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(welcher freilich eine reiche Quelle für die Advokaten ' und Wucherer ist), daß die nominellen Eigenthümer der Güter, jetzt längst bankrott, dennoch Eigenthümer bleiben, obwohl sie kein Capital mehr besitzen, um den Boden bebauen zu laßen und Arbeiter zu beschäftigen. Es illustrirt der eine Umstand, die englische Hartnäckig­keit hinlänglich, daß im Grunde vermögenslose Indi­viduen sich mit dein (verschuldeten) Besitze brüsten und der Armuth und dem Hunger das Recht verweigern, sich Subsistenz aus dem Boden des Landes zu gewin- nen. Gesetze, welche den Verkauf des Landes in klei­nen Parzellen möglich machen, ohne die enormen, oft 30 bis 50 pCt. betragenden Kosten, könnten dein iri­schen Elende zum großen Theile abhelfen; aber hier ist die Aristokratie im Wege, welche sich nicht ihres Ansehens berauben lassen und lieber ihren Einfluß ohne Vermögen geltend machen, als das Land im Wohl­stände erblicken will. (Rh. V. H )

Neueste Nachrichten ans Baden

Karlsruhe, 21. Juni. (Allg. Z.) Ueber die gestrigen Gefechte gingen der hiesigen Zeitung fol­gende Nachrichten zu: Von dem Brückenkopf bei Germersheim wurde ein neuer Ausfall gemacht und die Unsrigen zurückgedrängt, so daß die preußischen Vorp Pen sich bis Bruchsal ausdehnten. Heute Mor­gen griff die Willich'sche Schaar, einige Hundert Mann stark, den an Zahl weit überlegenen Feind bei Karlsdorf an, drängten ihn mit Beibringung bedeu­tender Verluste zurück, mußte aber endlich der Ueber- maeht weichen und zog sich nach Friedrichsthal zurück, wohin unterdessen das Hauptquartier des Generals Szuaike, das gestern Nacht in Blankenloch sich befand, verlegt worden war. Sie zahlt keine Todten, nur einige wenige Verwundete. Später wurde Willich nach Weingarten zum Schutz der Eisenbahn detachirt, von wo er gegenwärtig gegen Bruchsal vorrückt, wäh­rend die Hauptmacht von Friedrichsthal ans den Feind bedroht und eine dritte Colonne am Rheinufer strom­abwärts in der Richtung auf Philippsburg zu dirigirt wird. Mieroslawski, der sein Hauptquartier nach hinreichender Deckung des Neckar-Ufers nach Schwetz­ingen verlegt hat, operirt von der andern Seite ge­gen denselben. So sehen wir in Kurzem einer Ent­scheidung entgegen, welche unter den vorliegenden Um­ständen als eine günstige zuversichtlich zu erwarten ist.

Oberst Tobian ist gestern an seiner Wunde ge­storben. Er war ein ritterlicher Charakter in den kräftigsten Jahren, ein ächter Pole, der in jeder Be­wegung Deutschlands einen Hoffnungsschimmer für sein unglückliches Vaterland erblickte, und daher freu­digen Herzens in diesen süddeutschen Revolutionskampf sich stürzte. Ich brachte am Tage vor seinem Abgänge zur Armee den Abend mit ihm zu, wo ihn eine selt­same Vorahnung seines nahen Todes befiel.

Heidelberg, 23. Juni. Heute früh halb 4 Uhr ertönte ein gewaltiger Kanonenschuß durch die Luft und mit Sonnenaufgang zog das preußische Heer mit klingendem Spiel in die hiesige Stadt und besetzte alle Hügel und Anhöhen der ganzen Umgegend, nachdem erst in oer verflossenen Nacht die letzten Massen der Freisâmaren mit Kanonen und Munitionswagen ab­gezogen waren. Einige Tausend Mann hatten sich schon früher aus der'Zerstreuung nach der Schlacht bei Philipsburg und Waghäusel hier wieder versam­melt und ihren Zug über das Gebirge, über Sins­heim, Bretten und Durlach nach Rastatt augetreten. In dieser Festung, sagt man, wolle sich Mieroslawski noch so lange als möglich halten und sie vertheidigen. Alle Spitäler liegen hier voll Verwundete. Gestern Abend legten die Pionire der Freischaaren noch ein großes Pulverfaß unter die hiesige Neckarbrücke, um selbe in die Luft zu sprengen, obschon die Bürger und ! der Gemeinderath sich diesem Beginnen nach Kräften I widersetzten. (Fr. I )

