ladung einer Versunimlnng, die zu einem Oberhaupt ihre Zuflucht nehmen muß, Folge gegeben werde, von Fürsten, Lie au den Wänden ihrer Schlöfler umherspriugeu und beständig ausrufen: ,Ich lasse mich nicht medialiflrcu?" Wäre eine solche Neigung vorhanden, dann hätte Welker nicht nöthig gehabt, den Abscheu , über landesverrätherische Umtriebe auszusprechen. Wenn man : siebt wie die preußische Regierung in ihren Vorlagen an die i Kammern unsere Grundrechte annullirt, muß man besorgen, daß । der Absolitismus in Preußen noch weiter gehe. Man glaubt nun, daß durch unsere Verfassung diesem ein Damm entgegengesetzt und der preußische Staat in seine einzelnen Provinzen zerfallen würde. Wenn ich das glauben könnte, so wäre das auch für mich ein Speck. Ich glaube aber, daß durch das absolute Veto der deutsche Reichstag gelähmt und der Schwerpunkt des Absolutismus in die Berliner Nationalversammlung gelegt würde. Das preußische ErbkLiserthum würde Deutschland keine Einigung, sondern Spaltung und Bürgerkrieg bringen. Für Zeiten der Gefahr ernennt man einen Diktator' und bleibt ruhig beilammen und berathet fort. Das thun kühne und muthige Männer. Aber man ernennt nicht einen Erbkaiser und gibt die Zukunft des Vaterlandes Preis. (Stürmischer Beifall links.) Sie haben sonst immer vor übereilten Entschlüssen gewarnt nnd jetzt wollen Sie sich ins Bockshorn jagen lassen? Man sagt, der Eintritt Oesterreichs sei nicht möglich, weil ein Kaiserworl nicht zurückgenommen werden könne. Das war eine mittelalterliche Ansicht. In unserer Zeit aber ist schon manches Kaiserworl gebrochen und gedreht 'worden, und manches Königswort, und obgleich man gesagt, eS solle kein Papier zwischen Fürst und Volk sein; sind dennoch Papiere gekommen. Die österr. Note, welche den Eintritt der Gesammtmonarchie im Interesse des Absolutismus verschlägt, muß das Gefühl jedes ehrlichen Mannes empören. Aber die Schuld liegt an Ihnen, weil Sie das Programm des Reichsministeriums genehmigt und dadurch es sich unmöglich gemacht, die Hand in'den innern Verhältnissen Oesterreichs zu haben. Wir sagten Ihnen, wenn wir es litten, daß Wien untergehe und die Gesammtmonarchie sich konstituire, dann sei Deutsch-Oesterreich für Deutschland auf immer verloren. Wir haben gesagt, die Gesammtmonarchie werde sich auf das Princip des Absolutismus bilden und im Bündniß mit Rußland uns als Feindin cntgegen- treten; die österr. Camarilla conspirire mit Rußland. Hr. Unterstaatssekretär Bassermann versicherte dagegen, es werde in Oesterreich ganz nach constitntionellen Grundsätzen regiert. Nun kamen aber die bekannten Schreckensscenen, die Aufhebung der Preß- sreiheit und die Sprengung des Reichstags. Der Redner verliest dann die früheren Aeßerungen der H H. Wurm, Waitz und Deym gegen jede Ausschließung Oesterreichs aus dem deutschen Bunde. Ich rufe Ihne» zu — fährt er fort — was Graf Deym Ihnen znries: -Nehmen Sic, erobern Sie Oesterreich!" Die Niederdrückung der ungarischen und anderer Aufstände und die Einführurg der octroyirten Verfassung wird noch Jahre und mehr Kräfte erfordern, als Oesterreich besitzt. Der Kampf zwischen der Barbarei des Ostens und der Kultur des Westens ist nicht länger zu vermeiden. Sie werden anch in Deutsch-Oesterreich BuudeSgeiiosscn finden, wenn der Krieg durch die Nationalversammlung, und nicht durch einen preuß. Erbkaiser erklärt wird. Vergiften Sic diesen heiligen Krieg nicht durch ein Duell zwischen den Häusern Habsburg und Hohenzollern; soviel Neigung Ihre Seite unter Ihrem leider abwesenden ritterlichen Führer auch zu solchen Kämpfen haben mag. Lassen Sie es einen Kampf der Völker sein. Man hat gesagt, wir sollen nicht den Feuerbrand in das Haus der Nachbarn werfen. Wenn aber der Nachbar Haus aus Leichen baut und mit Blut kittet, dann ist es Pflicht, den Scheiterhaufen unter ihm anzuzünden, damit der Phönix des verjüngten Deutschland daraus hervorgehe. (Beifall links.)
