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wird das Urtheil vorkündigt. Es lautet aufTod durch Erschießen.

Mannheim, 17. August. (Bad.M.) Weder heute noch morgen finden im Badischen Standgerichtssitzun­gen statt, und zwar auf den Wunsch unseres Groß­herzogs, da derselbe morgen früh 9 Uhr in Karlsruhe seinen Einzug hält. Aus diesem Grunde geschah die Vollstreckung des Todesurtheils an Lehrer H ö fer auch so schnell und unerwartet, und zwar schon um halb 8 Uhr gestern Abend. Ergreifend war die Scene mit Hofers junger Frau, welche sich während der Prozeß­verhandlung ihres Mannes in der Nähe des Gerichts­saales aufhielt, einen glücklichen Ausgang noch hof- nd 'Als sie jedoch die Schreckensbotschaft vernahm, sich ihr Schmerz in einem Schrei des Entsetzens mrt, 16. August. Nach brieflicher Mitthei- rnistadt soll sich die großherzoglich hessische " den Anschluß an den Dreikönigsvertrag

* V D. 3.)

A . t schreibt man demHamb. Cor.":

(; i ^f.aK ir t. Die dieser Tage I «UHM^d v* von nur 200,000 fl. sin. 3 nm^i *v 'mdMf meinte, da man -Liste von 60,000 fl. bebe.. Ein­künfte von der Spi/ r ,^0 fl. betrugen, dieses .J> >> v.. .ad,.re,s - ^c-rtü-wur- den, sei er außer St >nde zu-<< ^Li hd^i einem anderen Schreiben f cs: Das Fr jr^iiH^ffen- Homburgs ist vot beyimbr' 'aunvâhin zu berichten, daß die htuS- we.n 1,200,000 Fl. beträgt, und da^, . ,. ./' s, caß in wenigen Ta­gen die Sache arrangirt u . *"' wird; so vertröstet man wenigstens die Coup -Besitzer.

Aus Hohenzollern- fingen,., 8. August. Wie sich unser guter, alter ^Mnzoflern wohl vorkommen mag? Vor wenigen Monden flatterte eine riesige schwarz- roth-goldene Fahne von seinen Zinnen ins Ländchen herab. Heute weht eben so riesig die schwarz-weiße oben. (Schwarzw. B.)

Stuttgart. Der Abgeordnete Scherr, der nun anch, gleichzeitig mit Becher, steckbrieflich verfolgt wird, ist glücklich in der Schweiz angekommen, wo ihm eine Professur an der Züricher Hochschule in Aus­sicht steht. (St. B.)

Reutlingen. (Demokratische Rache.) Dieser Tage hatten zwei junge Männer, die nach Abstam­mung und Grundsätzen entgegengesetzten Parteien an­gehören, einen politischen Streit. Eine Rede des De­mokraten brachte den Andern so in Harniscb, daß er ihm einen Schlag ins Gesicht versetzte. Der Belei­digte drohte mit gerichtlicher Klage. Als aber der Beleidiger, erschrocken über die etwaigen Folgen seines Vergehens, zu unterhandeln anfing, erklärte der Be­leidigte, daß er sich zufrieden geben wolle, wenn Je­ner zur Unterstützung der badischen Flüchtlinge einen Betrag von 11 fl. leiste. Die 11 fl. sind richtig dem Ausschuß übergeben worden. (St. D.)

Altenburg, 13. August. (N C.) In der heuti­gen Sitzung unserer Landschaft wurde die deutsche Verfassungsfrage mit 19 gegen 9 Stimmen dahin ent­schieden : 1) daß das Herzogthum Altenburg dem zwi­schen den Königreichen Preußen, Sachsen und Hanno­ver unterm dem 26. Mai d. I. abgeschlossenen Bünd- niß, so wie dem damit in Verbindung stehenden provisori­schen Bundesschiedsgericht beitritt; 2) daß die Reichs- verfassung, so wie sie vorgelegt ist, oder schon mit einem demnächst zu berufenden Reichstag vereinbart wird, für das hiesige Land Gesetzeskraft hat; 3) daß zu diesem Reichstage, was das Staatenhaus anlangt, nach Maßgabe der Reichsverfassung, was das Volks­haus aber anlangt, nach Maßgabe des Wahlgesetzes und der dazu gehörigen Ausführungsverordnung die Abgeordneten für das Herzogthum gewählt werden.

Der Meininger Landtag ist am 11. August a ufgelö st worden, weil er den Anschluß an den Drei­königsbund abgelehnt hat.

