rend, Gut und Blut an die Erreichung des schönsten Zieles der Menschheit —das ist die Freiheit — setzen!
Auch in unserer Gegend, wo man kaum angefangen selbstständig zu werden und sich frei zu fühlen, hat der Jndifferentismus seit der blutigen Unterdrückung der schönen Hoffnungen sehr um sich gegriffen; allein die Kreisrathswahlen haben gezeigt, was wenige für des Volkes Wohl Beseelten bei dem für Recht und Freiheit j empfänglichen Volke zu leisten vermögen. Nur Eine ' Wahl und die rechten Männer wurden gefunden. Mag ’ auch des Einen frühere Vergangenheit nicht ganz zwei- ; fellos sein, so hat er sich doch in neuerer Zeit mit Wort und That der Sache des Volkes angenommen; und da ihm praktische Kenntnisse für diesen Beruf nicht abgehen, und da er den Muth, für des Volkes Wohl zu streiten, wiederholt gezeigt hat, so können wir mit Ruhe seiner neuen Wirksamkeit entgegensehen. | Der Andere, ganz unabhängig, ein Biedermann im vollen Sinne des Worts, hat stets ein offenes Herz für die Leiden des Volkes gezeigt, und bringt vielen praktischen Verstand und eine Zähigkeit im Verfolgen der als richtig erkannten Ideen mit, so daß er gewiß das in ihn gesetzte Vertrauen rechtfertigen wird.
Berlin. Ueber die stehende Brücke schreibt die Parlaments-Correspondenz aus Berlin:
„Der Plan einer stehenden Brücke über den Rhein zwischen Köln und Deutz ist nun in technischer Beziehung durch den Oberbaurath Lentze ausgearbeitet. Die Brücke würde zwischen den Bahnböfen der Köln - Aachener und der Köln - Mindener Eisenbahn zu den Füßen des Kölner Doms zu liegen kommen und mit Eisenschienen zum Pferdebetrieb versehen werden, so daß sie zugleich für den Land- und ' Eisenbahnverkehr diente; es würde eine Hängebrücke mit zwei in der Mitte des Stromes befindlichen Pfeilern werden und zu ihrer Erbauung ein Aufwand von 1,800,000 Thalern erforderlich sein. Sie würde zunächst für den Eisenbahnverkehr den großen Vortheil des Hinübergeheus der von Minden kommenden Züge bis zum linksseitigen Bahnhof, und des Abgehens der Züge von dort nach dem Osten, mithin einer großen Beschleunigung und Erleichterung des ganzen Eisenbahnverkehrs an jenem wichtigen Uebergangspunkte gewähren, mithin der ganze Verkehr von Deutschland und dem östlichen Europa nach Frankreich, Belgien und England erheblich beschleunigt werden. Was sodann den Land verkehr betrifft, so würde, während bisher der Verkehr zwischen beiden Ufern, namentlich bei Hochwasser und Eisgang mehrere Tage, selbst bis zu einer Woche unterbrochen gewesen ist, künftig für alle Zeiten der Flußübergang gesichert sein: das Fuhrwerk würde für die wenigen Fälle, in denen noch der Auszug der Klappen zwischen den beiden Pfeilern nöthig bleibt, einige Minuten aufgehalten; die Fußgänger würden aber auch in diesen Fällen den Uebergang durch eine an den Spitzen der Pfeiler angebrachte Laufbrücke bewirken können. Der Schiffsverkehr endlich würde dadurch wesentlich^ gewinnen, daß in den bei weitem meisten Fälle die Schiffe, statt des jetzigen Aufenthalts durch das Ausfahren des Brückenjochs, künftig ohne allen Aufenthalt unter der Brücke durchfahren könnten; nur Schiffe, welche ihre Masten, oder Dampfschiffe, welche ihre Schornsteine nicht senken wollen, müssen das Aufziehen der Klappen zwischen den Mittelpfeilern abwarten.
Berlin, 29. Juli. Ein it Korrespondent von der Elbe in Nro. 169 der „Neuen Preußischen Zeitung" findet die einfach klare, verständige und gehaltene Pro- tcstation der schleswig-holsteinischen Statthalterschaft („der aus der Revolution hervorgegangenen Regenten") „voll Unverschämtheit und stammverwandter Logik". Er spricht von dem „Kothregen" aller der Zeitungen , welche den Waffenstillstand nicht gutheißen; er gaudirt sich nicht wenig über die „schmähliche Niederlage" der Deutschen bei Fridericia, und daß die Dänen ihnen vor Fridericia gegen ihre Großprahlerei ein probates Gegenmittel mit den Kolben auf den Rücken gegeben hätten. Er schimpft über die „unverschämten Ansprüche" der Schleswig-Holsteiner, und meint, nur Preußen habe es Schleswig - Holstein zu verdanken, daß es ein Heer habe ins Feld stellen können, welches wenigstens der Mühe werth gewesen sei, von den Dänen aufgerieben zu werden.