Die Vertagung auf Montag wird verlangt und angenommen.
Wig ard und Konsorte» reichen eine Protestatio» gegen den über Vogt verhängten Ordnungsruf ein, indem die Kritik des Reichsministerinms jedem Abgeordneten frei stehn müsse.
Präs Simson: Ich habe unterschieden zwischen der Centralgewalt und den vorübergehenden Organen ihrer Wirksamkeit und werde diese Unterscheidung fcsthaltcn, so lange ich das Vertrauen dieses Hauses besitze. Hr. Vogt hat selbst anerkannt, daß ihm der Ausdruck „Eentralgcwalt" entschlüpft sey.
Vogt: Ich wollte sagen: Reichsmiuistcriilm.
Schluß der Sitzung 3 Nhr.
Deutschland.
△ Vom Westerwalde. Wenn ich Ihnen früher schrieb, man glaube sich auf dem Westerwalde außer der Sphäre politischer Nothwendigkeit zu befinden, so sehe ich jetzt ein, daß dieses Urtheil voreilig und ungerecht war; ich nehme es deßwegen, wenn auch nicht ganz, doch zum Theil zurück, denn schon setzt kann ich Ihnen von dem Fortschritt freier Gesinnungstüchtigkeit das Erfreuliche melden, daß auch die russische (östliche) Seite des Westerwaldes die mittelalterliche Hülle abzuschütteln beginnt, und von dem socialen Geiste unserer Zeit durchweht wird. — In den kleinen Städtchen und in den Dörfern regt sich ein neues, von der vormärzlichen Zeit sehr unterschiedenes Leben. Der besserstehende Bürgerstand, der mit dem Täglichen sich nicht abzuringen braucht, fängt an aufgeklärt zu werden und scheint sich von dem alten Brei trennen zu wollen. Es bereitet sich überhaupt eine wichtige, in ihrer fernen Entwickelung, für die Verhältnisse des nass. Nordens folgenreiche Veränderung vor. Der begüterte oder reiche Bürgerstand, wenn man von solchen Adjectiven überhaupt hier sprechen kann, steht keineswegs so scharf, wie bei Ihnen die höhe Bourgeoisie von dem sog. Proletariat, gesondert da. Schon seit lange wurde ein gemüthliches Zusammenleben als gemeinschaftliches Interesse erkannt, als eine Naturnothwendigkeit angesehen, der Liberalismus hatte es hier nicht erst nöthig den Leuten die Humanität einzuimpfen, wie cs bei Ihnen leider der Fall sein mußte. Zusammengeworsen auf einen, mit O. kauen beständig bewiudeten, wennauch nicht unfruchtbaren Boden, ist es hier schon seit lange Stiel, Respect vor dem arbeitsamen Landmann, vor dem fleißigen „Pöbel" (â la Hofzeitung) zu üben und bei jeder Gelegenheit den sozialen Zci'tsinn herauszuhängen. Wir haben cs also, wie Sie sehen, weniger mit den Einflüssen des hohen Adels nebst Anhang zu thun, unserm Aufblühen und Gedeihen stehen andere Hindernisse im Wege. Doch von diesen ein andermal.
