in seinem Hause vorgesunden worden, und der Vater nur aus Rücksicht auf seine zahlreiche Fam'lie be- , gnadigt.
Genua, 5. März. Seit einigen Tagen sind mehrere Kriegsschiffe und Dampf-Fregatten (amerikanische, französische und englische) im hiesigen Hafen angelangt, wo sich jetzt nicht ein einziges sardinisch s Kriegsschiff befindet. In einigen Tagen erwartet man hier zwei Dampf-Fregatten von England, welche die sardinische Regierung so eben in Bl^ckwall, i ahe bei London, hat bauen lassen. (K. Z.)
Civita Vecchia, 3 März. Cicilien hat die ihm von Neapel gemachten Vereinbarungs-Vol schlage ver- j worfen.
KraKèreieh.
Paris, 11. März. Ein neuer Concurrent des Königs von Preupen. Der berüchtigte He!, zog Karl von Braunschweig leibet im Eril an der fixen Idee, man werde den Präsidenten Bonaparte nächstens zum demokratischen Kaistr von Frankreich und ihn (Den Herzog) zum Kaiser von Deutschland in F'ankfurt auö- j rufen. Um duseui Eikigniß naher zu stin, hat derielbe btschloffen, mit Sack uno Pack von London nach Paris überzusied.ln. Ein Haus ist bereits genuech t.
— Die Sitzung der Haute Cour in Bo.r./s vom 10. März macht daS größte Aufsehen. E stens denun- cirte Bla> gui den Hui. Carlier, die Seele unser r Po'i- I zeiwesr, der geflissentliche. Uebertreibung in feinen Berichten ans Ministerium und entlarvte ihn vonstandig. Zweitens deponilte der Zeuge Saniewski, 47 Jahr a.t, polnischer Flüchtling:
„... Am 11. Mai stand ich als Neugieriger auf ! dem Place de Bourgogne, um die Eingänge der Na- tionalveriammlung zu defchauen. Unter der Menge, die mich umgab, sah ich meh.ere Männer in Blousen, die i unter ihrer Verkleidung leicht als Nichiprol tarier zu elkennen. Zwei derse.ben erkannte ich alö diejen gni wieder, welche in die Natwnalweiksialtui der BatignolleS kamen, um die Arbeiter aufzuwiegeln. Der Eine trug eine alte Blouse ui.b sagte zu mit: „I dem Sie mich so angekleidet sehen, glauben Sie vicU.icht, daß ich Arbeiter bin? Stein, mein Freund, ich lebe von meinen Zinsen." Ich antwo tece ihm nichts. Schon früher, entsann ich mich, hatte ich diesen Menschen mit den Arbeitern trinken und lustig leben seyen. Ich war Z uge, daß er eines Tags 50 Frks für Essen und 1 Trinken bezahlte; selbst Champagner wurde geti unken, j ... Denselben Mann sah ich bald darauf im Hause der I russischen Gesandtschaft." (N.Rh. Z.)
Paris, 11. März. Die neuesten italienischen Journale theilen mit, daß der Oberbefehl über das picmon- t, fische Heer, welchen der polnische General Chrzanowski wieder niedergelegt hat, nun einem französischen General übertragen werden solle. Wenn Gerüchten Glauben zu schenken ist, die einigen Bestand gewonnen haben, so würde die plemouttssche Regierung darum nachzu. suchen, daß dem Genki al Oudinot gestattet we-de, einer Berufung an die Spitze des Piemont'fischen Heeres zu folgen.
Niederlande.
Katwyk an Zee, 8. März. Daö „Handelsblad" bringt unter Diesem Datum Folgendes: „Gestern ist hier ü! gespült der Hintertheil des Schiffes „Florida«", Capitân Whitmore, welches am 25. Februar von Ant
Man erfährt noch, daß die Aufhebung her .,Sla- vanka Lipa“ in Prag beschlossen sei, und daß bei ernstlichen Anzeigen von Unruhen daselbst der Belage- runaszustand über diese Stadt verhängt werden soll.
b (Allg. O.-Ztg.)
