäckigen Leugnens der An­geklagten, das mit religiösen Floskeln verwebt ist, wer­den sie dennoch vollständig überführt, und die Blume zu 9monatticher, die Franz zu 6 Monat und 8 Ta­gen Strafarbeit, Beide auch zur Ausstellung am Pran­ger verurtheilt.

Die Betrogenen gehörten dem Mittelstände an, so

daß man sich in der That wundern muß, daß in den heutigen Tagen sich noch Leute, namentlich in der Hauptstadt finden, welche an dergleichen Zauberkünste glauben. (Nat-Z.)

Berlin, 27. November. (Voss. Ztg.) Dem Ver­nehmen nach hätten in Brandenburg in Folge der Ver- urt^eilung des ehemaligen Ober-Bürgermeisters Ziegler, Unruhen stattgefunden, in Folge deren die Einschreitung des Militärs nothwendig ward.

Der Waldeck'sche Prozeß wird mindestens drei Tage dauern, da die Zahl der vorgeschlagenen Zeugen an 60 beträgt. Mann nennt unter diesen namentlich: den Oberbürgermeister Grabow, den Präsidenten der frühe­ren Nationalversammlung v. Unruh, den Polizei-Prä­sidenten v. Hiuckelbey, den Abgeordneten Assessor Bu­cher, drei geheime Obertribunalräthe, den Aktuarius Thiele und endlich Herrn Gödsche. Herr Waldeck hat einen sehr umfangreichen Entlastungsbeweis in Betreff seines gejammten moralischen und politischen Lebens­wandels angetreten. Eine nicht unbedeutente Anzahl von Zeugen ist auf Antrag der Vertheidigung geladen worden, um den Lebenswandel des Herrn Gödsche zu charakterisiren. Hierunter sind namentlich Personen aus Düsseldorf, wo Herr Gödsche früher gelebt hat.

Berlin, 28. Nov., Abends. Der eben erscheinende „Staats-Anzeiger" enthält das Wahlgesetz zum Volks hause des deutschen Reichstages. Die wie viel st e Wahlordnung seit dem März ist dieses neue Wahlgesetz? und wie lange wird es dauern, bis auch dieser neueste staatsmännische Versuch wieder ad acta gelegt wird??

Kassel, 28. November. Der von der Minori­tät gegen die Verwerfung des Bayrhoffer'schen An­trags eingelegte Protest lautet wie folgt: „Die Un­terzeichneten legen hiermit Pretest ein gegen den in der heutigen Ständeversammlung von der Majorität gefaßten Beschluß, den gestellten Antrag auf Untersuchung der Verfassungs- u. Rechtmäßigkeit des von der Staats- regieruug einseitig vollzogenen, am 6. Juni b. I. ra- tifizirten Anschlusses an das s. g. Dreikönigsbündniß, sowie der Verordnung vom 25. Oktober d. J. das s. g. Dundcsschiedsgencht betreffen, nicht einmal in Erwä­gung ziehen zu wollen. Sie verwahren die Verfassung und die Rechte des kurhessischen Volkes wegen jener beiden Acte der Staats-Regierung, erklären den An­schluß an das s. g. Drcikömgsbüllduiß und die Ver­ordnung vom 25. Okt für rechtlich nicht bestehend und für das kurhtssische Volk unverbindlich, und behalten sich und jeder weiteren Ständeversammlung ausdrück­lich und für alle Zukunft vor, die geeignete» Schritte zu der Wiederherstellung des verfassungsmäßigen Zu­standes zu thun. Kassel, am 27. November 1849. Loth. Horbener. Löber. Schneider. I. Förster. Rauh. Eöster. Knobel. Bayrhoffer. Weinzierl. Peters. Lotich. Hillenbrand. Malkmus. Theobald. Berlit. Kompe."

(Kass. Ztg.)

Flensburg, 26. November. Nach einem eben ein­gegangenen mündlichen Berichte aus dem Hannover­schen, den wir für sehr glaubwürdig halten, werden daselbst 10,000 Mann an der Elbe zusammengezogen, die für Schleswig-Holstein bestimmt sein sollen. (?)

, Italien.