Berlin, 29. Juli. (Fr. I.) Die Dcputirtenwah- len, so weit deren Resultat aus den Provinzen bis jetzt bekannt geworden ist, sind nach Erwarten ausgefallen. Die Gewählten gehören überwiegend der äußersten Rechten an; nur die geringere Zahl ist aus den Reihen der, wie man hier zu sagen pflegt, gemäßigten Ultras hervorgegangen. Eigentlich konstitutionell gesinnte Männer, wie Camphausen und etliche schlesische und sächsische Deputirte stehen sehr vereinzelt da. Von hier angesessenen Bea.Uten sind in den Provinzen Prof. Keller, Prof. Riedel und Geh. -Rath. Ambron gewählt. Der Standpunkt des ersteren ist bekannt, der letztere ist ein geschäftskundiger Bureaukrat; Hr. Riedel ist ein Mann, der bei den Wahlen zur Nationalversammlung seiner Kandidatur dadurch Erfolg verschaffte, daß er sich als einen Verfolgten des vormärzlichen Systems darstellte und nachwies, wie er noch immer ohne Gehalt sei.
Hadersleben, 27. Juli. Man war sich in der Bürgerschaft einig geworden, keine eigentlichen Vorbereitungen für den Empfang unserer einziehenden
braven Krieger zu treffen, sondern Alles den Einzelnen zu überlassen, — aber um so herzlicher — wenn auch kunstloser - gestaltete sich der Empfang. Von Blumen überschüttet, und geleitet von weithin ' schallenden Hochs, zogen sie ein, die |o brav gekämpft für ihres Vaterlandes R e ch t, und die Hof- ; fentlich — also hoffen wir im Vertrauen auf Gott, in dessen Hand der Völker, wie der Einzelnen, ' Schicksale liegen! — nicht umsonst geblutet haben. Mögen die Freude strahlenden Gesichter unsrer ; Kinder für uns, denen dabei die Thränen in die Augen ‘ kamen, eine gute Vorbedeutung gewesen sein! — Auf ■ Morgen erwarten wir den Durchmarsch der letzten i schleswig-holsteinischen Truppen zu sehen, und Einige j behaupten, daß Morgen noch ein Bataillon, das 3., hier bleiben wird. (Alt. M.)
Stuttgart, 29. Juli. In einer Wahlversammlung zu Plieningen hat Hr. Gustav Pfizer als Bewerber „auf speziellere Anfrage hin", wie der Merkur berichtet, das letzte Wort, das die vaterländische Partei bis jetzt wie ein Schwert in der Scheide bewahrte, ausgesprochen: Anschluß an die preußische Verfassung. So sehr wir seinen politischen Gedanken verwerfen, so loben wir doch die Offenheit, mit der er seine Parteigenossen wahrlich tief beschämt; denn wie Wallenstein sein Bündniß mit den Schweden vor den Pappenheimern, so haben die Vaterländer, nur mit weniger Geschick und Geist, ihre Fahnenflucht zu den Preußen vor dem Volke zu verbergen gesucht, obwohl jedes Kind errathen konnte, daß ihre Prüfung und Vereinbarung, von der sie immer mit halber Stimme murmelten, auf nichts anderes hinauslanfen kann, als auf Preußen und die Oktroyirte, die freilich, wenn ganz Deutschland Herrn Pfizers Beispiel befolgt, keine oktroyirte mehr ist. Immerhin aber ist es anzuerken- nen, daß er wenigstens einem, wenn auch in unsern Augen verkehrten politischen, Prinzip huldigt und durch das Bekenntniß desselben am Vorabend der Wahlen entschieden mit der öffentlichen Meinung Süddeutschlands bricht, während die andern Philister hinter ihm nur die Farbe des Tages aunehmen und den Umständen ihre möglichst gedeihliche Rechnung tragen. Wir würden ihn deßhalb immer noch lieber in der Kammer sehen, als einen von den Halben seiner Partei, können ihm aber keine Aussicht prophezeien; denn der Kirchenglaube lehrt zwar einen unfreiwilligen Weg durch die Hölle und das Fegfeuer in den Himmel, nnd auch unserer Entwicklung ist — Dank dem 18. Juni — vielleicht noch ein unfreiwilliger Weg durch Preußen nach Deutschland beschieden; aber umsonst wird Herr Pfitzer unser Volk zu der unerhörtesten aller Wühlereien zu bereden suchen, daß es sich diesen Weg durch die Hölle in den Himmel freiwillig führen lassen solle. (St. Bcob.)
