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Partei binnen Km zeiu voUflänbiß bie Diegiciung in bie Hand bekommt. Denn die Partei der Eraltirtcu d h der Entschiedenen, der Radikalen, gibt sich auch in Spanien nicht dazu her, für andere Leute ^die Kasta­nien aus dem Feuer zu holen; sie verschmäht es, Jul) als Werkzeug benutzen zu lassen, ihre Grundsätze zu verleugnen und mit ihren Grundsätzen ihre Selbststan- digkeit, damit aber auch alle Bedeutung aufzngcben.

a Darum sind die Moderados in großen Sorgen, daß es mit ihrem Reiche zu Ende gehe.

Narvaez hat nicht nur mehreren Mitgliedern der eraltirten Partei wichtige Aemter verliehen, nicht al­lein in eine Kommission, welche die Pensionen prüfen und untersuchen soll, fast lauter Eraltados ernannt, sondern er hat auch die Ordnung des königlichen ^op staats auf eine sehr radikale Weise in die Hand gcnom-

Nicht genug, daß dem König das bisherige Amt eines Palast-Gouverneurs entzogen ist besteht Rarvaez darauf daß dein Ministerium die Zusammen,etzung des königlichen Hofstaats, die Ernennung zu allen Hofam- teru übertragen werde.

Er verlangt damit dasselbe, was in England der Fall ist, und was Robert Peel bekanntlich einst bis auf die Hofdamen der Königin auSdehnte.

Wenn das Ministerium als verantwortlich bestehen ioll wie es der Begriff der Unverantwortlichkeit des Monarchen in der konstitutionellen Monarchie erfordert: so muß es nothwendig die Hofbeamten ernennen; es muß diejenigen bestimmen, welche die Umgebung des unverantwortlichen Trägers der Krone bilden sollen, schon um stets zu wissen und zu erfahren, wer bei Hofe erscheint und empfangen wird.

Eine konstitutionelle Regierung ist unmögluh, wenn nicht auch der Hofstaat im konstitutionellen Sinne or- ganuisirt wird.

So lange Hof und Hofstaat bleiben, wie sie bei absoluter Regierung sind, ist die konstitutionelle Re­gierung nur ein Raine. Die verantwortlichen Rathger der Krone haben viel zu thun und kommen um so sel­tener dazu mit dem unverantwortlichen Oberhaupt des Staates zu verhandeln, je weniger sie sich der Sym­pathien und der Gunst des Hofes erfreuen. Befinden sich nun in der Umgebung des Staatsoberhauptes Leute von ganz anderer Gesinnung, von ganz anderen Ab­sichten als denen der verantwortlichen Minister, als der Männer, die daS Vertrauen des Landes haben, wenn sie mehr als „sogenannte verantwortliche" Mi­nister sind, können diese und jene unverantwortliche Räthe ungestörten Einfluß bei Hofe ausüben: so sind unverantwortliche und »»konstitutionelle Einwirkungen unvermeidlich.

Der Träger der Krone darf nicht von einem Hof- zu hören, nicht nur eine unüberschreitbare Barriere zwischen Volk und Thron bildet, sondern auch die Krone in dem falschen Wahne erhält, es sähe im Lande eben so aus wie bei Hofe; es sei im Laude dieselbe stumme Ergebenheit, das Haschen nach Gunst, die An­betung vor der Gnade.

Das konstitutionelle Staatsoberhaupt muß in kon­stitutioneller Luft leben. ' (Rat.-Z.)

Deutschland.

Weilburg, 12. Nov. Gestern Abend fand da­hier zur Feicr von Schillers 90ften Geburts- tag eine musikalische und dramatische Abendunterhal­tung statt. Unser Gesangverein, unterstützt von den Jungfrauen der Stadt, trug mit gewohntem Geschick mehrere Lieder Schillers vor. Außer diesen Gesäugen wurden von dein neubegründeten Dürgertheatcr meh­rere künstlerisch ziemlich in sich abgeschlossene Scenen aus Wallensteins Lager, Wilhelm Tell und ein leben­des Bild, die Jungfrau von Orleans vor dem Dom

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Ein Ministerium, welches das nicht thue , könne ; nicht bestehen, jetzt könne man sagen, nachdem diese ! großartige Versammlung zu Stande gekommen, das i Volk habe gesprochen und Wehe dem Ministerium, j das die so laut jetzt hervorgetrctene Stimme des Volks i nicht zu seinem Programme machen wolle.