Speyer, 22. Juni. Die hiesige Zeitung berichtet: „Gestern fand ein, jedenfalls sehr bedeutendes Treffen im Badischen, besonders in der Gegend von Wiesen­thal, statt. Man hörte hier fast den ganzen Tag über den Kanonendonner und konnte, zumal mit Fernröhren auf erhöhten Punkten, selbst den Marsch einzelner Truppen-Abtheilungen beobachten. Alle bestimmte Nachrichten im klebrigen fehlen uns aber. Nach dem, was man bemerken konnte, suchten die über den Ger­mersheimer Brückenkopf auf das rechte Rheinufer ge­zogenen preußischen Truppen, welche bekanntlich eine sehr bedeutende Heeresabthkilung bilden, in nördlicher Richtung vorzudringen. Die Badener zogen sich an­fangs etwas zutück, empfingen dann aber ihre Gegner von einem Walde aus mit mörderischem Kanonenfeuer. Diese mußten eine sehr bedeutende Strecke weit zurück­weichen, wobei sie viele Leute, namentlich an Todten, verloren haben sollen. Des Abends aber, heißt es, seien die Preußen neuerdings, und zwar mit vollem Erfolge vorgeorungen, nachdem sie sich angeschickt hat­ten, die Badener mehr gegen das Gebirge hin zu um­gehen. Bei der hiesigen fliegenden Brücke selbst fand eine Kanonade statt; von den Badenern ward herüber, von den bayerischen Truppen hinüber geschossen, doch war das Ganze hier ohne weiteres Ergebniß.

Von der badischen Bergstraße, 22. Juni. (F. I.) Die badischen Truppen, welche gestern bei Philippsburg und Ladenburg angegriffen worden sind, wurden an beiden Orten geschlagen. Bei Philippsburg kämpften nur Preußen; bei Ladcnburg Preußen, Hessen und Mecklenburger.

Waghäusel, wo die bekannte Zuckerfabrik ist, wurde stark beschossen und ging größtentheils in Flammen auf; der Verlust der badischen und Reichstruppen wird verschieden angegeben. Zuverlässige Berichte fehlen

darüber ganz. Unter den Todten ist der junge Schlöffel, Sohn des Oberkriegscommissär Schlöffel nn Haupt­quartier Heidelberg. — Die Eisenbahn ist von den Reichstruppen besetzt.

Heidelberg, 24. Juni. (Fr. I.) Donnerstag, Freitag und Samstag wurde bei.Waghäusel, Sinsheim, Langenbrücken und Bruchsal gekämpft. Die Badischen zogen sich gegen Karlsruhe zurück. — Der Adjutant Mieroslawski's, Beust, ein ehemaliger preußischer Offi­zier, wurde hier gefangen eingebracht. Der- hiesige Bürgermeister Winter wurde von dem Civilcommissär Orf abgesetzt. Reifende, welche laus ^Karlsruhe hier eintreffen, melden, daß sich dort noch Alles in dem früheren Zustande befindet. — Trützschler und Hock, ein Führer von Freischaaren, sind heute von Mann­heim nach Schetzingen gebracht worden. Mehrere Ein­zelheiten über die letzten Tage in meinem nächsten Briefe.

Frankfurt, 25 Juni. (Fr. I.) Ueber das am 21. d- bei Philippsburg und Waghäusel vorgefallene Tref­fen kam uns gestern Nachmittag ein fluchtiges Schrei­ben eines unserer Berichterstatter an bemerktem Tage nach dem Kriegsschauplätze verfügt hatte. „Zwischen Wag hänsel und Philppsburg traf ich (schreibt derselbe) die Basischen in stetem Vordringen begriffen. Gegen 5 Uhr blies die Artillerie zur Ablösung, da ihre Ka­nonenröhren eine beinahe glühende Hitze erreicht hat­ten. In der Meinung, daß die in Reserve ausgestellte Artillerie dieses Signal vernommen, machte sie„Kehrt- euch," was die nächst angeschlossenen Abtheilungen für eine Retirade hielten nnd ebenfalls eine rückgängige Bewegung machten. Die ganze Armee wurde damit fortgerissen, und das war ihr unheilvollster Augen­blick. Die Reserve, die Munitinns- und Proviant­wagen sah man in eiliger Flucht. Mieroslawski stürzte sich den Fliehenden entgegen, trieb sie zurück, und stellte dadurch die Schlachtordnung wieder her. — Ich ging schleunigst nach Heinelberg, hörte aber den Kanonen­donner noch bis neun Uhr Abends. In Heidelberg angekommen, hatte sich bereits auch da ein Plänkler­gefecht mit einigen Hessen angesponnen, die sich jen­seits des Neckars am Berge sehen ließen. — In der Umgegend von Eberbach, nächst der würtembergisch- hessischen Grenze wär an. diesem Tage auch eine be­deutende Anzahl Baiern eingetroffen, und längs der württembergischen Grenze war Militär aufgestellt.

F r u ch t p r e i s c.

Diez, 24. Mai. Preis.

Rother Waizen.......15 fl. 57 fr.

Weißer Waizen.......11 fl. -18 ?r.

Korn..........9 fl. 5 fr.

Gerste.........7 f(. 8 fr.

Hafer..........5 fi, 10 fr.

Verantwortlicher Reoaklem : I Oppermann.

Bekanntmachungen.

Gdictâduns.

Nachdem über das Vermögen des Georg Philipp P lies und dessen Ehefrau, Elisabethe geb. Hömberger von Lipporn der Concursprozeß rechtskräftig erkannt worden ist, so wird hierdurch zur Anmeldung dinglicher und persönlicher Ansprüche an die Masse bei Meldung Ausschlusses Termin auf

Donnerstag den 19. JuLi, Morgens § Ahr, anberaumt.

