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Frankfurt, 5. Juni. (F. I) Ein Reisender, Welcher, aus dem Badischen kommend, in vergangener Nacht in Heppenheim übernachtete, bringt die Nach­richt mit, daß man in dieser Stadt von 10 Uhr an Kanonendonner vernommen und daß heute Morgen die Sage daselbst^ging, das hessische Militär sei im Vordringen begriffen. Die badischen Streitkräfte sollen, nach den Anssagen dieses Reisenden, obwohl von dem besten Geiste beseelt, der heranrückenden Truppenmacht in numerischer Beziehung keineswegs gewachsen er­scheinen. (Im Widerspruch mit diesem Gericht er­zählen heute Nachmittag andere Personen, daß die Hess. Truppen eine rückgängige Bewegung gemacht hätten. Indessen ist die Bagage der mecklenburgischen Truppen, welche vor einigen Tagen von hier nach Darmstadt abgegangen war, heute Mittag wieder hier­her zurückgekehrt.)

Karlsruhe, 5. Juni. Die provisorische Negierung protestirt im Namen des badischen Volkes energisch gegen die Verhaftung F ickler's in Stuttgart und for­dert Genugthuung, sollte es auch mit den Waffen in der Hand sein. (Demnach ist die Bemerkung des Schwäbischen Merkurs, als sei Fickler auf Betrieb der provisorischen Negierung selbst verhaftet worden, eine ganz irrige Voraussetzung.)

Wien, 2. Juni. Ministerialrath Baron Geringer ist zum Leiter der Civiladministration in Ungarn er­nannt worden. — Se. Maj. der Kaiser haben sämmt­liche commandirende Generale aus den Provinzen zu einem Kriegsrathe nach Wien berufen. (F. 3)

Stuttgart, 4. Juni. Se. königl- Majestät haben in Erwägung der gegenwärtig zur großen Gefahr des Vaterlandes sich mehrenden Aufwieglungsversuche und ui Betracht der seit einiger Zeit um sich greifenden Erceffe von Insubordination ^nnd Zuchtlosigkeit bei einem — wenn auch kleinen — Theile des Militärs, im Einverständnisse mit dem Staatsministerium die Truppeukommandanten, sowie die Gouverneure der Garnisonsstädte mit der Vollmacht bekleidet, unter den in den militärischen Strafgesetzen Art. 167 bis 178 bezeichneten Fällen das St and recht zu verkün­den und ans führen zn lassen. Der Garnison zu Stuttgart ist unterm Heutigen hievon feierlich Er­öffnung gemacht worden. (Schw. M.-

Sicherem Vernehmen nach ist das in der hiesigen Stadt verbreitete Gerücht von einer Ministerkrisis uns begründet.

Gestern Abend kam eine Anzahl Reichstags-Abge­ordneter auf der Eiseubahn von Heilbronn hier an. Die Zahl der bei dem Burean Angemelveten beträgt heute Vormittag, halb 12 Uhr, etwa 60, worunter Vogt, L. Simon von Trier, Rappard, Fröbel, Schott. Die Zahl der bereits in der Stadt Anwesenden beläuft sich auf gegen 90. Heute Abend findet eine vorbc- rathende Versammlung statt.

Nachmittags 2 Uhr. So eben treffen etwa 20 Reichstags-Abgeordnete hier ein, unter ihnen: U hland, Federer, Rovinger, Frisch, Pfähler, Wigard von Dres­den, Umbscheiden re.

München, 4. Juni. Minister v. d. Pfordten brachte heute zur Kammer der Abgeordneten die Er­klärung unseres Ministeriums über die Berliner Ver­fassung. Die Regierung verweigert derselben ihre Genehmigung und schließt sich auch nicht dem Schntz- und Trutzbündnisse der drei Königreiche an. Der Grund dieser Nichtannahme ist, daß fast alle die Punkte derent­willen Ote Frankfurter Verfassung von unserer Negie­rung nicht anerkannt wurde, in der Berliner Verfas­sung verblieben oder, wie die Kaiserfrage, nur nomi­nell, nicht faktisch beseitigt wurden. Besonderes Ge­wicht legte der Minister auf den §. 1, durch den in der Berliner Verfassung Oesterreich Definitiv ausge­schlossen sei. Die Absicht unserer Negierung wäre, ob­wohl es dezidirt nicht ausgesprochen wurde, mit den drei königl. Regierungen den neuen Reichstag, nach dem neuen Wahlgesetze, einzuberufen und diesem dann das Vereinbaren anzufangen. (Fr. 3 )

Braunschweig, 30. Mai. Braunschweig hat nach der Neuen Preußischen Zeitung eine Erklärung ao- gegeben, nach welcher seine Truppen in Schleswig ferner nicht mehr unter dem Oberbefehle des Neick-ö- verwesers, sondern unter dem des Königs von P r e u ß e njie^en. (! ?j

Frankfurt. 5. Juni. (D. Z.) Herr Welcker hat seine Entlassung als großherzoglich baden'scher Bevollmächtigter genommen.