Fragen Sie mich nach der Stimmung der Wester- wäldner, so stehe ich keinen Augenblick an, Ihnen ganz offenherzig zu gestehen, daß es um diese Gemüthsbewegung tranrig aussieht. Man blickt nach Wiesbaden und immer wieder sieht man nach Wiesbaden, aber von
dorther will kein Heil kommen. Man fragt sich erstaunt, wo sind die Versprechungen hin, die im Lenz so glänzten, auf deren Realisirung man sich so sehr freute, die man seit Jahresfrist mit deutscher Geduld so geduldig erwartete?! Glauben Sie aber ja nicht, daß man nicht wisse, wem man das abermalige Blühen des Baums der Aristokratie zu verdanken habe. Der Westerwäldner sieht der Sache auf den Grund, er weiß recht gut, daß das nassauische Europa sich dermalen, nicht ob es will, um eine Sonne drehen muß, deren piokurato- risches Licht ihm gar nicht vorsorglich erscheinen will. Kurz, ich kann Ihnen eben nicht verbergen, daß man hier mit Ihrem Scipio Märzrevolutionarius mindestens sehr unzufrieden ist. Doch stille davon, die deutschen Bürger könnten sonst die Presse „roh" finden.
Unauslöschliches wahrhaft olympisches Göttergeläch- ter hat hier den Streit Ihrer, auch hier vielgelefenen Freien Zeitung, mit den Helden des Untcrthanengesühls verursacht. O! ihr Unverletzlichen, wann werdet ihr des deutschen Anstands satt werden!! Fragte man sich doch allgemein, wodurch ist man so schwer beleidigt, so arg verletzt worden, daß man sogar zur Sühne die Demission des Redacteurs der „Freien" verlangen kann. O! ihr deutschen Petitions- und Adresse-Menschen! O, Recht hatte der g^oße Volksfrund, der, trauernd um das Vaterland auSrief: „Deutschland, du gehst unter durch Schreiber und Philister."
Ch. Braubach, 13. März. Am 7. dieses Monats erkrankte der Landesinteressebewahrer Leisler in unserer Kammer an dem Großma n n'schen Zartgefühl, einem bis jetzt fast ausschließlich in der Nass. Kammer beobachteten Leiden, was auf eine sehr V’rborbcne Luft in derselben schließen läßt. Nachdem eine Masse Mißtrauensadressen an seiner geharnischten Brust abgeprallt, wurde er plötzlich durch eine mit verhältnißmäßig nur wenigen Unterschriften ve: scheue, aber durch die Kammer ihm übe reichten Adresse verwundet, und sogleich erhob er sich zum Kampfe, den er mst dem Schwerge- schützfeuer der Prinzipien eröffnete und mit dein Kleingewehrfeuer der Autoritäten endete. Daß Leisler ein coniquentcr Jurist, und ein gewandter Advokat ist, weiß Jedermann in Nievern und Frücht; daß er aber auch auf dem Gebiet der Staatslehre, wie sie ein Washington und v. Jtzstei'i gelehrt und ausgeübt, bewandert ist, war uns neu, überraschend aber, daß er auf den Prinzipien dieser Volksmänner stehen wollte; bis jetzt glaubten wir, daß er die Ansichten derselben studirt habe, um dagegen zu stimmen, oder um zu lernen, wie man vor seiner Wahl freisinnig sprechen solle.
Die erwähnten Freihcitsmänner stellen den Grundsatz auf: der Abgeordnete erhält sein Mandat von seinen Wählern nicht für den bestimmten Bezirk, sondern er übernimmt die Pflicht, das gesummte Interesse deß Volkes zu vertreten. Aus diesem Satze will Hr. Leisler beweisen, daß er in der Kammer bleiben müsse, obgleich ihm seine Wähler ihr Mandat abverlangt haben, und zwar weil er durch das Mandat, wenn auch von nur wenigen ertheilt, die Interessen des ganzen Landes zu vertreten habe. Ein gewiß fepr logischer Schluß! Während seine Gewährsmänner nur den allbekannten mathematischen Grundsatz — das Ganze ist größer denn ein Theil desselben — in der Staatslehre auwenden, indem sie sagen, das Gesammtwohl überwiegt das Son- dertuteressf, das Staatswohl steht höher, als das eines Bezirks, das Wohl der Nation gilt mehr, als das einer Kaste, und dieses jedem Abgeordneten zu beachten rathen schließt der StaatSinteressebewahrer aus diesen Worten also: der Abgeordnete soll das Interesse deS ganzen Volkes vertreten, deswegen braucht er sich nach seiner Wahl nicht mehr um die Ansichten seiner Wähler zu kümmern. Diesen Satz zur Allgemeinheit erhoben, läßt sich so aus- drücken: die Abgeordneten eines Volkes haben sich um die Ansichten und Wünschen ihrer Wähler — des ganzen Volks — ganz und gar nicht mehr zu kümmern, können jeder einzeln die Interessen seiner Wähler mit Füßen treten; si' dürfen ja nur behaupten, daß sie das Gesammtwohl vertreten, mag auch das Volk das Gegentheil sagen. Eine schöne Aussicht für ein souveränes Volk, das von Abgordneten tyrannisirt werden kann.