Nachdem nun die Beschlüsse gefaßt waren, kam zur 1 Sprache, wie solche denn dmchzuführc» seien.

In dieser Hinsicht stellte Dr. Gera n den Antrag: Die Versammlung beschließt, im Falle die Regierung sich den Förderungen des nassauischen Volks nicht fügen sollte, die nassauische Kammer aufzufordern, an der Spitze des nassauischen Volks ihre Forderungen mit allen Mitteln iu's Leben zu führan.

Der Antrag fand Unterstützung und Gerau führte nun in einer Rede darüber an:

Der Antrag sei der Kerngrund aller Beschlüsse, die gefasst worden, jetzt wo sie mit einem Fuße in der Revolution stänken.

Er glaube den Eintrag im Sinne eines großen Theils der Verfammlung gestellt zu haben. Die i Meissen würden mit ihm darin einverstanden sein, daß sie schon hinlänglich und mehr als hinlänglich teil Weg der Petitionen erschöpft hätten, daß es endlich Zeit sei, zu bandeln, und kräftigst zu handeln. Er glaube, daß sie jetzt das Volk im Hintergründe, ein­mal die That zeigen müßten.

Sie hätten heute Beschlüsse gefaßt, die von ber

zu Rheims vorstellend, aufgeführt. Als^Beginu der Abendunterhaltung hielt Herr Prediger Treuenfels eine angemessene, geistvolle Rede über Schillers Cha- rakter und seine Bedeutung für unsere Zeit, wie er immer strebte, in sich vollendet zu sein, seine Indivi­dualität unermüdlich zur reinsten und vortrefflichsten Menschheit hinaufläuterte, wie er uns als der Tuchler der Gesinnung erscheint, uns nach ihm die Poesie zu Helden erziehen ulw uns zu edlen Thaten anfeuern soll. Jawohl, Schiller war der Dichter des Evange­liums der wahren, zunächst der inneren Freiheit, er stellt uns die ideale Sittlichkeit, das Sittliche des Ge­müthes und des gefiunungsvollen Willens, diesen Grundzug unserer Rationalität, vor Augen. Er wollte das Vcrderbniß, die Schwäche und Charakterlosigkeit, welche noch überall den gesellschaftlichen Verhältnissen ankleben und den ernsten, sichern Fortschritt hindern, durch die Gewalt seines prophetischen Wortes auf- heben. Darum ist Schiller so recht der Dichter unse­rer Tage. Man kann unserer Jugend nichts Besseres in die Hand geben, als den Seher, „welcher durch die Schönheit zur Freiheit führt, und dem Menschen seine angestammte Würde in Herz und Sinn zurück­ruft". Die Aufführung der einzelnen Scenen ist eine recht wohlgelungene zu neunen, vorzüglich wenn man bedenkt, daß es die erste Darstellung der jungen Bür­ger war. — Es ist zu hoffen, daß von unserm Bür- gerthcater ein gleich wohlthätiger Einfluß ausgehen werde, wie dies vor Jahrhunderten bet unsern Vor­fahren der Fall war, zum Gewinn allgemeiner Men­schenbildung, sowie insbesondere der höheren gewerbli­chen Thätigkeit. Natürlich finden sich in unserer Stadt, wie wohl überall, Menschen, welche nicht zu begreifen vermögen, daß die dramatische Kunst ein wichtiges Element für die Cultur deS Volkes iu.b ein großes, sittliches Justitut ist, daß sie den geschichtlichen Geist in seiner höchsten Reinheit auffaßt und die erfchutternd- sten Weltgefchicke mit der Gewalt eines unmittelbaren Ereignisses dem Volke nahe bringt, daß eine tiefe, läuternde, heilende, versöhnende und erhebende Kraft in ihr liegt. Von Leuten, die folger Empfindungen unfähig sind, wird der Bürgertheaterverein auf alle Weise verdächtigt, die Unkeuftlinmen werden aber dem goldnen Lichte der Kunst nichts anhaben. Andere Städte werden unserm Beispiel folgen; denn es wird wohl noch einige Zeit verstreichen, bis die Künstler unserer dramatischen Staatsanstalt in der Hauptstadt ihre Ferienzeit dazu anwenden, den künstlerischen Geist der Provinz durch dramatische Vorstellungen in den Städten des Lahnthals zu erwecken und zu heben.

