England, trotz aller Künste seiner antiösteereichlschen Politik, würde den schlauen Moslemin zu dem selbstmörderischen Schritte irgend einer Offensive nicht vermögen, da man in Konstantinopel die Tragweite derselben wohl zu ermessen weiß. Nur durch den tiefsten Frieden kann die Surfei ihre Lebensfrist verlängern, der erste Kanonenschuß versetzt Bosnien, die, Herzogo- vina, Bulgarien und die Donauprovinzen in helle Flammen. Die militärische Verfaffung, in welche sie sich versetzt, kann daher vernünftiger Weise nur den möglichen Eventualitäten im Innern gelten, denn in Bosnien wird sie bald eines kräftigen Armes bedürfen. (N. O.-Z')
Aufruf.
Mosbach-Biebrich, 6. Februar. Mit jedem Tage treffen neue Berichte über die schreckliche Noth der nassauischen Nheinuferbewohner an unser Ohr und Herz. Die furchtbare Ueberschwemmung hat die Armen dort noch ärmer gemacht, und nicht wenigen auch das Unentbehrlichste geraubt. Rasche Hülfe thut hier Roth! Darüber ist nur Eine Stimme.
An die Bewohner von Mosbach-Biebrich, die sich einst der unglücklichen Feldberger und der noch unglücklichen Schlesier bei der Hungerseuche so liebevoll durch die reichlichsten Gaben angenommen, ergeht daher der
Aufruf, mit Liebeswerk jetzt auch den armen nassauischen Brüdern nahe zu sein. —
Der Unterzeichnete, der sich in dieser Sache mit den betr. Kreisämtern und Hülfs-Comite's sofort in Vernehmen setzen wird, bittet zu diesem Zwecke um Beitrage, bezeichnet durch Namensunterschrift oder Anfangsbuchstaben, die in diesen Blättern eingerückt werden |oUen und worüber Abrechnung in denselben geschehen wird. Auch auswärtige Gaben werden mit Dank entgegengenommen und sollen mit den hiesigen unverweilt an den Ort l hrer Besttmmung abgehen. Wer in solcher Noth rasch gibt, gibt doppelt!
Dilthey, Pfarrer zu Mosbach-Biebrich.
Mosbach-Biebrich, 12 Februar. Weiter sind eiu- gangen für die armen Wasserbeschädigtei: am Nassauischen Rheiuufer:
P v2" Biebrich-Mosbach: Martin Kr—s kr. Friedrich Kr—s 12 kr. Bürgermeister R—Hdt 45 kr. Hofg. W-tz 2 fl. 30 kr. R. Ohlein kr. Elisab. Frohnhäuser 36 kr. Frau Kdr. Wei- fl^ Wilhelm Schneider 1 fl. Wilhelm D—they 1 fl. Schreinermeister K. 1 fl. 24 kr. H. K—pfer kr. Schreinermeister W—lf 1 fl. H. Reall. M—6 r fl. 45 fr. Wittwe Kfr. 18 kr. H. Pf. Tm-lg. O 6' Wittwe Fisch in der Rheinstraße 1 fl. 30 kr.
Frau Mich. Runkel 24 fr. H. Lehr. Holzh. 30 fr H. Kstlr. 35 fr. v
2) Von Auswärts: Durch den Hüttenverwalter Frorath von der Nieveruerhütte 28 fl., und zwar: von Gebrüder Grisar ltt fl 48 kr., Hüttenverw. B. Frorath 1 fl. 48 fr, J. Keller 1 ff. 48 fr., M. Roth 54 kr., W. Linkcnbach 54 fr., P. Dommermuth 36 kr.,
Haupt 36 fr., H. Nicodemus 18 fr., M. Haas 36 fr., ). Bien 36 fr., Heinr. Henrici 36 fr., Joh. Hoffmann 9 fr., St. Salomon 9 fr., Chr. Nicodemus 48 fr., Chr. Laborte 18 fr., M. Grisar 20 fr., Ldw. glienbart 18 fr., Th. Zerr 30 fr, Schubernigg 36 kr., Schneider 18 fr, Bern 18 fr, Trappelst 9 fr, Will- "Ulnd 36 fr, Chr. Weil 36 fr, Am. Müller 18 fr,
Ä" br ^ kr., Demar 18 fr, Hoffmann 18 fr, W. Mohr 36 fr, F. Syre 36 fr, R. Sann 9 fr.