Wiesloch, bei Heidelberg, 28. Juli. Die Verhaftungen , Untersuchungen und Vermögensbeschlagnahme in der Stadt und dem Bezirksamt Wiesloch „wegen Theilnahme an der jüngsten Staatsumwälzung" sind bedeutender, als man früher erwartete. Nach dem Ausschreibeu des hiesigen Bezirksamtes vom 21. d. M. wurde einer nicht kleinen Zahl von Angeschuldigten die etwaigen Forderungen derselben mit Beschlag belegt und wird den Schuldnern derselben bei Vermeidung nochmaliger Zahlung verboten, an sie oder einen Dritten Zahlung zu leisten. Unter ihnen sind von hier der Bürgermeister nebst vier Gcmeinderäthen, der Apotheker Broner, der praktische Arzt Bronner und der Oekonom Bronner, und außerdem 17 Einwohner von hier. Von Baierthal: der Altbürgermeister und 6 Einwohner. Von Eichtersheim: der Altbürgermeister und 8 Einwohner. Von Eschelbach: 8 Einwohner. Von Horrenberg: der Altbürgermeister. Von Malsch: der Altbürgermeister und 2 Einwohner. Von Michelfeld: der Bürgermeister und 5 Einwohner. Von Mühlhausen: 2 Einwohner. Von Rauenberg.
3 Einwohner. Von Schatthausen: der Bürgermeister: Von Malldorf: der Bürgermeister und 7 Einwohner. (Fr. I.)
Mannheim, 1. August. Hr. Dr. Stehle, Redakteur des „Badischen Merkurs", ist aus Mannheim ausgewiesen worden.
Karlsruhe, 30. Juli. Das neueste Regierungsblatt enthält die Vollzugsverordnung des Finanzministeriums, die außerordentliche Vermögenssteuer für 1849 betreffend.
Rastatt, 27. Juli. Bei der ersten Aufstellung hat sich die Zahl der Kranken unter den Aufständischen in folgender Weise ergeben. Unter den badischen Truppen waren krank: 70 an Wunden, 80 an andern Krankheiten, von den Freischärlern 34 an Wunden und 30 an andern Krankheiten. Dazu kommen nun noch die in den Kassematten durch freiwillige Angabe ausrangirten Kranken, deren es im Fort B. bei der ersten Nachfrage 21 gab. Die Gefangenen sitzen in den Forts A., B. und C-, und zwar: Im Fort A. • Major Schott von der Bruchsaler Volkswehr; Haupt- ! leute Wagner, Franck; von der Lahrer Volkswehr, ! Hohbach, Hilbert, Bagof, Müller. Majore: Martin i von Renchen, Heilig, Götz. Unter der Mörserbatterie: Cuno Sander, Kriegsminister, Zimmermann, Sekretär, Major Elsenhans, Redakteur des Rastatter Festungsboten, Rosenberg (Hesse) und Balzer. In dem Blockhause sitzt der Stab, und zwar Oberstlieutenant Knoll, Major Corvin und Woynitzki, Hauptmann Dietz, Stabsarzt Welcker, Oberlieutenant Herrmann.
In einem andern Theile: Major Krauth beim ^^be, Oberlieutenant Hein, Corvins Adjutant, Ma- jor Wänker, Lieutenant Sigel, Oberlieutenant Maier
Hlldebranvt, Oberarzt Mößner, Lieutenant Acker, Major veiner und Mahler. In den Mörserkasemat- ten liegen : Geiwral und Gouverneur Tiedemann, Ar- tillcnedlrektor Fach, Major Peters. Von früheren g^oß.-erzogllchen truppen Oberst Beckert, Major Har- ten, und Oberst Biedeyfeld. Im Fort B. finden sich dle Offfzrere Heinsius, Lefevre, Böhning, Vittong, Simon, Buchlin, Elsenherz, Bechstein, Maier, Schlayer, Popowsky, Alexander Demeter, Weil, Petitjean — Franzosen, Polen, Griechen, Deutsche, Alles. durcheinander. Im Fort C. sind die Majore Lange und Biesele, so wie die Hauptleute Hack, Jsile, Bischoff, Klopfer, Böhler, Schäle, Buldusch.
Jm Fort A. befinden sich 94 Offiz, u. 2300 M., " " B. „ „ 48 „
" " E. „ „ 34 „
„ 1661
„ 1437
176 5398 „
Morgen beginnt die Untersuchung im Fort A.; die dazu ernannte Kommisson ist gemischt und werden von ihr nur die Urtheile über die Badenera gefällt. Seit der Uebergabe sind noch 240 Betheiligte aus dem Versteck in den Häusern arretirt worden.
Schweiz.
