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Differenzen zwischen derPforteund Rußland, hervorgeru­fen von England und Frankreich, ausgebrochen. Die Pforte begehrt von Rußland nicht nm die Räumung ter Donaufürstenthümer, sondern auch mit Ablauf des bestimmten Zeitpunktes die Aufhebung der Rußland allein zugestandenen Handelsvergünstigungen. Dies Begehren der Pforte erhält um so mehr Gewicht, als Frankreich und England dieselben Forderungen an Rußland gestellt haben, und sich allen Anschein geben, iyren Forderungen Nachdruck zu verleihen. DaS eng­lische Geschwader rückt gegen die Haupstadt vor. Die Dampffregette Dragon, mit 2 Courieren aus London an Bord; überbrachte Lord Canning diese Nachricht, worauf derselbe und General Aupick eine mehrstündige Conferenz mit dem Großvezier und dem Minister des Auswärtigen pflogen. — Der französische Gesandte fertigte sogleich Depeschen an den Admual Dechenes nach Vourla ab, sonder Säumen vorzurücken, waS auch bereits geschehen ist. Von der Art und Weise, wie diese Frage gelöst wird, hängt Reschid Paschas Sturz ab; auch er wird daher alle Minen springen lassen, um sich gegen Rußland zu behaupten. — Vo­rige Woche wurde das neue prachtpolle, vom englischeir Architekten Smith erbaute Hospital, für die Truppen der Artillerie bestimmt, im Beisein des Sultans und aller Großwürdentrager feierlichst eingeweiht. Die Trup­pen vom Geniecorps ; welche auf den Höhen von Ok Meidan kampirten, sind in ihre neu restaurirte Ka­serne zu Pera wieder eingerückt. (W. Presse.)

Das „Morning Chronicle" enthält Folgendes: „Unser Eorrespondent in Malta schreibt uns unterin 13. Nov., daß die britische Flotte unter Befehl des Viceadmirals Sir William Parker am 4. in die Dar­danellen cingelaufen ist und am 6. innerhalb der,elben Anker geworfen hat; einige Schiffe jedoch hatten durch Zusammenstößen Schaden gelitten, und in Folge da­von war der Dampfer „Dragon" einige Zeit in Ge­fahr gewesen. Später war er nach Konstantinopel gesegelt, wo die Dampffregatte „Odin" und die Dampf- schaluppe „Tartarus", die Sir Stratford Canning zur Verfügung gestellt waren, lagen. Die innerhalb der Dardanellen liegenden Schiffe sind die „Queen", von 116 Kanonen, das Flaggenschiff „Caledonia" 120, der „Howe" 120, der„Prince-Regenk" 92, der „Po- werful" 84, die „Vengeance" 84, der „Bellerophon" 78 der „Racer" 12 Kanonen, und die Dampfschâlup- pen „Buldog", „Rosamond" und „Ardent". Sir W'Uiam Parker dachte daran, einen Ausflug nach Kon­stantinopel zu machen, wahrscheinlich auf dem „Odin". Man glaubte, daß nach seiner Rückkehr die Flotte nach Salamis absegeln werde und von da nach Malta, um dort zu überwintern. Die französische Flotte, be­stehend aus dem „Friedland" 120 Kanonen, mit der Flagge des Viceadmirals Parceval-Dcchenes, dem „Je- mappes" 100 K., mit der Flagge des EontreavmiralS Vaillant, dem , Hercule" 100 K., „Jena" 84 K., „Jupiter" 80 Kanonen, einem andern Linienschiffe, einer Fregatte und den Dampffregalten „Descartes" und „Mageltan", lag am 7. Nov. noch in der Vour-