L biße 48 fl. 53 fr. sind sogleich an Herrn Kreis- amtmann von Gagern in Rüdesheim abgegangen. Den freundlichen Gebern in der Nähe und Fernr, im Namen der Unglücklichen, warmen Dank! Weitere Gaben, klein und groß, werden fortwährend in Empfang genommen von
Dilthey, Pfarrer zu Mosbach-Biebrich.
Verantwortlicher Redakteur: I. Oppermann.
Bekam n s M s ch m m g e m.
(136) Der von dem Herrn Bürgermeister Breitenbach aus Niederl ahnstein in dem unter Nro. 109 der „Freien Zeitung" vom 8. Februar d. I. erschienenen Inserat bezeichnete Zeuge bin ich.
Zur Widerlegung der hiermit von dem Hrn. Bürgermeister in Bezug aus meine Zeugen-Aussage und meine Aeußerungen in der Gesellschaft nach dem Verhör, ausgestreuten Unwahrheiten beziehe ich mich kurz auf den Inhalt der nachstehenden Zeugnisse, ganz unbeteiligter, glaubwürdiger Personen, wonach die Behauptungen des Hrn. Breitenbach in jeder Beziehung als völlig grundlos und unwahr erscheinen.
Auf die Bemerkung .des Bürgermeisters Breitenbach hinsichtlich meiner Kurzsichtigkeit, entgegne ich, daß durch diesen Umstand meine Aussage, ihn an der Spitze des Zuges vom AmthauS her bis unter den Durchgang meiner Wohnung erkannt zu haben, nicht im Geringsten geschwächt wird; da sich hiermit, erleuchtender Weise sehr wohl der Umstand vereinigen läßt, daß ich einen Mann, wie den Hrn. Bürgermeister Breitenbach, den ich seit vielen Jahren genau kenne, im vorliegenden Falle, in Bezug auf Statur, Haliung, Gang u. s. w. bei seinem Erscheinen grade unter den Fenstern meiner Wohnung, erkannt habe. — Daß ich seltst bei einer Enlfernung von 2 Schritten Niemanden zu erkennen vermöge, ist ein von Hrn. Breitenbach beliebter Zusatz eigner Erfindung, wovon mir selbst nichts bekannt ist. — Hiervon abgesehen, war ich beim Heranziehen der Masse vom Amthaus nach dem Gefängniß allerdings mit einer Brille versehen, was nur bei dem Wegzuge auf dem andern, von meiner Wohnung entfernteren Wege, am Rhein her, nicht der Fall war; worüber ich mich auch in meinen gerichtlichen Vernehmungen klar ausgesprochen habe. — Ich überlasse es nun der Beurtheilung eines Jeden, ob der Hr. Bürgermeister Breitenbach durch seine frivolen Behauptungen in der Meinung des hohen AssisenbofeS und des Publikums gewonnen hat.
Braubach den 10. Februar 1850. Freut®, quieScirter Amtssecretär.
Ich Unterzeichneter bezeuge hiermit, daß bei der im Sommer 18-18 stattgehabten Befreiung deS im hiesigen Amtsgefängniß inhaftirten N. Neck aus Niedcrlahnüein der Hr. Bürgermeister Breitenbach beim Durchzuge der Niederlahnsteiner durch Braubach, am Amthause und der mehr nach dem Gefängniß gelegnen Philippsburg vorüber nach dem Thorweg ober Durchgänge unter der Wohnung des Hrn. AmtSsecretärS Creutz, an der Spitze des Zuges, gezogen Ist; was ich auch bereits in meiner bei dem Herzog!. Justiz-Amte dahier abgegebnen eidlichen Deposition ausgesagt habe.
Braubach den 10. Februar 1850. J. Fh. Heberlein.
Und wir, die Unterzeichneten, bezeugen weiter, daß bei obigem Vorgänge der Hr. Bürgermeister Breitenbach nicht nur durch diesen Thorweg hindurch bis vor das Gefängnißgebäude an der Spitze gezogen, sondern sogar in dieses Gefängnißgebäude mit den Uebrigen eingetreten ist, welches ich, Arzbächer bereits eidlich auSgesagt habe und wir, Gran und Sturm, jederzeit eidlich zu erhärten bereit sind.