Hannover, 13. August. Gravenhorst, der einen hannover'schen Wahlbezirk in der Paulskirche vertrat und wie die meisten Hannoveraner zum linken Centrum gehörte, sollte von seinen Vorgesetzten nicht un­bestraft bleiben. Er ist zweiter Professor und Inspektor an der ausschließlich für den Adel bestimmten Ritteracade- mie zu Lüneburg; die ihm vorgesetzte Behörde, die Kloster­kammer, soll ihn zur Verantwortung über seine Thä­tigkeit in Frankfurt aufgefordert, ihm seine Stelle als Inspektor entzogen haben und ihn nicht ferner als Lehrer an jener Anstalt lassen wollen. Gravenhorst beschwerte sich über dieses Verfahren bei dein Mini­sterium der geistlichen und Unterrichtsangelegenheiten und dieses hat die Maßregeln der Klosterkammer miß­billigt und ihn im seiner Stelle als Inspektor aufs Neue bestätigt.

Es geht aus dieser Thatsache hervor, daß die Re­gierung die Lehrer nicht zu den Staatsdienern rechnet, da Justiz- und Verwaltungsbeamte, die in der Pauls­kirche waren und mit Gravenhorst dieselbe politische Ueberzeugung vertraten, bekanntlich bittere Verweise dafür erhielten, denen der Amtsassessor Groß von Leer mit seinem Ausscheiden aus dem Dienste antwor­tete. (Wes.-Z.)

Nürnberg, 15. August (N. Kur.) Den Vorstän­den des hiesigen Arbeitervereins wurde heute vom k. : Stadtkommissariate mitgetheilt, das der Arbeiterverein ; aufgelöst worden sei.

Würzburg, 17. August. (W. Z.) Dr. Herter i ch, praktischer Arzt zu Rothenfels, wurde verhaftet und hierher gebracht.

Aus Westphalen, 14. August. (K. Z.) Herr von : Vincke hat wirklich, seinem Rechtsstandpuncte gemäß, seine dem Laudrath von Holzbrink angezeigte Ableh- nung der auf ihn gefallenen Wahl für die zweite Kammer in Berlin damit motivirt, daß nach sei­ner Ueberzeugungdie gegenwärtig in faktische An­wendung gekommenen Wahl-Bestimmungen im offenba- ; ren Widerspruch stehen mit der Verfassung vom 5. ! Dec. q., welche nach Paragraph 106 desselben ohne die vorherige Zustimmung beider Kammern durch ein­seitige Anordnung Sr. Mäj. des Königs nicht abge­ändert werden kann." Zum deutschen Reichstage aber wird derselbe ohne Zweifel das Mandat anneh­men , da ihm sein in Frankfurt stets festgehaltener Standpunkt erlaubt, in der Verwerfung der Verfas­sung vom 28. März einen Rechtsbruch nicht zu er­blicken.

Magdeburg, 15. August. (K. Z.) Die Samm­lungen für die in der Schweiz verwundet und krank | darnieder liegenden deutschen Flüchtlinge haben in Mag- deburg so günstige Erfolge, daß binnen wenigen Ta­gen z. B. dem Pastor Uhlich 133 Thlr. zu dem ge­nannten Zwecke übergeben wurden.

Berlin, 15. August. Herr von Radowitz ist zum Commissär der Regierung ernannt worden , um der zweiten Kammer nähere Auskunft über die in der deutschen Sache gepflogenen Unterhandlungen zu geben.

Die Reorganisation der Bürgerwehr in Berlin hat einstweilen cessiren müssen bis zur Revision des Ge­setzes durch beide Kammern, da es in der vorliegenden Gestalt unausführbar erscheint.