Warschau, 29, Mai. (Z. d. Ost.) Des Czaren hat sich schon seit längerer Zeit in Folge sichtlicher Kränklichkeit eine sehr trübe Stimmung bemächtigt, unter der seine Umgebung sehr leidet. Bei feiner jetzigen Anwesenheit tritt diese Geistesveränderung noch auffallender hervor, als früher; es äußert sich im Betragen gegen seine Umgebung ein Mißtrauen, daß diesem kräftigen, selbstvertrauenden Eharakter nie eigen war, und merkwürdiger Weise ist dieses Mißtrauen gerade gegen den am meisten rege, den er fast nie aus feiner --iahe entläßt — gegen Orloff. — Es unterliegt keinem Zweifel, daß der Ezar erst nach langem Kampfe sich zu der Intervention in Ungarn entschlossen hat und daß ihn der Ansganz dieses Krie­ges mit großer Beforgniß erfüllt; der Ezar ist viel­leicht der letzte, der die wahren Kräfte Rußlands über­schätzt, besonders nachdem er jetzt sich von dem Zu­stande seines Heeres persönlich hat überzeugen können. Wie ganz Europa über die Ausrüstung der russischen Truppen sich tauschte, so war auch er durch die ihm vorgelegten Berichte getäuscht. Mit Ausnahme der Garde und der wenigen Linien -Regimenter, die ihm

bei seinen Inspektions-Reisen vorgeführt zu werden pflegten, sind die Soldaten schlecht genähct, schlecht gekleidet und noch schlechter armirt. Mit Ausnahme der Jäger, die Büchsen mit Percussion führen, haben sämmtliche Infanterie- und Kavallerie - Regimenter noch alle Gewehre mit Feuerschlössern. Der Geist der Truppen, welche wir hier gesehen haben, ist kein kriegs- muthiger, kein siegesgewisser, — sie werden im Feuer stehen, sie werden kaltblütig dem Feinde entgegen gehen, aber der Enthusiasmus, der zum Siege führt, fehlt. Was den paaren nicht minder besorgt macht, ist die Volksstimmung im Königreich, und in Warschau selbst. Was auch in den deutschen Zeitungen über die Nieder­gedrücktheit der Polen geschrieben werden mag,ßes ist alles erdichtet, ein Gang durch die Straßen War- schan's nur, kann Jeden von dem Gegentheile überzeu­gen. Die Russen verkennen das nicht und die Kerker würden sich vielleicht jetzt füllen, wenn man nicht fürch­tete, durch solche Maßregeln das Ungewitter nur früher und fürchterlicher Heraufzubeschwören. Russische Trup­pen stehen im Königreich überhaupt, und in Warschau namentlich, jetzt nur wenig, vielleicht nicht mehr über o0- bis 60,000 Mann im Ganzen; — fortwährend werden zwar dnrch das Gerücht neue Massen ange­kündigt — von Tag zu Tag sollen sie eintreffen, aber von Tag zu Tag bleiben sie aus. —

Ans Ungarn. Endlich erfahren wir Näheres über das Treffen bei Trentschin, wo die Oesterrei­cher wieder hinter die Waag und gegen Tyrnau zu zurückgedrängt worden sind. Neun Stunden soll der Kampf gedauert haben. Auf österreichischer Seite com- mandirteu Hayn an und der aus Galizien durch den Paß von Dukla vorgedrungene, dann abgeschnittene und bis Trentschin gedrängte Geoeral Vogel; auf ungarischer Seite befehligte Dannenberg. Die Oestereicher erlitten durch die sie verfolgenden unga­rischen Husaren bedenkende Verluste. — Es wäre nicht unmöglich, daß wir recht bald von einer neuen Schlacht in derselben Gegend hören; denn die Russen rücken dort heran. General Rüdiger ist bereits in Ja­roslaw eingetroffen und rückt gegen Trentschin. Die russische Armee unter Paniutin ist unter das Kom­mando des F -M.-Lieutenants Hayoau gestellt; wo­gegen Hammerstein in Gblizien den Befehlen des russischen Marschalls Paskiwicz unterstellt ist. — Auch bei Raab an der rechten Seite der Donau, scheint eine Schlacht stattgefunden zu haben, da Rei­fende in dieser Richtung eine starke, anhaltende Ka­nonade gehört haben. —

Verantwortlicher Redakteur: J. Oppermann.

WekanntMachungen.

(G97) GeKarmtmachunS.

Aus der Concursmasse des Johannes Odem er in Lorsba ch kommen Freitag, den 28. Juni d. I., Vormittags 10 Uhr in der Gemeindestube daselbst zur Versteigerung

A. I in m obillen: ein zweistöckiges Fabrikgebäude, ein dergleichen Wohnhaus mit Mahlmühle von 2 oberschlächtigen Gängen, Scheuer, Stall und Holzschoppen; sodann 4 Wiesen; — und

B. M obilien: Maschinen zu einer Wollespinnerei und Weberei.

Hochheim, deu 30. Mai 1849.