Braubach, ben JO. Februar 1850.
J. 6. Ar® b sicher. deorg Heinr. Sturm. Fh. Heinr. dran.
Ich bescheinige auf Verlangen hierdurch, daß Hr. AmtSsekretär Creutz dem Hrn. Bürgermeister Breitenbach gegenüber, in der Gesellschaft am Abend des 4. Februar l. I., nach dem Zeugenverhöre, seine, vor dem Assisenkof gemachte Angabe: Hr. Breitenbach sei an der Spitze deS Zugs der Niederlahnsteiner gewesen, als solche vom AmthauS nach dem Thorweg seiner Wohnung gegangen, nicht verleugnet, vielmehr fortwährend behauptet und auf deren Wahrheit bestanden habe.
Braubach den 9. Februar 1850. Friedrich, Bürgermeister.
Frankfurt. Cours der Staats Papiere. Schluß der Börse.
Den 11. Fcbruar 1850.
pCt.
Papier
Geld
Den 11. Februar 1850.
pCu
Papier
Geld
Oesterreich
V
II
st
If
Preußen
Bayern Würt'emb.
Baden
Metallignes Obligationen .... ff ff ....
fl " ....
ff ff ....
Wiener Bank-Actien..... 500 fl. Loose........
250 fl. Se esc von 1839 .... Bethmännische Obligationen . . .
50 Thaler Prämien-Scheine . . . Staats-Schnld-Scheine â 105 . . Obligationen........ Bexbacher Eiseubahu-Actien . . . Obligationen........
Obligationen........
Lotterie-Anleheu » 50 fl. von 1840 35 fl. Loose vom Jahr 1845 . . .
5
41/
4
3 2%
3
4
47.
3%
3%
4 %
8%
5
3%
84% 74% 65% 49% 44%
1201 147%
89'/, 82
83%8 95% 82% 99% 79% 53% 33%
84
74 ! 65%' 49%1 44 ;
1196 ' 147%
94 '
70 1
79 • 103%'
89 1
83%' 94%' 81% 99% 79% 53%' 32%!
Darmstadt
Kurhessen Nassau
Frankfurt
Holland
Spanien Polen
Sardinien
Obligationen........
Lottcrie-Anlchen von 50 fl. . . .
25 fl. Loose........
Friedrich-Wilhelms-Nordbahn . .
40 Thaler Loose bei Rothschild . .
Obligationen........
Obligationen bei Rothschild . . .
ditto 25 fl. Loose . . ,
Obligationen........
ditto von 1839 ....
ditto von 1846 ....
TauuttS-Ciscubahn-Actieu A 250 fl. .
Jntegr.-Obligatiouen.....
Syndikats.........
Innere Schuld neue Obligationen .
Lotterie-Loose 300 ......
ditto 500 ......
36 FrS. Loose bei Gebr. Bethmann
3% 4 4%
4
5 3%
3 3% 3/2
2% 3%
3
83% 90%
73
28% 45% 33%
103% 84% 24% 79% 94%
89% 306
55%
29% 121%
81% 33%
83% 89%
72% 28% 45
33%
102% 84% 23% 79
93%
89
304
55% 86% 29%
81
33%
Cours der Wechsel.
Den 11. Februar.
Kurze Sicht
Zwei Monat
Gold- und Silber-Sorten.
1 Neue Louisdor............ Friedrichsd'or............. Ducaten..............
• 20 Frank-Stücke ...........
fl.
11
9
5
9
10
12
1
2
24
(Frk
fr.
6 52% 40 38
45 21% 32
f. I.)
Briefe
Geld
Briefe
Geld
Amsterdam, 100 fl. Crl. . . , Augsburg, 100 fl. Crt. . . . Berlin, 60 Thlr...... Bremen, 50 Rthlr. in Lvuisd'or. Hamburg, 100 Mrk. Bco. . . . Leipzig, 60 Thlr......