Berlin, 15. August. (N. D. Z.) In unserem Mi­nisterium, in dessen Schooß überhaupt die deutsche Frage Gegenstand der heftigsten Diskussionen ist, hat nun auch die Wahl des zur Abhaltung 'deS Reichstages zu bestimmenden Ortes Stoff zu divergirenden Meinun­gen gegeben. Die Manteuffel'sche Partei beharrt bei ihrer schon früher ausgesprochenen Ansicht, der Reichstag solle in Erfurt tagen, wenigstens der erste. Als Haupt­grund macht sie dabei die entschiedene Abneigung der andern Staaten gegen Verlegung des Reichstages nach Berlin geltend; man müsse jeden Schein einer beab­sichtigten Hegemonie vermeiden, und das um so mehr, je mehr man dieselbe in Wahrheit haben wolle, und auch durch den ©oitberbunb erhalte. Es komme jetzt vor allem darauf an, den Reichstag zusammenzubrin- gen und zu diesem Behufe müsse man den kleinen Staaten solche Konzessionen machen, die um so weni­ger gefährlich wären, als ja alles nur provisorisch sei und die definitive Gestaltung eben von den Reichs­tags be sch lüssen äbhänge, auf deren Inhalt Preußen ja doch stets einen überwiegenden Einfluß üben werde. Die Gegenpartei, an deren ernsthaftem Willen, einen Reichstag zu Stande zu bringen, die böse Welt trotz der feierlichen Versicherungen der Eröffnungsrede zwei­felt, macht merkwürdiger Weise gegen Erfurt zuglech einen demokratischen und einen antidemokratischen Grund geltend. Einmal nämlich behaupten sie, Erfurt, das noch weniger Volksleben habe als Frankfurt, lasse die verstärkte Wiederkehr der in Frankfurt an den Tag getretenen Erscheinungen: Jsolirtheit der Reichstags- Mitglieder, Abgeschlossenheit von den belebenden Strö- müngen der Meinungen, daraus entspringendes Ver­kennen der thatsächlichen Verhältnisse, Verfahren in unfruchtbare Theoricen, befürchten. Anderer Seits da­gegen macht dieselbe Partei geltend, in Erfurt als Mittelpunkt der demokratischen Bewegung Thüringens werde die Reichsversammlung vor dem Eindruck der äußeren Umstände nicht sicher genug sein. Endlich wird anch die Nothwendigkeit des unmittelbarsten Zu­sammenhanges mit dem preußischen Kabinet und der Mangel an Räumlichkeiten von dieser Partei gegen Erfurt und für Berlin geltend gemacht. Gegen letz­teres aber macht die Manteuffel'sche Partei gerade den Einwurf, es sei von dem Tage beider Versammlungen eine zu große Aufregung in Berlin, vielleicht auch stö­rende Konflikte zwischen den beiden preußischen und den beiden Reichskammern zu fürchten. Der Streit ist im Kabinet noch nicht entschieden und wird es auch so­bald noch nicht werden, da ja auch die anderen Mit­glieder des Sonderbundes zu hören sind. Einstweilen hat aber der Minister des Innern bei der Erfurter Stadtbehörde durch Vermittlung der Magdeburger Re­gierung anfragen lassen, ob 600 Wohnungen' zu be­schaffen sind.

Berlin, 16. August. (Nh.- u. M.-Z.) Die Wie­ner Post ist wieder ansgeblieben Reisende aber brin­gen die bestimmte Nachricht mit, daß die Ungarn am 7. d. M. Morgens in Pest h einger ü ck t sind. Die Bestürzung in Wien ist ungeheuer. Auch in Bres­lau ist die neueste Wiener Post ausgeblieben»

Hamburg, 13. August. Heute wurden die ans Schleswig-Holstein zurückkehrenden Preußen, in Hiesiger- Stadt durchgeprügelt.

Hamburg, 14. August. Aus den gestern Abend hier stattgehabten Erzessen sind 71 Verwundungen und darunter 11 schwere angemeldet. 3 U h r Nach­

mittags Weitere Erzesse haben seit heute früh 3 lllir nicht stattgehabt. Heute Abend soll noch ein Bat- tartton preußischer Infanterie hier eintreffen__9 U h v bc fr fr- Vis diesen Augenblick ist keine Ruhestörung vorgefallen, obgleich eine große Menschenmenge in der Dammthorstraße versammelt ist. (Fr. I.)

Schleswig, 13 August. Gestern sollen Bonin, Eulenburg und T-llisch in Holms zu einer ersten Con- ferenz versammelt gewesen sein. Man versichert, daß erne Verständigung bis zur Einsetzung der Regierungs- Commsssion auf so große unvorhergesehene Schwierig­keiten gestoßen ist, die aus der Unausführbarkeit des Vertrags entspringen, daß nicht unwahrscheinlich nock- lange Zeit hingehen kann, bevor cs möglich wird, die Negierungskommission einzusetzen, wenn dies überhaupt je möglich werden sollte.