Laibach, 2 März. Die Paulskirche ist wieder um ein Mitglied reicher geworden. G stein wurde hier Graf Hodenwart jun. zum Abgeordneten für Frankfurt, und der Med. Dr. del Cott zum Ersatzmann gewählt.
Ungarn.
Aus Debreczin langte die Nachricht an, daß Kossuth und sein Anhang sich nach Szigeth in die Marmais begeben und noch vor seiner Abreise den Serbenanführer Stratimirooich zum Bau von Croatien und Woiwoden von Serbien ernannt habe.
Sicherem Set nehmen nach ist die neue politische Organisation für Galizien, sowie für die Bukowina bereits festgestellt. (O.-P.-A.-Z.)
I t a l i e n.
Mailand, 2. März. Abermals fanden hier zwei Hinrichtungen statt. Joseph Zoccheo, ein Piemonteser, und Lucas Piacentini, ein Mailänder, wurden heute früh er chossen, weil sie durch Geldversprechungen zwei Soldaten zu verführen versuchten, ihr? Fahne zu verlassen und in die sardinische Armee linjUhcKn.
(Gazz de Mil.)
Rom, 2. März. In der gestrigen Sitzung der Constituante gab der Minister Nusconi die Erklärung ab, daß inan von Teriacina her (voa der neapolitanischen Gränze) günstige Nachrichten erhalten habe.
Viertausend Griechen, die von Kopf bis zu Fuß wohl bewaffnet sind, haben sich der römischen Negierung zur Verfügung gestellt zum Kampfe gegen die Oester reicher. Sie ermatten nur einen Befehl n ;b das nöthige Geld, um die Steife anzutreten. Der römische Kriegsminister hat die nöthigen Eikundigungen eingezogen. Diese 4000 Griechen stehen in Epirus; sie werden auf dem römischen Gebiete, auf ihre eigene Kosten bewaffnet, anlangen. Jeder derselben wird mit seinem Gewehr, ein Paar Pistolen rind einem Säbel ausge- stattet sein. Sie werden denselben Sold erhalten, wie die römischen Soldaten. Die Kosten bet agen n cht über 28,000 Fr. Nach dieser ersten Sendung von Truppen wird Griechenland noch 2000 Kämpf r der italienischen Sache zu führen.
Die Nachricht vom Aufstande in Calabrien bestätigt sich. So viel ist sicher, daß der König von Neapel starke Truppentheile dahin abgeschickt hat.
Ein Schreiben aus Rom in der Turiner „Concordia" gibt das schlagfertige Heer der Republik auf 41,670 Mann an mit 54 Stück Geschütz und allein nöthigen Zubehör. Toskana ist nicht weniger thätig, u ib Piemont wird gewiß nicht daran denken, im Falle eines Krieges mit Oesterreich die Allianz der beiden Republiken entbehren zu können. Diese Lage der Dinge mag wohl hauptsächlich Schuld daran sein, daß Oesterreich mit seiner Intervention in Mittel-Jtalren zögert. ES will wahrscheinlich auf die Entscheidung der Dinge in Süditalien warten und sich auch erst in Venedig die Hände frei machen, auf welche St.dt nun endlich rin allgcmeiner Angriff erfolgen soll. Bedenklich mag Oesterreich auch die Gährung in d,r Lombardei Vorkommen, welche täglich zunimmt und durch die fortwährenden Hinrichtungen noch grsteigert wird. In Caravale wurde neuerdings ein junger Mann erschossen, weil eine Flinte
werpen nach New-Ao, k abgesegelt, auf der Sandbank long-sands an der englischen Küste gescheitert war. Aus dem Wracke befanden sich zwei männliche Leichen, die eine anschei end eines dreißig, Di* andere anscheinend eines vierzig Jahr alten Mannes. Der Kleidung nach gehörten bc.de d r arbeit nden Kl .sse an. Die Leichen trugen Spuren von mehreren Vmv mdüngen, die wahrscheinlich von den B st. «bürgen Der Unglücklichen , ihr Leben zu retten, herrühren. B'i der einen fand man eine Brieftasche mit goldenen V rzierungen und einen deutschen Brief mit cer Aoi esse: „Joseph Dtbetz in New-Io k", in welchem noch ein anderer d utscher Brief, aus Frankfurt datirt, eingeschlossen war. Ferner ein hebräisches Büchelchen, vermuthlich ein Almanach, einen deutsthen Miniatur-Almanach, ein beut ch I geschriebenes Einsch ffnngs- Billet, vom 17. Februar 1819 I datirt, welches den Namen des Passagiers, des Schiffes und des Capitäns entglitt, endlich einen dent'ch ge- ! druckten Contrakt für Passagiere und vier deutsche I Adreßkarten. B i der andern Leich' sand man ein Ta- schenm sser und ein B- utelch ai mit zw 'i Ei ssranken- stÜckk!'.
