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Man erfährt noch, daß die Aufhebung der .,Sla- vanka Lipa in Prag beschlossen sei, und daß bei ernstlichen Anzeigen von Unruhen daselbst der Belage­rungszustand über diese Stadt verhängt werden soll.

(Allg. O.-Ztg.)

Laibach, 2. März. Die Paulskirche ist wieder um ein Mitglied reicher geworden. Gestern stirbt hier Graf Hohenwart jun. zum Abgeordneten für Fra, kfurt, und der Med. Dr. del Colt zum Ersatzmann gewählt.

Ungarn.

Aus Dcbrcczin langte die Nachricht an, daß Kossnth und sein Anhang sich nach Szigcth in die Mannars begeben und noch vor seiner Abreise den Serbenanfübrer Stratimirovich zum Ban von C oati n und Woiwoden von Serbien ernannt habe.

Sicherem Veinebmen nach ist die neue politische Organisation für Galizien, sowie' die Bukowina bereits festgestellt. (O.-P.-A.-Z.)

Italien.

Mailand, 2. März. Abennals fanden hier zwei Hinrichtungen statt. Joseph Zwcheo, ein Piemviiteser, und LlicaS Piacentini, ein Mailänder, wurden heute früh er chossen, weil sie durch Geldversprechungen zwei Soldaten zu verführen versuchten, ihre Fahne zu ver­lassen und in die sardinische Dinare einzuirrten.

(Gazz de Mil.)

Rom, 2. März. In der gestri eu Sitzung der Constituante gab der Minister Rusconk die Erklärung ab, daß man von Tenaciua her (vo i der neapolitani­schen Gränze) günstige Nachrichten erhalten habe.

Viertausend Griechen, kie von Kopf bis zu Fuß wohl bewaffnet sind, haben sich der röm.scheu Re- gierung zur Verfügung gestellt zum Kampfe gegen die Oesterreicher. Sie erwarten nur einen Befehl u d das nöthige Geld, um die Reise anzutreten. Der römische Krikgsniiuister hat die nöthigen Eikundigungen eingezo- gen. Diese 4000 Griechen stthen in Epirus; sie wer­den auf dem römischen Gebiete, auf ihre eiglue Kosten bewaffnet, anlangen. Jeder derselben wild mit seinem Gewehr, ein Paar Pistolen und einem Sabel ausge­stattet sein. Sie werden denselben Sold ei halten, wie die römischen Soldaten. Die Kosten brt agen n cht über 28,000 Fr. Nach dieser ersten Sendung von Truppen wird Giiechki'Iand roch 2000 Kämpf r der italienischen Sache zuführen.

Die Nachricht vom Aufßande in Ealabrien bestätigt I sich. So viel ist sicher, daß der König von Neapel ; starke Truppentheile dahin abgeschickt hat.

Ein Schreiben aus Rom in der TurinerConcor­dia" gibt das schlagfertige Heer der Republik auf 41,670 Mann an mit 54 Stück Geschütz und allem nöthigen Zubehör. Toskana ist nicht weniger thätig, u:d Piemont wird gewiß nicht daran denken, im Falle eines jtiieges mit Oesterreich die Allianz der beiden Re­publiken entbehr, n zu können. D!ese Lage der Dinge mag wohl hauptsächlich Schuld daran sein, daß Oester­reich mit seiner Jnte>vention in Mittel-Italien zögert. Es will wahrscheiniich auf die Entscheidung der Dinge in Süditalien warten und sich auch erst in Venedig die Hände frei machen, aus welche St-dt nun endlich rin allgemeiner Angriff erfolgen soll. Bedenklich mag O stcn- reich auch die Gahrung in d-r Kombarbet Vorkommen, welche täglich junimmt und durch die fortwährenden Hinrichtungen noch gesteigert wird. In Caravale wurde neuerdings ein junger Mann erschossen, weil eine Flirte

in seinem Hause vorgesunden worden, und der Vater nur aus Rücksicht aus sine zahlreiche Fam'lie bc- giradigt.

