Einzelbild herunterladen
 
  

empfangen und absenden. Besuche finden in der Re­gel an bestimmten Tagen statt. Es wird dafür Sorge getragen, daß jeder politische Gefangene täglich eine bestimmte Zeit hindurch unter Ausficht in freier Luft Bewegungung machen könne. Die Dauer dieser Zeit wird von dem Arzte der Anstalt mit Rücksicht auf die Gesundheitsverhältnisse der einzelnen Gefangenen fest­gesetzt. Das Wach- und Aufsichtspersonale ist ange­wiesen, den Verurtheilten mit Anstand zu begegnen. Diese Behandlungsweise findet sowohl in den Civil- Strafanstalten, als auch rücksichtlich der Festungsarreste Verurtheilten statt. Aus diesen Andeutungen wird bemann entnehmen können, ob die österreichische Re­gierung der Vorwurf treffen könne, daß sie den poli­tischen Sträflingen eine inhumane Behandlung zu Theil werden lasse. (Gewiß nicht — wir bedauern, daß Kinkel kein Oesterreicher ist.)

Galizien.

Ans den westlichen Karpathen, 2. November, wird uns geschrieben: Das Elend, welches h,er herricht, ist grenzenlos und unbeschreiblich; wiederholt von den Insurgenten heimgesncht, und auf dem Ein- und Ab- marsche von dem russischen Hauptcorps durchzogen, fit diese Gegend erschöpft und ausgesogen: die Wuttet- vorräthe sind aufgezehrt, das wenige 'Nutz- und Ur- beitsvieh, welches übrig geblieben, durch die unaufhol- lichen Vorspanne und den Futtermangel beinahe un­brauchbar. Auf den Straßen bivouakireu, trotz der rauhen Herbstwitterung, Tag und 'N'acht Haufen von fast nackten schmutzigen und verwahrlosten Kindern, welche größtentheils Waisen von Cholera-Dpfern find, und jeden Vorübergehenden mit herzzerreißendem Ge- wimmer um Brot verfolgen; jeden Morgen findet man hier eine oder mehrere Leichen solcher unglücklichen kleinen Geschöpfe unter den Brücken, auf der Straße oder in einem entspringenden Winkel derselben. Am meisten nehmen sich dieser erbarmungswürdigen Kleinen die gemeinen russischen Soldaten, welche in den hie­sigen Spitälern selbst weniger als armselig verpflegt sind an; es ist rührend zu sehen, wie die Kinder sich an den Eingängen der Spitäler versammeln, und wie sie von den rohen Natursohneu mit abgespartem Brote, mit abgerissenen Kleidern der Verstorbenen und mit , Resten von Bettstroh betheilt werden. Sie werden mich fragen, was macht die Lokal-Polizei, und warum schreitet sie nicht für sorgend ein? Sie sehen zwar überall Comitats-Haiducken und Stadtpanduren, die­selben haben aber Wichtigeres zn thun, als um den öffentlichen Dienst sich zu bekümmern, denn sie haben alle mit dem Privatdienste der hochmögenden Comi- tatsherren und gestrengen Magistratualen übergenug zu thun ; die ganze Function der Lokal-Polizei beschränkt sich auf das Paßwesen und auf die Einhebung der Standgelder bei Wochenmärkten. Ueberhaupt wird keine politische und judicielle Organisirung Ungarns,

sei sulche nun provisorisch oder definitiv, je den ge­wünschten Zweck erreichen, wenn nicht mit fremden Elemente aus anderen Kronländern das hiesige Beamt- wesen, oder eigentlich Unwesen, energisch aufgefuscht und nachhaltig verbessert wird.

Mcpâik $rmidmd>.