Weilburg. Ich höre, daß am voriaen Sonntag den 11. eine große Menschenmen e, Die sich am Zoll- i Hause zwischen Limburg unrObk' ti. senbach z i einer angeblich von mir abzuhaltenden Vol'svnsammlnng zu- I sammeiigefunden hatte, auf eine infame Weise in April j geschickt worden ist. Eine s.vrg'liche Entladung zur । Theilnahme fei am Zollhause angeschlagen gewesen und walk ich noch denselben Morgen zu Pferde an Ort und Stelle gewesen, um mein Erscheinen zu ve siche n. Da ich heute erst von DieserSeifammlung ülerhaupt etwas erfahre, und auch nicht einmal irgendwie eine Aeußerung hab. fallen lassen, a's würde ich vielleicht an d"m genannten Tage DOiten eine Bolksver samuilung abhalten, auch nicht zu einer solchen eingelade» worden bin, io mu^ ich vermuthen, daß eine geirisse in do tigen R gioiien spukende Partei absichtlich unser zu po irischem Leben kräftig er- । wachtes Landvolk auf so bübische Ait zum Besten gehabt hat, um Die Schuld dieser Betrügereien auf meine ! Freunde und mich fallen zu lassen, und die Landbewohner jener Gegend unserer Wirksamkeit und denBe- j strebungen des ganzen Vereins unzugänglich zu machen. * — Zur Verhütung solcher absichtlichen Mißvei ständnisse also mache ich darauf aufmerksam, daß unsere Einladungen zu Bolköversamm'ungen künftig durch schriftliche oder gedruckte, von hier aus in die einzuladenden Gemeinden abgeschickte, und von bekannten Mitgliedern ‘ unsers Haupt - oder der Zweigvereine unterzeichnete Plakate erfolgen werden. Gerau, Arzt.
Amtliche Nachrichten.
Lehrgehülfe Hendorf zu Münster, Herzogs, und und fürstl. Amts Runkel ist zum Lehrer in Wolfen- Hausen ernannt worden.
Der Crtmi"algerichtS Assissor Grimm zu Dillenburg ist zum zweiten Ciiminalrichter daselbst ernannt worden.
Verantwortlicher Redakteur: J. Oppermann.
Bekanntmachungen.
(336) Anonymen Artikeln gegenüber sollte man zwar die Jnserations-Gebührcn einer Erwiderung sparen; da viele meiner Bekannten aber mit den hiesigen Verhältnissen unbekannt sind, so muß ich doch ihretwegen Folgendes bemerken: Daß ich nicht wegen der Worte „Volksso uveränetât" und „persönliche Freiheit" den Sitzungssaal des deinocratischc» Vereins verließ, muß der Sprecher desselben wohl wissen; daß mir der „Geist" nicht behagte, der aus einigen Gliedern der sonst fast stillen Versammlung sprach, von welcher mir nur vier Personen bekannt waren, wird Diejenigen nicht wundern, die die Redner kennen, und daß überhaupt die achtbarsten der hiesigen Bürger — und die bilden, Gott sei Dank! eine sehr große Zahl— sich dem genannten Vereine nicht anschließen mögen, das wird Derjenige erfahren, der sich darnach erkundigen will.
Bad-Ems, den 13. März 1849. Chr. Kunz.