St. Goarshausen, den 14. Juni 1849.

Herzoglich Nassauisches Amt

V o g I c r.

Grösster s®^l5ch ME •»« s DM Misch e AO ft. Loose.

Ziehung den 1. Juli MM.

Haupttreffer fl. 70,000. — fl. 20,000, — st. 10,000. — st. 3000. —

Niedrigster Treffer st. 101. — Loose coursmâßig bei

Wiesbaden, den 13. Juni 1849.

(723) Oertsmmt Krauss.

Fahnenweihe zu Montabaur.

(767) Sonntag den 1. Juli findet die Fahnenweihe des hiesigen demo­kratischen Turnvereins statt, wozu höflichst einladet

Der Vorstand.

(762) In der H. W. Nitter'schen Buchhandlung ist zu haben: ^^^^^^w^^ Das Dresdener Blutbad ^IA

Oder des Volkes Erhebung und Fall.

Eine treue Schilderung des Volkskampfes zu Dresden im Mai 1849.

(.762) Von einem Augenzeuge n. Preis 2 Ngr.

(302) In dem Hause der H. W. Nitter'schen Bilchhandlung ist der zweite und dritte Stock zu vermiethen und sogleich zu beziehen.

Einladung 311m Abonnement

auf den

Rheingauer Volksboten.

(749)“ Die Zeitschrift erscheint v. 1. Juli d. J. an wöchentlich zweimal einen halben Bogen stark in Winkel im Rheingau. Man abounirt bei der Redaction des Blattes Preis viertel­jährlich 36 fr. Inserate werden die dreispaltige Garmondzeile oder deren Raum mit Z fr. berechnet.

Winkel im Rheingau, den 19. Juni 1849.

Die Expedition des „Rheingauer Volt'sboteu."

(197) Fliedner & Comp. in New-Uork empfehlen allen deutschen Aus- wanderer», insbesondere den Cajüten- und Steerage-Passagieren, ihren neu eingerichteten Gasthof zum 6-s'^MLL'K^/s EE^esse, Greenwich Straße Nro. 82, nahe am North River. Bei den vielen Prellereien, denen so manche deutsche Emigranten in den hiesigen Gasthöfen ansgesetzt sind, kann es Jenen nur erwünscht sein, nach einer langen, beschwerlichen Seereise einen soliden Gast­hof zu finden. Wir bitten über unsere Realität und gute Bedienung bei der uns schräg gegenüber stehenden Agentur der deutschen Gesellschaft Nro. 95 Erkundigung einzuziehen, und keinem Makler Gehör zu schenken, da wir solche nicht unterhalten.

New-Nork, den 24. November 1848.

Flèe eine è* H' Uemtp.

(766) Ich bringe hiermit zur öffentlichen Nachricht, daß ich ein Commissions-Lager in Flaschen und Fensterglas erhalten habe und berechtigt bin diese Waaren nach dem Fabrik- preiß abzugeben und lasse daher einen Preis der Flaschen beifolgen :

Halbmaas - Flaschen nach Nassauer- und Frankfurter Maas, gelbes Glas 100 Stück

8 fl. — kr.

Ditto Schoppen-Flaschen 100 St. 5 „ 45 „ Schoppen-Gläser sowie alle Sorten Wein-

Gläser werden auf's billigste abgegeben.

J. Bohrmann in Höchst a. M.

Empfehlung.

(765) Kelterschrauben jeder Art und Größe, (Eisen), wie auch Pressen für Schönfärber, Tuchmacher und Papierpressen für Drucke­reien von 60 — 70,000 Gentner Kraft verfer­tigt unter Zusicherung solider Arbeit und reller und billigster Bedienung

Wilhelm Knefeli, Langgasse Nr. 25.

Schwarz - Noth - Gold.

(763) Ohne die bewußte Annonce durfte ich keinen Brief erwarten ; die Annonce erschien Sanistag Abend, — der Brief war Sonntag um 8 Uhr früh in meinen Händen. Die Un­möglichkeit zur bezeichneten Stunde an Ort und Stelle zu sein, ergab sich von selbst. Kommenden Donnerstag Nachmittag von 5—6 bin ich auf dem Platze. Bei ungünstiger Witterung möge es bei der früher getroffenen Verabredung verbleiben.

(764) Diejenigen, welche Forderungen oder Zahlungen an den Unterzeichneten zu machen oder mit demselben abzurechnen haben, werden ersucht, dies baldigst zu bewerkstelligen.

G. Phil. Lippe in Wiesbaden.

(761) Zum täglichen Ausreiten auf mehrere Stunden werden 2 gute Reitpferde gesucht. Taunusstraße Nro. 37.

(748) 1300 fl. sind gegen doppelt gericht­liche Sicherheit auf Güter auszule hcn. Nähe­res in der Expedition d. Bl.

Druck und Verlag der C. Nitter'schen Buchdruckern.