Rom, 19. November. Großes Aufsehen machte dieser Tage die Verhaftung von vier römischen Da­men, welche an einer Todtenfeier für die Seelen der im letzten Kampfe gebliebenen Römer insofern Theil nahmen, daß sie Blumen und Kränze auf ein in der Kirche errichtetes Katafalk warfen, während eine Stimme, unter der Menge sich erhebend, ausrief: Pace alle anime de martiri per la patria! Eine dieser Damen, Sra. Narducci, hat ihren Sohn, der Offizier war, im Gefecht vom 30. April verloren. Die an­dern drei Schwestern Castellani gehören einer sehr li- beralgefinnten Familie an und können übrigens mit Recht unter die schönsten Mädchen Roins gezählt wer­den. Nach drei Tagen und vier Nächten^ die sie in den Gefängnissen auf der Polizei zubrachten, ward ihnen endlich gestattet, in ihre Wohnungen zurückzu­kehren, wo sie aber unter Aufsicht eines Sbirren stren­gen Hausarrest haben. Viele junge Römer wurden bei derselben Gelegenheit verhaftet. (A. Z.)

In Neapel schreitet die Reaktion immer weiter vor. Es ist nun ein Dekret von 1821 wieder in Kraft gesetzt worden, welches eine wahrhafte Censur nicht nur über die Journale, sondern selbst über alle Bü­cher, welche die Buchhändler zum Verkaufe bringen, verhängt.

Republik Frankreich

Paris, 27. Nov. Der jetzt für ein halbamtliches Organ geltende „ Constitutionnel" sagt: „ Mehrere Journale haben von Mißhelligkeiten zwischen dem Prä­sidenten der Republik und dem Ministerium, oder zwi­schen den Mitgliedern des Ministeriums selbst gespro­chen. Diese Gerüchte haben in keiner Weise Grund, und der Gesetz-Entwurf, welcher als Vorwand für diese Neuigkeit gedient hatte, ist genau derselbe, wel­cher gestern von dem gesummten Cabinet in der Ver­sammlung vorgelegt wurde." — Auf den Vorschlag des Marineministers hat der Präsident der Republik den Capitän der Fregatte „Pomone", weil er durch sein gewandtes und entschloßenes Benehmen die für Frankreich höchst ehrenvolle Beilegung des Zwistes mit Marocco herbeigeführt hat, zum Commandeur der Eh­renlegion ernannt. — Der Ministerrath war gestern Mittag im Elysee versammelt. Man beschäftigte sich mit Ernennungen im diplomatischen Corps. Der Mi- nisterrath hat die Demiffionen Lainorieiere's und de Beaumont's angenommen, ihre Nachfolger sind aber noch nicht bezeichnet. Nach der „Estafette" war von einer Revue, welche L. Napoleon am 10. Dezember halten würde, im Ministerrathe die Rede; derselbe soll aber in dieser Beziehung noch zu keiner Entscheidung gelangt sein, sondern beschlossen haben, vor Allem den General Changarnier zn Rathe zu ziehen.

Verantwortlicher Redakteur: I. Oppermann.

Bekanntmachungen.

(1246) Sonntag den 2. December, Morgens halb 10 Uhr, Gottesdienst der freien christlichen (deutschkatholischen) Gemeinde im bisherigen Locale.

Der Vorstand.

Zu verkaufen.

s 1244) Ein in der schönsten Lage von Wiesbaden gelegenes zweistöckiges Wohn­haus ist wegen Wohnortcverändernng des Eigenthümcrs unter sehr vorthcilhaftcn Be­dingungen zu verkaufen.

Dasselbe enthält:

1) Belle Etage. Ein Salon, 7 Zim­mer, Küche und das nöthige Zubehör.

2) Der zweite Stock besteht aus zwei Salon, 7 Zimmern, einer Küche und dem nöthigen Zubehör.

3) Der dritte Stock enthält 6 Mansarden, drei Speicherkammern.

Zu dem Haus gehört ferner ein großer Hofraum, ein Garten, Remise für 3 Wagen, Stallung für G Pferde und ein großer ge­wölbter Keller. Das Nähere ertheilt das Geschäfts-Bureau von Carl Leyendecker, Marktplatz Nr. 38.

K35 (1242) Wir machen wiederholt auf unsere Niederlage des

Syrop CapOBaire

aufmerksam; derselbe ist in Wiesbaden nur einzig und allein ächt zu haben in der Langgasse bei Herrn I. V. Setbert; der Sprop Caplllaire ist gegen Brust- und HalS- übel ein Mittel von sicherer und schneller Wirksamkeit. Die Gebrauchs-Anweisung sagt das Weitere. Auch verkauft obige Handlung

feinen Gewürz - Chocolade,

welchen wir, als unser Fabrikat, hiermit eben­falls bestens empfehlen.