Genua, 5. März. Seit einigen Tagen sind meh­rere Knrgsschlffe und Dampf-Fregatten (amerikanische, französische und englische) im hiesigen Hafen angelangt,' wo sich jetzt nicht ein einziges sardinilch s Kriegsschiff befindet. In einigen Tagen erwartet man hier zwei i Dampf-Fregatten von England, welche die saidimiche Regierung so eben in Bl^ckwaU, iahe bei London, hat bauen lassen. (K. Z.)

Civita-Decchia, 3 Maiz. Siethen hat die ihm von Neapel gemachten Bereiubarungs-Boi schlage ver- ' worfen.

Kr ankre ich.

Paris, 11. März. Ein neuer Concurrent des Königs von Preuuen. Der bei ücht.gte Her­zog Kal von Braunschweig'leidet im Eril an der fixen Idee, man werde den Präsidenten Bonapane nächstens zum demokratischen Kaisr von Frankreich und ihn (den Herzog) tum Kaiser von Deutschland in Frankfurt auö- rufen. Um diesem Eieigniß näher zu sein, hat derselbe | i beschlossen, mit Sack und Pack von vo adon nach Paris 1 überzusieb.ln. Ein Haus ist bereits geune h t.

Die Sitzung der Haute Cour in Vo.wgcs vom 10. März macht das gioßte Aufsehen. Erstens benun- ; eilte Blanqui den Hen. Carlier, der Seele unser r Po i- : zeiwehr, der gefiissentllche^ Uebertreibung in feinen Be­richten ans Ministerium und entlarvte ihn vo.-ständig.

I Zweitens deponirte der Zeuge Sanieivski, 47 Jahr an, I polnischer Flüchtling:

.. . Am 11. Mai stand ich als Neugieriger auf : dem Place de Bourgogne, um die Eingänge k^r Na- tionawerjamnUung zu betrauen. Unter der Menge, cie mich umgab, sah ich meh.ere Männer in Blousen, die unter ihrer Verkleidung leicht als Nichiprol-tarier zu erkennen. ZwA derserben erkannte ich als dujen'gen wieder, welche in dieNationalwelkstatt.n der BatignoUeS kamen, um die Arbeiter aufzuw egeln. Der Eine trug ei:.e alte Blouse und sagte zu im.:I dem Sie mich so angekleidet sehen, glauben Sie vieU rcht, daß ich Ar­beiter bin? Nein, mein Freund, ich lebe von meinen : Zinsen." Ich anlwo tete ihm nich-s. Schon früher, ; entsann ich urich, hatte ich diesen Menschen mit den 1 Arbeitern trüben und lustig leben seyen. Ich war Z uge, daß er eines Tags 50 FrkS für Essn und Triiik-n bezahlte; selbst Campagner wurde getrunken. ! ... Denselben Mann sah ich bald darauf im Hause ter russischen Gesandtschaft." (N. Nh..;)

Paris, 11. Marz. Die neuesten italienischen Jour, uak theilen mit, daß der Obelbefehl über das Piemon­ts fische Heer, welchen der polnische General Chrzanowski wicoer niedergtlegt Hal, nun einem sianzvsischen Gene­ral übertragen werden solle. Wenn Gerüchten Glauben zu [Jensen ist, die einigen Bestand gewonnen haben, so würde die piemonttssche Regierung darum nachzu. suchen, daß dem General Oudinot gestattet we-de, einer Berufung an die Spitze des piemont' fischen Heeres zu folg- n.

Niederlande.

Katwyk an Zee, 8. Mäiz. DaSHandelöblad" bringt unter diesem Datum Folgendes:Gestern ist hier a^ gespült der Hiutei theil des SchiffesFlondan", Capitäu Whitmore, welches am 25. Februar von Ant­