Betrachten wir das Verhältniß des Abgeordneten zu seinen Wählern, so wird cs kein anderes sein, als das des Mandanten zum .Mandator — das werden sie nicht bestreiten können als Jurist — denn sie beauftragen ihn, ihre und deS ganzen Volkes Angelegenheiten auf dem Landtag, der Regierung gegenüber zu vertreten. Das Mandat ist aber ein auf persönlichem Vertrauen beruhender gegenseitiger Vertrag, und es liegt in der Natur der Sache und es ist im gesunden Menschenverstand und dem darauf basirten positiven Recht begründet, daß es dem Auftraggeber frei stehe, jederzeit den Anftrag zurückzuziehen; haben mehrere einen solchen gegeben, so kann jeder einzelne zu jeder Zeit kündigen, geschieht dieses von mehr als der Hälfte, so ist natürlich das Mandat erloschen; ebenso natürlich ist es, daß kein anderer als der Auftraggeber den Auftrag zurückziehen kann, mag sich das Mandat auch wohin immer erstrecken. Aus dem Gesagten erhellt, daß seine Wähler ihm ihr Mandat entziehen können, aus ihrem Verhältniß zum Volk aber folgt, daß sie es ihm entziehen müssen, da er die Interessen des Volks nicht nach seiner Zufriedenheit wahrt. — Es gehört übrigens, um einzusehen, daß es Pflicht eines Abgeordneten ist, abzutreten, wenn ihm von der Mehrzahl seiner Wähler das Mandat abverlangt wird,
viel weniger Verstand und viel weniger Ehrgefühl dazu, als wir dem Abgeordneten Leisler zugetraut haben. Es bleibt seinen Wählern, wenn er nicht freiwillig abtritt, nichts anderes übrig, als bei der Kammer zu beantragen, daß sie auf Grund ihrer Kündigung des dem Herrn Leisler gegebenen Mandats ^diesen Letzteren ausweise.
□ Katzenellenboqen, den 14. März. Die Demokratie macht in unserm Gaue die erfreulichsten Fortschritte, und zwar nicht, wie man so gern die Welt glauben machen möchte, nur unter den Besitzlosen, den s. g. rothen Lumpen. Am verflossenen Sonntag hat sich in Hahnstätten der democratische Verein gebildet, und in der augenblicklichen Beitrittszeichnung an 90 Mitglieder erlangt. Der Anschluß an den Nassauischen Democratenbund und die Genehmigung der Kirberger Statuten, sowie der Beitritt zum Märzverein wurden einstimmig beschlossen, und die deßfall- sige Erklärung an den Vorort nach Wiesbaden gesendet. Noch im Laufe dieses Monats werden verschiedene Ortschaften diesem Beispiele folgen, da alle unsere hiesigen Mitbürger von der Wahrheit des Satzes durchdrungen sind: Einigkeit schafft Kraft.
j. Aus der Provinz. Mit Vergnügen sind wir der Entrüstung gefolgt, mit der die Reichelsheimer ihren Arzt vertheidigen. Wir wußten es wohl, daß er alles Vertrauens würdig ist, und gerade darum haben wir jene Anzeige aus dem Frankfurter Journal angeführt. Diese Anzeige stand dort oft wiederholt, und es wundert uns nun, warum nicht auf diese Ankündigung schon der Haß sich geworfen hat, und man erst die Bekanntmachung in der freien Zeitung abwartete. Unser Zweck und Wunsch ist erfüllt, nämlich der, zu erfahren, daß jene Anzeige nur eine böswillige war, und daß der geachtete und achtungswerthe Arzt in Reichelsheim gerechtfertigt ist.