Paris, 7. Rov. Die „Demokratie pacifique" er­zählt daß bei der neulichen Musterung der 6 Caval- lerie-Regimenter zu Versailles der Präsident der 9uv publik alle Offiziere 311m Frühstück emgcladen und reichlich mit Ehampaguer traktiit habe. Auch hatte er jedem Regiment 500 Franken zum Ankauf von Wein geschenkt. Das genannte Blatt drückt sein Er­staunen über die Freigebigkeit des Elysce aus, dessen Geldverlegenheiten bekannt seien. — Einem anderen Blatte zufolge sind in diesem Augenblick die 45 Ka­sernen von Paris, die Baraken der 6 Lager, die de- taschirten Forts und die Kasernen des Weichbilds mit Truppen vollgepfropft. Man schlägt die Armee von Paris bereits auf 100,000 Mann an und sie wird täglich durch neue Zuzüge verstärkt. — Der General Cyangarnier läßt in den halbamtlichen Blättern die von einem Zeugen des Prozesses von Versailles ihm zugeschriebene Aeußerung, daß er sich um die Verfassung wenig kümmere, und daß die Pariser einen Kaiser brauchen, um sie zu striecheln, fär erdichtet erklären. Die radikalen Blätter machen darauf aufmerksam, daß der Zeuge, ein Nationalgarde-Capitän und achtbarer Eigenthümer, seine Aussage unter dem Eid gethan habe.

Paris, 10. Nov. Der Moniteur enthält in sei­nem nichtamtlichen Theil folgenden bedeutenden Arti­kel: Der Präsident sagte in seiner letzten Botschaft: „Ich will des Vertrauens würdig sein, indem ich die Konstitution, die ich beschworen, aufrecht erhalte." Diese Worte sind bestimmt, genau und vor jeder Miß­deutung gesichert; sie bieden fast die Formel seines er­sten Eides. Nichtsdestoweniger verschafft man dem Gerüchte eines angeblichen Staatsstreiches in gewissen Journalen, in den Salons; in der Versammlung, mit einem Worte, überall Glauben; man läßt, wie zu sei- ! nein Vergnügen, diese Drohung über dem Haupte der Personen schweben, die am Leichtesten zu beunruhigen sind; man stört böswillig die allgemeine Sicherheit. Wir sind ermächtigt, zu erklären, daß dies ein hinter­listiger Plan, eine treulose Verdächtigung gegen die Redlichkeit dessen ist, der nie sein Wort gebrochen. AEine Proklamation des neuen Polizeipräfekten Hrn. Carlier, worin er den Sozialismus zu bekämpfen verspricht, macht großes Aufsehen. (Mz. Z.) ;

Schweiz.

Genf, 8. November. Ein Blatt macht die Be­merkung, daß gegenwärtig der vertriebene Bischof Ma- rillcy die Geschicke Genfs in der Hand habe. Die

conservativc Regierung hatte ihn polizeilich aus der Stadt wegführen lassen, die radikale Regierung ver­band sich mit den andern Diöcesanständen, um ihn aus der Schweiz fortzuschleppen. Dieser Mann hat nun den Ausschlag zu geben, denn es wird nicht be- zweifelt, daß die Mehrheit der Katholiken stimmen wird, wie er es befiehlt. Man wird wohl gestehen müssen, daß das eine für die Stadt Kalvins höchst peinliche Sache ist. (Basl. Z )

B e è g t c tu

Brüssel, 9. November. Die Spielsaison zu Spa wurde mit Ende Oktober geschlossen. Nach Abzug al­ler Kosten hat die Bank einen Reingewinn von 509,000 Fr. abgeworfen, wovon die eine Hälfte den Actionaren und die andere dem Staatsschätze zufällt.

T ü r k e i.

Die englische Flotte war am Eingänge der Dardanellen erschienen. Vier russische Kriegsschiffe se- gJtcn am 25. Oktober nach dem schwarzen Meer, wie man glaubt, um dieses Ereigniß, so wie die stündlich erwartete Ankunft des französischen Geschwaders zu melden Die ganze russische Ostsee-Flotte ist bei Sebastopol vereinigt. — Nachrichten ans Per­sien, die man in Konstantinopel erhalten hat, schildern den Zustand des Landes als sehr bedenklich; in Tehe­ran soll cs zum offenen Aufstande gekommen sein, bei welchem ein einflußreicher uud fanatischer Mollah die Hauptrolle gespielt hatte. Auch hinter diesen persischen Unruhen witterte mau russischen Einfluß.