werpen nach New-Yo k abge segelt, auf der Sandbank long-sands an der englischen Küste gescheitert war. Auf dem Wracke befanden sich zwei männliche Leichen, die eine anschri end eines dreißig, bk andere anschei­nend eines vierzig Jahr alten Mannes. Der Kleidung nach gehörten beide d r arbeit nden KI sse an. Die Leichen bilden Spuren rum mei r ren Verw indungen, die wahrscheinlich von den B st bu 'gen der Unglück- Hyen, ihr Leben zu rettn, herrühren. Bei der einen fand man eine Brieftasche mit go eenen V rzierungen und einen deutschen Brief mit eer Adresse:Joseph Deb'tz in New-Jo k", in w ich m noch ein anderer d utscher Brief, aus Frankfurt batirf, eiugeschlossrn war. Seiner ein hebräisches Büchelchen, vermuthlich ein Al- marach, einen deutschen Miniatur-Almanach, ein deut ch geschriebenes Einsch ffungS-B'llet, vom 17. Februar 1849 batirf, welches den Namen des P lssagiero, des Schiffes und des Capitäns enthalt, eiwiich einen deutsch ge­druckten Coutrakt für Paffagi-re und vier deutsche Adreßkarten. Bei der andern Leich- fand man ein Ta- schnnn sser und ein Beutelch u mit zw i Ei israuken- stücke.'.

Weilburg. Ich höre, daß am vorigen Sonntag ben 11. eine große Menschennien e, die sich am Zoll- Hause zwischen Limburg undObe'tietenbaw z i einer an? gcblie^ von mir abzuhaltenden Vol^sv-sammlung zu. lammengesunden hatte, auf eine infame Weise in April g'Üchlckt worden ist. Eine schrg'liche Einladung zur Theilnahiue sei am Zollhanse angegplagen g,wesen und wäie ich noch denselben Morgen za Pf.rde an O>t und Stille gewesen, um mein Erscheinen zu oe siche n. Da ich heute eist von dieser Veisammlu g ü erhaupt etwas erfahre, und auch nicht einmal irgendwie eine Aeußerung hab. fallen lassen, a's würde ich vielleicht an dem genannten Tage do, teil eine Volksoerfammlung abpalten, auch nicht zu einer solchen eingeladen wo,den bin, so muß ich ver­muthen, daß eine gewisse in do tigc - R gionen spukende Partei absichtlich u iser zu po itischem Leben kräftig er­wachtes Landvolk auf so bübische Ait zum Besten ge­habt hat, um die Schuld dieser Betrügereien auf mine Freunde und mich fallen zu lassen, und die Landbe. wohner jener Gegend unsere. Wr ksaink it und den Be­strebungen des ganzen Vereins unzugänglich zu machen. Zu, Verhütung solcher absichtlichen Mißve>ständuisse also uiache ich darauf aufmelksam, daß unsere Einla­dungen zu Vvlköveisamm'ungen künftig durch schriftliche ober gedruckte, von hier aus in die einzuladenden Ge­meinden abgeschickte, und von bekannten Mitgliedern unsers Haupt« oder der Zweigvereine unterzeichnete Plakate erfolgen werden. Gerau, Arzt.

Amtliche Nachrichten.

Lehrgehülfe Hendorf zu Münster, Herzogs, und und fürstl. Aurtö dtuiiM ist zum Lehrer in Wolfen- Hausen ernannt worden.

Der Crimi' algerichts Afflssor Grimm zu Dillen­burg ist zum zweiten Ciimiualrichtcr daselbst ernannt worden.

Verantwortlicher Redakteur: J. Oppermann.

V e L' a âè A è M K ck- Ls K g e rr.

(336) Anonymen Artikeln gegenüber sollte man zwar die Jnserations Gebührcn einer Erwiderung sparen; da viele meiner Bekannten aber milden hiesigen Verhältnissen unbekannt sind, so muß ich doch ihretwegen Folgendes bemerken: Daß ich nicht wegen der WorteBolkssouveränctät" undpersönliche Freiheit" den Sitzungssaal des denwcratische» Vereins verließ, muß der Sprecher desselben wohl wissen; daß mir derGeist" nicht behagte, der aus einigen Gliedern der sonst fast stillen Versammlung sprach, von welcher nur nur vier Personen bekannt waren, wird Diejenigen nicht wundern, die die Redner kennen, und daß überhaupt die acht­barsten der hiesigen Bürger und die bilden, Gott sei Dank! eine sehr große Zahl sich dem genannten Vereine nicht anschließen mögen, das wird Derjenige erfahren, der sich darnach erkundigen will.