P- Weilburg, 12. Nov. Montag den 19. d. M., Morgens, wird auf dem hiesigen Rathhauö die erste Vers a in m luug des lauvwirths ch a f t l i ch e n Hadamar, Runkel und Weilburg umfassend, Statt- finden. Wegen der Wichtigkeit dieser Versammlung, welche in vieler Hin ficht ein bahnbrechende werden muß, werden sich hoffentlich alle Mitglieder des land- wirthschaftlichen Vereins, welche das Lahnthal bewohnen, gewissenhaft einfinden. In vielen Stücken sind wir trotz unserer natürlichen Vortheile hinter dem Auf­schwung der Landwirthschaft anderer deutscher Länder zuruekbliebeu. Dieses muß nachgeholt werden, und auf der nächsten Lahukreisversammlung soll darüber bera­then werden. Daher wird Niemand fehlen, dem die Förderung des Guten am Herzen liegt.

Frankfurt, 12. (stov. (Fr. I.) Der frühere großh. bad. Gesandte iiuO Mitglied der deutschen Rational- âScriammlung, Karl We 1 cker, ist von seiner italieni­schen Reise wieder hier eiiigetroffem Wenige haben, wie er, das Erhebende iind Niederschlagende, welches die letzten Jahre gebracht haben, so an sich selbst durch­gekostet. Mehr wie die meisten in die Parteikämpfe des deutschen Parlaments hineingezogen, reißt er sich endlich, da die verheerenden Fluthen über Deutschland Hereinbrechen, los, und eilt nach Italien. In Triest

größten Wichtigkeit für ihre Zukunft sein könnten; er sei überzeugt, daß hinter ihren Beschlüssen auch ein solcher fréii tiger eiserner Wille stehe, daß sie ihren Arm, wenn es gelte, erheben würden, um den Be­schlüssen Kraft zu verleihen.

Er wolle mit seinem Antrag hauptsächlich, daß sie offen erklärten, jeden Augenblick bereit zu sein, bic Schwerter zu ziehen, wenn man es noch einmal wagen lobten, die deutsche Freiheit hinzuschleifen auf den Schindanger der Knechtschaft.

Er wolle, daß Diejenigen, welche sich entschlößen, wenn die Weiterungen nicht genehmigt würden, an die Spitze der nassauischen Erhebung treten, daß diese auch wissen, wenn sie der Freiheit eine Gasse stürmten, dan ein mächtiges Volk hinter ihnen stände, um ihren Bejchliissen Nachdruck zn geben. Er sprach auch nament­lich davon, daß wenn der Herzog keine günstige ^lnh wort gebe, das ganze Volk aufgeforbert werde, bc= wajfiict nach Wiesbaden zu ziehen, um sich Gehör zu verschaffen.

Dr. M e y e r ergriff jetzt das Wort und sagte unter tern :

~'e Hauptsache sei, daß sie das beriethen , was sie thun wollten, wenn ihre Weiterungen nicht genehmigt würben. Es sei nicht genug damit, daß sie wie Bettel- leute bingingen und sagten: lieber gnädiger Herzog, liebe Regierung genehmigt unsere Bitte, nein, das dürfe nicht stattfiudcn: Wenn man es ihnen nicht

stirbt ihm die älteste Tochter und daheim in Baden verliert er seine beiden Söhne. Der Sieg der Auf­ständischen entführt ihm den jüngsten Sohn, der von ihnen, um deS Vaters willen verfolgt über's Meer eilt; der Sieg der Preußen nimmt ihm den ältesten, der als Arzt der Aufständischen in die Kasematten von Rastatt geworfen wurde.

Frankfurt, 13. Nov. (F. I ) Bei der deutschen Centralgeazalt haben bis heute, sicherm Vernehmen nach, zu der von den Kronen Oesterreich und Preußen abgeschlossenen Uebereinkunft über daS Interim in der Verwaltung des deutschen Bundes vorerst folgende Staatell ihren Beitritt notifizirt: die König­reiche Sachsen, Hannover, Bayern und (ganz neuerdings) auch Würtemberg. Außerdem ist der Beitritt von Frankfurt und Hessen-Homburg hier offiziell bekannt geworden, von den übrigen Staa­ten aber noch nicht.

Mainz, 13. Nov. In der gestrigen! Asfifenfitzung wurde Babette Mayer von Weinolsheim, Dienst- magd zu Mainz, des KindeSmordes angeklagt, von bin Geschwornen für schuldig erklärt, durch Verheimlichung ihrer Niederkunft Hülsios geboren und dadurch die todte Geburt oder das Absterben des Kindes veranlaßt zu haben. Der Assisenhof erkannte eine einjährige Kor- rektionShausstrafe. (Mz. Z.)