N 6 d) f d) H f t.

Marseille, 6. Nov. „Trauerode", welcher eben hier aukommt, bringt die Nachricht, daß Sir Strat­ford Canning der englischen Escadre den Befehl ertheilt habe, in die Dardanellen einzulaufen. Man fügt hinzu, daß die Nachricht wohl nicht ganz genau sei und es sich wohl nur um ein Aufstellen derselben vor den Dardanellen handele.

Der Ostindische Dampfer „Sultan", welcher vor einigen Tagen in Southampton von Konstantinopel ankam, brachte schon die Nacheicht, daß die englischen und französischen Flotten sich vor den Dardanel­len aufzustellen im Begriff seien. Es wäre da­her nicht unwahrscheinlich, wenn man die neuesten Nach­richten vom 25. und 26. aus Konstantinopel in Be­tracht zieht, daß jetzt der Befehl zum Einlau- fcn der Flotteil gegeben wäre. (Westd. Z )

Amtliche Nachrichten.

Dem Hauptsteueramts-Assistenten Hermanni zu Biebrich ist die Zollinspektion zu Rüdesheim übertragen worden.

Verantwortlicher Redakteur: I. Oppermann.

Bekanntmachungen.

Gmpfehl u n g.

Um möglichen Vorurtheilen zu begegnen, nach welchen so häufig den Fabrikaten des Aus­landes vor denen im Zulande gefertigten Arbeiten ein Vorzug unbegründet eingeräumt wird, erlauben sich die unterzeichneten Spritzcnfabrikantcn ihre Löschmaschinen, als Hand-, Trag- und fahrbare Saug-Feuerspritzen jeder Größe, für Privaten, Höfe und Gemeinden zum Ankäufe zu empfehlen, mit dem Bemerken, daß sie durch wohlgetroffene Einrichtungen für diesen Geschäfts­zweig, neben der Möglichkeit billige Preisansätze zu stellen, in den Stand gesetzt sind, allen Anforderungen der Neuzeit zu entsprechen.

Idstein, im November 1849.

Franz PA, Roth Sohn.

Verein pr Wahrung der Volksrechte.

Mittwoch den 14. l. Mts. findet eine Versammlung des Vereins int Nassauer Hofe statt, wozu die Mitglieder eingeladen werden. Nichtmitglieder können durch Mitglieder eingeführt werden.

Tagesordnung: Bericht über die Feier zur Erinnerung an RobertBlum und Vortrag über die Ursachen der Auswanderung.

Der Vorstand.

Frankfurt. Cours der Staats Papiere. Schluß der Börse.

Orfterrcich

ff ff st

Preußen

Bayern

Würtemb.

Baden

ff fl

f f

Cour

Den 12. November 184

Metalliques Obligalionc

Wiener Bank-Actien 500 fl. Loose . . .

250 fl. Loose von 1839 Bethmauttische Obligati

ff es

50 Thaler Prämien-Sä Staats-Schuld-Scheine Obligationen . . .

Ludwig-Kanal-Actien ii Bexbacher Eiscnbahn-Ac Obligationen . . .

Obligationen . . .

Lotterie-Anleheu a 50 35 fl. Loose vom Jahr

s der Wechsel.

4.

ii . . .

oneii . .

jeine . . â 105 .

el. d. v.

tien . .

fl. von 18

1845 . .

Kurze

Briese

C.

40

Sic

pEt.

5

4

3

2%

3

4 4%

3% 3%

4%

3%

5

3%

ht

Papier | 87% 68% 51% 45

1316 155 105%

71 81

89

85% 94% 81 98% 72

53% 32

Zwei Briefe

Geld 87 68 1 51%' 44%' 1306 f 154 1 105%'

Z 1 101 I 88%l

48 1 84%' 94%' 80% 97% 71V 1 53

L 31%!