^vna« Dem Courier de Die Behörde leugnet jede Mitwissenschaft um jenen Marseille" wird aus Malta geschrieben, die englische : Mord, und verlangt Auslieferung^ den Por- Flotte habe Befehl erhalten, dorthin zurückzukehren.— : tugiesen gefangenen chinesischen ^oldalln, wwie Her- Mit dem Einlaufen des englischen Geschwaders in die ausgabe des von ihnen eroberten Fer ; dann sollten Dardanellen, in welchem eine Verletzung des Vertra- sie den Kopf und die Hand von Amarals zuruckerhal- ges von Unikar Skelessy liegt, verhält es sich folgen- ten. ^ '"°" ^ ^"^^ '^" re,(h ßeIobllt "'^ ^ der Maßen: Am 30. Okt. kam der „Dragon" mit I r.....

dringenden Depeschen des Admirals Parker an ^ir , Stratford Canning an, der kurz nach Empfang derselben eine lange Zusammenkunft mit dein Divan hatte. Der Admiral erklärte in seinen Depeschen, die Flotte | könne wegen Unsicherheit der Rhede nicht lange in ; ihrer gegenwärtigen Stellung bleiben, nnd wenn ihr ■ kein passenderer Ankerplatz angewiesen werde, so sehe er sich in die Nothwendigkeit versetzt, in die Meerenge j hinein zu segeln, um seine Schiffe zu bergen. Die Mi- ; nister des Sultans waren auf dieses Gesuch, welches sie in einige Verlegenheit setzte, nicht vorbereitet. _ Um jedoch den Vorwurf der Undankbarkeit nicht ans sich

zu laden, gestattete der Divan am 5. November dem englischen Geschwader das Einlaufen in die Dar­danellen. In dieser Flottenbewegung erblicken einige Blatter eine absichtliche von Seiten Englands gegen Rußland gerichtete Provocation. Eine weit natürlichere und einfachere Erklärung scheint uns die zu sein, den von dem englischen Admiral angegebenen Grund als den wahren anzunehmen. In Paris spricht man in wohlunterrichteten Kreisen von einem plötzlichen Um­schwünge, den die französische Regierungspolitik in der russisch türkischen Frage erfahren habe, und fügt hinzu, Lord Normandy habe sich heftig beklagt, daß bas neue Ministerium, ohne England im mindesten im voraus zu benachrichtigen, die französische Flotte zurückgerufen habe. —

Madrid, den 20. November. Die ehemaligen carlistischen Generale Villareal, Zarrategui und So- pelena wurden am Samstag Abend von der Königin Isabella in einer Privataudienz empfangen. Sie statteten Ihrer Majestät ihren Dank für ihre Wieder­einsetzung in ihre Graden und Würden ab und be­theuerten, wie Sie mit Sehnsucht eine Gelegenheit er­warteten, wo es ihnen vergönnt seyn wurde, ihre Erkenntlichkeit für die Huld der Königin zu bethätigen.

Die Mauren setzen, wie jetzt aus Algesiras be­richtet wird, mit Erbitterung ihre Angriffe gegen Me- lilla fort, trotz ber steten Verluste, welche ihnen die tapfere Garnison, die den Platz vertheidigt, beibringt.

M s i e II.

China. Wir erhalten mit einer neuen Uebcrland- post ein angiochinesisches Blatt, d. d. Victoria (Hong­kong, 28. September: Die chinesische Antwort auf die Remonstration der Portugiesen wegen Ermordung deS Statthalters von Macao war von Canton cingrtrof- fen, und zeichnete sich durch kaltblütige Insolenz ans.

Es hieß die Mörder seien reich belohnt und be­fördert worden. Die chinesischen und hinterindischeu Gewässer schwärmten von Piraten. (A. A. Z.)