Hannover, 9. November. Ich weiß nicht, ob Sie eine Idee von der Art haben, wie man hier zu Lande die Volksvertreter empfängt. Ich erzähle Ihnen deß­halb etwas davon. Zuerst wurde Gottesdienst gehal­ten, d. h. ein sogenannter Geistlicher hielt eine Kapu­zinerpredigt. Der Tert war: „Wachet im Glauben, seid männlich und seid stark, alle eure Dinge lasset in der Liebe geschehen." Der Mann aber, der diese Worte auslegte, predigte bloß Haß, einen namenlosen, blinden Haß gegen die Nevolntion. Die Anarchie von oben war ihm natürlich das göttliche Recht. Die politischen Belehrungen waren die starke Seite der Predigt. „Die Oeffentlichkeit der ständischen Verhandlnngen," hieß es z. B., „beeinträchtige die freie Abstimmung." „Sie werden es dankbar preisen," rief der hannoversche Hofprediger ein anderes Mal, „daß der Aufruhr überall mit gewaffneter Hand niedergehalten wurde, daß einige Giftpflanzen hinweggemäht worden sind." Eine zartere Anspielung auf die Erecutionen in Un­garn, Wien und Baden ist kaum denkbar. Wenn Blum und Trützschler Giftpflanzen find, so ist H a y 11 ü ii wahrscheinlich der Apostel.

Hannover, 10. Nov. In der heutigen Sitzung des Landtags stellte Abgeordneter Thiermann den bereits auf vorigem Landtage gestellten, damals aber nicht zur Berathung gekommenen Antrag: die Stände —^d-“ sr-Z.-».««g »in A », Nestic für politische unb Pre ßv ergehen ersuchen. Der Antrag fand zahlreiche Unterstützung. — Die Tages­ordnung führte dann zum Bericht und zur Diskussion über die beanstandeten Wahlen.

Rastatt, 2. Wovember. (A. Z.) Sie machten jungst ein wohlmeinendes Fragezeichen zu meiner Nach­richt, daß die Schildwachen Befehl hätten, auf jeden zu schießeil, der in den Spitälern sich am Fenster blicken Ia11e. Ich liefere den Kommentar dazu. Als Tags darauf der Krankenwärter die Medizinen in eines der Lazarethe von Fort A brachte und die Aufschriften am Fenster besah, trat ein Schweizer, Jakob Halter aus, dem Bezirk Tobel, Kanton Thurgau, hinzu, seine Flasche in Empfang zu nehmen, denn aus Heimweh war er körper- unb gemüthSkrank. Es knallte ein Schuß, eine Kugel pfiff zwischen ihm und dem Kran­kenwärter durch und zerschmetterte die Medizinflasche am Bette eines andern Kranken. Unb eine Stunde darnach hatte der Schweizer schon die Erlaubniß in der Hand sich in die Heimath zu wenden, d. h. durch­zubetteln; sie war den Abend vorher ausgestellt und jetzt beinahe überflüssig geworden. Einige Tage dar.

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gebe, so verlangten sie cs, und das, was sie ver­langten , müsse ihnen gewährt werden. Es sei nöthig daß Jeder erkläre, bereit zu sein, in seinem Kreis, in seiner Stadt, in seinem Dorf, in seinem Hof, und |ci es auch mir in einer Schäferhütte, zu erklären, daß er mit Mann und Maus hingehe, diese Fvr-' deruugcn zu erzwingen.

Ferner sagte er:

Deßhalb seid nochmals fest unb ernst und glaubt nicht, daß wir hier blos zusammeugekommeu sind, um etwa zu beschließen, was wir erbitten sollen, nein, daß wir etwas thun wollen, wenn *ie Forderungen nicht genehmigt werden. Es gibt viele Hunde, die bellen vor denen fürchtet man sich aber nicht, der Hund muß endlich beißen und wenn es selbst in eine ge­heiligte Wade wäre.

Wenn es recht ist, so schlage ich vor, daß das Volk einen Ausschuß erwähle, welcher permanent ist um über die Interessen des Volkes zu wachen; wir wissen, daß die Kammer auf acht Tage vertagt ist Der Vorsitzende bemerkte hierauf:

Ich thue dies nur deßwegen uicht verwirrt werde.

damit die Discussion

(Fortsetzung folgt.)