Herzgl. Nass. Landoberschultheiserei

V i c t o r.

Volksversammlung

(699)

zu Ansbach, Amts Usingen Sonntag den 10. Juni.

Danksagung.

Wir untcneidmeten Passagiere an Bord des Schiffes Louisiana sagen unserem Agenten Aua Laas aus Bad-Ems für seine uns geleisteten Dienste unsern herzlichen Dank.

Wir können denselben nnsern nachfolgenden Landsleuten in jedem Bezug als tüchtig em- „seblen Auck fa^n wir Herrn H. J. A. Telghuys in Antwerpen unseren herzlichen Dank. Wir Erhielten aus Haas Versprechen von Herrn Telghups das schönste Schiff »n Hafen von Antwerpen.

Antwerpen, ^^^Mai ^ Catzenellnbogen. Heinrich Stotz aus Schönborn mit 9 Pers Carl Minor aus Braubach. Andreas Paul von Gutenacker mit 6 Pers. Joh. Carl Heickhaus, Joh. Ph. Strack, David Schmidt von Bromberg mit Familie unb Phil Leinr Zorn aus Mittershausen. Wilhelm Scholl, Jacob Zimmermann und Christ ^Srobt von Hahnstätten. Joh. Schäfer mit 9 Personen und Johann Heinrich Stotz von Schönborn. Elisabethe Wüst und Wilh. Hennemann 2r.

(Q37) Bei Friedrich Fleischer in Leipzig ist soeben erschienen und in der Buchhandlung

von H. W. Ritter in Wieobaden zu haben:

Dee deutsche Auswanderer

nach den vereinigten Staaten von Nordamerika.

Ein Lehrbuch auf seinen Weg.

Nach eigner Anschauung und nach den neuesten Quellen zusammengestellt von

Alexander Ziegler.

24 Bogen. Preis 24 Ngr.

Ein wahres Lehrbuch für den Auswanderer, der nichts, was ihm aus seiner neuen Laufbahn wissen nöthig ist, darin vermissen wird. Eigne Anschauungen und Studien an Ort und Stelle werden stets den Vorzug vor Compilationen aus Büchern verdienen, und diese hat der durch seine Reisen bereits vorthcilhaft bekannte Verfasser hier gegeben.__________________________________________

(“) Turnverein.

(696) Samstag, deu 9. Ium Abends 8 Uhr, findet eine Generalversammlung des Turnvereins im Nerothale statt, wozu die Mitglieder des Vereins dringend eingeladen werden.

Tagesordnung: Ablage des Rechenschaftsberichts über das letzte Verwal- tnngsjahr und Wahl des Vorstandes. Der Vorstand.

(679) Für die VolkSwehr

werden bei den Unterzeichneten Trommeln ir Qualität angefertigt, und nebst Zu gehör für die möglichst billigsten Preise abgegeben.

j Wiesbaden , am 1. Juni 1849.

C Wörner Kupferarbeiter.

L. Meckel |

(575) In der Literarischen Anstalt in Frankfurt a. M. ist soeben erschienen, und in den Buchhandlungen von H. W. Ritter und H. Fischer in Wiesbaden zu haben:

Reimchronik des Pfaffen Mauritius.

Caput IV. Elfen Hossuth !

Preis 24 Kreuzer oder % Thaler.

Dies neueste Heft der bereits in drei Auflagen vergriffenen Reimchronik darf ohne Widerspruch als das bedeutendste und poetischste der bisher erschie­nenen Hefte bezeichnet werden. Sein Ruf wird weit über Deutschland hinaus, in die Flächen des herrlichen Ungarlands hinab, segensreich wirken!

(698) Zwei Kakadu und ein Papagei ist im Schwanen dahier zu verkaufen.

(605) In der C. Ritter'schen Buch- druckerei kann ein wohlerzogener Junge, der mit den nöthigen Schul- Kenntnissen versehen ist, als Setzer­lehrling ausgenommen werden.

/ (670) Ein honettes Mädchen ans Frankreich welche etwas deutsch versteht und ihre Mutter­sprache sehr schon spricht, wünscht eine stelle als Bonne oder Ladenmädchen. Das Nähere ertheilt das Geschäfts-Bureau von Carl Leyen­decker, Marktplatz No. 38.

(691) In ein solides Barbiergeschäft kann ein wohlerzogener Junge in die Lehre auf­genommen werden. Das Nähere in der Ex­pedition b. Bl

Annonce.

(686) Jemand, der die Schnellcssigfabrika- tion auf das neueste, leichteste und vortheil- hafteste praktisch und ohne großen Kostenauf­wand anzulegen versteht, womit mehrere Sorten aus-, als inländische Essige erzielt werden können, ist nicht abgeneigt, Einrich­tungen deren gegen ein augemesseneS Hono­rar zu übernehmen. Besondere Vortheile werden mit anvcrtraut. Lusttragende belieben sich unter Adresse G. II. portofrei in Wies­baden zu wenden.

Druck und Verlag der C. Ritter'schen Buchdruckerei.