Erfurt, 19. November. Der gestrigen „Erfurter Ztg." wird aus Nordhausen vom 15. d. M. Folgen­des geschrieben: In der am 12. d. M. hier stattgefun- denen öffentlichen Sitzung der Stadtverordneten stellte Herr Salfeld folgenden Antrag: „In Erwägung, daß es Pflicht der Versammlnnq als Vertreterin der Bürgerschaft sei, so viel als möglich eine Ersparung an Abgaben zu erzielen; in Erwägung, daß die Er­haltung der Kammern dem Staate viel Geld koste, wozu jeder Bürger seinen Theil beitrage, daß dagegen die Kammern den Bürgern noch keinen Vortheil geschafft u. s. w., beschließt die Versammlung eine Bittschrift an Se. Maj. den König zu richten, worin er gebeten wird, die Kammern aufzuheben und auf Grund d. r von ihm dem Volke verliehenen Verfassung selbst ju regieren." Der Antrag wird hinlänglich unterstützt und zur Be­rathung in der nächsten Versammlung verwiesen.

Heilbronn, 24. Nov. Gestern Abend kam auch Apotheker Maier vom Hohenasberg gegen Kaution hierher zurück. Er ist der letzte der Heilbronner, welche diesen Sommer auf dem Demokraten buckel weilten, denn außer Ruoff, der sich vor einigen Wochen zur Haft stellte, befindet sich jetzt kein Heilbronner mehr oben. (N.-Dampfsch.)

München, 25. Nov. Das dem RegieeungsentwU'-f

beistimmenve Referat des Abg. Scharpf übe die E * cipation der Israeliten ist in der gestrige^ v. ° gtea Sitzung des ersten und dritten Ausschusses unk 1 / ge­gen 5 Stimmen angenommen worden; drei Mitglieder fehlten. (N. K.)

B e r i ch t i g u n ß.

Ein sinnentstellender Druckfehler hat sich in den Aufsatz „Zur Beurtheilung der neuen Medizinalorga- nisation" eingeschlichen. In Nr. 281, zweite Seite, erste Spalte, siebente Zeile von oben, muß das letzte Wort statt von — vor heißen.

Verantwortlicher Redakteur: I. Oppermann.

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Der soeben, am 20. Oktober, im Druck erschienene

Zweite Jahresbericht

über die

M ei i kraft mtd Wirksamkeit der Öolaiber^er' sehen Kaiserl. König!. Oestr. Allerhöchst privilegi»teu und Königl. P^euß.

Allerhöchst concessionirten

galvauo-electrischen Rheumatismus-Ketten, welcher wiederum mehr denn „Ein Tausend" amtlich beglaubigte Zeugnisse und Begutachtungen von Sanilätsbehörden, renomirten Aerzten und hochachtbaren Privat­personen über die große Heilkraft dieses NemediumS aus allen Ländern Europa'S enthält, wird bei sämmtlichen Depot-Inhabern der K. K. a. priv. (Sclbberger’ldjen Letten gratis ausgegeben in Wèesbade» bei Herrn Z. L. Seibert, Kaufmann in der Langgaffe, und bietet sonach abeimals eine gute Bürgschaft für die wahrhafte Vorzüglichkeit dieser Ketten,

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Kein Wunder nun, daß bei dieser erlangten großen Crlebrität meiner galvano - electr. Rheumatismus-Ketten viele Nachbildner aufgestanden sind, die mit allerlei Vorspiege­lungen und Kunstgriffen dem Publikum auch galvanische Ketten darbieten oder gar, um daS Publikum zu täuschen, falsche, dem meinigen ganz gleichklingende Na­men und Firmen annehmen. Damit man nun vor möglichem Schaden und Nach­theil, der durch solche noch gar nicht bewährte, nachgeniachte und verfälschte Fabrikate erwachsen kann, bewahrt bleibe, wolle man beim Kaufe derartiger Ketten genau darauf achten, daß eine jede ächte Goldberger'sche Kette auf der Vorderseite ihreS Etuis den Namen T. Goldberger" und auf der Rückseite den K. K. österreich. Adler und den Goldberger'schen Fubriksstempel i. e. das Wappen der freien Berg­stadt Tarnowitz, in Golddruck trägt und daß meine Ketten in Wiesbaden nach wie vor einzig und allein bei Herrn 3« L. Seibert ächt und zu den sestgestellten Fabrikspreisen vorrâthig find.

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