Jf'elijc «) ( »Hip. in Berlin.

Zu vermiethen.

(1245) Eine sehr schön gelegene Wohnung, bestehend aus zwei Lalon, sieben Wohnzim­mern, vier Mansarten, einer Küche, dem nöthi­gen Zubehör und Milgebrauch der Waschküche.

Das Nähere ertheilt das Geschästsbureau von Carl Leyendecker, Marktplatz Nr. 38.

(1248) Unterzeichnete wird auf dem Andreas­markt zu Wiesbaden in der Neugaste recltS, vor dem Hause des Herrn Einund feil halten und zu den billigsten Preis.n eine reiche Aus­wahl Puppen, gckleibU und n.cht gekleidet und von jeder Größe verkaufen. Die Pup­pen sind theils in Leder und andern Gestellen. Sie bittet um zahlreichen Zuspruch. Der Stand ist bezeichnet a ,

Therese Zahn

aus Mainz.

(1243) Unsere Hühneraugen - Pflästerchen verkauft â 6 kr. per Stück — in Dosen, â 12 Stück, billiger — fortwährend Herr J. L. Seibert in der Langgasse in Wiesbaden.

Gebrüder Lenin er in Schwatz.

Schweizer Kräuter-Oel von K. Willer; Cöln. Haar-Del von Joh. Bapt. Pacs; Aowland's Macasiar-Oel und Odonto; Eaa» «le so lag ne von Johann Anion Farina; Chinesischer Seiscnspiritus für Damen; Cautchuc für's Leder geschmeidig zu erhalten und wasserdicht zu machen von G. Liebig; Herren-und Damen-Unterhosen und Jäckchen u. A. m. bei

«J. X. Seiffert in der Langgasse.

(1247) Um auszuverkaufen erlasse ich das it. Cichorien von jeder Sorte zu 6 kr., im ^: zu 5 kr., L)economischer Caffee das tL zu ~ kr., im ^: zu 6 kr. ord. Muscat- Nüsse das K. zu 1 fl., Pfeffer zu 18 kr. und Nelken zu 3G kr., sowie alte andern Artikel zu den billigsten Preisen.

Wiesbaden, den 30. November 1849.

Friedr. Emmermann.

Ar^" Interessante politische Brochüren! “^

(1230) Soeben sind erschienen und in der der unterzeichneten Buchhandlnng vorrätig:

Reimchvonik des Pfnffen Mnuvitius

Caput V.

Apostel rind Apostaten.

Preis 24 fr.

—------------- 4b

Erlebnisse aus der Pfälzischen Erhebung

im Mai und Juni 1849

von

L. Bamberger.

Preis 36 Kreuzer.

H. W. Ritter'sche Buchhandlung.

Antwort auf viele Anfragen.

(1204) Soeben haben wir wieder Eremplare der interessanten Prophezeihung erhalten:

Die gekrönte Schlarrge

o oder

Das rothe Männche« *)

Sieben Sätze, in welchen eine merkwürdige Prophezeihung über Europa's politische Zuknnst bis zum Jahre 1860 entwickelt wird. — Aus einem zufällig aufgefundenen lateinischen Manuskript übersetzt von Dr. C. H. Ladenpreis 18 kr.

*) Wer erinnert sich nicht dieses râthselhaften Männchens, das ganz roth gekleidet, beim großen Kaiser öfters gesehen wurde? — Bor allen großen Begebenheiten und Schlachten hatte es mit Napoleon eine Unterredung und hätte er seinem Rathe gefolgt, so wäre der Zug nach Rußland unterblieben. 21 innert, des Uebersetzers.

(1249) ES hat sich ein schwarzer Pünschcr- Hund mit weißer Brust und braunem Abzei­chen verlaufen. Wer denselben zurückbringt, oder Auskunft darüber geben kann, erhält in Nr. 10 auf dem Markt eine Belohnung von 1 fl. Der Hund hört auf den Namen Pünscher.

(1235) Ein möblirtcs Zimmer nebst Cabi­net ist zu vermiethen und gleich zu beziehen, Langgasse Nr. 7

(1221) 600—SOO fl. sind auszuleihen.

Näheres in der Expedition d. Bl.

Druck und Verlag der C. Ritter'schen Buchdrnckerei.