Grosse Mobilien-Versteigerung
in dem
Gasthaus zum Allee-Saal zu Wiesbaden.
(295) Der Unterzeichnete läßt Donnerstags den 22. März l. J. und an den folgenden Tagen, Morgens 9 Uhr anfangend, wegen Wvhnortsverändcrung freiwillig die ihm eigenthümlich zustehend.'n Mobilien aller Arten, bestehend in Silber, Kupfer, Blech, Eissnwaaren und Küchengeräthschaften, einen großen Comptoirpult mit Aufsatz, Leinengeräth und viele und gute Betten, Comoden, Tische, Canapees, Caunitzen re. gegen gleich baare Zahlung versteigern Alle Gegenstände sind im besten Zustand erhalten.
Mittwoch den 28. März, Morgens 9 Uhr, zur öffentlichen Versteigerung: 1 Zulast 1845er, i
174 efücf 1846er,
3 Stück 2 Zulast 1847er,
3 Zulast 1848er,
Eltviller, eigenes Wachsthum,
sowie ausländische Weine in Flaschen und kleinen Fässern.
Wiesbaden, den 2. März 1849.
•/. -F. Httettsinff.
(302) In dem Hause der H. W. Nitter'schen Buchhandlung ist der zweite und dritte Stock zu vermiethen und am 1. Juni d. I. zu beziehen.
(197) Fliedner 4* Comp. in New-Aork empfehlen allen deutschen Auswanderern, insbesondere den Cajüten- und Steerage-Passagieren, ihren neu eingerichteten Gasthof zum <■ reenwieli äSouse, Greenwich Straße Nr. 82, nahe am North River. Bei den vielen Prellereien, denen so manche deutsche Emigranten in den hiesigen Gasthöfen ausgesetzt sind, kann es Jenen nur erwünscht sein, nach einer langen, beschwerlichen Seereise einen soliden Gasthof zu finden. Wir bitten über unsere Realität und gute Bedienung bei der uns schräg gegenüber stehenden Agentur der deutschen Gesellschaft Nro. 95 Erkundigung einzuzieheu, und keinem Makler Gehör zu schenken, da wir solche nicht unterhalen.
New -Dork, den 24. November 1848.
Fliedner 4* Comp,
(333) Das am Eck der Burg- und Mühlstraße sowie am Markt und dem herzoglichen Palais zu Wiesbaden gelegene dreistöckige Wohnhaus, welches sich wegen seiner vortrefflichen Lage zu jedem Geschäftsbetriebe bestens eignet, ist unter sehr annehmbaren Bedingungen zu verkaufen. Näheres ertheilt auf portofreie Briefe H. Matern in Wiesbaden. __
(334) Eine frische Auswahl ’% schwarze und farbige gewirkte Chales, von 9 fl. tus zu höhern Preisen, habe erhalten.
BerwlMirA Jottas.
Steinkohlen
von ganz vorzüglicher Qualität sind während dieser Woche bei uns am Schiffe und auch ferner aus dem Magazin nach preuß. Scheffelmaß zu sehr billigen Preisen zu beziehen.
B iebrich, 12. März 1849.
(317) Jean Blees «D Conti»,
(332) G. PH. Schmidt in Marxheim, Amts Hochheim, sucht einen Einstcher. *
Lehrling - Gesuch
für ein Material- und Colonial- waare »-Geschäft.
(289) Es wird nur auf einen jungen Mann reflectirt, der das Progymuasium oder die Realschule durchgemacht hat, und in diesem Fache und besonders im Betragen gutes Zeugniß besitzt und von guter Familie ist. Lehrgeld wird keines beansprucht. Kost und Wohnung erhält der Lehrling gegen billige Vergütung im Hause. — Näheres durch die Expedition dieses Blattes.
(278) Für 30,000 fl. Güterkaufschillinge werden im Ganzen oder getheilt zu kaufen gesucht durch Friedrich Schauß in Wies- baden, Marktplatz Nr. 12.
Verlag von H. Fischer und C. Ritter. — Druck der C. Ritter'schen Buchdruckerei.