Was nun schließlich das Büreaukratic - Feindliche in Nr. 46 der Freien Zeitung betrifft, so sei bemerkt, daß wir nach wie vor einer jeden Büreaucratie Feind sein werden.
M. Herborn. Von allen Seiten wird über die Feier des 4 März in Nassau berichtet. Von hier noch nichts. Auch ist nicht viel zu berichten. Der politische Jndifferentismus ist hier auf seinen höchsten Gipfel gelangt, obgleich von hier zwei Abgeordnete in der Wiesbadener Kammer sind. Kein politischer Verein, welcher Farbe er auch ist, gedeiht. Um nun dieser Intoleranz aufzuhelfen, hat man, wie es heißt, die Bitte an einige Frankfurter Abgeordnete gestellt, hier eine große Volksversammlung zu halten, und wir sind begierig, vielleicht einige bedeutende Frankfurter Gäste von der Linken hier zu sehen. Hoffentlich gelingt es ihnen, der großen und wichtigen Bedeutung unserer Zeit hier den gehörigen Anklang zu verschaffen.
-H- Diez. In einem Artikel der „Nassauischen Allgemeinen" werden die Demokraten „Volkswohlthäter" genannt, weil sie auf dem Land herumgehen und demo- k atische Vereine stiften. Es scheint, als ob das so eine Art von Spott sein sollte, um aber zu sehen, wer denn wohl das Glück des Volkes am meisten will, so lassen Sie uns, werther Hr. / Correspondent, eine kleine Untersuchung anstellen.
Die Demokraten find Freunde des Lichts und der Wahrheit, und wenn sie demokratisch' Vereine gründen, so geschieht das blos deßhalb, um dem Volke Gelegenheit zu geben, sich über die politischen Zustände seines Vaterlandes belehren zn können, und in seinen Begriffen endlich einmal klar zu werden. Belehrung ist aber nur auf 2 Wegen möglich, entweder durch gegenseitige Besprechung oder durch Lesen. Um aber auf dem Wege der gegenseitigen Besprechung das Volk belehren zu können, ist es nöthig, daß man es versammle, und ihin in der Versammlung Aufschluß gibt über das, waS ihm zu wissen Noth thut, daß man ihin zeigt, wo die wunden Stellen am Staatskörper find, wie wenig man seither das wahre Wohl des Volkes im Auge hatte, wie man es nur zu selbstsüchtigen Zwecken benutzte, und oft 100,000 den Launen eines Einzelnen opferte, man muß ihm ferner sagen, daß jeder Mann, und er sei auch der Aermste im ganzen Lande, — denn Armuth schändet nie, wenn nicht selbst verschuldet — auf dasselbe politische Recht Anspruch zu machen hat, wie der Reichste, und daß es nie den Rock, den einer an hat, oder vas Amt, das einer bekleidet, achten darf, sondern nur den biederen rechtschaffenen Menschen, den schlechten aber muß es verachten, und st ckte er selbst im Ministerrock.
Erst wenn das Volk von diesem Gefühl durchdrungen ist, erst dann wird es möglich sein, wahre Freiheit zu erstreben und zu erhalten. Alles dieses wissen die „Volkswohlthäter" sehr wohl, und suchen ihr Ziel mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln zu erreichen, und deßhalb stiften sie Vereine auf dem Lande, deßhalb machen sie von dem Recht der treten Vereinigung Gebrauch, und deßhalb benutzen sie das unschätzbare Gut der Preßfreiheit. Und haben es die Demokraten dahin gebracht, daß das Volk durch Belehrung zu seinem moralischen Selbstbewußtsein gelangt ist, dann ist auch sein politisches Bewußtsein nicht mehr ferne, und es wird fortan kein willenloses Werkzeug mehr in den Händen der Reaktionäre, und sein Glück dauerhaft begründet sein. Sehen wir aber nun, auf welche Art Sie, verehrter Herr / Correspondent, das Wohl des Volkes zu erreichen suchen, so müßen wir schon nach