Monat

T

4

8

'armstadl

kurhessen Nassau

fraukfnrt

Holland

Spanien

-Polen

Sardinien

(

Den 12. 'November 1849.

Obligationen........

Lotterie-Anlehen von 50 fl. . . . 25 fl. Loose........ Friedrich-Wilhelms-Nvrdbahn . .

40 Thaler Loose bei Rothschild . .

Obligationen........

Obligationen bei Rothschild . . . ditto 25 fl. Loose , .

Obligationen........

ditto von 1839 ....

ditto von 1846 ....

Taunns-Eiseubahn-Actien â 250 fl. .

Jntegr.-Obligativuen.....

Syndikats.........

Innere Schuld neue Obligationen . Ardoins incl. 14 Coup. .... Lotterie-Loose 300 ......

ditto 500 ......

36 Frs. Loose bei Gebr. Bethmann

Hold- und Silber-Sorten.

pEt.

3%

4

4

5 3%

3 3% 3%

2% 3%

3

4

Papier 1 82% 1 88%! 72 27% 53 34%

101% 85 25% 80% 93% 89%

296 53%

26%

112 81% 32%

fl.

Geld

81%

71%

27%

52%

31%

101%

84%

25% 79

92%

88%

293

53% 83

26%

80% 32%

fr.

Neue Louisd'or............ Friedrichsd'or............. Ducateu ..............

20 Frank-Stücke

Holländische 10 fl. Stücke........ Englische Souverains.......... Laubthaler ............. Preußische Thaler........... 5 Franc-Thaler............ Hochhaltiges Silber..........

11

9

5

9

10

12

1

1

24

(Frk

6 51% 55 38%

2

4

45 22 30

f. I.)

Amsterdam, 100 fl. Erl. . . . Augsburg, 100 fl. Crt. . . . Berlin, 60 Thlr...... Bremen, 50 Rthtr. in Loutsd'or. Hamburg, 100 Mrk. Bco. . . . Leipzig, 60 Thlr......

„ in der Messe .... London, 10 Livr. St..... Lyon, 200 Fr......•.

Paris, 200 Fr...... Mailand, 250 Lir. Austr. . . . Wien, in 20r 100 fl. C.-M. . . DiSconto........

120

105

98%

105%

121%

95

95

93

100%

87%

110%

87%

121

2%

Druck und Verlag der C. Ritter'schen Buchdruckerei.

D e c r e t.

11196) Die llebcrschuldung des Ver­mögens der Wittwe des Jo. seph Kremer, geb. Regine Dorn von Eltville, insbe­sondere

fase. III.

die Liquidation der Forde­rungen betr.

Nachdem das Concurserkenntniß hiesigen Justizamts vom 25. Juli l. Z. rechtskräftig geworden ist, so wird Termin zur Geltend­machung dinglicher und persönlicher Ansprüche an der Concursmasse unter dem Rechtsnach- theile des von selbst eintretenden Ausschlusses von derselben bei unterzeichneter Stelle auf Donnerstag den 13. Dezember, d. I.,

Vormittags 8 Uhr, anberaumt.

Eltville, den 1. November 1849.

Herzog!. Nass Justiz-Amt Jung.

Geschäfts - Gesuch.

(1198) Es wird ein bestehendes Spererei- S» Colonialwaaren - Geschäft in einem frequenten Städtchen des Herzvgthums Nassau zu taufen oder zu miethen gesucht. Wo? saar die Expedition d. Bl. 1 B

(1190) 600 fl. sind gegen doppelt gericht- liche Sicherheit zu verleihen. Wo? sagt die Expedition d. Bl. J

(1175) 16000^1. und 4000 fl. sind

sogleich ganz oder getheilt zu verleihen durch Georg Wolf in Wiesbaden.