Aus dem Sundewittscheu, 14. August. Nachdem die schleswig-holsteinischen Truppen über die Eider zurückgegangen, hatten die Dänen sich bereit erklärt, die beiderseitigen Gefangenen am gestrigen Tage, Nach­mittags 5 Uhr, bei Düppel auszuwechseln. Wennauch die Kunde davon erst später hierhergelangte, so waren doch sofort Anstalten getroffen, um die heimkehrenden Schleswig-Holsteiner festlich zu empfangen. Aus dem ganzen Sundewitt, so wie aus den "Nachbarstädten Flensburg und Apenrade waren Schaaren herbeige- strömt, um die theuern Landsleute, die mannhaft ge­kämpft und geduldet hatten, zu bewillkommen. Et­was vor 5 Uhr langten denn auch auf 230 Wagen die gefangenen Dänen an, und begab sich der Führer der dieselben escortirenden preußischen Husaren zu den feindlichen Vorposten mit der Meldung, daß deutscher­seits die Auswechslung vor sich gehen könne. Allein siehe da! Die Dänen hielten" es für rath, am, von dem geschlo ssenen Vertrage abzugehen, und verweigerten die Auslieferung der deutschen Ge­fangenen, unter dem augenscheinlich nichtigen Vorwande, daß, so lange keine schwedische Besatzung in Flensburg sei, die Auslieferung nicht statt finden könne, weil sonst Unordnungen zu besorgen wären. Sie blie< ben bei ihrer Weigerung, obgleich ihnen bemerklich ge­macht ward, daß die Gefangenen der festgesetzten Marsch­route gemäß Flensburg gar nicht berühren würden, und mußten unter diesen Umständen die dänischen Ge­fangenen, reichlich 1200 an der Zahl, die über diese neue Perfidie gleichfalls sehr unwillig waren, wie­der fortgebracht werden, um in Gravensteni, woselbst für ihre Aufnahme natürlich keine Anstalten irgend einer Art getroffen waren, in verschiedenen Scheunen untergebracht zu werden. Es ist dies ein neuer Beleg für die pimica fides der Dänen. (H. B.)

Ungarn.

Die Wiener Zeitung veröffentlicht ein siebentes Ar­mee bulletin des F.-Z.-M. Haynau, datirt vom Haript- quartier Szegedin den 5. August; 12 Uhr Nachts. Die Magyaren wurden am 5. August, um 4 Uhr Nach­mittags, in ihrer Stellung vor Szöreg und Osz-Jvany, wo sie sich verschanzt hatten, angegriffen und waren bei Sonnenuntergang von allen ihren Schanzen und vom Damme vertrieben und im vollen Rückzüge. Wäh­rend der Verlust der k. k. Armee auf 1615 Todte und 95 Verwundete, worunter Generalmajor Benedek, angegeben wird, ist der Verlust der Ungarn natürlich sehr bedeutend, das Schlachtfeld ist mit Todten und Verwundeten bedeckt, und schon waren 400 Gefangen- eingebracht. Feldmarschallicutenant Ramberg hat mit dem 3. Armeekorps den Theißübergang bei Kanisa er­zwungen , und die nunmehr konzentrirte Armee wird den 6. August zur weiteren Verfolgung des Feindes auf- brechen. Ein russisches Bulletin meldet einen Sieg (?) bei Schäßburg am 31. Juli, wobei Bem, total geschlagen (??) und durch einen Lanzenstich verwundet, nur mit Mühe vor den Kosacken sich gerettet habe. Auch hierbei verloren, wie das Bulletin sagt, die Un­garn über 1000 Todte , die Russen nur 44!

Um diesenSiegesbericht" zu vervollständigen, tra­gen wir nach, daß Haynau am 8. Aug. sein Haupt­guartier in Lovrin, am 9 vielleicht schon in Te- meöwar (!!!) gehabt haben soll. Der Lloyd bringt dazu noch die Botschaft, daß zuverlässigen Nachrichten zufolge der Banus den Uebergang über die Donau bewerkstelligt und Perlaß nach kurzem Gefecht am 8. August besetzt habe.

Eine Bestätigung dieser Siegesnachrichtcn, die in Wien selbst nicht rechten Glauben finden, müssen wir abwarten. Die Ungarn an der Donau sind wohl­auf und munter; sie streifen bis vor Preßburg, und man ist in Wien in vollem Glauben, daß sie einen Handstreich auf Wien im Sinne führen. Man er­zählt sich als bestimmte Nachricht, daß die Ungarn ant 7. August Morgens in Pesth eingerückt sind, und die Bestürtzung in Wien ist ungeheuer. Ob Görgey, ob Aulich von Stnhlweißenburg her die magyarische Haupt­stadt besetzt hat, ist ungewiß. Bei Serard im Vefpri- mer Comitate sammelt sich ein zahlreicher Landsturm, der von Koyuth persönlich aufgeboten wird, und die bravsten" Zeitungen geben seine Anzahl auf 30,000 an. Die bei Preßburg und Wieselburg konzentrir- ten Verstärkungstruppen sollten den 13. die Offensive ergreifen und gegen Raab' marschieren. (M.ZJ

DiePreßb. Ztg." vom II. August meldet: Das Haupt-Quartier des Comorner Cernirungscorps, wel­ches sich seit acht Tagen hier befand, ist gestern wie­der auf das rechte Donauufer gegen Raab zu trans-