„ in der Messe .... London, 10 Livr. St..... Lyon, 200 Fr....... Paris, 200 Fr...... Mailand, 250 Lir. Austr. . . . Wien, in 20t 100 fl. C.-M. . . Disconto........
iooy2
105%
98% 88%
105%
121
95% 95%
105%
100% 120
99
105%
88
120%
100
1%
^Druck und Verlag der C. Ritter'schen Buchdruckerei.
Ä Haupt - Agentnr.
für
Auswanderer.
(126) Mit Bezug auf die in Nro. 2 des diesjährigen JutelligenzblatteS von Herzoglichem Staatsministerium, Abtheilung des Innern, erlassenen Bekanntmachung, über die mir ertheilte Concession als Hauptagcnt zum Betriebe der Vermittlung des Transports von Auswanderern, bringe ich hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß ich die Auswanderer, welche sich meiner Haupt- agentur bedienen wollen, zu den billigsten P reißen über Antwerpen nach Neu-Iork und Neuorleans monatlich mehremalS befördern kann. Der Auswanderer wird auf Verlangen bis nach Antwerpen begleitet, seine Effekten werden nach Maßgabe der Verordnung vom 31. Januar 1849 bis zur Ankunft in Amerika verassecurirt; beides ohne weitere Kosten und vor Betrug und Bedrückung :c. sind die Auswanderer durch die Beförderung eines concessionirten Hauptagenten geschützt.
Zum Abschlusse von Verträgen können sich die Auswanderer auch schriftlich an mich wenden. Nassau im Februar 1850._______________ Friedrich Hriitner.
Concessionirte Haupt - Agenturzur Beförderung von' Auswanderer.
(129) Der Unterzeichnete befördert monatlich 3 bis 4mal Auswanderer nach den verschiedenen Häfen Amerikas über Havre, Antwerpen, Rotterdam und Bremen zu den möglichst billigsten Preißen.
Wiesbaden im Februar 1850._______ IF'. C. Wilh an auf dem Markt.
Ziehung der Grosiherzogl. Badischen 33Gulden - Löö^ den 28. Februar L I, enthält 2000 Treffer, darunter
Hauptgewin uste: ff. 50,000, — fl. 15,000, - fl. 5000, — 4 ü fl. 2000, — 13 4 fl. 1000. rc.
Loose für diese Ziehung sind zu haben bei Hermann Strauss. Wiesbaden, den 13. Februar 1850. (131)
(1073) In der Hl Ltt. Nittcr'schen Buchhandlung ist wieder vorrâthig:
Blicke in das Labyrinth der Zukunft.
Preis 12 kr.
Zn merkwürdigen Weissagungen des Johann Ad. Müller, weiland Bauersmann auf dem Maisbacher Hofe bei Heidelberg.
Für Buchbinder.
(128) Bei Unterzeichnetem sind zwei schon gebrauchte Buchbinder- und Vergolderwerk- zeuge (wobei auch Schriften) billig zu verkaufen. A. Flacher in Wiesbaden.
(127) Beim nahen Austritte eines in ihrem Hause, von seinem 10. .bis 16. Jahre zur Erziehung und weiblichen Bildung gehabten Mädchens, wünscht eine Familie auf dem Lande ein, oder auch mehrere Mädchen von gleichem, oder auch jüngeren Alter, in gleicher Absicht zu denen, welche sie noch hat, zu nehmen und macht deßhalb die Anzeige.
Auch wird für eine Person, welche ein stilles einfaches Leben auf dem Lande liebt, in demselben Hause ein Zimmer mit der Aussicht auf den Rhein und die jenseitige Gegend, sowie mit Aufenthalt im Freien in einem geräumigen, an dem Rhein liegenden Garten, zum Vermiethen und Beziehen sogleich, angeboten. Beköstigung und nöthige Bedienung sind mit der Miethe des Zimmers verbunden.
Nähere Auskunft ertheilen die Herren A. Flacher und Carl Feyen» decher zu Wiesbaden.
(124) Ein kleines Reitpferd, circa 10 Jahre alt, Hundrücker Ra§e, ist zu verkaufen. Wo? sagt die Erped. d. Bl.
(125) Die israelitische Cultus-Gemeinde Nassau und Dausenau sucht ehfen Re- liginoslehrer und Vorsänger. Reflek- tirende hierauf, haben sich portofrei an Un» terzeichneten zu wenden. Fiib Hirsch, Vorsteher.