Bern, 29. Juli. Der Schweizer Bundesrath erläßt ein neues Schreiben vom 27. Juli an die Kantone, worin er sich beeilt, denselben zur Kenntniß ;U bringen, daß die französische Regierung sich endlich entschlossen habe, den aus der Schweiz fortgewiesenen politischen und militärischen Führern des badischen und rheinpfälzischen Aufstandes die Durchreise durch Frankreich, jedoch ohne Aufenthalt, zu gestatten, um sich nach denjenigen Staaten zu begeben, welche ihnen ein Asyl gewähren werden. (Bern. Z.)
Schaffhausen, 28. Juli. (D. Z.) Der während voller acht Tage scheinbar bedrohte Friede zwischen der Reichsarmee und der Eidgenossenschaft ist wieder hergestellt; so eben (Mittags 1 Uhr) reist der hessische Major du Hall von hier nach Donaueschingen ab, um dem Reichsgeneral die Nachricht der von ihm laut Vollmacht mit dem eidgenössischen Commissär abge- schlossenen gütlichen Uebereinkunft zu überbringen. Dem Vernehmen nach verwies nämlich der Bundesrath zu Bern die beiden von der Reichsarmee wegen der Besetzung von Büfingen an ihn abgeordneten Commissärc an den mit hinlänglichen Vollmachten versehenen eidgenössischen Commissär Obrist Stehlin zu Schaffhausen, bot zugleich, um allen Eventualitäten gewachsen zu sein, 24,000 Mann Truppen unter dem Comwando des Generals Dufour auf, und berief auf den 1. August die Bundesversammlung nach Bern. Herr Stehlin begnügte sich nicht mit dieser Verstärkung, sondern er rief, da die Truppenzahl der Reichsarmee in der Nähe von Büfingen immer stärker anschwoll, aufs Schleunigste noch einige tausend Mann verschiedener Waffengattungen aus den Grenzkantonen unter die Waffen. Unter diesen Umständen langte gestern Abend der obengenannte Major du Hall aus dem Hauptquartier Donaueschingen hier an, um wegen des freien Rückzugs der in Büfingen seit heute vor acht Tagen eingeschossenen Hessen zu unterhandeln. Er stützte sich vorzüglich darauf, daß man die Hessen den Rhein habe pafferen lassen, und daß es deßhalb unbillig sei, ihnen einen andern Rückweg vorzuschreiben; die Antwort, daß eine Ueberlistung oder selbst eine Unachtsamkeit unsrerseits noch keine Anerkennung des gegnerischen Rechts begründe, lag nahe. Nach langen Hin- uno Herreden wurde nun endlich heute Morgen Fol- i geudes stipulirt: Major du Hall, der Bevollmächtigte des commandirenden Reichsgenerals, bezeugt schriftlich den eidgen. Commissär, daß die Gebietsverletzung durch die hessischen Truppen unabsichtlich und aus Un- kunde geschehen, und daß keinerlei feindliche Absicht gegen die Eidgenossenschaft damit verbunden gewesen sei; — die hessischen Truppen werden, soviel möglich auf dem kürzesten Wege (nicht den Rhein hinauf), sich durch das eidgen. Gebiet zurückziehen, ohne Ablegung ihrer Waffen, jedoch im Geleit eines Detachements ' eidgen Truppen. So werden denn morgen wahrschein- ' lich die Hessen — nach einem unfreiwilligen achttägi- ' gen Aufenthalt -- Büfingen verlassen und sich durch ; die schaffenhausische Ortschaft Dörfingen nach den schon auf badischem Gebiete gelegenen Dörfern Nandeck und ; Gailingen begeben. Wie aufgeregt übrigens die ganze Bevölkerung der Grenzkantone wegen jener Gebiets- verletzung war, geht daraus hervor, daß hier in Schaff- Haufen und anderwärts die eidg. Truppen fast täglich sogenannte „ Spione und Landesverräter, die es mit dem Feinde hielten", gegen Insulte und Mißhandlun- ■ gen ihrer erbitterten Compatrioten zu schützen hatten.
Republik Frankreich.
Paris, 28. Juli. (Westd. Z.) Endlich ist es Odilon-Barrot, dem Renegaten und falschen Schrift- ! gelehrten, Sègur d'Aguesseau, dem Jdiotenführer und Advokaten des lichtscheuen Gesindels von pyramidaler Furcht, und allen großen und kleinen Aeug- sten, der Habsucht und Feigheit gelungen, die gedruckte ' Idee der Revolution todtzuschlagen: d. ^ 400 Stnn- I men haben gegen 146 den sogenannten Gesetzentwurf : gegen die Presse angenommen. Vergeblich wurden gestern von einigen kräftigen Schwimmern Besuche