Bad-Ems, den 13. März 1849. Chr. Kunz.

Grosse S^oMlIen-Versteigerung

in dem

Gasthaus 311111 Allee-Saal zu Wiesbaden.

(295) Der Unterzeichnete läßt Donnerstags den 22. März l. J. und an den folgenden Tagen, Morgens 9 Uhr anfangend, wegen Wohnortsveränderung freiwillig die ihm eigenthümlich zustehenden Mobilien aller Arten, bestehend in Silber, Kupfer, Blech, Eisinwaaren und zrüchengcräthschaftcn, einen großen Comptvirpult mit Aufsatz, Leinengerâth und viele und gute Betten, Comoden, Tische, Canapecs, Caunitzen re. gegen gleich baare Zahlung versteigern Alle Gegenstände sind im besten Zustand erhalten.

Mittwoch den 28. März, Morgens 9 Uhr, zur öffentlichen Versteigerung:

1 Zulast 1845er,

Stück 184ßer,

3 Stück 2 Zulast 1847er,

3 Zulast 1848er,

Eltviller, eigenes Wachsthum,

sowie ausländische Weine in Flaschen und kleinen Fässern.

Wiesbaden, den 2. März 1849. «§ F. littensitt».

(302) In dem ^rtüfc der H. 28. Nitter'schen Buchhandlung ist der zweite und dritte Stock zu vermiethen und am 1. Juni d I. zu beziehen.

(197) Fliedner Comp. in New-Aork empfehlen allen deutschen Aus­wanderern, insbesondere den Cajüten- und Steerage-Passagieren, ihren neu eingerichteten Gasthof zum C^reemcicSt House, Greenwich Straße Nr. 82, nahe am North River. Bei den vielen Prellereien, denen so manche deutsche Emigranten in den hiesigen Gasthöfen ausgesetzt sind, kann es Jenen nur erwünscht sein, nach einer langen, beschwerlichen Seereise einen soliden Gast­hof zu finden. Wir bitten über unsere Realität und gute Bedienung bei der uns schräg gegenüber stehenden Agentur der deutschen Gesellschaft Nro. 95 Erkundigung einzuziehen, und keinem Makler Gehör zu schenken, da wir solche nicht unterhalen.

New-Aork, den 24. November 1848.

FSieduer 4* ^'omp.

(333) Das am Eck der Burg- und Mühl­straße sowie am Markt und dem Herzoglichen Palais zu Wiesbaden gelegene dreistöckige Wohnhaus, welches sich wegen feiner vor­trefflichen Lage zu jedem Geschäftsbetriebe bestens eignet, ist unter sehr annehmbaren Bedingungen zu verkaufen. Näheres ertheilt auf portofreie Briefe H. Matern in Wies­baden. ________

(334) Eine frische Auswahl% schwarze und farbige gewirkte Claâles . von 9 fl. biS zu hoher» Preisen, habe erhalten.

gternhftetl Jonas.

Steinkohlen

von ganz vorzüglicher Qnalitäl sind während dieser Woche bei uns am Schiffe und auch ferner aus dem Magazin nach preuß. Scheffel- maß zu sehr billigen Preisen zu beziehen.

Biebrich, 12. März 1849.

(317) Jean Säle es «f Contis.

(332) G. PH. Schmidt in Marxheim, Amts Hochheim, sucht einen Einstcher.

Lehrling - Gesuch

für ein Material- und Colonial- waaren-Geschäft.

(289) ES wird nur auf einen jungen Mann reflectirt, der das Progymnasium oder die Realschule durchgemacht hat, und in diesem Fache und besonders im Betragen gutes Zeug­niß besitzt und von guter Familie ist. Lehr­geld wird keines beansprucht. Kost und Woh­nung erhält der Lehrling gegen billige Ver­gütung im Hause. Näheres durch die Ex­pedition dieses Blattes.

(278) Für 30,000 fl. Güterkaufschillinge werden im Ganzen oder getheilt zu kaufen gesucht durch Friedrich Schauß in Wies­baden, Marktplatz Nr. 12.

Verlag von H. Fischer und C. Ritter. Druck der C. Ritter'schen Buchdruckerei.